Hallo Jan,
Hallo Roland,
so ganz kann ich deine Probleme nicht nachvollziehen. Insbesondere, was die angeblich "zu bunten" Farben angeht. Vielleicht liegt das auch an deinem Monitor? Ist der kalibriert? Hast du deine D200 Files schon mal auf einem anderen Monitor angesehen? Durchaus denkbar, dass es für die D70 zufällig auf deinem Monitor gepasst hat, während dir jetzt die D200 NEFs zu bunt vorkommen.
Ich benutze einen Samsung-TFT den ich mittels Spyder kalibriert habe. Auf einem zweiten Rechner läuft ein NEC LCD 1980, ebenfalls mittels Spyder kal.. Der Eindruck ist auf beiden Systemen gleich.
Ich für meinen Teil finde, dass die neutrale Farbwiedergabe der D200 auch und vor allem bei Hauttönen eine der großen Stärken dieser Kamera ist. Richtig gemerkt und schätzen gelernt habe ich das allerdings erst, seit dem ich von meinem Laptop Monitor auf ein sehr gutes und teures externes LCD Display umgestiegen bin (NEC 2690 WuXi). Kameraeinstellungen sind bei mir (nach unzähligen Irrwegen) allesamt wieder auf "Normal", Farbmodus ist "II" und Standardarbeitsfarbraum in NX2 (und anschließend Photoshop) ist "eciRGB v2 ICCv4" (ist ein relativ großer Farbraum der gegenüber AdobeRGB den Vorteil eines erweiterten Rotspektrums (Hauttöne) besitzt und seinen Weißpunkt bei D50 hat, was meiner Monitorkalibrierung und dem Farbraum der D200 entspricht).
Dazu belichtet ich sehr knapp (viel Spotmessung), so dass Lichter und Mitteltöne meist passen. In NX 1 war es dadurch bedingt allerdings häufig ein Problem für mich, die Tiefen über die Tonwertkurve sauber hinzubiegen (D-Lighting fand und finde ich schrecklich). Der neue Schattenregler in NX2 bringt da jetzt aber schnell gute Ergebnisse. In der Regel ziehe ich ihn auch in den Bereich von + 10 hoch. Viel mehr muss ich für ein technisch einwandfreies Bild eigentlich auch nicht machen (manchmal noch zuvor Doppel-Schwellenwert korrigieren oder den Weißabgleich leicht korrigieren).Kontrollpunkte setzen, etc. ist dann Spielerei - aber für ein technisch einwandfreies D200 Bild eigentlich nicht nötig.
Bei der D70 waren die Pics direkt aus der Kamera (Normaleinstellung) wenn nicht alles 100% gepasst hat (Belichtung, Weißabgleich) einen Tick zu „flau“ (hat man ja früher oft gelesen). Korrigiert man Weißabgleich, Belichtung und ggf. die Tonwertkurve war´s einwandfrei.
Viele Pics aus der D200 wären schon direkt aus der Kamera o.k. und näher am gewünschten Endergebnis (reichlicher belichtet, Tonwertkurve voll ausgenutzt, „gut bunt“) aber die Tiefen sind heftig abgesoffen.
Jetzt habe ich aber weniger Möglichkeiten dies zu kompensieren da alles andere schon ziemlich ausgereizt ist.
Ein Aufhellen der Schatten ändert ja auch den gesamten Helligkeitseindruck des Bildes und beeinflusst den Farb-, Brillanz- und Kontrasteindruck (d.h. viel von den "optimalen Einstellungen" mach ich beim Ändern wieder "kaputt").
Dies wiederum kann/muss jetzt mit einer Anpassung der Mittelwerte, Kontraständerung oder Farbverstärkung kompensiert werden.
Es ist ein ständiges hin und her, Feinabstimmen, Einzelanwendungen wieder ändern/löschen bis das Bild passt…
Nicht selten passiert es mir (beim Vergleich mit dem unbearbeiteten Original) dass ich feststelle das Bild zwar heftig geändert, aber dem gewünschten Endergebnis nicht wirklich näher gekommen zu sein….
Dies stellt sich natürlich nicht bei jeder Aufnahme so krass dar, aber insgesamt ist mein Aufwand bez. EBV bei der D200 schon höher als früher bei der D70.
Ich habe den Eindruck die D200 ist im Vergleich zur D70 mehr auf „fertige Bilder aus der Cam“ getrimmt und dies wird mir zum Verhängniss.
Um meinen Eindruck mal anders auszudrücken:
Aus der D70 kamen zu 80% fertige Bilder, die restlichen 20% musste man per EBV herausarbeiten.
Die D200 liefert zu 95% fertige Bilder, aber um an die 100% hin zu kommen muss man erstmal die 15% „interne Bildoptimierung“ zurücknehmen um dann wieder per EBV die fehlenden 20% zuarbeiten zu können.
Gruß, Roland