Erinnerungen ...

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sam25

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Wenn es Musik schafft, wenn es Musiker schaffen, mit Tönen Erinnerungen in mir wachzurufen, dann bin ich sehr ergriffen ....

Als Paul Simon gestern Abend im Zürcher Hallenstadion auf die Bühne trat und die ersten Töne spielte, dann war es um mich geschehen ...

Im Dezember 2013 hat mir meine Mutter eine Schachtel mit alten Fotografieren ihres Vaters in die Hand gedrückt und ich habe zusammen mit Simons Album Graceland einen Thread hier gestartet ...

Die Bilder rückten seit gestern erneut in mein Bewusstsein. Paul Simon schrieb nicht nur Musikgeschichte, er schrieb auch seine persönliche Geschichte und schreibe mit Paul Simon meine Geschichte ...

Nein, ich war noch nie in Afrika obwohl ich meine schon dort gewesen zu sein. Grossvaters Kamera waren zwei alte Kernkameras, welche ich hier auch schon vorgestellt habe. Als Strassenbauingenieur im damaligen Belgisch Kongo hat er Strassen geplant. Und so entstanden einmalige Aufnahmen aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, welche ich immer noch daran, sie digital festzuhalten.

Es ist Paul Simons grosse Kunst, sich Zugang zu den verschiedensten Musikstilen zu verschaffen, sie aufzunehmen, mit andern Genren zu mischen und sie eigen erklingen lassen. Er lädt die Zuhörer ein, sich in die Welt einzulassen, sich mit ihr auseinander zu setzen...

Als Kinder haben wir den Grossvater immer gerne besucht. Nicht nur weil er einen Fernseher hatte. Viele Akten und auch Fotos lagen im verrauchten Büro auf seinem Schreibtisch. Einige waren in Schubladen versteckt in Schachteln.

Ich war zu klein um dem Grossvater über Afrika zu sprechen, wie er die Menschen erlebte, was er genau machte. Aber Afrika war für mich das Büro des Grossvaters, die mir fremd erscheinenden Szenen auf dem Bilder. Seine mitgebrachten afrikanischen Souvenirs in der Vitrine haben wir als Kinder jedesmal bestaunt. Als Kind staunten wir und liessen unserer Fantasie freien Lauf ...

Es ist für mich dieses Album Graceland von Paul Simon, jene skurrilen Texte, jene Poesie, jene Kompositionen, die den Versuch wagen, (musikalische) Kulturen für mich fassbar zu machen. Und er brachte es auch gestern Abend so hinüber, dass ich einen Schritt weiter bin.

Meine Geschichte mit dem Grossvater ist nicht Paul Simons Geschichte. Aber seine musikalische Geschichte vermag mich wohlgeführt und begleitet in meine Geschichte eintauchen. Und dafür hat sich jede Sekunde des Konzerts mehr als gelohnt ...

Mit etwas Wehmut verliess ich gestern das Hallenstadion. Vermutlich habe ich den 75jährigen Musiker das letzte Mal live gesehen. Meine Bilder bleiben, respektive jene von meinen Grossvater. Und eines hat es mir besonders angetan. So vereint Musik, Poesie und Fotografie sich wieder zu einem Einzigen.





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