Thomas,
Objektive haben meist einen unterschiedlichen Schärfe- und Helligkeitsverlauf über den sog. Bildkreis, also den Bereich, der vom Sensor (oder Film) genutzt wird. Dabei ist das Zentrum konstruktionsbedingt meist spürbar schärfer als der Randbereich. Die DX-Kameras nutzen ja nur einen kleineren Teil des Objektivs als FX Gehäuse. Dort spürt man meistens die Randabschattung und die stärkeren Schärfeabfall nicht so sehr.
Allerdings stellen DX-Kameras einen höheren Anspruch an den von ihnen genutzen Bereich, da sie ja insgesamt eine höhere Pixeldichte haben (DX: 12MP auf 24*18mm, FX: 12MP auf 36x24mm).
Das heißt also:
Hast du ein Objektiv, das in der Mitte sauscharf ist, aber zu den Rändern stark nachlässt, ist es an DX sehr gut, kann aber an FX (an den Rändern) zu sichtbaren Einschränkungen führen.
Der Auflösungsverlauf des Objektivs reicht hier für DX völlig aus, an FX hast du aber unscharfe Ränder, da der Auflösungsverlauf dort rapide und stark abfällt
Hast du dagegen ein Objektiv, das recht gleichmäßig scharf ist, aber "absolut" etwas weicher, verzeit dies ein FX-Gehäuse eher als das DX-Gegenstück.
Hier reicht die Auflösung im Zentrum nicht aus, um an DX scharf zu sein, für FX reicht es aber. Durch den gleichmäßigen Verlauf entstehen auch kaum Einschränkungen an den Rändern bei FX.
Im Beispiel würde also das 1. Objektiv zwar an DX hervorragen abscheiden, an FX aber am Rand deutlich einschränken während Objektiv 2 zwar FX vollständig und gut bedienen würde, aber an DX einfach zu wenig Auflösung bringt. Gerade Weitwinkel-Objektive haben leider oft einen Schärfeverlauf wie in Beispiel 1.
Ich hoffe, dass kann man an den Zeichnungen etwas erkennen...
Michael