Der Fotograf Sebastião Salgado, 64, lebt für seine Sozial-Reportagen
monatelang unter Armen, in der Wüste oder im Dschungel.
Doch wie entstehen seine Bilder?
Sie sind bekannt dafür, dass Sie ausschließlich mit Schwarzweißfilmen arbeiten…
…soll ich Ihnen was verraten? Ich habe angefangen, digital zu fotografieren.
Wie bitte?
Die Qualität der Filme hat extrem nachgelassen. Früher hatten Schwarzweißfilme
einen hohen Silberanteil. Silber ist aber teuer. Vor zwanzig Jahren war die Qualität
eines Kleinbildnegatives besser als heute die Qualität eines Mittelformats, das
dreieinhalb Mal so groß ist. Man kann das an den alten Abzügen sofort sehen.
Wie verändert das Ihre Arbeit?
Erstaunlicherweise ändert es gar nichts. Ich mache Kontaktbögen wie mit den Filmen,
ich nehme mir die Lupe und suche die Bilder aus. Dann werden Arbeitsabzüge in 13
mal 18 gemacht, der einzige Unterschied ist, dass die Basis nicht mehr chemisch,
sondern physikalisch ist.