Anfängerfrage zu Lichtstärkeangaben von Objektiven

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Fenix

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Hi!

Ich hoffe diese Frage wurde noch nicht allzu oft gestellt. Die Suchfunktion habe ich erfolglos benutzt.

Zwei ganz blöde fragen, die ich mir aber selbst nicht beantworten konnte:

1.) Wieso ist für die Lichtstärke von Objektiven oft ein Bereich angegeben (z.B. 1:4-5.6)?

2.) Warum haben die meisten Objektive von Kompakt-Digicams eine größere Lichtstärke als manche DSLR-Objektive? (z.B. Lumix DMC-FX9: 1:2.8-5.0/5.8-17.4)

Bitte erklärt mir diese Bezeichnungen. Meine Vermutung ist, dass der kleinere Wert für die kleinste Brennweite, jedoch nicht für die höchste Brennweite verwendet werden kann. Das würde erklären, wieso nur bei Zoom-Objektiven ein Bereich angegeben ist. Liege ich da richtig?

Gruß, Thilo
 
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Moin!

1. Die Zahl 1:x gibt das Verhältnis an zwischen dem in die Frontlinse einfallenden Licht und der Lichtmenge, die wieder "hinten raus kommt", also auf den Film trifft.
2. Bei der Brennweiten am langen Zoomende kommt durch den längeren Tubus (Auszug) natürlich weniger Licht an, deswegen wird die Blendenzahl größer.

Martin
 
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Hallo Thilo!

Fenix schrieb:
1.) Wieso ist für die Lichtstärke von Objektiven oft ein Bereich angegeben (z.B. 1:4-5.6)?
Diese Angabe findest Du ausschließlich bei Zoom-Objektiven, die beim zoomen keine durchgängig gleiche Öffnung haben. Bei Festbrennweiten findest Du immer nur eine feste Angabe.

Fenix schrieb:
2.) Warum haben die meisten Objektive von Kompakt-Digicams eine größere Lichtstärke als manche DSLR-Objektive? (z.B. Lumix DMC-FX9: 1:2.8-5.0/5.8-17.4)
Bei einem Bereich von 5.8-17.4 kann man nicht mehr von lichtstark sprechen. Die 17.4 bedeutet die größte Offenblende im gezoomten Zustand! Nicht vergessen: Um so größer der Blendenwert um so kleiner ist die Blende, oder so lichtschwächer das Objektiv!

Für eine geneu Erklärung lies mal diesen Beitrag ab "Die Blende".
 
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Moin,


Das ist leider ziemlich ungenau.
Die Blendenzahl gibt das Verhältnis der Brennweite zur freien Öffnung (Durchmesser) des Objektivs an.
Beispiel: 4,0/300 bedeutet 300 mm Brennweite und 75 mm freie Öffnung. Wenn Du jetzt die Blende auf -sagen wir - 8 schließt, bleiben nur 37,5 mm Öffnung übrig, es kommt nur ein viertel des Lichtes durch.
Bei billigeren Zoomobjektiven wird häufig nicht die Blende mit der Brennweiteneinstellung gekoppelt, so dass sich eine "gleitende" maximale Öffnung (kleinste Blendenzahl) ergibt.
 
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Hallo,
ich bin auch noch ein Neuling auf diesem Gebiet und komme mit den Angaben auch noch nicht Klar. Kann man das Ganze vielleicht auch einfacher erklären ?
 
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Einfach gesagt bei einem Objektiv mit 2.8 kommt mehr Licht am Medium (Film, Sensor) an als bei einem Ojektiv mit 5,6 bei gleicher Belichtungszeit.
Heißt also du mußt bei 5.6 länger belichten um das selbe Ergebniss zu bekommen.
 
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Hallo Thilo,

1:2,8-5,0 gibt hier die Lichtstärke an.
Aufgrund des winzigen Sensors der bei kompakten Digicams nur wenige Millimeter misst, wird hier auch ein viel kleineres Objektiv bekönigt und dadurch ist es hier leichter eine "hohe Lichtstärke" von 2,8 zu erreichen.

8,5-17,4 ist hier wohl die Angabe der Brennweite, welche hier auch wegen dem kleinen Sensor (und daraus resultierend hohem Crop-Faktor) in diesem merkwürdigem Bereicht liegt.

Gruß
Stefan(der hofft keinen Mist erzählt zu haben )


Fenix schrieb:
2.) Warum haben die meisten Objektive von Kompakt-Digicams eine größere Lichtstärke als manche DSLR-Objektive? (z.B. Lumix DMC-FX9: 1:2.8-5.0/5.8-17.4)
 
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Moin,

Nafets190 schrieb:
Gruß
Stefan(der hofft keinen Mist erzählt zu haben )

Deine Hoffnung trügt leider ein wenig.


Die Lichtstärke eines Objektivs hat nichts mit der Sensorgröße zu tun. Für Kleinbildkameras (24x 36 mm) wurden schon vor vielen Jahren Objektive mit der Lichtstärke 1:1,2 und sogar 1:1(!) gebaut. Theoretisch soll 1:0,7 möglich sein.
Die Lichtstärke ist der Wert, der sich ergibt, wenn Du Brennweite durch Öffnung (Durchmesser) der Linse teilst.
Richtig ist, dass man Digitalobjektive kleiner bauen kann, weil sie nur eine kleinere Fläche ausleuchten müssen. Das hat aber mit Lichtstärke nichts zu tun.

Nafets190 schrieb:
8,5-17,4 ist hier wohl die Angabe der Brennweite, welche hier auch wegen dem kleinen Sensor (und daraus resultierend hohem Crop-Faktor) in diesem merkwürdigem Bereicht liegt.

Siehe oben, diese Werte kommen zustande, weil die Linsen im Verhältnis zur Brennweite eben sehr klein sind. Das hat nichts mit der Sensorgröße zu tun, sondern mit der Suche der Kunden nach möglichst kleinen Kameras. Die mangelnde Lichtstärke wird dann eben durch empfindlichere Chips mehr schlecht als recht kompensiert.
 
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Fenix schrieb:
1.) Wieso ist für die Lichtstärke von Objektiven oft ein Bereich angegeben (z.B. 1:4-5.6)?

Wie schon angedeutet: bei Zoomobjektiven kommt das vor, dann ist die kleinere Zahl die Lichtstärke für die kleinste Brennweite und die größere Zahl ist die Lichtstärke bei längster Brennweite.

2.) Warum haben die meisten Objektive von Kompakt-Digicams eine größere Lichtstärke als manche DSLR-Objektive? (z.B. Lumix DMC-FX9: 1:2.8-5.0/5.8-17.4)

5.8 bis 17.4 ist der Brennweitenbereich in dem Fall. Das heisst, f/5 bei 17.4mm Brennweite; lichtstark ist das auch nicht. Dennoch sind einige Kompakte relativ lichtstark, aber sie müssen das auch sein. Die kleinste Blende ist nämlich oft schon sehr schnell erreicht, etwa bei f/7.1, weil wegen der winzigen Pixel die Beugungsgrenze sehr viel schneller erreicht wird. Weiteres Abblenden würde das Bild dann nur unschärfer machen. Damit es überhaupt etwas Spielraum gibt, und auch weil die ISO kaum erhöht werden können, sind diese Kameras auf eine einigermassen brauchbare Anfangslichtstärke angewiesen.

Maik
 
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Re: AW: Anfängerfrage zu Lichtstärkeangaben von Objektiven

Wolle schrieb:
[...] Theoretisch soll 1:0,7 möglich sein. [...]

Irgendwann spricht man dann von NA... aber ich warte immer noch auf ein Immersionsweitwinkel

Interessehalber: wo kommt den die Zahl her?

Schöne Fotos noch!
Phillip
 
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AW: Re: AW: Anfängerfrage zu Lichtstärkeangaben von Objektiven

Moin,

polm schrieb:
Irgendwann spricht man dann von NA... aber ich warte immer noch auf ein Immersionsweitwinkel

Was bedeutet NA und was ist ein Immersionsweitwinkel? Herr Gugl kennt es nicht...

polm schrieb:
Interessehalber: wo kommt den die Zahl her?

Habe noch einmal im "Solf" nachgelesen, dort steht, dass die theoretisch höchste Lichtstärke sogar 1:0,5 ist. "Das Objektiv wäre dann eine Glaskugel,deren Oberfläche die Filmschicht berührt".
Die 0,7 waren aus dem Gedächnis. Folge mal dem Link von Ezze oder frage Herrn Gugl mal nach "lichtstärksten Objektiven".
Die Archivseiten der Kamerahersteller sid auch ergiebig. Zwischen 1.0 und 0,7 wurde einiges gebaut.
 
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Re: AW: Re: AW: Anfängerfrage zu Lichtstärkeangaben von Objektiven

Wolle schrieb:
Was bedeutet NA und was ist ein Immersionsweitwinkel? Herr Gugl kennt es nicht...

Die Grenzen der nicht-semantischen Suchmaschinen: Abkürzungen!

NA ist für 'numerische Apertur', eine Größe, die ein gewisser Herr Abbe (der, der mit Herrn Zeiss im 19. Jhdt. ...) eingeführt hat, um das beugungsbegrenzte Auflösungsvermögen von Mikroskop-Objektiven anhand einer Zahl, eben der NA, fassen zu können.

Sorry, OT, aber trotzdem ein Exkurs:
Die NA hängt ab vom Brechungsindex n des umgebenden Mediums und dem 'halben Öffnungswinkel' a. Das ist die "Eistüte" (Spitze im Fokus, Rand im Objektiv) also der Raumwinkel, den das Objektiv einsammelt / "sieht". Die Form der Eiswaffel wird also quasi von Brennweite F und Frontlinsen-Radius R festgelegt: tg a = R/F . (na, das kenn ich doch von der f-Zahl: F/(2R)! )

NA = n sin a,
also kann man durch Auffüllen des Raumes zwischen Frontlinse und dem zu betrachtenden Objekt mit einem Medium mit n=1.33 (Wasser) oder mehr (Glykol, Index-Öl/Immersionsöl) das Lichtsammelvermögen und die Auflösung hochkurbeln. Kaufen kann man Objektive, die einen halben Winkel von ca. 72° einsammeln, das ist dann, je nach Öl, eine NA von 1.45 (n=1.52) bis 1.65 (n~1.8? weißnichgenau), das entspricht einer f-Zahl von 1:0.35 - bei einem Motivabstand von 0.2mm, und das auch noch in Öl oder Glas, also für Fotografie wurscht

'Immersionsweitwinkel' ist demnach ein Weitwinkelobjektiv, für das das Motiv in Öl getunkt wird... naja, war nur so eine Idee, die sich bei Hochzeitsfotografen wohl nicht durchsetzen wird


Kurt Dieter Solf? Montag gleich mal in die Bibo, danke! Ohne Feininger zurückzusetzen, beinhaltet seine gr. Fotolehre wenig 'harte Mathe', weshalb ich dachte, daß alle Bücher mit dem Titel "Fotografie" so sind...

Das Glaskugelding macht man wirklich, heißt dann 'Solid Immersion Lens' (SIL). Der Arbeitsabstand schrumpft da quasi von 0.2 auf 0mm (Kugelschnitt, die plane Fläche trägt das Objekt). Auch nix für Hochzeitsfotografen !


Viel Text, viel OT, sorry Thilo
Ach ja: ein Fotobuch ist eine gute Sache, um sich Grundlagen zu erklären

Schöne Fotos noch,
Phillip
 
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AW: Re: AW: Re: AW: Anfängerfrage zu Lichtstärkeangaben von Objektiven

Moin,

habe Dank für die ausführlichen Erläuterungen, wieder ein gutes Stück schlauer geworden.

polm schrieb:
'Immersionsweitwinkel' ist demnach ein Weitwinkelobjektiv, für das das Motiv in Öl getunkt wird... naja, war nur so eine Idee, die sich bei Hochzeitsfotografen wohl nicht durchsetzen wird

Bei Thunfisch oder Sardinen schon eher.

polm schrieb:
Kurt Dieter Solf?

Genau der.
Kurt Dieter Solf, "Fotografie: Grundlagen, Technik, Praxis" Fischer Verlag.
Für jeden, das die theoretischen Grundlagen wirklich kennen möchte, unverzichtbar.
Harte Mathe gibts da genug.
 
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wow, ich bin echt beeindruckt. Nachdem so viele hier über Scherben und Suppenzooms reden, stellt sich heraus, dass kaum jemand weiß, was eigentlich "Lichtstärke" bedeutet.

Möglicherweise wären Antworten auf die Frage "was ist die Brennweite" auch sehr interessant.
 
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und wie kommst du zu dieser aussage? weil 20000 der forummitglieder nicht gepostet haben? Ich würde mal behaupten, dass die meisten nicht geantwortet haben, da dass zu den absoluten grundlagen gehört...

es schickt sich übrigens nicht sehr generell die kompetenz des forums und damit der leute darin zu beleidigen ^^
 
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Moin,


Vorsicht, vorsicht. Ich denke schon, dass immer weniger Leute, die eine Kamera haben, von Lichtstärke, Blende oder Brennweite wirklich Ahnung haben. Das liegt schlicht daran, dass man sich bei automatisch arbeitenden Systemen normalerweise nicht darum kümmern muss. Das beobachtest Du in allen Bereichen. Wer kann noch einen Motor reparieren? Viele können nicht einmal mehr einen Fahrradreifen flicken usw.usf.
Automatisch haben dass nur Leute gelernt, die sich noch wirklich darum kümmern mussten, wie die Leute, die noch richtig manuell fotgrafiert haben.
 
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