Der erste Gedanke bei der Osterinsel sind sicherlich die Steinköpfe der Rapa Nui - die Moais.
Als Moai ('steinerne Figur‘ auf rapanui) werden die kolossalen Steinstatuen der Osterinsel genannt. Sie sind Bestandteil größerer Zeremonialanlagen und deren Anzahl wird mit 887 angeführt. Rapanui ist ein polynesischer Dialekt, der nur auf der Osterinsel gesprochen wird.
Die größte, jemals auf der Osterinsel, angelegte Zeremonie-Anlage befindet sich in der Hotu-iti-Bucht an der südlichen Küstenlinie der beginnenden Poike-Halbinsel. Diese Anlage nennt sich 'Ahu Tongariki'.
Die Nacht war mild, die Gegend menschenleer und der streunende Hund nicht aufdringlich - da läßt sich unbekümmert mit der Milchstraße spielen.
Das rechte Bild ist nachts im Laufe einer halben Stunde entstanden und besteht aus 60 Einzelaufnahmen mit je 30 Sekunden. Durch die Erdrotation ergibt sich die Kreisbewegung der Milchstraße mit den Sternenspuren.
Wer stundenlang unter einem Stativ liegen kann und auf die Ausrüstung aufpasst ohne lästig zu sein, hat sich ein Portrait verdient.
Die Ahu-Anlage Tongariki ist nicht nur die größte religiöse Anlage auf der Osterinsel, sondern auch die größte in ganz Polynesien. Der bekannteste Fotopunkt auf der Osterinsel zeigt 15 Moais, die bereits eine sehr bewegte Geschichte hinter sich haben.
Im 17. Jahrhundert hat hier die Anlage mit 15 Moais gestanden. Sie wurden etwa um 1680 im Zuge kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen den 'Langohren' und den 'Kurzohren' umgeworfen. Ein Tsunami am 23. Mai 1960 riß die Anlage dann komplett auseinander und spülte die bis zu 90 Tonnen schweren Moais und die gesamte Plattform ins Landesinnere. 1993 begann man die Moais wieder aufzustellen.
Beliebteste Zeit am beliebtesten Ort ist bei Sonnenaufgang. Da sammeln sich dann doch einige Leute am Platz, um mit mehr oder weniger tauglicher Ausrüstung vorzugsweise sich selbst zu fotografieren.
Die Anlage ist heute rund 100 Meter lang, sechs Meter breit sowie vier Meter hoch. Auf der Anlage stehen alle 15 Moai´s, der kleinste Moai misst 5,4 Merter, der größte Moai 14 Meter. Ein einziger Moai trägt einen Pukao (Hut oder Haarschopf, da ist sich die Wissenschaft nicht ganz sicher).
Als Eingang zur Anlage dient ein Drehkreuz, bei dem jemand auch um 0600 die Touristenkarte kontrolliert. Aus Versehen hatte ich das Ticket für die Tanzshow Kari Kari gezückt, was kommentarlos abgenickt wurde. Ab sofort habe ich mir den Spaß gemacht bei den Hotspots diverse Zettel, Kassabons oder Boardingpässe vorzuweisen. Hat meistens funktioniert!
Abends kamen wir nochmals für die Nachtaufnahmen, da war eine ausweislose Dame dort, die kontrolliert hat. Ich hielt die für einen Fake, weil sie auch ihre Familie im Schlepptau hatte. Sie meint, wir sollen uns beeilen, weil es wäre schon 18:30 Uhr. Wir fragen, wie lange denn 'offen' sei. (Die Anlage ist hürdenfrei zugänglich!) Sie meint, 'bis 5 Uhr'. Häää???
Na jedenfalls gehen wir rein, verstecken uns hinter einem Moai bis zur Dunkelheit und können bis Mitternacht ungestört langzeitbelichten.