Die Grundfarbe wurde mit einer Streichbürste aufgebracht. Das lässt darauf schließen, das hier eine mineralische Farbe aufgetragen wurde. Die oberen, abblätternde Schichten (hell beige und oliv-grün bis braun) sind aufgrund der Struktur wohl als Kunstharzdispersionsfarbe einzuordnen. Diese sind zunächst durch den Weichmacheranteil elastisch, verspröden jedoch unter UV Lichteinfluss.
Durch die Zunahme der Oberflächenspannung beginnt dann der Anstrichfilm zu reißen und sich vom Untergrund abzulösen. Begünstigt wird dies wahrscheinlich noch durch den Umstand, das die zuerst aufgetragene Mineralfarbe kreidet. In Bayern hätte ich auf eine Kalkfarbe getippt, jedoch gibt es ein ausgeprägtes Nord-Süd-Gefälle was die Verwendung von Kalkfarben betrifft. Insofern vermute ich, das der ursprüngliche Farbauftrag mit einer Zementfarbe gemacht wurde. Diese ist entweder zu schnell getrocknet (Sonne, Wind) oder bekam Frost vor dem vollständigen Abbinden. Die genannten Ursachen verhindern eine vollständige Hydratation des Zementes.
Anscheinend wurde dann bei der Renovierung nicht oder nur unzureichend grundiert.
Aber geiles Foto. Entschuldige bitte, aber heute musste ich den Malermeister einfach mal raushängen lassen