Es war eine Mischung aus dokumentieren und fotografieren. Es war mir wohl bewusst, dass ich so schnell nicht wieder hierher zurückkehren würde. Salopp gesagt, Hauptsache gesehen und scharf....
Dennoch war ich fotografisch vermutlich nicht reif für so viele Eindrücke. Vor allem - das Gegenüber was ich heute habe, das Forum, Menschen - das fehlte mir ...
Und doch, es sind gerade diese oft unscharfen Menschenbilder - im Übrigen die einzigen Menschenbilder die ich gemacht habe, mit wenigen Ausnahmen, die mich auch dreissig Jahre später berühren.
Danke Andreas. Ich bleibe auch bei diesen Bildern immer wieder hängen ...
Die eine oder andere Bildgestaltung vermag mich rückblickend einigermassen zu überzeugen. Dennoch musste vor allem das Motiv drauf sein und zumindest erkennbar. Dennoch gelangen mir die einen oder andern Bilder, welche ich auch heute noch als gut beurteilen würde...
Allzu schnell habe ich in den letzten Jahren vergessen, dass ich nicht als Bildkomponist, nicht als Fotograf und nicht als Forumsteilnehmer geboren wurde. Alles hatte seinen Prozess, seine Richtigkeit und seinen Sinn ...
All zu schnell habe ich vergessen, was für eine tolle Zeit ich mit meinen Eltern, welche mich drei Wochen lang in Amerika besucht haben, verbringen durfte. All zu schnell sind wir doch weit weg, letztlich von uns selbst...
Die Rückschau tut gut und gibt diesen Bildern - nicht aus heutiger Sicht - aber aus Sicht jener Zeit - jenen Wert, den sie verdienen ...
Ich mochte nie Indianergeschichten, ich hatte immer ein sehr distanziertes Verhältnis zu den Erzählungen über Indianer. Ich hatte auch kaum ein genügend offenes Gegenüber in meiner Zeit in Amerika, um einen offenen Weg zu diesem Thema zu finden.
Die Bisons haben mich stark beeindruckt. Immer wieder. Im Yellow Stone Nationalpark, aber auch sonst ...
Aber wie gesagt, ich bleibe dort ein Stück weit auch hängen. Bei diesem Treffen der Indianer. Nicht das ich das andere schmälern möchte. Nein, überhaupt nicht. Einfach aus heutiger Sicht. Vielleicht habe ich dort, unbewusst, auch den Grundstein gelegt für die Fotografie von mir heute ...
Sich bekennen zu den alten, vergangenen Zeitzeugnissen ist ein wichtiger Prozess für mich. Ist ein wichtiger Prozess auch für die Fotografie im Hier und Jetzt. Dass ich eine Affinität für Kinder, Menschen und ihre Ausdrucksweise habe, das lässt sich auch rückblickend nicht verheimlichen ...
Stundenlang könnte ich solchen Anlässen beiwohnen. Nichts sprechen müssen, nur wahrnehmen. Dass ich wohl das dort, 1985 auch schon getan habe, das berührt mich einerseits und freut mich andererseits ...
Ich fühle mich nicht als Nostalgiker, wenn ich meine Vergangenheit betrachte. Vielmehr sehe ich mich als jemand, der sich sich selbst stellt. Und auf die läppische Frage, was ich denn rückblickend anders gemacht hätte, würde ich auch heute noch sagen: Nichts ...
Wenn ich heute diese junge Frau betrachte, dann nehme ich einen Stolz wahr, einen unglaublichen Stolz, ein Selbstbewusstsein. Und wenn ich die Umstände rückblickend betrachte, wie sie wohnen und arbeiten oder eben nicht, dann bewundere ich das schon ...
Und so schliesse ich langsam diese Serie: Amerika, in den Pampas 1985. Mehr braucht es nicht um mich daran zu erinnern. Daran zu erinnern, wer ich war, was ich tat und auch was ich fühlte...
Ich habe nach meiner langen fast zwei Jahre dauernden Reise fast nicht mehr fotografiert. So richtig habe ich ja erst wieder von knapp 10 Jahren zur Fotografie gefunden.
Vielleicht brauchte ich auch diese Pause, um Vergangenes zu ruhen, um wieder zu entdecken, was in mir ist ...
An diesen alten Mann kann ich mich gut erinnern. Er hatte während der ganzen Zeit als ich dort war, nie andere Gesichtszüge. In sich gekehrt, sich selbst nahe ...
Was ist es, was mich an diesem Bild so fesselt? Es ist Anmut, welche die junge Frau verkörpert. Zerbrechlich, filigran aber auch unglaublich lebensbejahend ging sie im Kreis .. ich höre die Trommel und schweife weg...