Jordanien 2013

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Zum Abschluss des zweiten und letzten Tages gibt es noch einen View auf das Schatzhaus von oben. Die wenigsten tun sich das noch an. Es ist anstrengend, schweißtreibend und kein Spaziergang. Es geht nochmals vorbei an den Gräbern der Königswand mit dem Urnengrab und dahinter nach oben.



Achmed, der Guide am Al-Khubtha Trail, bringt die Touris zum Viewpoint gegenüber dem Schatzhaus. Er tänzelt die Stufen rauf wie unsereins zum Zeitungsstandl an der Ecke. Natürlich will ich Schritt halten, bin ja kein Weichei und auch nicht unsportlich.
Mann, ich dachte, mir haut's die Ventile raus! Das muß an der mitgeschleppten FX-Ausrüstung liegen...



Blick von oben auf das Römische Theater



Das entschädigt dann die Mühe. Das Schatzhaus von oben. Boah!



 
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Der Ausflug in die Felsenstadt Petra neigt sich dem Ende zu. Noch ein letzter Blick auf die Königsgräber. Der Vergleich mit den winzigen Pünktchen - den Menschen - lässt die Größe der Monumentalwerke erst erahnen.



Mineralische Einlagerungen





Auch dem Pferd gefällt der Blick auf das Römische Theater.



Die Urnengräber verschwinden bereits im Schatten. Ganz oben am Felsen steht übrigens jemand mit einem Esel.



Steinmännchen gibts viele. Manchmal weisen sie den Weg, viel öfters wurden sie von asiatischen Touristen zum Spaß gebaut.

 
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Der Vollständigkeit halber besuchen wir auch 'Klein Petra'.
Der Siq el-Barid ('der kalte Schacht‘), auch Little Petra genannt, liegt wenige Kilometer nördlich der Nabatäerstadt Petra. Der ehemalige Karawanenrastplatz kann als Vorort von Petra betrachtet werden.



Obwohl el-Barid deutlich kleiner ist als Petra und über weniger prächtige Fassaden verfügt, war die ursprüngliche Bedeutung groß: Klein-Petra war ein bedeutender Karawanenrastplatz auf der Handelsroute zwischen Mittelmeer und Rotem Meer – und auch der größte Warenumschlagsplatz von Petra. Die schmale Schlucht am Eingang war durch eine Tür zu verschließen und bot große Sicherheit durch ihre Unzugänglichkeit.



Die eigentlichen Unterkünfte liegen im engen Tal des Siq el-Barid. In der ganzen Schlucht finden sich zahlreiche Höhlen, Nischen, Fassaden, Kanäle und Zisternen. Zahlreiche Treppen führen nach oben – vermutlich zu hochgelegenen Opferplätzen, wo Kulthandlungen ausgeführt wurden. Bei den Höhlungen handelt es sich vor allem um Wohnräume und (Kult-)Speiseräume (Triklinien) – Grabstätten gibt es wenige.





 
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Bevor es zum letzten Teil der Reise geht ist noch Zeit für ein paar Portraits auf der Strecke.







Die Frage nach einem Portraitfoto wird nur in den seltensten Fällen mit Nein quittiert, da hole ich mir in meiner Heimat viel öfters eine Abfuhr und Mißtrauen.

 
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Es folgt die letzte Etappe der Reise - Ab in den Süden nach Wadi Rum.



Auf dem Weg dorthin kommen wir an einer Station mit Zug vorbei. Gerne dürfen wir darauf herumklettern und die Waggons erkunden. Angeblich fährt das Ding noch, auf mich wirkt es wie eine abgestellte Attraktion für Touristen.



Die Herren passen auf, dass keiner die Eisenbahn klaut.



Ich fühle mich hin- und hergerissen ... zwischen Winnetou und Terence Hill.



Und dann sind wir da!
Die 'Sieben Säulen der Weisheit', benannt nach 'Seven Pillars of Wisdom', dem Buch von T. E. Lawrence.

 
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Eintritt/Einfahrt ins Naturreservat Wadi Rum ist kostenpflichtig. Gleich nach dem Besucherzentrum kommt die (einzige) Ortschaft Rum Village, wo man sich noch mit Verpflegung eindecken kann.





Einsatzfähiges Fahrzeug, weil die Hupe geht ja noch.



Das Wadi Rum ist das größte Wadi in Jordanien. Seine Felswände bestehen aus Sandstein und Granit. Als Schutzgebiet mit einer Fläche von 740 km² wurde es 2011 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Das Wadi ist ein Gebiet mit einer Länge von etwa 100 Kilometern und einer Breite von etwa 60 Kilometern. Es liegt auf etwa 800 Meter Höhe, wobei die höchsten Erhebungen der Jebel Um Adaami mit 1832 Meter und der Jabal Rum mit 1754 Meter sind.



 
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In den nächsten 3 Tagen legen wir etliche Kilometer mit den zwei Pritschenwägen zurück. Wenn ich mir jetzt so die Distanzen auf der Karte ansehe - geotagging an der Kamera macht's leicht - dann war das eh alles nicht so weit entfernt.



Es war jedenfalls sehr angenehm hinten am Bankerl ohne Dach zu sitzen. Der Fahrtwind strich um die Nase, die Temperaturen waren angenehm und die Toyotas zogen keine Staubwolke nach sich. Das war auch für die Fotoausrüstung nett.



Der Khazali Canyon, der auch im Film 'Lawrence von Arabien' zu sehen ist. Da soll es eine Szene geben (ich muss mir den Schinken endlich mal ansehen...), in der ein paar hundert Reiter herausstürmen. In Wirklichkeit ist der Canyon etwa 3 Meter breit, eine Kletterpartie und endet irgendwo nach 80 Metern.



Was ich viel beachtenswerter finde sind die Thamudischen Felszeichnungen im Khazali Canyon (4000 Jahre alt).



Und wer die Felskünste von vor 4 Jahrtausenden bewundert, bemerkt auch kreisrunde Löcher darunter am Boden, die etwas zwei Finger breit sind. Das sind die Bohrlöcher für die Stative, die vor 5 Jahrezehnten die Filmkameras getragen haben. Was für ein Frevel.

 
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Zum Thema Unterkunft und Verpflegung: Genächtigt wurde im Rumshines Camp im Wadi Rum bei Salem und Ali. Es gibt mehrere Hütten mit je zwei Betten auf Teppichboden. Strom gibt's nicht, Wasser wird in einem Becken gesammelt. In den Tagen meines Besuches ist gerade Vollmond, es ist somit auch nachts sehr hell.



Somit alles da, was man zum Chillen brauchst.



Essen frisch aus dem Sandloch



Auch mittags wird unterwegs frisch aufgekocht. Dazu wird irgendwo ein Rastplatz gerichtet und eine Feuerstelle vorbereitet. Betreten wird die Unterlage ohne Schuhe.



Köstlich - Bohnen, Tomaten und Fladenbrot

 
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Bei wolkenlosem Wetter fahren wir ganz in den Süden des Landes.





Blick zum Jebel Um Adami, dem höchsten Berg Jordaniens mit 1832 m.



Die Landschaft entstand vor ca. 30 Mio. Jahren. Durch geologische Verwerfungen entstand ein gewaltiger Riss, der neben dem Wadi Rum den Jordangraben, den Golf von Aqaba und das Rote Meer schuf. Durch Erosion wurde der rote Sandstein, der auf einem Sockel aus Basalt oder Granit steht, zu den jetzt sichtbaren bizarren Formen geschliffen.
Durch die zahlreichen Wasserquellen war eine durchgängige Besiedelung seit der Steinzeit möglich. Das Regenwasser, welches im Winter fällt, kann durch den porösen Sandstein dringen, wird von der wasserundurchlässigen Schicht des Granits aufgehalten und dringt an verschiedenen Stellen wieder aus.



 
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Wir besuchen eine Familie der Beduinen. Die Shisha ist im Einsatz. Es wird Tee angeboten.
Die Position des Scheichs (Ältester der Reisegruppe und der Mann mit dem Geld) ist hier sehr wichtig.



Bei den Beduinen im Zelt gibt es auch einen Kochplatz. Im Frauenzelt daneben ist die Ausstattung ähnlich spartanisch. Da dürfen aber nur die Damen unserer Gruppe hin.
Um den Unterschied und die Rechte nochmals zu verdeutlichen: Die Damen unserer Gruppe durften ins Männer- UND ins Frauenzelt. Wir Männer nur ins Männerzelt.



Das war einer unserer Fahrer. Er ist 14 und kann gut fahren. Ob er auch darf? Im Wadi Rum gibt es keine Polizei. Hier regelt man seine Angelegenheiten untereinander.



Der Stolz des Beduinen - seine Waffe. Dieses Modell ist datiert mit 1944. Es gibt auch Patronen dazu. Ich achte darauf, keine Fingerabdrücke zu hinterlassen.



Manchen sieht man die tägliche Sonnenbestrahlung schon einigermaßen an.
Charaktergesichter brauchen keinen Weichzeichner.:-]

 
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[MENTION=13639]G_Albrecht[/MENTION]
So sieht die Waffe aus, gut erkannt.


Bekannt wurde Wadi Rum durch das Buch Die sieben Säulen der Weisheit des britischen Offiziers Thomas Edward Lawrence, der hier während der Arabischen Revolte von 1917 bis 1918 stationiert war, und später noch mehr durch den Film Lawrence von Arabien.



Sehr beliebt sind klarerweise die Licht- und Schattenspiele bei tiefstehender Sonne.





Am 1. Abend hatten wir noch Wolken. Das sollte nicht nochmals vorkommen.



Übrigens ist nun die Ansichtskarte angekommen, die ich am 15.10.2013 morgens in Wadi Musi im öffentlichen Briefkasten versenkt habe.
Hurra! Eine Zustellzeit von 42 Tagen ist eh nicht schlecht.

 
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Da diese Tour explizit als Fotoreise ausgewiesen ist, wird besonders Rücksicht und Zeit gegeben.
Unser Guide wiederholt daher, dass wir bei Sichtung eines guten Motives einfach auf's Wagendach klopfen sollen.
Wir brausen da gerade so durch die sandige Gegend, als plötzlich neben uns auf der Düne ein Kamel steht. Unser erstes in freier Wildbahn.
Ich hau also spontan dem Fahrer auf's Dach und der springt prompt in die Eisen.
Das nächste Mal möge ich bitte etwas dezenter klopfen, Ali habe sich sehr erschreckt.

"Was gibts denn?" - "Na da, ein Kamel!"
"Ja und?" - "Wollen wir fotografieren!"
"Achso, klar."

Darauf Ali: "Das ist mein Kamel. Soll ich die anderen auch holen?"
Es gibt noch mehr hier? c00L!





Ein Albinoportrait bei 14 mm Brennweite. Die Vorderbeine sind zusammengebunden um ein Davonlaufen zu verhindern.



Es werden immer mehr. Und auch ein Baby ist dabei - 7 Tage alt und weicht seiner Mama nicht von der Seite.



Einmal lächeln für die Kamera.



Newbie ist sehr schüchtern und seine Mama skeptisch. Beide marschieren nach kurzer Zeit wieder von dannen und lassen sich auch nicht mehr zurücklocken.

 
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"Was gibts denn?" - "Na da, ein Kamel!"
"Ja und?" - "Wollen wir fotografieren!"
"Achso, klar."

Darauf Ali: "Das ist mein Kamel. Soll ich die anderen auch holen?"
Es gibt noch mehr hier?​



Touristen!
Herrlich!

:day:


Danke übrigens für die schönen Bilder!
Der Kamel-Stop hat sich wirklich gelohnt!

Viele Grüße,
Sylvia
 
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Ich beneide Dich um diese schöne Reise und die tollen Fotos.
Ich schau hier auch gerne beim morgendlichen Kaffee herein um mich aufzuwärmen.
Und jetzt auch noch die lächelnden Kamele, grandios!
 
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[MENTION=58874]assiliisoq[/MENTION]
Dort sind Kamele wohl sowas wie bei uns Kühe (oder Hunde). Sind halt da, aber nix Besonderes.
Wobei mir schon dort auffiel, dass es auch in den Städten keine Hunde gibt. Ich habe in den 11 Tagen vielleicht 5 Hunde gesehen. Bei all dem Müll, der in ganz Jordanien herumliegt ... ein Hundekot-Problem haben sie jedenfalls nicht. Ich habe auch keinen einzigen Kinderwagen gesehen.

[MENTION=18787]gin_able[/MENTION]
Danke Gina, es ist halt schon was Anderes, als ein sonnenloses Usedom im November.
Mich hat es sehr an Südafrika erinnert. Klar sehen die Menschen anders aus, aber deren Art, der Müll und die Landschaft haben schon gewisse Parallelen.



Es fehlte an keinerlei Komfort. Während wir rock-hopping machten, baute die gute Seele vom Camp irgendwo einen Rastplatz für uns auf. Mit Waschgelegenheit!
Es gab sogar kostenlos zugängliche Freiluftklos. Gleich um die Ecke hinter dem nächsten Felsen.



Der Tee ist schon heiß, der Topf ist bereit.



Die Stille im Wadi Rum ist einfach unbeschreiblich und herrlich.





Noch eine Anmerkung zur Ausrüstung. Ich hatte diesmal die D3s mit dem Trippleteam (14-24-70-200 / 2.8) dabei und das Gewicht nie bereut. Sehr sinnvoll war auch die Mitnahme eines 2. Akkus, Polfilter, Stativ, Fernauslöser, Luftpumpe, Taschenlampe, SB-800 und vorallem des GPS-Taggers (foolography).
Ich hatte vor der Reise leichte Sorge, ob ich mit meinen CF-Speicherkarten durchkomme. Die aktuellen Preise für CF hielten mich von einem Nachkauf ab, ich nahm stattdessen zusätzlich USB-Sticks mit. Meine Hoffnungen hatten sich erfüllt, außer mir hatte offenbar jeder einen Computer mit und ich konnte die Fotos von CF auf USB-Stick verschieben lassen und wieder anfüllen.

Was mir bei Buchung der Reise noch fehlte war eine vernünftige Transportmöglichkeit für dieses Equipment. Auch hier hat mir dieses Forum wiedermal weitergeholfen und so wartete der Fotorucksack Lowepro Flipside 400 AW schon sehnsüchtig auf seinen Einsatz. Der Kauf hat sich rentiert, es hat alles reingepasst, war fest an seinem Platz, ist im Flugzeug handgepäckstauglich und die Öffnung an der Innenseite (beim Rücken) ist genial.
Nicht nur als Diebstahlschutz - da gab's nie Probleme - sondern vor allem beim Ablegen am Boden. Schmutz/Sand bleibt außen, die Tragegurte oben bleiben sauber.

 
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An einem Morgen nimmt sich die halbe Gruppe den Sonnenaufgang vor, die anderen verschlafen dieses tägliche Wunder lieber.



Unser Betreuer macht schon mal den Tee.



Die Langzeitbelichtungen im Dunkeln waren ganz nett, aber was dann mit den ersten Sonnenstrahlen Schatten wirft sollte man nicht verpasst haben.





 
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Bei unseren Tagestouren brausen wir kreuz und quer durchs Wadi Rum.



Das Geologenherz schlägt höher: Versteinerter Sand



Wir erklimmen die fast höchsten Berge.



Hier kann man den Sandstein scheibchenweise herausziehen (wie beim Spiel Jenga).



Salem kratzt zärtlich im Stein und hinterlässt Botschaften für die Nachwelt.

 
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