einmal mehr: ungarn

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danny887

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auch wenn es sich ein bisschen langweilig anhören mag: seit jahren ziehts mich im mai nach ungarn, um dort das federvieh abzulichten. klar, viele arten sind alte bekannte, und auf der festplatte drehen sich mittlerweile unzählige reiher und rohrsänger - und trotzdem macht's jedes jahr aufs neue spaß.

zum einen, weil es immer noch ein paar offene rechnungen gibt (zum beispiel den pirol, den ich auch diesmal nicht erwischt habe), zum anderen aber, weil die fotomöglichkeiten in der region hortobagy enorm vielfältig sind: mal stehen wir im sonnenuntergang ungetarnt am seeufer und versuchen, seeschwalben zu erwischen, dann wieder lauern wir perfekt getarnt auf reiher, und am nächsten morgen knipsen wir aus dem auto rohrsänger. und zwischendurch machts einfach spaß, einem beutelmeisenmännchen dabei zuschauen zu dürfen, wie es den ganzen tag am nest herumflickt und darauf wartet, ob sich irgendwann ein weibchen gnädigst herablässt, das nest für gut genug fürs brüten zu erachten. fast ständig hört man kuckucke und pirole, am himmel kann man seeadler und schwarzstörche vorbeifliegen sehen, und ein tag ohne das hup-hup des wiedehopfs ist kaum vorstellbar.

eigentlich ist bei all dem das ergebnis fast zweitrangig - trotzdem will ich gerne ein paar bilder mit euch teilen. ich leg mal mit besagter beutelmeise los (übrigens: an unserem zweiten fototag hatte sein dauerndes flöten dann erfolg - beinahe zumindest. denn plötzlich tauchte wirklich das ersehnte weibchen auf. und die dame flog prompt ins gemachte nest. offenbar hat ihr die innenausstattung aber nicht zugesagt, denn so schnell, wie sie gekommen war, war sie auch wieder weg. und das männchen? war ein paar minuten still und hat sich dann den frust von der seele gesungen. ob er am ende noch eine partnerin gefunden hat, wissen wir leider nicht. gönnen würd ich es ihm.). also, hier ist das beutelmeisen-männchen:



 
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allgegenwärtig waren einmal mehr die rohrsänger. die gibts in ostungarn an wirklich jeder ecke, und rohrsänger zu fotografieren macht viel, viel spaß: von morgens bis abends singen sie sich die lungen aus dem hals, und wenn nicht gerade orkanböen wehen, dann klettern sie auch auf die oberen spitzen der schilfhalme. und dann muss man sie nur mit der kamera pflücken. das gilt übrigens auch für rohrschwirle, wobei es mir schwerfällt, deren sound als singen zu bezeichnen.

drosselrohrsänger:





schilfrohrsänger:





rohrschwirl:



 
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noch so ein inflationär vertretener schreihals: die schafstelze. die kommen auch in heerscharen vor, und viele von ihnen haben offenbar ein ästhetisches empfinden, denn sie neigen bisweilen dazu, sich recht hübsche singwarten auszusuchen. und wenn sie einmal weiß, wo sie gerne hocken und trällern, hat man meist leichtes spiel und kann sich licht und hintergrund passen auswählen:



 
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Klasse Fotos, Kommentare, die mich innerlich anspornen, die viele Assoziationen wecken, wäre schön, wenn du noch mehr Bilder zeigen würdest.

Martin
 
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gute rumhocker sind auch neuntöter und schwarzkehlchen - wobei für die würger die erste maihälfte noch ein bisschen früh ist. man merkt, dass es von tag zu tag mehr werden, aber noch sind längst nicht alle reviere besetzt. das gilt übrigens auch für die bienenfresser, die zwar schon da sind, aber noch nicht mit dem eigentlichen brutgeschäft in den kolonien begonnen haben.

neuntöter:



schwarzkehlchen:

 
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so viel zu den singvögel, deren enorme quantität wohl vor allem damit zu erklären ist, dass die landwirtschaft in ungarn noch nicht so hochgezüchtet ist wie bei uns. hier sind die felder noch kleinteilig, es gibt noch strukturreiche ackerrandstreifen, und viele bereiche sind brachflächen mit einem großen reichtum an wildblumen und kräutern.

dass in ostungarn aber auch reiher allgegenwärtig sind, hat zwei gründe: zum einen die überschwemmungsgebiete und altarme der theiß, zum anderen die fischteiche. insbesondere letztgenannte ziehen natürlich reiher magisch an, und so bekommt man (bis auf den kuhreiher) praktisch alle europäischen reiherarten zu gesicht (wobei rohr- und zwergdommel diesmal nur kurze begegnungen im flug waren).

silberreiher:





seidenreiher:



rallenreiher:



nachtreiher:





 
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Klasse Daniel.Meine Favoriten sind hier Beutelmeise und Rallenreiher :up: .Danke fürs zeigen.
 
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Wundervolle Fotos und vielen Dank, dass meine Daumen wieder bluten und ich nun erstmal keine mehr verteilen kann!
Ungarn scheint ein echtes Vogelparadies zu sein und du lieferst uns hier wirklich Feinkost ab! :up:
 
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Sehr schön, Daniel. Ich habe Ungarn zu meiner Liste der offenen Fotolandschaften hinzugefügt.
 
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Bilder und Bericht zusammen sind sehr schön. Mein Favorit: der Rallenheiher, vielleicht auch deshalb, weil ich ihn noch nie gesehen habe.
 
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Große Klasse die Beutelmeisenbilder und die Reiher.
Immer wieder gut, wenn auch Text dabei ist.

HaWe
 
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Gratulation zu den gelungenen Bildern!
Ungarn dürfte wohl ein ziemliches Paradies für die Vogelwelt sein.

Gibt es eigentlich eine ideale Zeit für Hortobagy (vor allem für Reiher und Rohrsänger)?
Ich überlege nämlich auch schon länger über eine Reise in dieses Gebiet nach, hab aber wenig Kenntnisse über diese Gegend.

Auf jeden Fall freue ich mich schon auch weitere Bilder von dir.

LG
Flo
 
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hallo flo,

für hortobagy gibt's nach meiner einschätzung zwei gute reise-zeiträume: einmal im späten frühling/frühsommer, also zwischen april und juni: dann ist bei den singvögeln (und auch den rohrsängern) viel los, weil sie ihre reviere abstecken und markieren, den nachwuchs füttern etc. und: im herbst, wenn die kraniche in hortobagy station machen. zudem werden dann etliche fischteiche abgelassen, was zu zielichen reiher-ansammlungen führen kann (weiß ich aber nur vom hören-sagen, ich war immer im mai dort).

hoffe, das hilft.

gruß,
daniel
 
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