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Alt 06.01.2019, 16:51
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AW: Zu Fuß vom Atlantik zum Mittelmeer Teil 2: auf dem „GR10“ über die Pyrenäen

12.07.2017: 11. Wandertag: Vom Col Bagargiak bis Passerelle d‘ Holzarte

Statistik:
Datum: 12.07.2017
Beginn: 08:25 Uhr
Ende: 20:42 Uhr
gelaufene Distanz: 21,1 km
Anstieg: 985 m
Abstieg: 1.445 m
Zeit in Bewegung: 08:36 h
Pausenzeit: 04:13 h



Axel steht um 05:45 Uhr auf, gerade noch rechtzeitig, um den Sonnenaufgang zu fotografieren.














Um 6:30 steht Heike auf und wir packen zusammen. Das Frühstück verschieben wir auf später. Leider haben wir diesmal etwas Pech mit unseren Mitbewohnern im Chalet.
Einige sind ziemlich rücksichtslos, angefangen bei der Nutzung der Gemeinschaftsküche, der Waschräume und besonders der Toiletten……. Klospülung benutzen Manche
wohl auch bei größeren Geschäften nicht. *seufz*, echt unangenehm. Was soll’s, wieder um eine Erfahrung reicher.

Auf unser bestelltes Brot müssen wir bis 7:30 warten. Um 8:25 Uhr laufen wir dann endlich weiter. Das Wetter ist super und wir freuen uns auf den Tag. Schon nach ca.
10 Minuten, auf einem erstmal talwärts führenden Forstweg auf einfachem Weg, klagt Axel über Schmerzen im Knie.
Wir steigen über den Col Iratzabaleta (1248m) auf zum Pic des Escaliers (1472m).








Hier lassen wir uns nieder und frühstücken erstmal. Gestärkt überqueren wir den Escaliers und laufen auf einem schmalen, leicht abwärtsführenden Pfad weiter in Richtung
Créte Ugatzé (1170m).







Der heutige Streckenverlauf führt meist abwärts, insgesamt 1200 Höhenmeter. Es zieht sich zu, wir laufen wieder häufig im Nebel, können aber trotzdem viel von der
Landschaft sehen. Diese ist geprägt durch den Wald von Iraty, einem der größten Buchenwälder Europas.
Heike stürzt, ihr ist aber zum Glück nichts passiert. Das kommt davon, wenn man nur in die Welt und nicht auf den Weg schaut.
Einmal verpassen wir den richtigen Abzweig und gehen einen recht steilen Weg hinunter. Irgendwann merken wir, dass etwas nicht stimmt und kehren dann um. Den
ganzen Weg wieder zurück, steil bergauf. Dieser Schnitzer kostet uns ca. eine Stunde Zeit und 200 Höhenmeter, die wir wieder hochlaufen müssen...
Wieder auf der richtigen Strecke geht es über teilweise sehr tiefschlammige Pfade, oft wissen wir gar nicht, wo wir hintreten sollen, um nicht zu versinken. Es hat die letzte
Zeit sehr viel geregnet und diese Pfade werden auch von den Weidetieren benutzt, oder vielmehr, sind sie wahrscheinlich durch diese entstanden. Heike bekommt einen
kleinen Lachanfall, weil sie sich gerade vorstellt, wie sie aussehen würde, wenn sie hier stürzen würde. Bloß nicht…….
Irgendwann hört der Sumpf, der normalerweise kein Sumpf ist, Gott sei Dank auf.
Der lange Abstieg bis Logibar (375m) ist auch so anstrengend genug, besonders für Axels Knie. Gut dass wir Ibuprofen dabei haben, sonst hätte Axel den Abstieg
wahrscheinlich nicht durchgehalten.
Gegen 17:30 Uhr kommen wir endlich in Logibar an. Wir lassen uns auf der Terrasse der Gite (und auch Hotel) nieder. Jetzt gönnen wir uns erstmal? ……. 3x dürft Ihr raten
……. richtig: Kaffee und Spezi! Dazu noch belegte Baguette.
Wir überlegen, was wir machen sollen: hierbleiben oder noch weiter gehen. Als die Wandergruppe auftaucht, die vergangene Nacht mit uns im Chalet am Col de Bagargiak
übernachtet hat, waren wir uns schnell einig, dass wir noch weiter gehen werden. Außerdem war es ja auch noch relativ früh am Tag, so dass wir noch ein gutes Stück Weg
schaffen konnten. Heike wollte, nachdem wir die letzten beiden Nächte im Chalet übernachtet hatten, eh lieber wieder draußen im Zelt schlafen.
Gestärkt und ausgeruht machen wir uns auf den Weg in Richtung La Passerelle d’Holzarte, eine Hängebrücke, die 1920 von italienischen Arbeitern gebaut wurde, damit
Holzfäller den Fluss überqueren und schneller die umliegenden Wäldern erreichen konnten.
Um dorthin zu kommen, geht man hinter dem Parkplatz von Logibar nach links über eine kleine Holzbrücke. Hier beginnt der Aufstieg über einen teils sehr steilen,
zerklüfteten und felsigen Pfad. An schwierigen Passagen sind Stahlseile angebracht, besonders aufpassen muss man an Stellen, an denen der Fels durch Nässe sehr
rutschig ist.
Nach ungefähr 60 Minuten sehen wir dann endlich die Passerelle d’Holzarte. Axel war wegen seiner Höhenangst schon die ganze Zeit nervös, der Anblick der Schlucht,
die wir jetzt über diese 150m hohe Brücke überqueren müssen, treibt seinen Puls in die Höhe.
Um nicht noch richtig darüber nachzudenken, ob er da jetzt wirklich rüber will, marschiert er mutig los. Er ist allein auf der Brücke, hält sich mittig und riskiert nicht einen
Blick nach rechts, links oder gar nach unten. Das muss Heike natürlich fotografisch festhalten.





Heike genießt den Weg über die Schlucht und überredet Axel, dass er doch wenigstens ein paar Fotos macht, dabei muss er ja die Brücke nicht betreten.








Nach kurzem Verweilen gehen wir weiter, immer über Waldwege bergauf. Es wird langsam Zeit, einen geeigneten Platz zum Übernachten zu finden. Es wird immer später
und wir haben noch immer keinen guten, vor allem einen einigermaßen trockenen Platz für unser Zelt gefunden. Obwohl wir schon fast 21 Kilometer und auch einige
Höhenmeter in den Beinen haben, gehen wir immer zügiger. Wir kommen an eine Stelle, an der eine kleine Brücke über den Bach Ruisseau D'Olhadubi führt. Ein
Wendepunkt zur andern Seite der Schlucht.
Hier steht schon ein Zelt und dieses Zelt gehört Pam und Curtis. Wir staunen alle vier und freuen uns, dass wir uns schon wieder unverhofft begegnen. Die beiden sind
am Vortag ja schon vom Col de Bagargiak losgelaufen. Wir schlagen hier ebenfalls unser Lager auf, es ist zwar recht nass und schlammig, aber wir wissen ja nicht, ob
und wann wir ein trockeneres Plätzchen finden können.
Der Fluss ist hier grandios, Curtis beschreibt uns eine etwas versteckte, aber nur ca. 20 Meter entfernte Stelle mit ausgewaschenen Felsen, etwa 6 Meter lang und 4 Meter
breit. Wir ziehen uns aus und nehmen darin ein herrlich erfrischendes Bad. Heike behauptet immer noch, dass dies eines der schönsten Badezimmer sei, die sie
bisher gesehen hat.



(Das Wasser ist ca. 50cm tief, mehr als ausreichend, um ein Bad darin zu nehmen)


Zum Abschluss gönnen wir uns noch ein Dose flussgekühltes Bier, die wir in Logibar gekauft haben, unterhalten uns noch mit unseren „Weggefährten“ und fallen dann sehr
müde in unser zwar kleines, aber sehr gemütliches Zelt.

Gruß Axel

Fortsetzung folgt...
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