Ich war letzten Monat in Jordanien auf einer geführten Fotoreise (Diamir, Sandra Petrowitz) und möchte davon Bilder zeigen.
Es beginnt mit einem Foto vom letzten Abend, das mir beim 5. Versuch gelungen ist. Die Beduinen (Gastgeber in Wadi Rum) haben sich wohl so ihren Teil gedacht, als ich nachts in Unterhose durch den Sand gehampelt bin.
Bereits vom Flugzeug kann ich sehen, was mich erwarten wird. Es geht direkt am Toten Meer vorbei - rechts ist Israel, links ist Jordanien. Der kleine Rinnsal im Vordergrund ist der Jordan.
Der Flughafen von Amman ist der Queen Alia Airport und irgendwo im Nirgendwo.
Ok ok, natürlich gibts eine mehrspurige Anbindung Richtung Hauptstadt, von oben sieht aber alles wie Wüste aus.
Flughafen NEU ging vor drei Monaten in Betrieb (hab ich ein Glück), das alte Gebäude wird demontiert.
Die Flecken im Bild sind Dreck auf der Fensterscheibe und nicht am Sensor.
Nach dem Bezahlen des Visums von 20 JOD - die einzige Wechselstube zwischen Gate und Passport hat einen recht sportlichen Wechselkurs - gehts direkt in die große Halle zu den Kofferbändern.
Auf der Strecke in die Hauptstadt kann ich einen ersten Blick auf Land und Bebauungsstil erhaschen. Sehr schön hier und die Farbeinheit beruhigend für's Auge. Das Abholen hat natürlich trotz Flugverspätung tadellos geklappt. Auf der Fahrt kann schon erahnt werden, dass die Reise mit dem Guide Raed sicher keine fade Tour werden wird.
Straßenszene in Amman. Was es hier reichlich gibt sind Autowerkstätten. Ein Auto ist aber wirklich erst dann zu reparieren, wenn die Hupe kaputt ist. Die ist am allerwichtigsten und wird im gefühlten 5-Sekunden-Takt betätigt. Dies hat natürlich unterschiedliche Bedeutungen, wie zB. 'Hallo, hier komme ich." oder "Weg da, meine Lücke." oder "Salam Habibi, wie gehts Dir?" oder "Der Himmel ist blau und das Wetter ist schön". Das geübte Ohr kann sicher die Nuancen erkennen.
Ein Hotelzimmer eben. Die Klimaanlage lässt sich abschalten und das Fenster im 5. Stock öffnen. Passt.
Bad mit Loch in der Decke. Da tropft Wasser raus. Dafür gibts einen Fön. Habe ich noch nie gebraucht.
Auch in diesem Hotel gibt es Lektüre für einsame Stunden. Der Koran darf nicht fehlen.
Das Toledohotel war das Quartier für 3 Nächte und hat seinen Eingang im 7. Stock. Zu den Zimmern muss man nach unten. Klingt zwar seltsam, aber hat den Grund, dass das Gebäude an einen Hügel gebaut wurde und oben die Rezeption ist.
Hinter dem Hotel ist bereits erkennbar, welches Problem Touristen mit Jordanien haben. Es ist alles voller Müll. Diese Tatsache wird mich auf der gesamten Reise durch das Land begleiten. Am Straßenrand, auf Plätzen und in den Sehenswürdigkeiten (!), überall ist Abfall verstreut oder reingestopft.
Flohmarkt vor dem Toledo Hotel. Verkehrslärm, Gehupe und Marktschreier von früh bis spät.
Es gibt nur gebrauchtes Gewand zu kaufen. Durch mein üppiges Reisegepäck bin ich jedoch rundum versorgt.
Brotverkäufer unterwegs. Ist anders, isst sich anders, schmeckt vorzüglich.
Da ich (als Quoten-Ösi) einen halben Tag vor den deutschen Kollegen ankam, konnte ich den ersten Abend mit einer Führung durch DownTown, dem Basar von Amman, nutzen. Ein buntes Bild und Treiben ist zu beobachten.
Hashem, das älteste Restaurant von Amman, wo schon der König mit Familie zu Gast war. Das komplette Abendessen um 3 Dinar ist spottbillig und schnell serviert. Gibt es mal keinen Platz, wird Platz geschaffen.
Gemüse mit Kichererbsenpürree und dazu gut gesüßtem Tee. Serviert binnen 5 Minuten.
Hier gibt es die neuesten Filme mit chinesischen Untertiteln, platzsparend in der Papierhülle.
So, ein bisschen Kultur zwischendurch. Es geht auf nach Jerash.
Die antike Stadt Gerasa (auch Jerash, Jarash oder Jerasch) liegt im Norden Jordaniens und etwa 40 km nördlich von Amman.
Der Hadriansbogen in Gerasa: Der Triumphbogen wurde im Winter 129/130 zu Ehren des Kaisers Hadrian erbaut.
Das ovale Forum misst 90 × 80 Meter. Das Oval ist mit Kolonnaden gesäumt.
Das prächtige 22 Meter breite Nymphäum stammt aus dem 2. Jahrhundert. Das den Wassernymphen geweihte zweigeschossige Heiligtum ist eines der besterhaltenen Gebäude des antiken Gerasa. Das untere Stockwerk des Nymphäums war mit Marmor verkleidet. Das obere war mit Fresken verziert, die zum Teil noch erkennbar sind. Auffällig ist die Dachkonstruktion – eine Halbkuppel mit gesprengtem Giebel, die sich über einem großen Prachtbrunnen wölbt. Die Brunnenfassade wurde in Nischen unterteilt, in denen sich Statuen befanden.
Der aus dem 2. Jhdt. n.Chr. stammende Artemis-Tempel war mit den Ausmaßen seiner Umfassungsmauer von 160 × 120 Meter besonders imposant und sicherlich eines der wichtigsten Bauwerke der Stadt. Die Pilger näherten sich dem Tempel über eine Prozessionsstraße und -treppe, die aus der Stadt heraufführt. Von den einstmals 32 Säulen des Tempels sind elf aufrechterhalten.
Das Südtheater entstand etwa 90 bis 92 n. Chr. Es verfügte über 32 Sitzreihen, in denen bis zu 5000 Zuschauer Platz fanden. Das Theater ist westlich des Jupiter-Tempels in den Hang gebaut, der obere Rang wurde über Tonnengewölbe aufgesetzt. Die Bühne ist klassisch-römisch gestaltet und verfügt über zwei seitliche Bogentore sowie drei Kulissenzugänge.
Ein Schausteller in Tracht, der zur Unterhaltung von Touristen zur Verfügung steht - musizierend, als Fotomotiv und für kurzweiligen Smalltalk.
Ich versuche mich in den einsamen Stunden am Koran, scheitere aber an der Lesbarkeit. Also mache ich stattdessen Langzeitbelichtungen aus dem Hotelfenster.
Um 5 Uhr früh sing der Muezzin leise vor sich hin, die Jordanier verbrennen ein bisschen Müll auf der Straße.
Eines von vielen Highlights, das nicht im Reiseprogramm erwähnt wurde: Der schwarze Tee mit versenktem Pfefferminzzweig. Genau mein Geschmack, da darf's auch gerne mehr davon sein.