Mitmachthema Sonne im H-Alpha Spektrum

Martin F.

NF Team
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Hallo Stern-/Sonnenfreunde,
zu Weihnachten habe ich mich mit einem neuen Teleskop verwöhnt. Das Teil hat mich von Beginn an interessiert und ich hatte geordert, ein "Akuter Elite Phoenix".
Das Teil hat eine besondere Filterkonstruktion, mit der nur ein ganz schmales Spektrum durchgelassen wird und damit Aktivitäten auf der Sonne sichtbar werden. Vor Jahren war sowas für den Amateur ein extrem teurer Spaß und es gab nur wenige Anbieter.
Die letzten Tage nun endlich klarer Himmel und ein bisschen Zeit für die ersten Aufnahmeversuche. Mit einer kleinen, preiswerten Planetenkamera SVBony SV305, deren Sensor leider so klein ist, dass unser Stern bei den 400mm Brennweite nicht ganz drauf passt. Aber egal, da muss halt mittelfristig aufgerüstet werden, jedenfalls zeigt es mir, dass sich das definitiv lohnen wird:

 
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Wie erklären sich diese dunklen Strukturen die wie Risse aussehen. So ein Bild habe ich noch nie gesehen.
 
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Martin F. kommentierte
Das sind Protuberanzen (Filamente) über der helleren Oberfläche, nur am Sonnenrand erscheinen sie gegen den Hintergrund hell.
Die hellen Flächen auf der Oberfläche sind Gebiete von Sonnenflecken, die durch starke Magnetfelder erzeugt werden.
 
Wuxi kommentierte
Das ist interessant, denn ich kenne solche Protuberanzen nur aus Bildern vom Sonnenrand. Komisch dass die Protuberanzen vor der Sonnenscheibe wesentlich größer erscheinen als diejenigen die am Rand zu sehen sind.
 
Auf dem Gebrauchtmarkt eines Astroforums bin ich günstig an eine Kamera mit größerem Sensor gekommen.
Leider waren die Bedingungen heute nicht so gut, viel Luftunruhe (Seeing) und auch mit den Parametern der Kamera bin ich noch im Clinch. Sie hat zwar eine höhere Auflösung, zeichnet aber etwas weicher, dafür gibt es nicht mehr die leichten Banding-Streifen wie beim kleineren Modell. Immerhin kann ich jetzt den gesamten Sonnenball erfassen und die Parameter bekomme ich auch noch in den Griff.

 
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MartinA kommentierte
Das ist extrem beeindruckend!
 
Das Wetter meint es aktuell gut, hier schon der nächste Tagesschuss.
So langsam komme ich immer besser mit den Parametern klar. Aufgefallen ist mir jetzt erst, dass die vorherigen Bilder seitenverkehrt sind, eigentlich klar, weil durch einen Zenitspiegel fotografiert wird - das muss sein, weil ein Teil des Filtersystems darin verbaut ist.
Eine Steigerung wird es wohl noch geben, wenn ich die Gerätschaften nicht hinterm Fenster in der warmen Bude betreibe, sondern bei "normalen" Temperaturen draußen nutzen kann

 
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Einen hab ich noch...
Das ganze System mal auf die Spitze getrieben - vielleicht auch darüber hinaus.
Mit 3x Barlow-Linse (wie ein Konverter) und extremer Überbelichtung, um die Protuberanz besser heraus zu bekommen:

 
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ZHR kommentierte
Wie hoch gehen diese Eruptionen?
 
Martin F. kommentierte
Die Protuberanzen können viele -zig Tausend km hoch sein, in besonders spektakulären Fällen bis über 1 Mio.. Die Erde wäre also mit einem "Haps" verschlungen. Zum Glück sind wir 150 Mio. km weit davon entfernt
 
ZHR kommentierte
[CQ='Martin F., c: 237758, m: Martin, vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage.
Bin wirklixh überrascht.
 
Eben schnell eine Wolkenlücke erwischt:



Und noch eine andere Bearbeitungsvariante:

 
2 Kommentare
Wuxi kommentierte
Ich bin ja fasziniert von diesen Rissen.
Ich dachte immer Protuberanzen wären ein bisschen wie Vulkane: dass die Lava an einem Punkt herusschießt.

Hier sieht es jetzt so aus (links unten bei ca "8:30 Uhr") dass die Protuberanz, die nur an der Silhouette sichtbar ist, vermutlich entlang des ganzen Risses vorhanden ist (nur kann man sie vor der Sonnenscheibe nicht sehen).
 
Martin F. kommentierte
Nun, was im ersten Moment wie Risse aussieht, sind tatsächlich die von „oben“ gesehenen Protuberanzen, die sich wie lange Wolkenbänder entlang von Magnetfeldern über die Oberfläche ziehen. Die sind dunkler, weil sie kühler als die Oberfläche sind und was bei der Aufnahme die Kontrastprobleme am Sonnenrand verursacht.
 
Mal wieder ein ganz aktueller Schuss:



Mit einer schönen Protuberanz im Detail. Leider war die Luft recht unruhig, ich musste die Pixel doch ordentlich quälen, um ein bisschen Struktur hin zu bekommen, sieht man an manch ausgefransten "Ecken".

 
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Ein Glückstreffer von heute Morgen, wenn auch als Einzelbild aus einem AVI nicht mit der tollsten Qualität:

 
Martin F. kommentierte
Nun, da habe ich schon extrem herumgeschraubt. Problem ist das AVI im RAW Format mit 12 bit Tiefe, das Konvertieren hat mit allen möglichen Tools noch nicht mein gewünschtes Ergebnis erbracht. Ich versuche dran zu bleiben, mal sehen, was noch geht.
 
Martin F. kommentierte
Nochmal über einen anderen Weg:

 
W
W.W. kommentierte
Von der Belichtung besser, aber da ist ein Raster drauf!
 
Martin F. kommentierte
Ja das ist die Krux mit dem Dateiformat. Ist eine spzl Astro-/Planetenkamera, deren Videostream mit spzl Software betrieben wird. Ich habe das Teil noch nicht so lange und kämpfe immer noch damit
 
of51 kommentierte
Habe in Ps den Kontrast deutlich erhöht und etwas mehr Helligkeit. Mehr nicht.
Ich lösche es wieder wenn du mit dem Einstellen nicht einverstanden bist.

 
Mal wieder ein relativ aktuelles Bild vom WE, bei der Hitze ganz früh am Morgen aufgenommen.
Ich bastle immer noch mit div. Einstellungen herum, hier mit einer Montage aus einer kurzen (5ms für Oberfläche) und längeren (15ms für Rand) Belichtung, um die Protuberanzen deutlicher heraus zu bekommen.
Trotzdem werde ich wohl mittelfristig auf eine monochrome Kamera umsteigen, denn durch den heftigen H-Alpha-Filter kommt ja nur ein extrem schmales Spektrum auf dem Sensor an. Dort reagieren nur die roten Pixel, es bleiben so nur 25% der möglichen Auflösung übrig und kleinere Details verfranzen schnell.

 
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BernhardJ kommentierte
Trotzdem sehr beeindruckend, fast dreidimensional...
 
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