Eine Kirche aus Betonklötzen - die "Wotruba"

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rollertilly

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Abschluss meines Wienaufenthaltes war ein Kirchenbesuch der anderen Art. Also der Besuch war normal, die Kirche war eine der anderen Art.

Im Wiener Stadtteil Mauer im 23. Bezirk wurden 1974 bis 1976 nach einer Idee des Künstlers Fritz Wotruba 152 völlig unterschiedliche rohe Beton-Blöcke zwischen 0,84 m3 (1,84 t) und 64 m3 (141 t); aufeinandergetürmt. Die verbliebenen Zwischenräume wurden mit Glas geschlossen, vorne kam eine Tür rein und fertig war die "Kirche zur Einigsten Dreifaltigkeit". So ungefähr war das.

"Etwas gestalten, das zeigt, dass Armut nicht hässlich sein muss, dass Entsagen in einer Umgebung sein kann, die trotz größter Einfachheit schön ist und auch glücklich macht.", war das Ziel des Künstlers. Ah ja.

Vielleicht fehlt mir hier dann doch das Kunstverständnis. Ich hatte von der Kirche vorher noch nie etwas gesehen oder gehört, entsprechend erstaunt war ich bei ihrem Anblick. Im ersten Moment hat es mich doch viel mehr an Thomas [MENTION=60830]logware[/MENTION] Besuch in Kryle erinnert. Aber gut, nähern wir uns dem Ding. Mag sein, dass der graue Himmel den trostlosen Eindruck noch unterstrichen hat.


#1


wotruba no 01 by Stefan, auf Flickr​
 
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Noch ein Blick nach oben ...


#8


wotruba no 08 by Stefan, auf Flickr



... und einer von hinten.


#9


wotruba no 09 by Stefan, auf Flickr​



Ich weiß ja nicht, ob das auch ins Konzept gehört, aber die Kirche hat auf mich einen extrem ungepflegten Eindruck gemacht. Riesige Spinnweben in den Ecken, dreckige, zum Teil angelaufene Scheiben und ein Sammelsurium verschiedenster, selbstgestalteter Flyer unordentlich in allen Ecken. Außen kommt noch dazu, dass Beton mit der Zeit eben auch verwittert und irgendwie dreckig wirkt.

Ich würde mich hier nicht wohl fühlen. Vielleicht lags ja auch am Kontrast zur vorher besuchten Otto-Wagner-Kirche in diesem Thread.
 
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Stefan,

das Kirchlein ist wirklich nicht alltäglich.

Vielleicht sieht so die Kirche der Zukunft aus,
schlicht, vandalismusresistent und preiswert im Unterhalt.
 
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Genauso interessant wie häßlich. - Wobei, von hinten hat dieses Bauwerk sogar etwas.

Beim Blick über die Sitzreihen nach vorne muß man aber fürchten, von den Betonblöcken erschlagen zu werden. Genauso der Eindruck von außen, Eingangsseite, ich meine Bild 2. "Hoffentlich bricht das nicht genau in dem Augenblick zusammen, wenn hinter mir die Tür zuschlägt."
Und das bei einer Kirche...

Gruß, Christian

Edit schimpft mit mir, weil ich nur über den Bau geschrieben, aber nicht deine Bilder gewürdigt habe. - Sie geben einen sehr guten Eindruck wider, sowohl von innen als auch von außen - danke!
 
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Ein spannender Bau, nicht alltäglich und sicher nicht mein "Geschmack"...
Aber tolle Bilder mit sehr schöner und authentischer Wirkung hast Du da gemacht, danke ... :up:
 
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Ich hab´s ja weder mit Kirchen noch mit Kunst.
Bei dieser hier finde ich einzig den Notausgang mit Blick in die Bäume sympathisch.

Geborgenheit?

Kopfschüttelnd,
Sylvia
 
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Dass moderne Kirchen nicht zwingend hässlich sein müssen, zeigt die Kirche von Mario Botta in Mogno im Tessin, aber dieser Betonklotz ... mir fehlen die Worte.

Aber danke für diese (beklemmenden) Eindrücke.

Gruß Dirk
 
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"Etwas gestalten, das zeigt, dass Armut nicht hässlich sein muss, dass Entsagen in einer Umgebung sein kann, die trotz größter Einfachheit schön ist und auch glücklich macht.", war das Ziel des Künstlers. Ah ja.

Zum Zeitpunkt der Entstehung der Kirche wird das vermutlich auch geklappt haben. Zur damaligen Zeit hat es vielfach Kirchenneubauten gegeben, die architektonisch bewußt mit traditionellen Formen gebrochen haben. Grundsätzlich ist das doch ausgesprochen spannend. Denkt man sich die Betonquader jetzt in einen nicht verwitterten oder geweißten Zustand, dann halbwegs freundliches Licht bzw. Sonnenschein: und schon sieht das völlig anders aus, die Licht-/Schattenwürfe in der Kirche dürften ausgesprochen spannend sein. Dass der verlotterte Zustand nicht gerade charmant wirkt, läßt sich natürlich trotzdem nicht übersehen.

Ich persönlich finde so eine Kirche allemal wesentlich spannender als traditionelle klerikale "Duchschnittsbauten", vom gedanklichen und spirituellen Ansatz mal ganz abgesehen. Jedenfalls ausdrücklich Danke für die Bilder von diesem aussergewöhnlichen Bauwerk!
 
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Warum die Kirche so aussieht, wird einem erst dann etwas verständlicher wenn man um die Entstehungsgeschichte und die Biografie der Stifterin Margarethe Ottillinger weiß. Da geht´s um Krieg, Not, Verrat, Gefangenschaft etc.
 
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Vielen Dank euch allen. Freut mich, wenn meine Bilder zum Nachdenken oder Diskutieren anregen.

Vielleicht lag es ja wirklich am grauen Himmel zum grauen Beton, der meinen allerersten (und bleibenden) Eindruck prägte. Aber einen großen Anteil hatte auch die Ungepflegtheit der Kirche, der Schmutz, die Spinnweben, die schmutzigen Fenster.

"Gute Pflege, Herr Doktor.", das war irgendwann man DER Satz in einer Zahnpastareklame. Der "Wotruba" täte es auch gut.
 
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Moin Stefan
danke fürs mitnehmen und zeigen :up:
ich habe soweit mit "Kirche" wenig mit nix am Hut...
aber eigentlich sollte doch eine Kirche, meine jetzt das Gebäude, einen warmen einladenden Eindruck übermitteln. Durch eine offene helle Bauart die Menschen zum betreten einladen.
Aber dieser hässliche Betonklotz wirkt auf mich abweisend und kalt, ja lieb- und leblos. Nur bei einem Unwetter der Kategorie 5 käme ich auf die Idee dort Schutz zu suchen
Aber einige Leute mit "Namen" haben ja überall ihre Narrenfreiheit, kaum einer
wagt dann zu sagen "was ist das für ein sch..." weil man dann ein "Kunstbanause" ist
 
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Du liebe Güte, Deine Fotos sind sehr gut, aber die Kirche eine Hässlichkeit.
 
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