Hallo,
ein paar Dinge lassen sich einfach im Netz finden, ein paar andere Sachen sollte im Basiswissen jedes Panoramafotografen verankert sein. Zu letzterem gehört, dass Du quasi (wenn man Dich nachts um halb drei aus dem Schlaf reißt) spontan sagen kannst, wie man die Bildwinkel (horizontal, vertikal, diagonal) einer jeden beliebigen Objektiv-Kamera-Kombination berechnen kann, ohne irgendwelche Tabellenwerke oder das Web bemühen zu müssen.
Bildwinkel = 2 * arctan (s / 2b)
... bitte auswendig lernen ... ich frage nächste Woche ab
.
s ist eine beliebige Strecke auf dem Sensor,
b ist die Brennweite.
Beispiel: Wie groß ist der horizontale Bildwinkel eines 12-24/4.0 an DX im Querformat maximal? Antwort: 2 * arctan (23,6 mm / 2*12 mm) = 89,04°
weil ... Dein Sensor 23,6 mm breit ist und bei 12 mm Brennweite der größe Bildwinkel ist. Der Wert gilt natürlich nur bei Fokussierung auf unendlich und nicht für zirkulare Fisheye-Objektive.
Ein Drittel bis ein Viertel der Bildbreite sollte überlappen, so dass also ca. 60° bis 67° Nettobildwinkel übrig bleiben. Das sieht also alles sehr nach 6 Bilder für eine 360° Panorama aus, denn für 5 Bilder bräuchtest Du 72° Nettobildwinkel. In die Vertikale gehts dann analog.
Einen Nodalpunktadapter brauchst Du immer dann, wenn Du gleichzeitig nahe und ferne Bildpunkte hast, wobei sich (wichtig) die nahen Bildpunkte vor die fernen Bildpunkte schieben können. Wenn Du einfach einen leeren, betonierten Parkplatz fotografieren willst, hast Du auch nahe und ferne Bildelemente, aber es kann sich kein naher Punkt vor einen fernen Punkt schieben. Fotografierst Du eine Wiese, kann das sehr wohl passieren (Blümchen vor Hintergrund). Was genau nun "nah" und "fern" bedeutet, kann man ausrechnen, ist aber sehr kompliziert. Deshalb ist zu empfehlen, bei Kugelpanoramen immer (!) einen Pano-Adapter zu verwenden, da die Charakteristik dieses Pano-Typs typischerweise nahe und ferne Bildelemente enthält. Bei einfachen (einzeiligen) Landschaftspanoramen ist dies nicht immer notwendig.
Hochformatig macht man gerne einzeilige Panoramen ... einfach damit man mehr vertikalen Bildwinkel hat ...zulasten natürlich der Anzahl der Bilder. So kann man mehr Details aus dem Motiv holen ohne auf ein mehrzeiliges Panorama gehen zu müssen.
Bei Kugelpanoramen sieht es komplett anders aus. Da muss ohnehin 360° in zwei Richtungen abgedeckt werden und da ist es schon fast egal, wie rum man die Kamera hält. Es werden Kugelpanoramen gerne mit Fisheye-Objektiven gemacht. Bei einem horizontalen Bildwinkel von 180° oder knapp darunter braucht es drei Bilder im Querformat in der Horizontalen plus ein Nadir- plus ein Zenit-Bild. Mit 5 Bilder ist man da fertig. Hier Hochformat zu verwenden wäre völlig unsinnig, da dann 7 Bilder erforderlich wären.
Bei Deinem 12-24er musst Du Dir überlegen, wie Du mit der gewünschten Brennweite möglichst wenig Bilder bzw. Zeilen aufnehmen brauchst. Das kann Hochformat sein, muss aber nicht.
Ciao
HaPe