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Tausende Fotos auf dem Smartphone und ein großer Teil davon geht irgendwann in der Bilderflut unter. Popsa will mit einer neuen KI-Funktion Ordnung in solche Fotoarchive bringen. „Popsa Memories“ erkennt unter anderem Reisen, Personen und zusammengehörende Aufnahmen und stellt daraus automatisch Erinnerungssammlungen zusammen. Interessant ist dabei vor allem der technische Ansatz: Die Analyse soll vollständig auf dem Smartphone stattfinden, ohne die Fotobibliothek dafür in die Cloud zu übertragen.​



Popsa Memories durchsucht die Fotobibliothek und stellt daraus automatisch Erinnerungssammlungen zusammen. Bild: Popsa

KI sucht Erinnerungen in der Fotobibliothek​

Popsa Memories durchsucht die Fotobibliothek auf dem Smartphone und versucht, zusammengehörende Aufnahmen automatisch zu erkennen. Dabei berücksichtigt das System nach Angaben des Unternehmens unter anderem Personen, Orte und Erlebnisse.

Zum Start gibt es zwei Arten von Sammlungen. Unter der Bezeichnung Rewinds erstellt die App monatliche und jährliche Rückblicke. Journeys sucht nach vergangenen Reisen und Tagesausflügen und fasst die entsprechenden Bilder inklusive Reisedaten und Ortsnamen zusammen. Die Auswahl erfolgt automatisch. Nutzer:innen müssen ihre Galerie also nicht erst selbst durchsuchen, Bilder markieren oder Alben anlegen.


Journeys fasst Aufnahmen vergangener Reisen und Tagesausflüge automatisch zu Sammlungen zusammen. Bild: Popsa

Die Fotos sollen auf dem Smartphone bleiben​

Bei der automatischen Analyse einer privaten Fotobibliothek stellt sich natürlich die Frage, was mit den Bildern passiert. Popsa setzt dafür auf ein eigenes System namens PrivateContext.

Nach Angaben des Unternehmens findet die KI-Analyse vollständig auf dem Smartphone statt. Die Fotos werden nicht in die Cloud übertragen und sollen auch für Mitarbeiter:innen von Popsa nicht einsehbar sein. Erst wenn sich Nutzer:innen dazu entscheiden, aus den so ausgewählten Bildern ein Fotobuch oder ein anderes Fotoprodukt zu bestellen, werden die Aufnahmen übertragen. Das System soll außerdem sensible Inhalte erkennen und herausfiltern können. Popsa will so z.B. verhindern, dass Bilder aus schwierigen Lebensphasen ungefragt als Erinnerung wieder auftauchen.

Damit unterscheidet sich Popsa nach eigener Darstellung vor allem beim Datenschutz von vergleichbaren Funktionen anderer Anbieter. Automatisch zusammengestellte Rückblicke und Erinnerungen an vergangene Aufnahmen sind ja grundsätzlich keine neue Idee.

Viele Smartphone-Fotos verschwinden im Archiv​

Hinter der neuen Funktion steht ein Problem, das mit immer größeren Smartphone-Fotobibliotheken wächst. Für seinen aktuellen „Memory Economy Report“ ließ Popsa 8.000 Menschen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA befragen.

Demnach werden rund 70 Prozent der Smartphone-Fotos später nicht noch einmal angesehen. Nur 16 Prozent der Befragten hatten innerhalb eines Jahres wenigstens ein Viertel ihrer eigenen Galerie noch einmal durchgesehen. 49 Prozent gaben zudem an, dass ihre Fotogalerie sie aktiv stresst. Besonders viele Bilder produzieren laut der Untersuchung die 18- bis 24-Jährigen: durchschnittlich 1.468 Aufnahmen im Jahr gegenüber 491 Bildern bei den über 55-Jährigen.

Die Zahlen stammen allerdings aus einer von Popsa selbst in Auftrag gegebenen Untersuchung und sollten entsprechend als solche eingeordnet werden.


Popsa will Bilder aus großen Smartphone-Fotobibliotheken wieder sichtbar machen, die sonst möglicherweise im Archiv verschwinden. Bild: Popsa

Mehr als vier Milliarden Fotos in der Beta-Phase​

Popsa hat Memories bereits in einer Beta-Phase erprobt. Dabei sollen mehr als 33 Millionen Erinnerungssammlungen entstanden sein. Eine Sammlung enthielt im Durchschnitt 128 Fotos. Insgesamt wurden nach Angaben des Unternehmens dadurch mehr als 4,2 Milliarden Aufnahmen erneut angezeigt.

Die Funktion ist Bestandteil der Popsa-App für iOS und Android und kann ohne Abonnement und Werbung genutzt werden. Ganz ohne Voraussetzung ist der Zugang allerdings nicht: Memories wird erst freigeschaltet, nachdem erstmals ein Popsa-Produkt erstellt wurde. Bei bestehenden Kunden, die bereits ein Produkt bestellt haben, erscheint die Funktion im Memories-Bereich der App.

Aus den automatisch zusammengestellten Sammlungen können direkt Fotobücher, Kalender und andere Popsa-Produkte erstellt werden. Damit ist Memories natürlich nicht nur eine Funktion zur Fotoverwaltung, sondern zugleich eng mit dem eigentlichen Geschäftsmodell des Fotodienstes verbunden.
 

AnjaC

Administrator
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