20. Tag
Kaum fing es an zu dämmern packte ich mein Zelt zusammen. Als die ersten Jogger durch den Park liefen, saß ich schon wieder auf meinem Fahrrad. Nach 2 km war ich auf dem Uferradweg des Tejo. Auf ihm blieb ich bis zum Fährhafen in Lisabon. Mit der Rushhour der Hauptstadt Lissabon hatte ich quasi nichts zu tun. Direkt am Weg lag das Padrão dos Descobrimentos (deutsch Denkmal der Entdeckungen). Es steht im Stadtteil Belém und wurde 1960 zum 500. Todestag von Heinrich dem Seefahrer errichtet. Das Denkmal hat eine Höhe von 56 Metern. Im Inneren gibt es ein Auditorium für 101 Menschen mit einer Bühne, im zweiten Stock eine Ausstellungshalle. Vom zweiten Stock aus gibt es eine Treppe, die zum Aussichtspunkt führt. Leider war noch geschlossen. Wenig später fuhr ich unter der Ponte 25 de Abril (deutsch Brücke des 25. April) her. Ich wäre gerne über den 3,2 Kilometer langen Brückenzug gefahren, aber für Radfahrer ist sie gesperrt. Nach 10 km war ich am Fährhafen. Das innere der Halle glich der eines mittelgroßen Bahnhofs. Es gab 3 verschiedene Fährverbindungen. Der Schalter war geschlossen und die Kartenautomaten verstanden nur portugiesisch. So musste ich bis 9:00 Uhr warten bis der Schalter öffnete. Die Fährfahrt nach Cacilhas dauerte nur 6 Minuten. Nach 50 km kam ich in Setubal an den nächsten Fährhafen. Hier traf ich einen Landsmann der mit ähnlich bepacktem Reiserad an der Portugiesischen Küste von Porto bis Lagos unterwegs war. Da gab es natürlich jede Menge Gesprächsstoff. Ab Troia fuhren wir noch einige km gemeinsam weiter. In Carvalhel, wo er eine Unterkunft hatte, trennten sich die Wege wieder. Ich wollte eigentlich dem EuroVelo1 folgen, aber er ist so gut wie gar nicht ausgeschildert und er führt immer wieder über unbefestigte Strecken, die man bestenfalls mit einem Mountainbike ohne Gepäck bewältigen kann. So hielt ich mich dann doch meistens an asphaltierte Straßen. Erst hinter Sines war der EV1 auch für mein Rad über längere Strecken befahrbar. Dort führte er immer dicht am Ozean entlang. Um 21:00 Uhr baute ich mein Zelt am Rand eines Naturschutzgebietes auf.
147km ohne Fähren, 1057 Höhenmeter, 31,51 km bergauf, 9:47 Std Fahrzeit
87. Auf dem Uferradweg des Tejo.
88. Padrão dos Descobrimentos. (Denkmal der Enddeckung)
89. Ponte 25 de Abril. Eine Golden Gate Brücke in Lissabon.
90. Auf der Fähre Setubal-Troia.
91. Frachter auf dem Canal da Comporta.
92. Sines
93. Von den schlechteren Strecken war diese eine von den besseren.
94. Sandpisten können noch schlimmer sein.
95. Am Atlantischen Ozean.
96. Hafenanlage von Sines
Gruß
Haryboo