Impressionen Sarajevo

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Frell

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Hallo zusammen,
ich war das Wochenende von meinem Verein aus in Sarajevo. Diese Chance hab ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Ich habe nun einige Impressionen aus Sarajevo mitgebracht. Es hat seine Berechtigung, dass es teils das Jerusalem des Balkan genannt wird! Eine einfach wundervolle Stadt. Ich kann jeden nur empfehlen diese Stadt einmal zu erleben. Klar, die Spannungen sind immer noch überall zu spüren. Aber es gibt auch sehr viele Beispiele die einen echt Hoffnung machen!
Nun aber zu den Bildern. Ich besitze nur eine D40 mit dem Standart Kit Zoom ohne VR. Für mehr hat mein Geld leider noch nicht gereicht (Studi). Deswegen sind alle Fotos die hier zu sehen sind Freihandschüsse. Das hat mich einige Male vor ziemliche Schwierigkeiten gestellt. Etliche Bilder sind auch verwackelt, leider :-(

Da ich mich noch immer für einen Knipser halte, wäre ich sehr an Kritik interessiert. Zuschnitte, EBV, andere Motivwahl, Dynamit, etc!

Ok Nummer 1 - Der berühmte Brunnen von Sarajevo, im Hintergrund eine der zahlreichen Moscheen:


Nummer 2 - Ein typisches Kafka auf dem türkischen Markt. Ich mag dieses Foto irgendwie sehr gerne. Auch wenn es wegen ISO 1600 sehr rauscht.


Nummer 3 - gleiche Moschee wie auf Bild 1, nur von Hinten wieder vom türkischen Markt aus


Nummer 4 - wieder die Moschee


Nummer 5 - der türkische Markt bei Regen


Nummer 6 - Foto 1 nochmal bei Tag


Nummer 7 - Nachtaufnahmen einer Moschee



Nummer 8


Nummer 9



Nummer 10



Nummer 11



Nummer 12 - ein Brunnen beim Eingang der Moschee bei dem sich die Menschen gewaschen haben, meist auch nur getrunken.



Nummer 13 - das Wetter wurde leider etwas unschöner mit der Zeit



Nummer 14 - Eine alte Frauen die Unmengen an Brot verfütterte



und Nummer 15 - Fällt ein bisschen aus der Reihe, hat aber auch was mit Sarajevo zu tun. Das Kätzchen lag in dem Haus in dem der Tunnel unter dem Flughafen hindurch endete. Es ist fraglich ob ohne diesen die Bosnier Sarajevo hätten halten können (s. Wikipedia)


Liebe Grüße,
ich freue mich über Kritik!
Frell
 
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Hallo Frell,

Nr. 2 und Nr. 5 sind für mich mit Abstand am stärksten - vor allem Nr. 2. Sehr schön gesehene Stimmungsaufnahme. Ich sehe bei den meisten Aufnahmen Potential, aber gerade bei Abend/Nachtaufnahmen von Gebäuden würde ich mal etwas ungewöhnlichere, noch nicht so oft gesehene Perspektiven ausprobieren - und natürlich mit Stativ arbeiten. Aber für einen Einsteiger wirklich beachtlich.

Gruss,
Alexander
 
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Das ist sehr schade, dass die Bilder mehr oder weniger verwackelt sind, denn sie gefallen mir. Konntest Du, wo Du ja kein Stativ dabei hattest, dort auch tagsüber fotografieren?

Meine Favoriten sind 13, 2, 14 - in der Reihenfolge. Danke für's zeigen.

Gruß
Anderson

p.s.: Welcher Verein fährt denn nach Sarajewo?
 
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Hast du von der Stadt und von der Umgebung was sehen können? Ich habe anno '84 zwei Monate dort gelebt und war natürlich sehr betroffen, als ich anlässlich der Berichterstattung über den Balkankrieg viele Orte wieder erkannt habe, teilweise sehr stark zerstört. So wie ich die bosnische Mentalität kennen gelernt habe, war ich ja sehr im Zweifel, ob sich die Stadt je von den Kriegsfolgen erholen würde. Auf den Bildern sieht es aber zumindest wieder aus wie damals.
 
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Hallo Tengris, durch den Umstand das Sarajevo komplett gesperrt war (und im Moment wohl auch gerade noch ist) hab ich sehr viel von Bosnien und Herzegovina gesehen. Wir sind mit nem Mietwagen nach Zagreb gefahren und von dort aus dann wieder nach Deutschland. Sarajevo selbst hat natürlich sehr viel vom Wiederaufbau abbekommen. Schließlich ist es die Hauptstadt und somit auch ein Symbol. Sehr viel von der Innenstadt wurde renoviert, aber gerade in den Außenbezirken sieht man in den Häusern massive Löcher (die meist zugemauert sind). Die Rosen von Sarajevo sind leider kaum mehr zu sehen. Die rote Füllmasse in den Granateneinschlägen werden inzwischen schwarz überfüllt. An vielen Stellen wirkt Sarajevo auch immer noch postkommunistisch. An anderen wieder höchstmodern! Ich hab noch ein paar Fotos für dich. Wenn ich morgen etwas mehr Zeit hab, kann ich sonst gern noch was von der Fahrt übers Land erzählen und warum es überhaupt dorthin ging.

Alex und anderson, vielen Dank für eure Kritik und das Lob. Auch wenn ich die Fotos für mich aus Spaß mache ist das ein bisschen die Sahne Aber ich seh auch gern härtere Kritik. Ich kann daraus nur lernen!

LG Frell
 
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Für Tengris die "anderen" Bilder aus Sarajevo.

Relativ alte nicht sanierte Häuser, davor sind die Lichtspuren von einer ebenfalls sehr alten Straßenbahn zu sehen. Ich hab gehört diese kämen ursprünglich aus Wien als Geschenk. Falls gewollt gibt es noch mehr Bilder.


noch ein postkommunistisches Straßenportrait


Die völlig ausgebrannte und als Mahnmal stehen gelassene Nationalbibliothek. Hier sind die berühmten Bilder mit dem Cellisten in den Trümmern entstanden http://dolce.violino.googlepages.com/Evstafiev-bosnia-cello.jpg/Evstafiev-bosnia-cello-full.jpg



und hier noch ein Bild von dem etwas moderneren Sarajevo. Links ist das Holyday Inn zu sehen in welchem während des Krieges die westlichen Reporter untergebracht waren. Die Straße ist übrigens die berühmte Sniper Alley.



P.S.: Die Bilder hier haben natürlich eher dokumentarischen Charakter
 
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Die Nachtaufnahmen gefallen mir,-die Tagaufnahmen machen mir Angst,ungute Erinnerungen an die DDR und an Rand-Rayons von Minsk(Weißrussland).Einfach beklemmend.
Mit freundlichen Grüßen,-kumgang!
 
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Die Fotos stellen natürlich auch nur eine Auswahl dar. Es gab neben der sehr schön restaurierten Altstadt auch sehr viele neue Gebäude zu sehen. Besonders etwas außerhalb des historischen Kerns findet man viele Glaspaläste. Auch viele Privathäuser sehen ganz hübsch aus. Insgesammt herscht aber noch das "postkommunistische" Flair vor.
Was mich erschreckt hat, war auf der Fahrt von Sarajevo nach Zagreb, das genau 41km vor der Grenze extrem viele Häuser zerstört waren. Soweit die Artillerie reichte, soweit reichen die starken Zerstörungen. Es hat was bedrückendes, dass neben jedem neuen Haus noch das alte zerstörte Haus steht.
Ich war übrigens wegen einer Projektsteuerungsreise in Sarajevo. Mein Verein, Terra Tech, hat ein Projekt zur Ausbildung von Krankenschwestern im Bereich der Traumabewältigung von Kindern ausgebildet. Das Ganze erfolgte mit einer deutschen Spezialistin und mehrere einheimischen Ärzten. Die Schwestern wurden so ausgebildet, dass sie selbst jetzt diese Ausbildung wieder weiter vermitteln können. Falls ihr mehr Interesse habt, in den nächsten 1-2 Wochen wird ein kurzer Bericht zu dem Projekt auf unsere Website: http://www.terratech-ngo.de/ veröffentlicht.

Zurück zu den Fotos, wie kann ich denn per Software das Rauschen in den Bildern verringern. Mit wurd gesagt per EBV soll da rel. viel möglich sein.

LG Frell
 
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Im Holiday Inn haben wir eine Zeitlang gewohnt, nachdem uns das Hotel Europa langsam etwas zu muffig geworden war. Das sah auf den Kriegsbildern ziemlich arg malträtiert aus, speziell die große Halle im Inneren. Von der Glasverkleidung der einzelnen Stockwerke dürfte da keine Scheibe ganz geblieben sein.

Das sogenannte postkommunistische Flair habe ich im Sarajevo des Jahres 1984 nicht so empfunden. Die Stadt war natürlich für die Olympischen Spiele heraus geputzt worden und jeder Hauch von Balkankaff war aus der Stadt verdrängt worden. Man hätte genauso in jeder westlichen Stadt vergleichbarer Größe sein können. Fertigbeton ist schließlich keine russische Erfindung und der diskrete Charme der 70er Jahre sieht auf keiner Seite des Eisernen Vorhanges besser aus. Mag sein, dass im Westen die Fugen zwischen den Betonplatten exakter waren, das war's aber dann. Die historischen Gebäude aus der kurzen K&K Epoche waren jedenfalls in bestem Zustand und die neuen Gebäude für die Olympiaveranstaltungen sahen nicht anders aus als Neubauten aus dieser Zeit irgendwo auf der Welt.

Allerdings änderte sich das schlagartig und übergangslos, wenn man nur mit der Straßenbahn einige Kilometer aus der Stadt raus fuhr. Im Umland fand man sehr bald die einfachen Behausungen aus groben Steinbrocken, die alten Bauern auf ihren Eseln und die vermummten Weiber in Pluderhosen.

Als ich 1986 noch mal dort war, waren in der Innenstadt schon wieder die bettelnden Zigeunerinnen mit einem Baby an der Brust, einem Kleinkind mit nacktem Hinterteil in einer dreckigen Kartonschachtel und einem größeren Kind am Rockzipfel. Im ehemaligen Olympischen Dorf - jetzt als Wohnblock genutzt - überall zerbröselnder Beton und offene Kanalschächte. Zum Beispiel waren die Stiegen zwischen den Gebäuden (das Gelände war ziemlich hügelig) völlig weggebrochen und die Leute gingen daneben auf der rutschigen feuchten Erde. Und in Sarajewo ist die Erde immer feucht, das ist mit seiner Lage zwischen hohen Bergkuppen ein echtes Wetterloch. Es war abzusehen, dass die Modernisierung - wie in Ex-Jugoslawien üblich - nicht lange halten würde. Wenn man heute Slowenien oder Kroatien besucht, sieht man zwar, dass es nach dem Zerfall des Vielvölkerstaates auch anders geht, Bosnien mit seiner ethnisch zerteilten Bevölkerung als Jugoslawien im Kleinen wird da aber sicher noch eine Weile nach hinken.
 
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