Hallo Jens,
ich kann mir sehr gut einen Winkel aufmalen und plastisch vor Augen führen, zu welch unterschiedlichen Effekten geringes Verwackeln führt, je nachdem ob das Objekt 300 m oder 30 cm entfernt ist. Falls da mal irgend etwas geklingelt haben sollte, ist das schon sehr lange her.
Dass ein VR bei einem Tele prinzipbedingt nötiger ist als bei einem Weitwinkelobjektiv, war und ist mir daher klar.
Was mir bislang unklar war ist der Nutzen, den der VR bei einem Tele auch auf dem Stativ hat. Dies habe ich hier durch Herberts Link auf den Test von Fritz Pölking gelernt. Insofern hat also etwas geklingelt.
Daraus folgt aber nicht, dass ich auch verstanden hätte, warum Nikon das neue 24-70 nicht auch mit VR ausgestattet hat.
Wenn Du der Meinung sein solltest, dass dies wegen der kurzen Brennweite unnötig sei, bin ich nicht bei Dir. Verwacklungsunschärfe bekomme ich bei genügend langen Belichtungszeiten auch bei kurzen Brennweiten problemlos hin. Und so kurz sind 55 mm (beim 17-55) oder 70 mm (beim 24-70) ja gar nicht.
Ich denke, dass der hier schon erfolgte Verweis auf Canon zeigt, dass Nikons Auffassung keineswegs zwingend ist.
Gewichts- und Kostengründe können bei einem Objektiv der 1 kg- und 2.000 €-Klasse wie dem 24-70 m.E. keine Rolle gespielt haben. Warum also hat Nikon beim 24-70 auf VR verzichtet? Der wäre doch, selbst wenn technisch nicht zwingend geboten, doch zumindest als Marketinginstrument gut zu gebrauchen.
Insoweit hat bei mir noch nichts geklingelt. Aber vielleicht kannst Du ja die Glocke betätigen.
Viele Grüße
Volker