Aus Fernsehberichten kennt man ihn bestimmt: den Blaufußtölpel. Ich hatte zwar leider noch keine Gelegenheit, sie in der Paarungszeit zu beobachten, aber ihr Balzverhalten muss spaßig anzusehen sein. Die Farbe der Füße spielt eine erhebliche Rolle bei der Partnerwahl: Der Tölpel mit den blauesten Füßen bekommt das attraktivste Weibchen. Die Balz besteht daher im Hochhalten und stolzen Vorzeigen der Füße. Köstlich!
Nun widme ich mich einer Familie von Vögeln, die, wie meine Frau zu sagen pflegt, immer so aussehen, als würden sie gleich vornüber kippen: die Tukane. Sie sind nur in Mittel- und Südamerika beheimatet, in der Karibik ausschließlich auf Trinidad. Die Tukane werden den Spechtvögeln zugeordnet, einer Ordnung, die auch viele andere Vögel umfasst, die wir nicht unbedingt als Spechte betrachten würden. Kleinere Tukanarten werden meist als Arassaris bezeichnet, ein Begriff, der aus einer südamerikanischen indigenen Sprache stammt.
Der Schnabel ist bei allen Arten in Wirklichkeit sehr leicht. Er dient unter anderen zur Steuerung des Wärmehaushalts, da das Tier die Blutzufuhr zum Schnabel regulieren und diesen bei Bedarf zur Kühlung benutzen kann. Der Schnabel als Wärmetauscher – auf diese Idee muss man erstmal kommen!
Goldkehltukane leben nur in einigen schmalen Zonen Nicaraguas, Costa Ricas, Panamas, Kolumbiens und Perus. Mit bis zu 61 Zentimetern gehören sie zu den größten Tukanen.
Riesentukane sind trotz ihres protzigen Namens nur ebenso groß. Sie sind die einzigen dieser Vögel, die geschlossene Waldgebiete meiden und sich eher in halboffenem Gelände ansiedeln. In Südamerika sind sie weitverbreitet.
Der Laucharassari hat einen für einen Tukan eher kurzen Schnabel. Er wird etwa 35 Zentimeter groß und ist ausschließlich in Mittelamerika zu finden. Diese Vögel sind Höhlenbrüter und nutzen zum Beispiel verlassene Spechtlöcher, die sie gelegentlich etwas erweitern.
Größenmäßig zwischen den beiden letzten angesiedelt ist der Feuerschnabelarassari. Der markante Farbverlauf seines Schnabels gibt ihm seinen Namen. Er kommt nur in Costa Rica und Panama vor.
Der Schopfkarakara, hier ein offenbar recht alter Vogel mit, na, sagen wir mal, „schadhaftem Gebiss“, ist ein in vielerlei Hinsicht ungewöhnlicher Raubvogel. Statt den Himmel zu durchstreifen, geht er lieber zu Fuß. Als Aasfresser ist dieser nur im südlichen Südamerika anzutreffende, mit maximal 66 Zentimetern nicht allzu große Vogel oft an Straßenrändern zu sehen.
Diese von der amerikanischen Westküste stammende Wachtelart ist in vielen Ländern der Erde als Neozoon eingebürgert, zum Beispiel in Argentinien und Chile, auf Hawaii, in Australien und Neuseeland, in Südafrika sowie auf Korsika.
Das afrikanische Helmperlhuhn ist ebenfalls in einigen anderen Ländern als Neozoon zu finden. Diese hier war Teil einer kleinen Herde, die gemeinsam durch eine kolumbianische Siedlung streifte.
Ich komme nun aber zu einigen wirklich seltsam aussehenden Vögeln. Da ist zum Beispiel der Südliche Hornrabe. Drei dieser Tiere ‚lauerten‘ uns einmal im Krügerpark auf, wo wir in einem Kleinwagen unterwegs waren. Einer musste seinen Schnabel unbedingt am Kotflügel wetzen, was ich aus versicherungstechnischen Gründen gar nicht so witzig fand.
Krüger Nationalpark, Südafrika, Juni 2016
Zur Orientierung: Dieser Vogel ist etwa einen Meter groß.