USM und Derivate haben u.U. das unangenehme Potential sich negativ beim Bokeh einzubringen. Verstärkte Doppelkonturen, Halos an den Blendenreflexen usw. können durchaus sichtbare Folgen sein. Deshalb, wie schärft ihr, damit aus Nobellinsen keine Bokehscherben werden oder auch umgekehrt?
Nicht jede Methode bietet sich für jeden Bereich im Bild an und v.a. schärfe ich manche Bereiche einfach nicht. Ob das auch bei Nobellinsen hilft weiss ich allerdings nicht.
Nur soviel, dass es sich nicht auf das Bokeh auswirkt. Im Normalfall reicht das. Sollte es mal nicht reichen kann man mit Capture NX auch schön selektiv schärfen.
Ich verwende nur Capture NX.
Normalerweise ist es bei USM so, dass wenn im unscharfen Hintergrund Artefakte entstehen auch an Kanten schon deutliche Halos entstehen. Deswegen komme ich kaum einmal in die verlegenheit selektiv Schärfen zu müssen, ausser vielleicht in Spezialfällen wo man eine besondere Wirkung erzielen möchte und bei einem Portrait die Augen sehr stark schärft.
Bei PS gibt es zwar auch den Filter Selektives Schärfen, aber ich ging zuvor von partieller Schärfung bei bewußter Auslassung bestimmter, teils auch recht großflächiger Bildbereiche aus. Sprich, Schärfe nur auf die Augen oder so. Aber auch hier erscheinen mir Photoshops Standardwerkzeuge nicht als das Maß der Dinge. Painter kann es zwar mit seiner kreisförmigen (gegenüber der gaußschen) Variante etwas besser, ist aber auch kein Nonplusultra.
Ich bin kein Spezialist - und weiß nicht, ob Du mit "Standardwerkzeug" auch auf das Scharfzeichnerwerkzeug abzielst. Ich weiß auch nicht, ob Du bei PS folgende Methode kennst, bzw. sie deinen Ansprüchen genügt. Vorsichtshalber:
1. Zwei Kopien der Hintergrundebene erstellen.
2. Auf der ersten Ebene USM nach Geschmack, Erfahrung und speziellem Bild.
3.Ebenenmaske der 2. Hintergrundebene erstellen und dort mit Farbe Schwarz und dem Pinsel die Schärfe selektiv auftragen. Wirkt es zu scharf, kann die Deckkraft der Ebene reduziert werden. So habe ich es jedenfalls mit CS 2 gemacht - mit CNX spare ich mir ein bei paar Klicks. Einen qualitativen Unterschied habe ich nicht getestet.
Die wohl beste Methode zu schärfen ist die, wo du in PS eine Tonwertkorrekturmaske erstellst, in dieser kanz du dan die Farbwerte auswählen welche du schärfen möchtest.
Dann den b Kanal weichzeichnen, Gauscher so etwa 2,5.
Dann mit einer invertierten Ebenenmaske die Flächen schützen, also maskieren.
Wenn dies getan, ganz bormal den HSM anwenden. Beide noch übriggebliebenen Ebenen verrechnen und fertig.
Wenn das Bokeh sehr weich ist, wirkt sich die Scharfzeichnung gar nicht
drauf aus, weil diese nämlich Kanten/Linien als Orientierung benötigt und
die sind beim sehr weichen Bokeh nicht vorhanden.
Ansonsten schärfe ich nie das ganze Bild, sondern mit USM nur Bereiche,
die ich auch schärfen möchte.
Dazu erstelle ich aus dem Hintergrundbild eine Ebene, schärfe diese und
lege dann eine Maske an, die ich mit schwarz fülle.
Mit dem Pinsel und der Farbe weiß lege ich dann die Bereiche frei, die ge-
schärft werden sollen - je nach Wirkung reduziere ich auch die Deckkraft
der Ebene.
Wenn das Bokeh sehr weich ist, wirkt sich die Scharfzeichnung gar nicht
drauf aus, weil diese nämlich Kanten/Linien als Orientierung benötigt und
die sind beim sehr weichen Bokeh nicht vorhanden.
Das stimmt zwar bezogen auf die Struktur des Motiv, aber was auf jeden Fall durch das Schärfen zunimmt ist das Rauschen und das ist oft am stärksten im Unschärfebereich sichtbar. So kann schnell aus einem wunderbar "cremigen" Bokeh ein "körniger" Brei werden.