Sigma HSM 50/1.4, Nikon AF-S 50/1.4 mein Vergleich

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David_USA

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Die Frage kommt immer wieder auf und auch mich hat es sehr interessiert welches der beiden Objektive besser ist. Das Sigma hab ich mir schon vor ein paar Monaten gekauft bevor es das Nikon gab. Jetzt wollte ich es doch genau wissen, da ich das 50er oft verwende.

Preise, Gewicht und technische Daten kann sich jeder selbst heraussuchen. Hier gehts nur um meinen persönlichen Eindruck und Vergleich. Jeder muß wissen was ihm selbst wichtig ist und daraus sein Fazit ziehen.

Das Sigma ist deutlich größer und schwerer, das Nikon erstaunlich leicht (Kunststoffkonstruktion). Beide sind aber kleiner und leichter als alle anderen AF Objekitve die ich habe, also die ganze Diskussion um Größe und Gewicht ist wirgendwie amüsant.

Der AF ist bei beiden fix und genau, ohne lange rumzusuchen oder nerfiges Nachkorrigieren. Beim Sigma merkt man das mehr Glass bewegt wird. Interessant ist das der Kontrast AF im Live-View bei beiden Objektiven nicht 100% optimal ist. Bei beiden kann man mit der Hand (wenn man die Geduld hat) die Schärfe besser hinbekommen. Mit beiden Objektiven lag der AF mal zu weit vorne oder zu weit hinten. Wer mit f/1.4 fotografiert muß mit Ausschuß rechnen. Da war keines der Beiden im Vor- oder Nachteil.

Die 77 mm Filterdruchmesser des Simga ist für mich ein klarer Vorteil. Ich verwende sehr oft das AF-S 24-70 und das AF-S 80-200, alle haben den gleichen Durchmesser. Beim Objektivwechsel ist es super angenehm wenn man den Deckel von einem aufs andere machen kann.

Beide sind für manuelles Fokusieren ungeeignet. Der Schärfering geht bei beiden etwas zu fest und hat nicht annähernd das samtweiche Verhalten wie alte MF Objektive. Man hat bei beiden das Gefühl das der Ring reibt. Ich habs versucht, mit beiden macht manuelles Scharfstellen keinen Spaß.

Was mir noch aufgefallen ist: Beim Nikon kann ich bei halb-gedrücktem Auslöser manuell eingreifen und scharf stellen. Der AF wird dann deaktiviert (zumindest so lange ich auch den Auslöser gedrückt halte). Beim Sigma wird der AF nicht deaktiviert, wenn man also mit der Hand rangeht dann regelt der AF gleich wieder zurück. Ist für mich kein Problem da ich den AF nicht auf dem Auslöser habe, sondern auf dem AF-On Knopf hinten, aber es sollte zumindest erwäht werden.

Schärfe ist bei beiden Objektiven einfach klasse. Selbst bei f/1.4 sind Beide wirklich brauchbar. Das war bei den alten 50ern nicht so. Wer gerne und oft mit offener Blende fotografiert hat hier mit beiden Objektiven seine Freude. Zum Rand hin wird das Sigma etwas weicher. Da ist das Nikon etwas besser. Da sind die Ecken schärfer. Abgeblendet wir der Unterschied geringer, aber das Nikon liegt immer ein bischen vor dem Sigma.

Bei der Vignettierung siehts allerdings umgekehrt aus. Da ist das Sigma etwa eine Blende dem Nikon voraus. Selbst bei f/2.8 hat das Nikon noch deutlich sichbare Ecken. Da macht sich die größere Konstruktion des Sigma positiv bemerkbar. Das mehr an Glas hat aber auch den Effekt das das Sigma ca 1/3 Blende dunkler ist. In der Praxis brauch das Sigma also 1/3 länger Verschlußzeit um genau die gleiche Belichtung auf dem Sensor zu haben.

Anbei ein Vergleich der Vignetierung visuell. Die "dunkle" Belichtung läßt den Effekt allerdings stärker wirken als er in der Praxis in normalen Fotos zu sehen sein wird. Da die Belichtung bei allen Aufnahmen konstant ist sieht man auch wie das Sigma insgesammt etwas dunkler ist. Aber auch hier sollte man sich nicht täuschen lassen. Es ist 1/3 EV Unterschied. In der Praxis ist das kaum sichbar.

Meine Hauptanwendung ist Portraits. Von daher interessieren mich die Bildecken weniger, da ich eigentlich nie bildwichtige Teile in den Ecken habe. Fairerweise sollte man also die Leistung was Schärfe und Abschattung betrifft immer in Bezug zur Praxis sehen und technische Test nicht ueberbewerten. Wer perfekte Ecken braucht kommt ums Abblenden ohnehin nicht herum.

Zum Vergleich hab ich auch das neue AF-S 60/2.8 Micro mitgetestet. Ich will nicht weiter drauf eingehen, das Micro hat einen ganz anderen Zweck und wird fälschlicherweise manchmal mit mit den 50ern verglichen. Aber als Relation ganz interessant.

Ach ja Bokeh hab ich auch verglichen. Da sind die Beiden auch sehr nah zusammen. Ich liefere noch ein Verleichtsbild nach.

Eine Sache die mir noch aufgefallen ist: Das Sigma hat einen etwas größeren Bildwinkel als das Nikon. Als Vergleich hab ich noch ein altes Nikon 50/1.2, welches eine idenditschen Bildwinkel hat wie das AF-S 50/1.4. Also das Sigma ist in Wirklichkeit ein 47 mm (oder irgendwas in dem Bereich).

Ganz persönliches Fazit: ich bin glücklich mit meinem Sigma. Das Nikon bringt mir keinen Vorteil. Etwas schärfe Ecken bringen mir nicht wirklich etwas für meine Fotos, die Vignettierung ist bei Sigma etwas besser, ansonnsten sind die beiden Objektive fast gleich. Das das Sigma den AF nicht deaktiviert ist mir nach 3-4 Monaten noch nie aufgefallen und nur für den Vergleich hab ich es ausprobiert. Also kein Problem, zumal manuelles Scharfstellen ohnehin bescheiden ist mit den Objektiven. Bei Canon ist dieses Verhalten übrigens der Standard. Der 77 mm Filterdurchmesser ist in der Praxis angenehm.

Wer noch konkrete Fragen hat, ich hab beide Objektive noch ein paar Tage, dann geht das Nikon wieder zurück. Bis dahin kann ich gerne noch etwas ausprobieren.


PS: das 60er Mirco ist die neue AF-S Version.

PPS: ich hatte vergessen zu erwähnen, alle Aufnahmen sind mit der D3 gemacht.
 
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Danke David.
Was ich zusätzlich meine:
Z.B. die Begriffe "Frontfocus", "Backfocus" und "Bokeh". Nie zuvor in der analogen Fotografie gehört.
Weder zu Zeiten der Autofocuskameras F4s noch F5.
Gab es diese Probleme damals nicht? Waren sie nicht feststellbar? Oder fertigen die Hersteller heute schlampiger (Serienstreuung?)

Für mich war und ist die Schärfeleistung eines Objektives das K.O. Kriterium. Werde in den nächsten Wochen mal versuchen festzustellen, ob es da Unterschiede meiner Objektive zwischen den beiden D3 Kameras gibt.

Carsten
 
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Danke David fuer den aufwendigen und kompetenten Test.
Damit hast Du meine Frage aus dem vor ein paar Tagen gestarteten Thread beantwortet - aber "leider" ist die Entscheidung nicht wirklich leichter geworden.

Beide Objektive sind gut, die Unterschiede sind marginal und wohl nicht praxisrelevant, preislich liegen beide im vergleichbaren Bereich. - Ich werde mich wohl fuer das Nikon entscheiden, es ist leichter und wird wohl langfristig den hoeheren Wiederkaufspreis erzielen koennen (falls ich es mal wieder verkaufen will).
 
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Danke David fuer den aufwendigen und kompetenten Test.
Damit hast Du meine Frage aus dem vor ein paar Tagen gestarteten Thread beantwortet - aber "leider" ist die Entscheidung nicht wirklich leichter geworden.

Beide Objektive sind gut, die Unterschiede sind marginal und wohl nicht praxisrelevant, preislich liegen beide im vergleichbaren Bereich. - Ich werde mich wohl fuer das Nikon entscheiden, es ist leichter und wird wohl langfristig den hoeheren Wiederkaufspreis erzielen koennen (falls ich es mal wieder verkaufen will).
 
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Nobody, meist Du den Durchmesser der Frontlinse? Oder der hinteren Linse?

Nein David, einfach mal hier reinschauen. Interesssant vor allem, dass bei Objektiven gleicher Brennweite und Blende bei unterschiedlichen Pupillenverhältnissen nicht nur die Größe der unscharfen Bildscheibchen variiert, sondern auch die effektive Schärfentiefe!

Ideal wäre somit jedes (Portrait-)Objektiv bei welchem die Austrittspupille deutlich größer als die Eintrittspupille ist.
 
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Interessant, man lernt nie aus. Danke für den Link! Wenn man genau hinschaut so hat das Nikon etwas größere Bildscheibchen.
 
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David, das ist übrigens auch der Grund, dass es für Balgengeräte zwei getrennte Schärfentiefe-Berechnungsformeln gibt. In der komplexeren Variante geht das Pupillenverhältnis mit ein und kann die Schärfentiefe bis zu plusminus einer Blendestufe beeinflussen. Die einfachere Formel hingegen gilt praktisch nur für symmetrische Konstruktionen.
 
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Das gab es mit Sicherheit damals auch alles, jedoch war es schwieriger diese Dinge festzustellen, weil die Vergrößerungen, die heute am Monitor möglich sind, damals einfach nicht gemacht wurden, wenn man mal entsprechende Vergrößerungen anfertigte, gab es auch häufiger Schärfeprobleme, die man dann auf Verwacklung schob. Es kann aber auch genau so gut die oben näher genannten Gründe gehabt haben.....


Im Gegenteil, ich schätze, dass die heutigen Kameras viel präziser gefertigt sind und der AF noch nie so gut funktioniert hat, wie in D3/300/700.
 
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Hallo David,

kannst Du eine Aussage/ Fotos zu den CA´s beider Objektive bei Offenblende machen? Lege ich es mit Offenblende beim AF-D 1.4/50er drauf an, dann schillert das Foto in Lila Lichtäumen an den Kanten des Motives. Wie schlägt sich das Nikon ohne Nano-Vergütung, wie das Sigma der edlen EX-Serie?

Thomas ("Powerbauer") stellte übrigens vor über einem Jahr die CA´s des 24-70er vs. 28-70er mit Hilfe von Silberpaper-Fotos bei Offenblende gegenüber. Erschreckend interessant...

Danke für ein Statement und Grüsse nach USA,
Daniel
 
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Helmut, Deine Meinungsäußerung schrammt etwas an der Sache vorbei.
Es ist schön für Dich, wenn Du alle tauglichen Waffen im Arsenal hast, um die
die Macken der neuen Normalbrennweiten zu bekämpfen.
Es gibt sie aber noch, die unverbesserlichen, die Bilder machen wollen und keine Datenhaufen, sprich diejenigen, die Filme belichten. Und für die ist es schon interessant,
wie sich die vorgestellten Objektive unterscheiden.

Viele Grüße
Herbert
 
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Hallo Herbert!

Ein interessanter und wichtiger Hinweis. In der Tat bin ich zwischenzeitlich so sehr im "digitalen Lager" eingetrudelt, dass ich an die filmbasierte Fotografie wirklich kaum noch denke - wenn dann nur beim Betrachten meiner Kamerasammlung aus früheren Zeiten.

Andererseits habe ich z.B. noch fast alle Vergleichstests aus den 70er, 80er und 90er Jahren und erwarte darum vermutlich noch weniger im Nikonforum die Fans, die noch auf Film aufnehmen, da auch damals bereits das optische Niveau immer für Zeiss und Leitz gesprochen hat. Beides Objektivhersteller, die zwischenzeitlich auf einem preislich so günstigen Niveau liegen, dass Fans wie Du auch hier eine echte, bezahlbare Alternative hätten

Anmerkung am Rande: Bin alter Contaxianer und die Zeiss T* Objektive werden heute so sehr verramscht, das es einem die Tränen in die Augen treibt.

Helmut
 
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Knapp o.T. und gehört doch hier her:

Hat jemand von Euch das alte AF und das neue AF-S Nikkor 50mm 1.4 und kann hierzu Aussagen machen?
Lohnt sich der Wechsel?
 
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"Just me", ich hatte das alte AF 50/1.4 D. Habs aber an einen Freund verkauft, deshalb nicht direkt mitgetestet. Es ist offen und auch noch bei f/2 nicht so scharf wie die Neuen, aber auch nicht schlecht. Schon brauchbar. Ich finde es ist nach wie vor eine günstige Alternative wenn man mit den Kompromissen bei offener Blende leben kann. Ich verwende die Brennweite recht oft, deshalb war es für mich auf jeden Fall wert ein besseres zu kaufen.

Chromatische Abberation kann ich nicht testen, kann also dazu nicht viel sagen. Man muß aber auch vorsichtig sein mit den angeblichen CA-Tests die man im Netz so findet. Alle Sensoren sind nach dem Bayer-Prinzip gebaut und an Kanten mit hartem Kontrast gibts einfach Probleme. Vielleicht kommt auch beides zusammen. Meine Lösung ist in Lightroom alle Kanten "fixen" und gut ist. Ich weiß das ist nicht besonders wissenschaftlich, aber wirkt wunder. Die D3 hat ja auch eine CA Korrektur per Software eingebaut (geht natürlich nur bei JPG).

Auf DPReview ist das Sigma getestet worden und da sind die CA Werte sehr gut.
http://www.dpreview.com/lensreviews/sigma_50_1p4_c16/page5.asp
 
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David_USA du bist Klasse :up:

Danke für den hochwertigen und brauchbaren Test, besser als jedes Fotomagazin.

Ich würde das Sigma wählen weil:
Größere Front-Linse
Größer & Schwerer (persönliche Vorliebe)

mfG Cornelius

P.s.: Dein Flickr Seite ist der Hit :up:
 
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Zum Thema Schärfe: in der Mitte sind beide echt super da geben sich beide nichts.

In den Ecken wird das Sigma weich, das Nikon ist besser, selbst bei 5.6 noch.



Helft mir mal:
Hab ich einen Knick in der Optik oder versteh ich diesen Vergleich nicht?

Die linken Bilder wurden doch mit dem Sigma und die rechten mit dem Nikon gemacht?!
Ich sehe da einen deutlichen Schärfevorteil beim Nikon.
Insbesondere den Punkt 20 kann man beim Sigma kaum bis nicht mehr lesen.
Vor allen Dingen bei Offenblende.
 
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1. steht doch oben drüber dass das sigma in den ecken weich wird.

2. ist meine frage nach dem einfluss der bildfeldwölbung immer noch nicht beantwortet.
 
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1. steht doch oben drüber dass das sigma in den ecken weich wird.

2. ist meine frage nach dem einfluss der bildfeldwölbung immer noch nicht beantwortet.

Zu 1.: Da steht sinngemäß: In der Mitte sind beide echt super.
Ich finde aber, dass das Nikon im gesamten Bereich echt schärfer ist.

Zu 2.: Sorry, da kann ich dir leider auch nicht helfen
 
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1. das sind doch crops aus der ecke.

2. klar, aber solange die frage nicht geklärt ist, lassen sie die ergebnisse nicht abschließend beurteilen.
 
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Ich glaube die hier gezeigten Fragebögen sind Ausschnitte aus den Ecken der Gesamtaufnahme, d.h. die "Mitte" siehst Du gar nicht.

Grüße

Michael

P.S.: Schädel hat schneller abgedrückt...
 
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Ich glaube die hier gezeigten Fragebögen sind Ausschnitte aus den Ecken der Gesamtaufnahme, d.h. die "Mitte" siehst Du gar nicht.

Grüße

Michael

P.S.: Schädel hat schneller abgedrückt...

Ah so.
Ok, dann wäre es aber sicherlich von Vorteil, wenn man auch das ganze Bild sehen könnte.
Gibt es das hier? Habe ich es übersehen?
 
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Ich habe die beiden Objektive in der engeren Wahl für D300 und D60.

Kann man aus dem Test, der ja mit einer FX-Kamera durchgeführt wurde, Schlüsse auf das Verhalten der Objektive an DX ziehen?

Wenn ja, welche?

Oder hat jemand Erfahrungen mit den Objektiven an DX?
 
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