D700 oder D750

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Ralfou

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Guten Morgen und frohes neues Jahr!

Ich möchte mir eine Vollformat-Nikon zulegen, um damit meine alten analogen AI-S-Objektive ohne "Brennweitenumrechnung" nutzen zu können. Hier stehe ich vor der Wahl zwischen der D700 und der D750, beide natürlich gebraucht. Die technischen Daten habe ich schon verglichen, da sticht die neuere D750 natürlich die D700.

Nun habe ich aber irgendwo gelesen, ohne es genau nachvollziehen zu können, dass die D700 speziell für den Einsatz von analogen Objektiven praktischer beim Objektivwechsel ist. Kann mir jemand das bitte genauer erklären:

  1. Wie ist genau das Vorgehen beim Objektivwechsel bei beiden Kameras? Was muss man dann jedes Mal noch einstellen?
  2. Welche Kamera haltet Ihr für den Einsatz von analogen Objektiven für geeigneter?
  3. Im Anschluss habe ich beschrieben, wie ich fotografieren möchte. Haltet Ihr meine Kamerawahl vor diesem Hintergrund für sinnvoll?

Kurz zu mir als Fotograf:
Zuletzt habe ich bewusste Fotos mit meiner FM 3A gemacht bis Mitte der Nuller-Jahre, danach fotografierte ich mit Digitalknipsen und zuletzt eigentlich nur noch mit dem iPhone aus Bequemlichkeit. Analog kam ich am besten mit der Zeitautomatik zurecht, da ich viel mit der Tiefenschärfe gespielt habe, Feinjustierungen der Zeit nahm ich dann, auch dies aus Bequemlichkeit bzw. wegen der Schnelligkeit, mit dem für mich irrsinnig praktischen Messwertspeicher.

Meine Objektive: Nikkor 24mm 1:2.8 AI-S; Nikkor 50mm 1:1.4 AI-S; Nikkor 105 mm 1:2.5; Tamron 28 - 200mm 1:3.8 - 5.8 AF Asperical XR (IF)

Insgesamt bin ich Amateur, habe schon ein Auge für Bildkompositionen und spiele gerne mit dem Licht, technisch möchte ich aber nicht zu tief in die Materie einsteigen müssen, und auch nicht viel vor jedem Foto einstellen müssen. Im Grunde möchte ich auch mit einer FX so fotografieren wie zuvor analog: Motiv manuell scharfstellen, Blende manuell wählen, kurz die vorgegebene Belichtungszeit abwägen und bei Bedarf fix nachjustieren, abdrücken - fertig. Die ganzen Programmautomatiken interessieren mich nicht, die habe ich schon bei den Digi-Knipsen ignoriert, weil ich sie einfach nicht verstanden habe, ihnen auch eher misstraut habe und sowieso nicht vor jedem Bild aufwändig rumfuhrwerken wollte.

Ich möchte nun mit FX fotografieren, da ich wieder bewusst Fotos mit dem Objektiv meiner Wahl machen möchte, auch mit einem vernünftigen Blitz. Wahrscheinlich müsste es für mein Niveau gar nicht mal FX sein, aber mich hat die Vorstellung angetörnt, einen Sensor in Größe des guten alten Kleinbilds zu haben, dazu meine alten Objektive ohne Umrechnungsfaktur nutzen zu können.

Wenn es einen Einschub für meine FM 3a gäbe, z.B. in der Größe eines Rollfilms, in den ein Vollformat-Sensor eingebaut ist und der aus der analogen Kamera eine vollwertige FX-Knipse macht ohne Schnickschnack (und natürlich ohne Autofokus), würde ich das sofort kaufen; es gab da in der Vergangenheit auch das ein oder andere Klickstarter-Projekt, daraus ist aber wohl nichts geworden. Scheint technisch nicht so einfach zu sein, wie ich Laie mir das vorstelle ;-).

Ich hatte auch mal überlegt, den Dandelion-Chip in die Objektive einzubauen bzw. einbauen zu lassen (weiß gar nicht mehr, was das eigentlich bringt, sorry), aber da war mir das Risiko zu groß, dass es dann nicht richtig funktioniert, und wollte nicht die Objektive versauen. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, braucht es auch keine Objektivmanipulationen, um so wie von mir beschrieben mit analogen AI-S-Objektiven an einer FX-Kamera zu fotografieren.

Danke für Eure Antworten und ein erfolgreiches Jahr 2018,
Ralf
 
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Immer wieder wird auf das "schwierige" Scharfstellen bei einer Mattscheibe ohne Schnittbildindikator hingewiesen. Dabei gab es schon zu Analogzeiten genug Fotografen die nicht über den Schnittbildindikator scharf gestellt haben. Das ist reine Übungssache und geht selbst bei bewegten Motiven sehr schnell. Wie soll ich das erklären? Beim Scharfstellen wird so weit gedreht bis die maximale Schärfe überschritten ist. Und dann etwas zurück auf die max. Schärfe. Mit etwas Übung sieht man sofort den "Konturenunterschied" während des Scharfstellens. Das wird allerdings schwerer wenn es dunkel wird. Aber da gibt es dann ja noch die elektronische Scharfstellhilfe. Mit ein bisschen Übung geht das sehr gut. Also lasst euch mal nicht bange machen.
Gruß
Jörg
 
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Immer wieder wird auf das "schwierige" Scharfstellen bei einer Mattscheibe ohne Schnittbildindikator hingewiesen. Dabei gab es schon zu Analogzeiten genug Fotografen die nicht über den Schnittbildindikator scharf gestellt haben.
...
Jörg

Nein, Jörg, ich meine nicht den Schnittbildindikator. In meinen damaligen Kameras hatte ich auch reine Mattscheiben mit Gitternetz.
Aber die neueren, ging ja schon mit der Ära F-801 los, hatten eher KLARscheiben. Schön hell, aber das Scharfstellen war schwieriger.
 
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Ich habe den Thread erst jetzt entdeckt: Ich habe beide Kameras und kann bestätigen, dass alte manuelle Objektive ohne Einschränkungen an beiden Kameras benutzbar sind.

Es gibt keinen Schnittbildsucher mehr (wie auch schon bei Autofokus-Analog-Nikons), aber der Schärfeindikator im Sucher liefert mir ausreichend genaue Informationen zum manuellen Fokussieren.

Die Vorteile beider Modelle wurden ausführlich behandelt.

Einige Fans der „Profimodelle“ führen noch ins Feld, die D700 habe der D750 die „professionelleren Bedienelemente“ voraus. Da du von der FM-Reihe als deiner letzter Nikon kommst, wird das eine wie das andere Bedienkonzept für dich neu sein. Ich habe beide kennen und schätzen gelernt und kann dir daher nur raten, dir dazu selbst eine Meinung zu bilden und dich nicht verrückt machen zu lassen. ;-) Hier sind noch einige Langzeitenttäuschte, die nicht verwinden können, dass die D750 nicht ein reines D700-Update mit neuem Sensor wurde.

Auch Argumente wie der analogere Look der Bilder der einen oder der anderen Kamera sind höchst subjektive Merkmale, die außerdem durch die Nachbearbeitungsspielräume der RAW-Dateien an Bedeutung verloren haben.

Beide Kameras liefern gute Bilder und sind zur Verwendung manueller Nikkore geeignet. Die D750 dürfte als noch in Produktion befindliches Modell nur länger mit Ersatzteilen reparierbar sein.
 
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Aber sowas von...!

..taugt natürlich nicht für Laborhörige!



Ich kann bestätigen, dass ich die Bilder der D700 viel seltener nachbearbeitet habe als die der D750. Einerseits hatte ich beim Kauf der D700 aber noch nicht viel Ahnung von der Nchbearbeitung in Lightroom & Co. Andererseits sind die Nachbearbeitungsspielräume der D750 deutlich höher.

Aber wie definiert man analogen Look? Mehr Rauschen? Weniger Schärfe?

Ich mag meine Analogkameras und mache immer noch gerne damit Fotos. Aber mit dem Begriff analoger Look kann ich nicht viel anfangen. Ich gehöre aber wohl auch zu den „Laborhörigen“. ;-)
 
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I
Aber wie definiert man analogen Look? Mehr Rauschen? Weniger Schärfe?

Ich würde sagen. Analog sieht mehr nach Film aus. "Körnigkeit statt Rauschen. Digitale Bilder sehen irgendwie glatter aus. Ich kann das nicht gut beschreiben. Wenn es um einen "analogen Look" geht, kommen meiner Meinung nach die Fujis S2/S3/S5 Pro dem am nächsten.
Das Rauschen ist dort auch anders als bei den Nikons.
Gruß
Jörg
 
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Das hast Du wunderbar beschrieben! :up:

Es gab immer mal wieder Kameras, deren Bilder "anders" aussahen! Die Olympus C 5050 war auch so eine. Ein Bedien und Rauschmonster, aber bei genügend Licht Fotos zum Träumen!
 
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Wie PeterSKO2 schon andeutet, ist das Fokussieren von Hand an einer digitalen Kamera nicht ganz so leicht, weil die Mattscheiben weniger auf guten Kontrast sondern mehr auf Heligkeit des Sucherbildes ausgelegt sind.

Wenn man sich genug Zeit zum Fokussieren nehmen kann, ist das Fokussymbol >0< unten links im Sucher recht genau und gut zu nutzen.

Der andere Weg wäre der Umbau (schafft man mit Feingefühl und ruhiger Hand eigentlich auch selbst) auf eine grobkörnigere Einstellinse, z.B.von Katzeye, die zusätzlich noch ein Schnittbild und ev. einen Ring mit Mikroprismenraster hat. Diese Einstellhilfen werden bei lichtschwachen Objektiven so dunkel, dass sie kaum mehr nutzbar sind.
 
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Hallo Ralf,

meine Situation ist ähnlich, die Zahl meiner Nikkor- Objektive übertrifft Deinen Bestand erheblich. Aktuell verwende ich die D7100 und D300, zusätzlich habe ich eine MFT-Kamera, an der ich mittels rein mechanischem Adapter die Nikkore nutze, die es "wert sind". Tatsächlich sind das nur wenige, weil die alten Objektivrechnungen für Filme auf dem Sensor der Olympus sehr unfeine Farbfehler produzieren. Leider ist es mir bei meinen DSLR-Nikons nicht möglich, den Scharfeinstellungsindex im Sucher (das Totenlämpchen...) zuverlässig zu benutzen. Eigentlich sollte einem da Liveview weiterhelfen, die Scharfeinstellung via Display. Dummerweise sind die Displays meiner o.g. Kameras nicht mehr zeitgemäß, sie zeigen nicht zufriedenstellend das, was das Objektiv auf den Chip projeziert. Aus meiner Erfahrung mit der Olympus-MFT (deren Sensor halb so groß wie Kleinbild ist) habe ich gelernt, nur noch Kameras mit Klappdisplay zu kaufen, denn damit gewinnt man eine größere Freiheit bei der Wahl der Kameraposition.
So bin ich jetzt versuchsweise bei einer Sony A7 (erste Version) gelandet. Ich will gar nicht wissen, ob die überhaupt Autofokus kann, und es ist richtig, dass man für die immer einen zweiten und dritten Akku in der Tasche haben muss. Wer eine Nikon gewöhnt ist, tut sich schwer, diese Kamera aus der Hand zu bedienen -bezüglich Ergonomie haben die Sony-Konstrukteure deutlichen Entwicklungsbedarf. Aber: Die A7 macht auf dem Stativ Spaß! Die Sucherlupe kann man auf der ganzen Bildfläche frei positionieren und sie zeigt bei Bedarf ein winziges Fleckchen der gesamten Bildfläche. So kann man extrem genau fokussieren - und hierzu bedarf es des Stativs, das Verwackelungen weitgehend reduziert. Unter Vorbehalt (es sind meine ersten Schritte indoor mit der Sony) kann ich sagen, dass mir die oben angesprochenen Farbfehler der Nikkore an der Sony bislang nicht unangenehm aufgefallen sind, die Kamera wartet auf einen regenfreien Tageslichteinsatz. Um die Nikkore an der Sony zu betreiben bedarf es eines simplen mechanischen Objektivadapters (Nikon F Lens to Sony E Mount), der für weniger als 50 EUR zu bekommen ist. Die Jpegs aus er A7 sehen auf meinem Bildschirm wahrlich nicht übel aus.

Viele Grüße
Herbert
 
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Hallo Ralf, ich will hier gewiss nicht provozieren, aber aus eigener Erfahrung einen Gedanken in den Raum stellen: Warum stellst Du nicht alle Deine lieb gewonnenen Schätzchen zum Andenken in eine Vitrine und steigst um auf Digital?
Nicht verscherbeln, Du bekommst (leider) nicht mehr viel dafür. Ich habe leider damals den Fehler gemacht und weine heute noch darüber, seufz
Aber wie Du aus diversen Beiträgen lesen konntest, ist a) die Handhabung der alten Linsen nicht trivial und b) ist die neue digitale Generation ein ganz anderes Kaliber. Und glaube mir, Du wirst es schätzen lernen, was damit abgeht!
Ich würde mir an Deiner Stelle, je nach finanziellen Möglichkeiten, ein (gebrauchtes) Set aus D7200 und 18-200 mm kaufen. Wenn´s denn sein mag, auch eine D500 mit 16-80 mm
( rd. 2600,00 €, muss aber nicht gleich sein...).
DX reicht meiner Meinung nach übrigens qualitativ für uns Amateure, wenn wir nicht unendlich Geld investieren wollen, denn der finanzielle Unterschied zu FX u.a. im Zubehör, ist schon deutlich.
Also nix für ungut, just my 5 cents
Julius
 
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Naja aber wenn schon ausreichend FX-Objektive da sind dann ist der Einstieg mit einer D700 jedenfalls günstiger als irgendeine DX wenn man nur annähernd eine vergleichbare Bild- und Gehäusequalität erreichen will.
 
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Und weil die neuen digitalen Linsen so perfekt sind, erleben alte Objektivrechnungen ja grad wieder so viel Zuspruch - seien es bestimmte legendäre Analoglinsen, die kaum noch auffindbar sind, seien es Neuauflagen alter Objektive (Petzval, Meyer u.a.), die nicht unbedingt im Ruf absoluter Schärfe stehen, aber einen Ausweg aus dem üblichen Einheitslook versprechen... ;-)

Auch ich habe mir schon ein, zwei dieser „Oldies“ zugelegt, die an D700/ D750 tolle Bilder erzeugen. Ich erwarte von diesen Objektiven aber nicht absolute Schärfe.

Den Vergleich weiter oben mit M4/3 finde ich nicht ganz angemessen: die M4/3-Sensoren lösen ca. 16-20 MP bei einem Bruchteil der Sensorfläche der beiden Nikons auf. Die D700 hat im Vergleich dazu bescheidene 12 MP. Da fallen optische Fehler meist viel weniger ins Gewicht, andere Eigenschaften wie sanfte Unschärfeübergänge (Bokeh) kommen aber genauso gut zur Geltung. Die Pixeldichte auf M4/3-Sensoren geht schon stark in Richtung der D800/810/850, bei denen alte analoge Schätzchen meistens auch keine so gute Figur mehr machen.

Nicht zuletzt wies der Fragesteller auf den Vorteil der geringeren Abmessungen der D750 im Vergleich zur D700 hin - daher dürften ihm die meist kompakteren Abmessungen der älteren Objektive auch entgegenkommen (erst recht, wenn er sie schon sein eigen nennt. [emoji6]).

Auf dem Weg zu ultimativer Schärfe muss man viel Geld ausgeben, ist immer einen halben Schritt hinter den allerneuesten und schärfsten Gerätschaften hinterher und muss einen starken Rücken haben. [emoji12]
 
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...so ein animierender Thread! Jetzt hab ich mir doch tatsächlich heute Nachmittag eine D700 gekauft!



Hattest du die D700 nicht schon mal im Visier, bevor es dann eine D3 wurde? [emoji6]

Ich halte die D700 immer noch für eine sehr gute und gegenüber der D750 „gutmütigere“ Kamera.
Viel Spaß damit!
Ich hoffe, dass deine beiden Digitalen eine friedliche Koexistenz finden!
 
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Dass diese alten Objektive wieder beliebt werden, ist doch nur eine weitere Nische in der nach irgendeinem optischen Effekt gesucht wird, um ein kurzes Aha-Erlebnis zu generieren. Am Beginn der EBV wurde fotogeshoppt bis der (Augen-)Arzt kam, von Verfremdungen über Color Key und seltsame digitale Rahmen und sonstigem Unsinn bis hin zu kläglichen Filmeffekten. Jetzt zieht die Karawane eben weiter und hat vorübergehend alte Objektive am Radar weil ein paar tatsächlich kreative Köpfe das erfolgreich im Rahmen eines fotografischen Konzeptes als Werkzeug eingesetzt haben. Das wird nun nachgeäfft, sich bald als langweilig herausstellen und weil ein Effekt ohne Konzept dahinter schnell als hohl entlarvt wird, kommt dann was Neues. Vielleicht Porträts mit 1200mm Russentonnen oder Lochkameras oder nasses Kollodium am Sensor oder oder ?? Ich bin wirklich gespannt.
 
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