Zaha-Hadid-Haus, Spittelauer Lände, Wien

Thread Status
Hello, There was no answer in this thread for more than 30 days.
It can take a long time to get an up-to-date response or contact with relevant users.

Wolfgang Steiner

Auszeit
Registriert
Das so genannte Zaha-Hadid-Haus (auch: Zaha-Hadid-Bau) ist ein von der Architektin Zaha Hadid entworfenes Gebäude an der Spittelauer Lände 10 im 9. Wiener Gemeindebezirk Alsergrund.

2301148669d6e72f9a.jpg



2301148669d6e96397.jpg



In das mangels eines offiziellen Namens in den Medien Zaha-Hadid-Haus oder Zaha-Hadid-Bau genannte Gebäude setzten die zuständigen Politiker die Hoffnung, in diesem Abschnitt den Donaukanalbereich attraktiver zu machen. Durch die Schaffung von Wohnraum und Lokalen in der Nähe der Wirtschaftsuniversität sollte sich hier eine neue „Szene“ entwickeln.


2301148669cc93deff.jpg



2301148669cc8c9e43.jpg



Im Rahmen der Erstellung des „Leitprojekts Donaukanal“ zur Neugestaltung und Attraktivierung des Donaukanalufers wurde unter anderem Zaha Hadid von Hannes Swoboda (damals Planungsstadtrat) und Michael Häupl (damals Umweltstadtrat, heute Bürgermeister von Wien) zur Mitarbeit eingeladen. Sie sollte ein Projekt für den Raum Spittelauer Lände entwickeln.

Die Stadterneuerungs- und Eigentumswohungs Ges.m.b.H. SEG trat als Bauträger in Erscheinung und konkretisierte gemeinsam mit der Architektin das Projekt, das diese im Rahmen einer Ausstellung in der Galerie Insam bis Jänner 1995 präsentierte.

Zu diesem Zeitpunkt sah das Projekt fünf Baukörper vor. Diese hatten die Gestalt gekippter und gewundener Bänder, die sich über der unter Denkmalschutz stehenden Trasse der Stadtbahn zwischen der Uferkante des Donaukanals und der Spittelauer Lände erstreckten. Der Neubau sollte vor allem für Wohnungen genutzt werden, während die Stadtbahnbögen Geschäften und Lokalen vorbehalten sein sollten.

2301148669cc8ed336.jpg


1996 wurde für das südlich der Müllverbrennungsanlage Spittelau gelegene Areal ein neuer Flächenwidmungs- und Bebauungsplan beschlossen. Vorgesehen waren drei Baukörper über der Strecke der U4 und dem Stadtbahnbogen, der früher die Stationen Friedensbrücke und Nußdorfer Straße verband, mit Geschäften, Ateliers, Gastronomiebetrieben, Büros und 25 Wohnungen.

Im März 2004 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, die 2005 abgeschlossen wurden. Die Baukosten beliefen sich auf fast 10 Millionen Euro. Doch trotz des großen Namens der Architektin wurde der Bau kein Erfolg. Die Mieter zogen bald wieder aus und für die Geschäftslokale fanden sich keine Betreiber. Dass 2006 die SEG in Konkurs ging, erschwerte die Vermarktung zusätzlich. Am 31. Oktober 2007 lief der letzte Mietvertrag aus

Während der Masseverwalter der SEG versucht, das Wohnhaus zu verkaufen, steht es leer. Und da die von Pfarrer Wolfgang Pucher gegründete Notschlafstelle für Obdachlose am Alsergrund Vinzibett ihren bisherigen Standort verlassen muss, wurde im März 2008 die Überlegung laut, in den Zaha-Hadid-Bau zu übersiedeln.


2301148669d6eba40c.jpg



Offizielle Gründe für das Scheitern des Projekts werden natürlich nicht genannt.

Konzipiert war der Bau vor allem für Mieter, die zahlungskräftig waren und die bereits möblierten Wohnungen nur relativ kurze Zeit benötigten, da nur Mietverträge mit einer Laufzeit von sechs Monaten bis zwei Jahren vorgesehen waren.

Die Lage am Donaukanal schien zwar vielversprechend, die in unmittelbarer Nachbarschaft befindliche Müllverbrennungsanlage Spittelau – auch wenn sie von Friedensreich Hundertwasser behübscht wurde – und die unmittelbar am Haus vorbeiführende Spittelauer Lände, eine der Haupteinfallsstrassen der Stadt, animierten dann aber doch nicht dazu, sich hier anzusiedeln.


2301148669ee88bedd.jpg



2301148669dee09e02.jpg



2301148669ee8b0104.jpg



Liebe Grüße

Wolfgang


Text: Wikipedia
 
Anzeigen

Heng-Sten Berg

Sehr aktives NF Mitglied
Registriert
Ganz tolle Bilder von einer ziemlich durchgeknallten Architektur.
Danke.
Ich war vor Jahren im Zara Hadid Bau im Vitra-Firmencampus bei Basel (aber auf deutscher Seite, hab vergessen wie die Gemeinde heisst).

Das war auch so eine "explodierende" Gestaltgebung. Bei Vitra macht es sinn, denn in dem Gebäude ist die Werks-Feuerwehr untergebracht, die explosionsartig das Gebäude verlässt.

(wenns brennt)
 
Kommentar

PeMax

Nikon-Clubmitglied - NF-F "proofed"
Registriert
Danke für die ausführlichen Erläuterungen!
Da sind auch sehr schöne Bilder dabei, die Bilder 1, 4 und 5 fallen allerdings etwas ab.
 
Kommentar

Dirk P.

Sehr aktives NF Mitglied
Registriert
Ganz tolle Bilder von einer ziemlich durchgeknallten Architektur.
Danke.
Ich war vor Jahren im Zara Hadid Bau im Vitra-Firmencampus bei Basel (aber auf deutscher Seite, hab vergessen wie die Gemeinde heisst).

Das war auch so eine "explodierende" Gestaltgebung. Bei Vitra macht es sinn, denn in dem Gebäude ist die Werks-Feuerwehr untergebracht, die explosionsartig das Gebäude verlässt.

(wenns brennt)

Vitra Museum in Weil a. Rhein. Für die Feuerwehr war das Gebäude gedacht - eingezogen ist sie aber nicht - heute sind in der Maschinenhalle die berühmten Prototypen untergebracht................
 
Kommentar

foxmulder

Auszeit
Registriert
Für die Feuerwehr war das Gebäude gedacht - eingezogen ist sie aber nicht...

Ich meine schon das die Feuerwehr das Gebäude (übrigens der erste Enwurf Hadids der tatsächlich gebaut wurde wurde) zunächst genutzt hat. Daher stammt ja die folgende, in Architektenkreisen gerne kolportierte, Geschichte:
Die Werksfeuerwehr von Vitra hat ihr neues Feuerwehrhaus bezogen und ist natürlich stinkenstolz auf den schicken Bau. Also lädt man die Feuerwehrkameraden der umliegenden Gemeinden zur Besichtigung ein. Man führt die Kameraden durch das Gebäude, zeigt ihnen alles, und irgendwann geht man dann zum gemütlichen Teil über. 'Und', fragt dann der Feuerwehrhauptmann von Vitra, 'wie findet ihr es?' Zunächst herrscht betretenes Schweigen, bis sich irgendwann mal jemand meldet: 'Na ja', sagt der, 'ich denke, mit 'ner schönen Eichenvertäfelung ist da noch was zu machen...'
:fahne:

Gruß
Dirk
 
Kommentar

Dirk P.

Sehr aktives NF Mitglied
Registriert
Die Geschichte ist gut - und könnte auch soo passen ..... meiner Frau ist in dem Waschraum schlecht geworden .... da ist nicht eine lot- oder waagerechte Bezugslinie erkennbar - selbst die Klotüren fallen von alleine zu :D
 
Kommentar

foxmulder

Auszeit
Registriert
Sorry für die Abschweifung, Wolfgang.
Also: Ich finde die Bilder gelungen, sie vermitteln einen guten Eindruck vom Gebäude und der Umgebung und bebildern den Text gut. Was ich mir noch gewünscht hätte, wäre ein Bild auf dem evtl. noch die Straßenproblematik deutlicher wird. Aber auch so eine gelungene Zusammenstellung.

Gruß
Dirk
 
Kommentar

monoduo

Auszeit
Registriert
das passt schon!
du wirst dem bau der irakischen architektin aus london wirklich gerecht mit der darstellung!
einzig das erste hätte ich vermutl. nicht gezeigt, das zweite unten stark beschnitten.
und die hundertwassermüllverbrennung auch nicht. (sie illustriert den text, ist insofern notwendig, allerdings hätte der kerl bei pinsel und farbe bleiben sollen). wie du richtig schreibst, "behübscht" die fassadenmalerei und der krude kamin die müllverbrennung.
dies nur knapp - vermutlich aber sauteuer.

man kann nur wünschen, dass es gelingt, den tollen hadid-bau einer sinnvollen verwendung zuzuführen. die ins auge gefasste neue mietergruppe wird wohl LEIDER länger als die geplanten max. 2 jahre dort wohnen.

danke für die bilder!
ralf
 
Kommentar

comabird

Auszeit
Registriert
Heiliger Augenkrebs, wenn das mal nicht so richtig schön natürliche Farben sind! :eek::eek::eek::heul::eek::eek:

(Nach Diktat in die Dunkelkammer geflüchtet.)
 
Kommentar
-Anzeige-
Oben Unten