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Spätherbst am Kerkini See

Naturfotografie: Fortgeschrittene





 
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Alt 30.11.2012, 12:27
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Spätherbst am Kerkini See

Ciao,

lange ist es her, dass ich Euch hier, dass ich Euch hier

https://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/naturfotografie-fortgeschrittene/176520-eine-feuchtwiese-in-kilikien.html

Bilder präsentieren konnte, die auf einer meiner Reisen entstanden sind. Dieses Jahr war ich zwar wieder in Kilikien, kam aber beruflich leider kaum zum Photographieren.

Als sich die Gelegenheit bot, nach einer Konferenz in der Nähe von Thessaloniki noch zwei oder drei Tage an zum „Birding“ zu fahren, musste ich daher nicht lange überlegen.

Aufgrund meiner beschränkten Zeit fiel die Wahl für das Ziel relativ schnell auf den Kerkini-See. Leicht zu erreichen, günstige Unterkünfte und hohe Artendichte. Da ich ja eigentlich „in anderer Sache“ unterwegs war, musste ich die Ausrüstung stark beschränken: Schweren Herzens blieb die D700 daheim (worüber ich mich manchmal geärgert habe) und die „old faithful“ D300 wanderte in den Rucksack. Als Makro kam das leichtere 3,5/85er ins Gepäck, das ich sehr schätze. Als Tele war sowieso das AF-S 2,8/300mm (Mk1) gesetzt – Nicht nur aufgrund der Größenbeschränkung, sondern auch weil ich es aufgrund seiner universellen Einsetzbarkeit („solo“, mit dem TC-14 AF-I und dem TC-20E III) sehr gerne verwende. Insgesamt passte so alles neben einem 1,4/50 und dem „unverzichtbaren“ Standard-Zoom gut in den alten PhotoTrekker und war damit absolut handgepäcktauglich ;-)

Nachdem ich den Kongress hinter mich gebracht hatte, kam ich mit einem Mietwagen in gut einer Stunde vom Flughafen zum See und fand dort schnell eine super Unterkunft auf der östlichen Seite des Sees, nur 3min vom Ufer entfernt.

Leider präsentierte sich das Wetter die folgenden drei Tage eher von seiner unangenehmen Seite: Zwar regnete es kaum, dafür hingen aber dunkle Wolken fast die ganze Zeit wie Blei am Himmel… Insgesamt waren die Bedingungen sehr schwierig und oft war ich am „hellichten Tag“ (was für ein Hohn!) am Verzweifeln, wenn die D300 bei 1600ISO an der Grenze ankam und trotz offener Blende die Verschlusszeit sich bei einem 250tel einpendelte, was für 900mm Brennweitenaequivalent ohne VR dann doch etwas knapp ist ;-)
Trotz diesen „drawbacks“ habe ich die knapp drei Tage am See sehr genossen! Bekannt ist die Gegend ja vor allem aufgrund der Pelikane. Da ich Fotos von angefütterten Tieren eher ablehnend gegenüberstehe, sah ich von einer Bootstour ab und machte mich am Morgen „auf gut Glück“ auf an den östlichen Uferdamm. Dort stiess ich auch unmittelbar auf die ersten Krauskopfpelikane, die sich auf Fischerbooten ausruhten.


Beeindruckend ist vor allem ihre „Jagd“, wenn sie immer wieder ein oder zwei Meter fliegen und dann zustoßen


Ich empfinde diese Vögel trotz ihres sehr "gewöhnungsbedürftigen" Aussehens als sehr faszinierend:


Ansonsten beeindruckt vor allem das nahe miteinander von verschiedenen Arten: Oft tritt man auf „gemischte Gruppen“ aus Pelikanen und Silberreiher, die sich nebeneinander niedergelassen haben:


Außerdem sind viele Löffler unterwegs


und zu meiner großen Freude konnte ich auch eine Zeitlang einen Schwatzstorch aus der Nähe beobachten:




Die erste Aufnahme zeigt leider auch eines der größten Probleme im Moment: Die zahlreichen Angler, die am Wochenende (insbesondere von Bulgarien aus) am See einfallen, schmeissen schonungslos ihren Müll direkt in den See, der an manchen Stellen nun extrem verdreckt aussieht. Gott-sei-Dank beschränkt sich der „Angelterrorismus“ meist auf das Wochenende, unter der Woche kann man teilweise stundenlang keiner Menschenseele begegnen.
Etwas weiter nördlich, Richtung der Mündung des Strymonas, befindet sich im diese Jahreszeit aufgrund des niedrigen Wasserstandes ein ausgedehntes Sumpfland, das auch von den charakteristischen Büffeln beweidet wird.


Hier sammeln sich vor allem die Kormorane und Zwergscharben, oft wiederum in „gemischten Gruppen“ mit Graureihern zusammen.


und man kann nette Aufnahmen von Zwergscharben machen, die sich häufig auf Treibholz oder Baumstrünken ausruhen und ihre Flügel trocknen:




Das umliegende Buschland bietet Unterschlupf für eine ganze Reihe von Singvögeln, wie für dieses Rotkehlchen hier


Die Pelikane konnte ich am besten an der Nordwestseite des Sees in der Nähe des Dorfes Kerkini beobachten. Interessanterweise hatte ich den Eindruck, dass die Jungvögel




eine kleinere Fluchtdistanz hatten als die (eher "nervösen") Altvögel, die sich öfter etwas weiter draußen im See aufhielten








Eine wichtige Lektion für Wildtierphotographen konnte ich auch noch lernen:
Wenn vor Dir plötzlich alle Flamingos auffliegen,


obwohl Du selbst absolut regungslos auf dem Bauch im Schlick liegst,
dann lohnt es sich hinter Dich zu schauen, wie viel Meter der verwilderte wolfsgroße griechische Hirtenhund noch hat, bis er Dich ins Genick beissen kann...

Abschließend lässt sich festhalten, dass der Kerkini-See auch im Spätherbst wirklich eine Reise wert ist, auch wenn die photographischen Bedingungen recht schwierig sind! Mit einer D800 und VR wäre man sicher noch glücklicher geworden, aber nun ja…

Besonder schön ist sicher die „Indian Summer“-Färbung des umgebenden Waldes, die auch sehr stimmungsvolle Flugaufnahmen von Krauskopfpelikanen ermöglicht.




Ich hoffe, ich habe Euch einen kleinen Einblick in dieses Reiseziel zu einer eher ungewöhnlichen Zeit gegeben. Für mich steht fest, dass ich sicher einmal im Frühjahr wieder kommen werde!
Herzliche Grüsse,
Ralph

P.S: Verblüfft haben mich auf dieser Reise wieder einmal die Eisvögel – Diesmal nutzten sie die am Ufer abgestellten Pick-Ups der Fischer an Ansitz für ihre Jagd!

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  #2  
Alt 30.11.2012, 20:59
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AW: Spätherbst am Kerkini See

Hallo Ralph,

wunderbare Aufnahmen und ganz nebenbei habe ich wieder eine Menge gelernt.

Vielen Dank dafür - und ich hoffe, Du warst schneller als der Hirtenhund
__________________
Viele Grüße
Anja

Antwort

Stichworte
kerkini, see, spätherbst


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