Die nördlichste Großstadt der Welt...

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Odie

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...ist lt. Wiki St. Petersburg in Russland! Und genau dahin geht die Reise mit der Hostentaschen P7000 . Genauer gesagt bin ich da nicht zum Urlaub machen sondern um Geld zu verdienen. Sprich unser Vertrieb erobert gerade den Russischen Markt. Noch genauer: Mein Arbeitsplatz in den letzten und wohl auch noch ein paar weitere Wochen dieses Jahr ist die Polytechnische Uni in St. Petersburg. Von Stuttgart über Frankfurt ist es ja ein Katzensprung bis in die Stadt der weisen Nächte. Gut vorbereitet mit warmen Klamotten und Schuhen kann es losgehen. Der Wetterbericht verspricht mit -12 bis -20 Grad einen warmen Februar!

St. Petersburg ist mit seinen 5 Millionen Einwohnern die 2. grösste Stadt Russlands und die grösste nördlichste Stadt der Welt. Immerhin liegt die Stadt auf der Höhe von der Südspitze Grönlands!

Auf alle Fälle holt mich der Fahrer vom Hotel pünktlich ab. Für eine Fahrt vom Flughafen zum Hotel sind 45 Minuten veranschlagt. Wir sind in 26 Minuten da . Anscheinend wird hier wohl etwas sportlicher gefahren. Überholt wird wo es Platz hat (der Fussgängerweg ist eine Verlängerung der Fahrbahn) und rote Ampeln deuten irgendwie nur darauf hin das mit erhöhtem Fussgänger Vorkommen auf der Strasse zu rechnen ist....

Nächste Tag geht´s los. Mit dem Taxi machen die 1,6KM zur Uni keinen Sinn, da man auch mit dem benutzen der Fussgängerwege wohl im Stau steht. Also Stiefel geschnürt und auf gehts...Unterwegs kann man die Soviet Architektur bewundern:


"Sieht aus wie bei Stalker" sagt mein Kollege nur....ich gebe ihm recht...Der Uni Campus empfängt einen mit dem pompösen Hauptgebäude:


Die Uni hat neben Herrn Antonov noch so manchen Nobelpreisträger hervorgebracht und wurde im Jahre 1902 gegründet. Aus dieser Zeit sind auch nahezu alle Gebäude. Böse Zungen behaupten das diese sogar noch im original Zustand von 1902 sind...Zuminderst die Zentrale Heizanlage ist es wohl:


Da hier ca 30.000 Studenten unterwegs sind und bei den Russkis es eh alles immer eine Nummer grösser sein darf kann man sich auf dem Campus wirklich verlaufen beim ersten mal. Also hier lang:


"Unser" Gebäude soll frisch gebaut sein und wurde wohl vor kurzer Zeit vom El Capitano Putin himself eingeweiht. Und siehe da:



Kann man nicht meckern!



Nur der Ordnung halber...Um das Wissenschaftliche Forschungsobjekt im Wert einer 7 stelligen Summe geht es:



Und SO sieht es in dem Vorzeigeobjekt aus. Fotos sind mit dem Handy gemacht und sind nur zur Erheiterung gedacht. Wer mit Elektrik oder Arbeitstechnischer Sicherheit etwas zu tun hat sollte schnell wegschauen:


Das links was da so rumbaumelt ist der 3 Phasige Lichtschalter mit Siemens Lufthaken angebracht:
 
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Dann lass uns gern mitreisen!

Ging ja schnell

OK also erstes Freie Wochenende. Noch dazu Montag Feiertag. Die Russen machen das ganz clever. Fällt ein Feiertag auf Sonntag ist automatisch Montag auch Feiertag. :up:

Also los mit der U-Bahn (den Autofahren haben wir gelernt ist ein anderes Abenteuer). Die U-Bahn selbst ist auch so eine Sache. Das ist ein Kapitel für sich. Kleiner Vorgeschmack:


Die U-Bahn selbst wurde in den 50er Jahren geplant und gebaut. Dabei wurde die U-Bahn in Moskau als Vorbild (wie halt bei jeder U-Bahn in Russland) genommen. Sprich die meisten Bahnhöfe sind a) seeeeeehr weit unten und b) ziemlich pompös und protzig gebaut. Tief weil sie im Falle eines Falles auch als Atombombensicherer Bunker genutzt werden sollten. Somit ist der nach dem meisten Quellen tiefste U-Bahnstation der Welt hier vor Ort. Die Adminiralität mit knapp 100m. Aber wiegesagt U-Bahn is n anderes Kapitel.

Da ich ja aus der Schwäbischen Provinz komme sind solche Millionen Städte nicht so ganz normal für mich Rein in die Bahn und auf den Newsky. Das ist praktisch die Zentrale Strasse. Sagt zuminderst unser Reiseführer den wir aus dem Netz geladen haben. Und unweit des Newsky wird auch ein altes schwäbisches Sprichwort zur Realität: Schwaben trifft man auf der ganzen Welt:


Nach einer kleinen Stärkung gehts dann gegenüber in die Blutskirche. Die Blutskirche ist wohl Sightseeing Objekt Nr1. Egal, trotzdem gigantisch. Die Kirche wurde 1883-1912 gebaut. Genau an der Stelle wo man den guten Alexander den 2 gemeuchelt hat:


Leider gehts im inneren zu wie in einer Transall der Fallschirmjäger...dicht gedrängt wird man vorwärts geschoben und ehe man es merkt ist man wieder im Freien. Auch merkt man doch schon wie schnell man mit der Hosentaschen P7000 an die Grenzen kommt und vermisst das Stativ auch sehr schnell.



 
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Über die vielen Brücken der Newa auf denen man noch viele Symbole der alten Zeit finden kann gehts dann weiter:



Isaak Kathedrale:

Wurde zwischen 1707 mehrmals gebaut, verändert, abgefackelt, neu gebaut etc. Gilt heute als einer der grössten Kuppelbauten der Welt. Mit etwas über 100m Höhe und 26m Durchmesser schon eine Hausnummer.



Vorbei an der Admiralität:


Die Kasaner Kathedrale. Böse Zungen behaupten das im Vatikan nur eine Kopie dieser Kathedrale steht. :winkgrin:


Und natürlich der obligatorische Winterpalast. Sprich das Neu Schwanstein Russlands....
 
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Wirklich interesant ist der Mix auf der Strasse zwischen prunkvollen Gebäuden aus vergangenen Tagen, dem Betonmix der Soviets und den neuen Bauten.







Auch beeindruckend das es wohl mehr Kirchen gibt als Kneipen in der Düsseldorfer Altstadt...




Next to see? Peter und Paul Festung. Unnötig zu erwähnen das hier auch geklotzt wurde was das Zeugs hällt. Tief im Herzen von St. Petersburg liegt auf einer eigenen Insel die Festungsanlge. Gebaut von 1703 bis 1740. Seit 1720 mit einem berüchtigsten Knast versehen liegen hier in der Kapelle auch einen ganzen Haufen von Königlichen begraben. Schon ziemlich "interesant" das nahezu keiner der Blaublütigen einen natürlichen Tod fand.





Und der berüchtigte Knast:




Und überall wieder die Vergangenheit:
 
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So zum Thema U-Bahn...Finde ich alleine schon eine Sehenswürdigkeit in Russland. In der Regel denkt jeder bei dem Wort U-Bahn an zugesprayte und total versiffte Bahnsteige die zugemüllt wenig einladend sind. Wen ich da so an manche Stuttgarter U-Bahn Station denke...Ist wohl in Russland "geringfügig" anders.

Die U-Bahn bzw hier Metro genannt besteht aus 5 Linien. Die erste wurde 1955 erbaut. Aufgrund der Tatsache das die gesamte Metro auch als Luftschutzbunker gedacht war und die Tatsache das der Boden ziemlich schlammig ist, ist die Metro St. Petersburg die tiefste der Welt. Wiegesagt die tiefste Station ist mit knapp 100m Tiefe die tiefste der Welt. Auf der einen Seite ganz imposante Geschichte wen auf der Rolltreppe 3-5 Minuten bis nach unten brauchst. Bei täglich über 2,8 Millionen Fahrgästen darf man sich besser nie die Frage stellen "was machen die den wen hier mal was passiert"...lieber nicht nachdenken.

Aber egal..die Stationen sind nach Moskauer Vorbild ziemlich pompös gebaut. Und wen man sonst über die Soviet Architektur nur ein müdes Lächeln übrig hat und auch den sonstigen Baupfusch und typischen Ostblock Schlendrian noch im Gedächtniss hat dann wird man hier angenehm überrascht. Die Detailverliebtheit ist schon beeindruckend. Wo bitte gibts in Deutschland solche Kronleuchter?



Wir reden von einer popligen U-Bahn Station und nicht von einem Schloss!

Man beachte auch die Details an der Decke, die Säulen. Nur schade das soviel Leute rumrennen


Alles bestens in Schuss gehalten, Marmor (gehe ich von aus. Könnte auch ein Ersatz Imitat sein....wer weiss ) auf Hochglanz poliert, kein Müss, keine Sprayer, kein Geschmiere...



Auch das System ist klasse. Man bezahlt 31 Rubel (zur Zeit ca 45 Cent) und kauft sich eine Münze. Mit der Münze kann man so lange und so weit fahren wie man lustig ist. Solange man die Rolltreppe nicht hoch fährt oder die Endstationen anfährt (hier MUSS man raus) kann man wirklich mit dieser einen Münze den ganzen Tag fahren mit jeder Linie. Hier nix mit Tarifzone auswählen, Ticket entwerten in der Bahn und wehe du hast dich am undurchsichtigen Ticketautonaten verdrückt und wirst dann beim unbewussten Schwarzfahren erwischt...gibts hier nicht. Ebensowenig wie Toiletten (die stehen oftmals drausen vor dem Bahnhof) und Fahrkarten Kontroletties....

Alles Einsteigen:


Und wen das Bild mal so aussieht:


Ist das kein Problem. Die nächste Bahn kommt schon im 60 oder 90 Sekunden Takt. Aus dem Grund gibts auch keine Fahrpläne.

Der rote Stern darf auch nicht fehlen:


Ich bin wirklich 4 Stunden lang nur die Linie 1 abgefahren und hab versucht die schönsten Stationen abzulichten...War genau das richtige für einen total verregneten Sonntag Mittag.






 
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Für mich zuminderst auch eine sehr interesante Geschichte:

Der Warschauer Bahnhof bzw das Oktoberbahnmuseum. Der Warschauer Bahnhof ist von 1851 bis 1860 erbaut worden und hat wie der Name schon sagt die Stadt mit Warschau verbunden. Der Kopfbahnhof wurde 2001 geschlossen und Jahre später renoviert. Heute ist einen langweilige Shopping Mal darin. Die Bahngleise liegen z.T. noch ausserhalb des Gebäudes. Und hier beginnt das Oktoberbahnmuseum. Eintritt liegt bei 150 Rubel plus 50 Rubel für eine Fotolizens. Bezahlen und rein!

Auch hier gilt: Es ist faszinierend wie detailverliebt die Soviets waren:


Auch sehr interesant (und gleichzeitig auch erschreckend) ist die Waffentechnik. Neben Eisenbahngeschützen und Flak Panzerzügen steht auch ein Atomzug rum. Diese Züge wurden im Kalten Krieg dazu eingesetzt und die Atomwaffen zu tarnen. Die Idee stammt noch aus dem 3. Reich. Wurde aber von den Soviets umgesetzt. In einem Güterzug wurden Atomraketen verbaut die von den Nato Aufklährern nicht von normalen Güter/Kühlzügen unterschieden werden konnten. Noch erschreckender ist das die aktuelle Regierung dieses Projekt (da es wohl eben NICHT unter den Start Vertrag fällt) wieder anlaufen lassen will und bis 2020 neue Atomzüge bauen will.

Wer mehr darüber wissen möchte: http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnraketenkomplex
Und: https://www.youtube.com/watch?v=k_LN-2M21Hw



Neben alten Schinken mit Dampf gibt es über die schnellste Diesellok der Welt (271KM/H) bis hin zu Russischen ICE´s aus den 90ern gibt es nahezu alles zu sehen.






Ein Wagon mit der die Russische Olympia Mannschaft zu einer Olympiade (zu mehr reichte mein russisch leider nicht aus) gereist ist:


Schon lange kein Zug mehr eingefahren:


Nein....kein US Strassenkreuzer, russische Lok:
 
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Eine faszinierende Stadt! Ich war vor ein paar Jahren dort.
Danke für die Erinnerungen!

Übrigens, in der U-Bahn solltest du beim Fotografieren etwas vorsichtig sein. Als ich dort war, war das streng verboten!
 
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Übrigens, in der U-Bahn solltest du beim Fotografieren etwas vorsichtig sein. Als ich dort war, war das streng verboten!

Dann war es VOR 2009 Den es war in der Tat bis dahin verboten. Aber heute nicht mehr. Das Problem ist hierbei das es diverse Angestellte nicht wissen. Ich bin in der Tat 2 mal zwar höfflich aber SEHR bestimmend darauf aufmerksam gemacht worden das fotografieren verboten wäre. Diskutieren fand ich aber relativ zwecklos. Also sich lieb entschuldigen und ab in die nächste Bahn. Das extra von der Stadt runtergeladene Zettelchen das es erlaub ist hatte ich zwar in der Tasche, aber wiegesagt Diskusionen vermutlich zwecklos.
 
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