Vielen Dank für Eurer Interessen, netten Kommentare, Tanks und Daumen.
Ich muss erst noch ein paar Bilder von der Schiffstour am 5. Reisetag bearbeiten, bis es hier weitergehen kann.
Zu Euren Fragen:
Wenn ich so die Gleise anschaue dürfte es sich um Schmalspur handeln oder liege ich da falsch?
Da liegst Du richtig. Es ist Meterspur, also 1000 mm Spurweite, wie im Harz.
Ich stelle mir vor, wie das hier in D wäre. Mit einem alten Dampfzug auf regulären Gleisen herumzuzockeln, vorwärts, rückwärts, aussteigen, Fotos machen, ein ICE muss mal eben ein bisschen warten, weil die Dampflok nochmal um diese Kurve tuten muss - oder ich sitze in dem ICE, der immer mal wieder anhält, weil ein paar Fotografen die Lok vor dem Dom oder auf einer Brücke fotografieren wollen ...
Sylvia, derartige Veranstaltungen gibt es von mehreren Veranstaltern auch in Deutschland!
Dabei gibt es sie auch mit historischen Diesel- und Elektrolokomotiven.
Aber bei der Deutschen Bahn ist das alles formeller.
Jeder Fotohalt muss vorher eingeplant werden.
Fotohalte sind nur an öffentlichen Haltestellen – also Bahnsteige – erlaubt.
Planmäßige Züge dürfen nicht behindert werden.
Privat- und Museumsbahnen haben hier eine höhere Toleranzgrenze. Da geht mehr.
Es gibt auch spezielle Züge für „Zugverfolger“.
Man bezahlt einen Anteil an der Veranstaltung.
Der Fahrplan wird bekannt gegeben.
Der Zug hält an einen Bahnhof.
Auf dem Weg zum nächsten Bahnhof kann man ihn an der Strecke fotografieren.
Dann hält er wieder in einen Bahnhof und man hat Zeit für den nächsten Abschnitt einen Standpunkt zu finden.
Leider hat die Deutsche Bahn die Infrastruktur minimalisiert.
Es gibt kaum noch Überholgleise, Kreuzungsmöglichkeiten oder freie Trassen, die einen zusätzlichen Zug ermöglichen.
Oder es werden Planzüge aus historischen Fahrzeugen gebildet.
Die laufen dann normal im Fahrplan mit.
Dann kann man sich an die Strecke stellen und bekommt genau ein Bild von einen Standpunkt.
Oder man versucht den Zug mit dem Auto zu verfolgen.
In meinen „wilden Jahren“, also vor rund 30 Jahren, klappte das noch gut.
Die Verkehrsdichte war noch nicht so hoch wie heute.
Beim Heizölmaserati gab es zwei Betriebszustände: Vollgas und Vollbremsung.
Die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs wurde niemals überschritten.
Die Breite der Skalenstriche auf dem Tacho wurde voll ausgenutzt.
Die Breite der Tachonadel ebenfalls!
Heute geht das alles nicht mehr.
Jeder Feldweg hat ein Verbotsschild.
Überall gibt es Ampeln, Kreisel, Verkehrsberuhigte Zonen, Überholverbote, Halteverbote, Leitplanken, Passbildautomaten, …
Derartige Veranstaltungen in Deutschland habe ich aber schon seit vielen Jahren nicht mehr mitgemacht.
Es reizt mich nicht mehr.
Das Umfeld in Deutschland entspricht nur noch an wenigen Orten, den aus den 1960er und 1970er Jahren.
Das sind Wald- und Wiesenstellen. Sie sind eher langweilig.
Die moderne Bahn fährt an grafitiverschmierte Lärmschutzwände, barrierefreie Bahnsteige, hypermoderne Lampen, Schilder und Signale vorbei.
Händyfunkmasten und Windmühlen bereichern den Bildhintergrund.
Ein weiteres Problem sind die vielen Teilnehmer.
Die benötigt der Veranstalter, um die hohen Kosten auf viele Schultern zu verteilen.
Leider sind aber noch ein Mehrfaches an „Trittbrettfahrern“ unterwegs, die sich nicht an den Kosten beteiligen, dafür aber die besten Fotostandpunkte durch massenhaftes Auftreten zerstören.
In Myanmar ist nur ein Japaner aufgetaucht, der mit D5 und 2.8 er Objektiven im Bild rumgestanden hat. Das hat sich dann aber am 2. Tag erledigt …
Die haben für euch extra die ausgemusterten Züge exhumiert und sogar lackiert!?
Ja, aber wir haben natürlich dafür auch bezahlt.
Aber nur durch diese Zahlungen, besteht auch ein Interesse einer Eisenbahn ihr historisches Erbe zu erhalten.
Die Fahrzeuge können natürlich nicht nur für uns, sondern auch als Charterzüge für Otto-Normal-Touristen verwendet werden.
Das kann dann in die Tourpläne der Reiseveranstalter eingebaut werden.
Die haben ein zusätzlichen Programmpunkt und die Bahn zusätzliche Einnahmen.
Die Public Relation Abteilung der Eisenbahn Myanmars war auch mit dabei.
Wir haben es auch in die Tageszeitung geschafft.
Irgendwie wäre ich noch nicht einmal auf die Idee gekommen, so etwas zu organisieren,
hätte auch nie daran geglaubt, dass man das überhaupt so organisieren kann.
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Hier gäbe es mindestens ein Dutzend Organisationen, die erklären könnten, warum das unmöglich ist.
Und in Myanmar, bei deren geschätzten Bearbeitungszeiten,
muß da jemand von Euch ja Jahre im Voraus geplant haben -
und dann noch mit einem sicher nicht unbeachtlichen Risiko - finanziell, versicherungstechnisch, menschlich, verwaltungsmäßig, ...
Wie geht das ???
Kay, der Organisator der Reise, Bernd Seiler, hat schon zu Zeiten des planmäßigen Dampfbetriebes derartige Reisen in Myanmar organisiert.
Danach hat er Reisen zu den letzten beiden Dampfloks auf einer schmalspurigen Minenbahn bei Namptu organisiert.
Er hat immer Kontakt zur Staatsbahn gehalten.
Es waren 10 Jahre Vorbereitungszeit, viele Anfragen, viele Rückschläge und viel harte Arbeit erforderlich, um die Dampfloks wiederzubeleben.
Unsere Reise war bereits die 3. Reise. Die nächste Reise (mit geänderten Programm) findet im Dezember statt.
Mein Eindruck von Bernd ist: Je schwieriger die Organisation, desto interessanter wird es für ihn.
Dafür gibt es doch keinen Katalog im Reisebüro
Stefan, es gibt keinen Katalog.
Du kannst beim Organisator
Farrail direkt buchen. Dann zum Reisekalender gehen.
Aber ich möchte Dich warnen. Dass sind keine Reisen für Otto-Normal-Touristen.
Man muss schon ziemlich bekloppt sein, sich das anzutun und dafür noch viel Geld auszugeben.
Bei mir stehen für dieses Jahr Simbabwe und Mauretanien noch auf der Wunschliste.
Eritrea kann ich Dir sehr empfehlen, da war ich 2009.
Auf der Reise war auch der SWR mit dabei und haben eine Folge Eisenbahnromantik gedreht.