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Nach 13 Jahren endet der Betrieb des Deutschen Fotomuseums am bisherigen Standort in Markkleeberg. Nur noch bis zum 27. September 2026 soll das Museum geöffnet bleiben. Seine Sammlung umfasst mehr als 70.000 Fotografien und rund 3.000 historische Kameramodelle. Wie und wo diese Sammlung künftig öffentlich zugänglich sein wird, ist derzeit offen.

Update, 9. September 2026, 12:33 Uhr: Inzwischen liegt Netzwerk Fotografie eine Stellungnahme der Stadt Markkleeberg vor. Die Stadt widerspricht der Darstellung, dass die bisherigen Museumsräume künftig vom Amt für Kultur und Tourismus genutzt werden sollen. Der Artikel wurde entsprechend ergänzt.


Das Deutsche Fotomuseum in Markkleeberg ist nur noch bis zum 27. September 2026 geöffnet. Foto: Robert Geipel

Letzter Öffnungstag ist der 27. September​

Das Deutsche Fotomuseum hat mitgeteilt, dass es nur noch bis zum 27. September 2026 besucht werden kann. Nach Darstellung des Museums hat die Stadt Markkleeberg den Mietvertrag gekündigt, um das Gebäude künftig selbst für das Kulturamt zu nutzen. Dieser Darstellung widerspricht die Stadt auf Nachfrage von Netzwerk Fotografie. Nach Auskunft von Oberbürgermeister Karsten Schütze ist nicht beschlossen, dass das Amt für Kultur und Tourismus die bisherigen Museumsräume nutzen wird. Der Mietvertrag selbst läuft nach Angaben der Stadt noch bis zum 31. Dezember 2026. Dass der Museumsbetrieb bereits Ende September endet, sei von Anfang an vorgesehen gewesen: Das letzte Quartal werde für die Räumung des Mietobjekts benötigt.

Die Vorgeschichte reicht allerdings deutlich weiter zurück. Bereits Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass der Mietvertrag nicht fortgeführt werden soll. Ende Januar berichtete der MDR, dass Oberbürgermeister Karsten Schütze eine Zukunft des Museums in Markkleeberg zu diesem Zeitpunkt noch für möglich hielt. Voraussetzung sollte ein neues, tragfähiges Nutzungskonzept sein.

Eine weitere Nutzung des Gebäudes durch das Museum ist zumindest nicht ausgeschlossen: Wie die Stadt gegenüber Netzwerk Fotografie erklärt, kann sich der Verein für eine weitere Nutzung des Gebäudes bewerben.

Die Zukunft des Museums beschäftigt die Stadt schon länger​

Bereits 2025 beschäftigte sich die Stadt mit der zukünftigen Ausrichtung des Fotomuseums. Aus den Sitzungsunterlagen geht hervor, dass Museumsleiter Andreas J. Mueller ein Zukunftskonzept vorstellen sollte. Auch externer Sachverstand des Kulturraums Leipziger Raum sollte hinzugezogen werden, bevor der Stadtrat über die weitere Zukunft entscheidet.

Gleichzeitig ging es um das Gebäude selbst. Die Stadt ist Eigentümerin und beschäftigte sich unabhängig von der zukünftigen Nutzung mit dessen Sanierung. In den damaligen Beratungen wurde ausdrücklich die Frage aufgeworfen, ob Investitionen sinnvoll seien, solange die weitere Nutzung noch nicht geklärt sei. Oberbürgermeister Schütze verwies dagegen auf die notwendige Werterhaltung des städtischen Gebäudes. Noch im Februar 2026 bestätigte der Technische Ausschuss mehrheitlich die Entwurfsplanung für die Dachsanierung des Deutschen Fotomuseums.


Seit 13 Jahren zeigt das Deutsche Fotomuseum in Markkleeberg Fotokunst, Fotogeschichte und historische Kameratechnik. Foto: Robert Geipel

Auch finanziell zog sich die Stadt nach der Entscheidung über den Mietvertrag nicht sofort zurück. Noch im April 2026 beschloss der Verwaltungs- und Finanzausschuss Zuwendungen für Sach- und Personalkosten sowie für die Bewirtschaftung des Deutschen Fotomuseums.

Mehr als 70.000 Fotografien und 3.000 Kameras​

Mit der Schließung endet eine 13-jährige Ausstellungsgeschichte am bisherigen Standort. Nach Angaben des Museums wurden in dieser Zeit 46 Sonderausstellungen gezeigt. Die Sammlung umfasst mehr als 70.000 Fotografien und rund 3.000 historische Kameramodelle aus drei Jahrhunderten.

Das Museum verbindet dabei zwei Seiten der Fotografie: die Geschichte fotografischer Bilder und die technische Entwicklung ihrer Entstehung. In den Ausstellungen waren unter anderem Arbeiten von Helmut Newton, Elliott Erwitt, August Sander und Man Ray zu sehen. Auch die Stadt Markkleeberg beschreibt das Haus auf ihrer Website als Ort deutscher Fotogeschichte und internationaler Fotokunst.


Fotografien und historische Kameratechnik gehören zur umfangreichen Sammlung des Deutschen Fotomuseums. Foto: Robert Geipel

Was wird aus der Sammlung?​

Diese Frage ist derzeit noch nicht abschließend beantwortet. Bereits Anfang 2026 war die Zukunft der Sammlung Thema, nachdem bekannt geworden war, dass der Mietvertrag nicht fortgeführt werden soll. Zu diesem Zeitpunkt hielt die Stadt einen Verbleib des Museums in Markkleeberg unter bestimmten Voraussetzungen noch für möglich. Mit dem Ende des regulären Museumsbetriebs stellt sich nun umso dringlicher die Frage, wie es mit Museum und Sammlung weitergeht. Wohin die umfangreiche Sammlung nach der Räumung kommt und wann sie wieder öffentlich zugänglich sein wird, ist derzeit nicht bekannt.

Auf Nachfrage von Netzwerk Fotografie teilte die Stadt nun mit, dass der Verein sich für eine weitere Nutzung des Gebäudes bewerben könne. Ob dies geschieht und unter welchen Voraussetzungen ein weiterer Museumsbetrieb am bisherigen Standort möglich wäre, geht aus der Antwort der Stadt allerdings nicht hervor.

Damit bleibt die Zukunft des Deutschen Fotomuseums und seiner Sammlung weiterhin offen. Fest steht zunächst nur, dass der reguläre Museumsbetrieb am 27. September endet und das letzte Quartal 2026 für die Räumung vorgesehen ist.

Günter Rössler zum Abschied​

Noch bis zum letzten Öffnungstag zeigt das Deutsche Fotomuseum eine Sonderausstellung mit Aktfotografien von Günter Rössler. Der Fotograf wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Bis zum 27. September 2026 kann das Deutsche Fotomuseum in Markkleeberg noch besucht werden. Geöffnet ist täglich außer montags von 13 bis 18 Uhr. Das Museum befindet sich in der Raschwitzer Straße 11.
 
Zuletzt bearbeitet:

Update: Das sagt die Stadt Markkleeberg​

Inzwischen hat uns die Stadt Markkleeberg auf unsere Presseanfrage geantwortet. Wir haben den Artikel entsprechend aktualisiert.
Drei Punkte sind dabei besonders wichtig:
  • Der Mietvertrag für das Gebäude läuft noch bis zum 31. Dezember 2026. Nach Angaben der Stadt war von Anfang an vorgesehen, den Museumsbetrieb Ende September einzustellen und das letzte Quartal für die Räumung zu nutzen.
  • Die Stadt widerspricht der Darstellung, dass die bisherigen Museumsräume künftig vom Amt für Kultur und Tourismus genutzt werden sollen. Auf unsere entsprechende Frage antwortete sie ausdrücklich: „Nein.“
  • Eine weitere Nutzung des Gebäudes durch das Museum ist zumindest nicht ausgeschlossen. Nach Angaben der Stadt kann sich der Verein für eine weitere Nutzung des Gebäudes bewerben.
Offen bleibt damit weiterhin, wie es mit dem Deutschen Fotomuseum und seiner umfangreichen Sammlung nach dem 27. September konkret weitergeht.
 
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