Ist das noch Landschafts-Fotografie ?

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Repro

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Mit den KI-Tools in Photoshop ist die Grenze zwischen Nachbearbeitung und fiktiver Neukreation schnell überschritten. Ich experimentiere noch damit und bin mir noch nicht ganz sicher wie weit ich im Einzelnen gehen möchte und wo die Fotografie aufhört. Das Thema wird sicher sehr kontrovers diskutiert. Wie ist eure Meinung dazu?

Hier zeige ich die unbearbeitete Originalaufnahme zum Bild und erzähle die Story dazu.

 
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Wäre es mit HDR so darstellbar gewesen? Dann würde ich persönlich es noch als Fotografie ansehen - die HDR-Technik überwindet nur die Dynamik-Grenzen des Sensors, die das Hirn nicht hat. Wäre HDR nicht ausreichend gewesen, und die KI "erfindet" was dazu, ist für mich die Grenze zwischen "Fotografie" und "Composing" überschritten und ich betrachte das nicht mehr als Foto. Das beinhaltet keine Positiv- oder Negativwertung, sondern stellt eine Kategorisierung da. Im Wettbewerb "Landschaftsfoto" bekäme es von mir eine 0-Punkte-Wertung, weil es dann kein Foto mehr ist.
 
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1bildermacher1 kommentierte
Guten Morgen Christoph
wir wissen noch gar nicht was alles auf uns zukommt. Die Fotoprogramme machen uns Vorschläge wie wir die letzten Bilder entwickelt haben und dies können wir auch automatisch zulassen. Das beste Beispiel ist lightroom wenn ich die Änderungen an den Bildern nur in der Cloud speichern kann, da kennt Adobe sofort meinen Stil.
Gruss Wolfgang
 
HaDiDi kommentierte
Langzeitbelichtung von der Bahnhofshalle - menschenleer - was sie nie war. Ist das Dokumentation, oder Manipulation? Ob eine Verfremden der Wirklichkeit nun durch "Tricks", oder KI geschieht, ist eigentlich nicht entscheidend.
 
Christoph Blümer kommentierte
Interessante Frage. Da man die Bahnhofshalle menschenleer aufnehmen könnte (nachts um 2, mit ein paar Helfern, die Passanten kurz aufhalten), stufe ich das eher wie HDR ein. Die Kamera nimmt auf, was sie "sieht", und genutzt wird einfach Physik. Das verwischt aufgenommene Auto ist ja auch nicht exakt, was das Auge sieht, sondern eine Visualisierung dessen, was das Auge wahrgenommen hat: Geschwindigkeit.

Wenn Du nun Verfremdung durch KI dem gleich stellst, wird Fotografie aus Deiner Sicht letztlich entbehrlich.
 
Christoph Blümer kommentierte
Ich verstehe jetzt den Anknüpfungspunkt nicht. Ob ein Verarbeitungsstil lokal oder in der Cloud gespeichert wird, ist unerheblich. Auf die Dunkelkammer übertragen: Ob die Entwicklersequenz in meinem Notizbuch steht oder im Register des DVF und da per Telefon abrufbar ist, ist unerheblich.
 
pixelschubser2006 kommentierte
Das sehe ich anders. Genau hier entlang verläuft die Grenze, zumindest meiner Ansicht nach. Alles, was man mit der Kamera selbst und später im Labor bzw. der RAW-Entwicklung machen konnte, ist als Fotografie ok. Allerdings muss uns bewußt werden - und da ist Dein Beispiel sehr plakativ! - welch hoher Manipulationsgrad mit eher einfachen Mitteln schon erreicht werden kann. Für mich als Fotojournalisten ist klar, dass meine rote Linie erreicht ist, wenn das Maß über das Erzielen einer hohen technischen Bildqualität hinausgeht. Ausserdem ist mir auch klar, dass bereits die Wahl des Bildausschnittes eine Manipulation sein kann. Genauso wie beim Schreiben, wenn eh nicht genug Platz für alle Informationen vorhanden ist. Man muss einfach als seriöser Berichterstatter umsichtig damit sein.
Was die ganzen KI-Manipulationen betrifft: Es gibt genug seriöse Einsatzmöglichkeiten. Per Mausklick Porträt freistellen für bestimmte Zwecke? Unkritisch, sofern das nicht der erste Schritt zu einer Fotomontage ist. Wobei es diese schon ewig gibt. Und in der künstlerischen Fotografie wird sowieso immer wieder stark verfremdend gestaltet.
Allerdings, und hier geht es mit der KI dann richtig rund: Früher hat man zwar auch manipuliert, aber nach eigener Vorstellung. Heute kann man sich mit der KI die dollsten Sachen basteln lassen und diese am Ende als seinen geistigen "Dünnschiss" präsentieren. Wer gute Ideen hat, und sich die im Photoshop dann zusammengepixelt, ist Künstler. Wer nur noch klickt, was die KI so ausspuckt, ist keiner mehr. Jedenfalls nicht. Fotografen wie der TO sind die Skeptiker und Mahner, die wir brauchen, um den letzten Rest Überblick zu bewahren!
 
Die Bildmanipulation lässt sich nicht aufhalten. Für mich ist alles legitim, was (ggf.s auch auf Nachfrage) transparent aufgezeigt wird und die kreative Vorstellung des Erstellers unterstützt.

Nur Bescheißen geht nicht
 
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Das Bild finde ich jetzt harmlos bearbeitet, etwas mehr Dynamik und der Sonnenstern... Da wurde kein Himmel ausgetauscht und keine Peron wegretuschiert. Bei künstlerischen Bildern ist es sowieso egal, die müssen einfach nur gefallen.

Bei Dokumentationen, Pressereportagen und Ähnlichem geht auch klassische Retusche nicht, da muss die Szenerie einfach "unverändert" gezeigt werden.

Aber man kann auch mit dem Bildwinkel bescheixen... in einer NDR Doku zum sündhaften Pattaya hatten die Filmer einen großen weißen Mann und eine kleine Asiatin von Hinten in Rotlichtviertel gefilmt und dann was von Pädophilie gelabert. Tatsächlich ist die Dame schon über 35 und die Beiden sind schon lange zusammen, da wurde einfach eine geschickte Einstellung genommen und dann geframt, so dass es zur Story passte. Ohne KI, aber einfach gelogen.
 
Kommentar
bin mir noch nicht ganz sicher wie weit ich im Einzelnen gehen möchte
Was gefällt ist erlaubt finde ich. Man muss nur transparent sein.

Speziell dieses Beispiel: die retuschierte Pferdekoppel, das ist eine kleine Manipulation. Ansonsten ist doch gerade mal an den Reglern gedreht worden. Hätte man ggf sogar in der Kamera hinbekommen.

Nachtrag: ach so, die zweite Sonne ist reingefakt! Na dann verlässt es für mich den Bereich Foto und es beginnt der Bereich Composition. Auch OK, aber eben Composing und nicht Foto
 
2 Kommentare
Repro kommentierte
Es kommt so harmlos daher, aber auf den zweiten Blick erkennt man doch gewaltige "Fälschungen":
  • eine größere untergehende Sonne wurde drübergelegt und mit Strahlen ausgestattet
  • ein Gebäude wurde entfernt
  • es wurden zusätzliche Mohnblüten kreiert, erstaunlich ist wie gut die KI dabei die Lichtstimmung übernimmt
  • im Himmel wurde die ausgebrannte Fläche neu generiert
Also, alles in allem schon deutlich zuviel für eine Fotografie und eigentlich auch nicht mein Stil, aber ein interessantes Experiment.
 
Christoph Blümer kommentierte
Einzig "ausgebrannte Fläche neu generiert" würde ich für ein Foto noch als authentisch ansehen, denn Wolken ziehen dynamisch vorbei und die Abbildung ist sowieso nur ein flüchtiger Moment. Das wäre Retusche, die in meinen Augen legitim ist. Auch ich stempele schon mal in einem ausgefressenen Wolkenteil ein wenig die Umgebung rein, um es gefälliger wirken zu lassen.
 
Landschaftsbild-Kompositionen gab es schon immer, man denke nur an Caspar David Friedrich. Es ist mMn eben nur kein "so war es vor Ort" - Foto mehr, aber auch keine reine KI-Illustration. Ich nutze seit kurzem KI, um für meine Seminarteilnehmer bestimmte Situationen anschaulich zu bebildern, kennzeichne aber alle Bilder als mit KI erstellt. Das lief so gut, dass ich inzwischen die KI Bilder zu verschiedenen sächsischen und böhmischen Sagen erstellen lasse. Ich war positiv überrascht.
 
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Landschaftsbild-Kompositionen gab es schon immer
Eigentlich umgekehrt und sehr interessanter Hinweis:
In 50.000 Jahren Malerei gab es eigentlich nur in wenigen Ausnahmefällen eine fotorealistische Abbildung. Es wurde fast immer phantasiert oder geschönt.
Dann kam die Fotografie und war erst mal Technologie.
Später wollte Fotografie auch Kunst sein.
(Dokumentationsorientierte Fotografie mal aussen vor.)

Wieso sollte man sich bei künstlerischer Fotografie den modernen Möglichkeiten verschließen?
 
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Für mich ist das keine Landschaftsfotografie mehr. Würde ich mir das Bild zu Hause an die Wand hängen, würde ich mich selbst betrogen fühlen. Ich fühle mich heutzutage mehr gestärkt als je, der digitalen Welt immer weiter den Rücken zu drehen und authentisch analog zu leben.
 
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Wo kann ich unterschreiben?
 
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der digitalen Welt immer weiter den Rücken zu drehen und authentisch analog zu leben
Natürlich kann jeder sich das Ziel setzen Ergebnisse nur mit einem „ehrlichen Handwerkskasten“ zu erarbeiten. Das finde ich löblich. Und es kann gelingen dass so ein Vorgehen auch seinen Fanclub gewinnt, oder dem Schaffenden sind Fans egal und er tut das für sich.

Der Strich kann überall gezogen werden, das muss nicht die Grenze Analog/Digital sein.

Möbel bestehen heute aus PVC-umleimten Spanplatten (oder Papierplatten) die große Maschinen ausspucken. Es gibt aber auch noch Schreiner die Möbel aus Vollholz anfertigen.

Ich finde übrigens die oben genannten AI-Tools von PS sind ja nur, beziehungsweise höchstens AI-unterstützte (wenn überhaupt) Bildbearbeitung.
Generative AI wäre es dann wenn Repro ins Mikrofon gesprochen hätte:
„Mach mir ein Bild das aussieht wie ein Foto. Es zeigt eine grüne Wiese mit Büschen im Mittelgrund und grünen Hügeln im Hintergrund. Die Sonne geht gerade hinter einigen Wolken unter und sticht gerade noch am Horizont durch, im Vordergrund sind rote Mohnblüten, die von der Sonne durchleuchtet werden. Der Vordergrund ist im Fokus, der Hintergrund verschwimmt leicht wie ein Foto mit Blende 2,8.“
 
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Schaut mit Adobe Firefly dann so aus, Wuxis @Wuxi Prompt mit den Standardeinstellungen der Webvariante verwendet. Da gefällt mir das Foto von @Repro aber 100x besser!
 

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  • Firefly Mach mir ein Bild das aussieht wie ein Foto. Es zeigt eine grüne Wiese mit Büschen im ...jpg
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1 Kommentar
MartinA kommentierte
Interessantes Experiment. Habe das gleiche mit Stable Diffusion ausprobiert. Habe allerdings kein spezielles Landschaftsmodell in petto.


Das Ergebnis:





Augenscheinlich habe ich noch ein Fehler gemacht. Das Model ist der deutschen Sprache nicht allzu mächtig.
Nach der Übersetzung:




Im Resultat stimme ich @Timbre vollumfänglich zu.
 
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