Was Du mit F90/SB25 an Ergebnis erzielt hast, kannst Du mit DSLR und aktuellem Blitz heute "plug'n'play" erzielen. Nur ist Dein "perfekt" nicht unbedingt "schön", und bei "schön" muss man sich eben mit den Einstellungen befassen. Das lasse ich so nicht gelten.Es ist doch schon grenzwertig, sich bei seiner neuen DSLR damit auseinanderzusetzen, was man tun muss, damit der Blitz perfekt arbeitet. Was bringt mir das gegenüber einer inzwischen beinahe 25 Jahre alten F90 mit nem SB25, die auf einem Diafilm 36 perfekt geblitzte Bilder raushaut?
Früher(TM) gab es keine 100%-Ansicht, vor der man mit der Nasenspitze kleben konnte. Da haben wir den Fehlfokus, den heute jeder überall meint zu sehen, überhaupt gar nicht als solchen identifiziert. Mach einfach 13x18-Abzüge wie früher und sie werden alle perfekt scharf sein.Wo ist der Mehrwert, sich ständig mit Front- und Backfokus herumzuschlagen anstatt wie früher seine Optiken zu benutzen bis sie auseinanderfielen?
Nicht jeder Fortschritt ist ja besser. Aber auch vor 30 Jahren gab es schon Fehlentwicklungen...Dafür brauche ich 3 Klicks um die Anrufenden aus der Gesprächsliste zu fischen. Mein altes Standard-ISDN-Systemtelefon des gleichen Herstellers hat dafür eine Systemtaste. Das wars. Wie erkläre ich das einem Kunden der für das Topmodell 549 Euro hingelegt hat?
Es liegt an jedem selbst, wie weit er sich diesen Reizen öffnet und dem Konsumdruck nachgibt. Mancher kauft jedes Jahr ein neues Mobiltelefon, andere ersetzen es erst, wenn es buchstäblich auseinanderfällt. Der eine dabei ist Konsum-Junkie, der andere extrem vernünftig (aber wird dann natürlich von den großen Technologiesprüngen erschlagen und findet sich mitunter nicht mehr zurecht).Dass wir in einer ständigen Reizüberflutung leben, die einen Konsumdruck ausübt und uns ständig überrollt, wird niemand ernsthaft bestreiten. Ich bin jedenfalls sicher, dass dies auch einen ernsthaften Anteil an den immer häufigeren psychischen Erkrankungen hat.
Was die psychischen Erkrankungen angeht: man sollte sich als Laie nicht davon blenden lassen, dass heute sehr viel mehr als "psychische Erkrankung" klassifiziert wird, was vor 20 oder 30 Jahren gar nicht als solches erfasst wurde. Außerdem ist eine florierende Branche von Psychotherapeuten entstanden, die alle was zum Therapieren brauchen, und in manchen Pharmaunternehmen sitzen nicht allzu moralbehaftete Leute, die sehr erfinderisch dabei sind, für einen neu entwickelten Arzneistoff eine passende neue psychische Erkrankung zu (er)finden, etwas salopp ausgedrückt, und damit den Therapeuten wieder neues Futter liefern. Man muss diese globalen Zahlen also sehr genau nach den einzelnen Erkrankungen differenzieren und sollte keinesfalls Depressionen mit Psychosen in einen Topf mischen. Mit solchen undifferenzierten Zahlen lässt sich fast jede beliebige Aussage scheinbar unterfüttern und das "immer häufiger..." wird so zum nicht mehr hinterfragten "Faktum".
CB
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