Weißabgleich - Graukarte oder weißes Papier?


M

Martin Groß

Unterstützendes Mitglied
Stelle mir seit Tagen die Frage welche Lösung die bessere ist.

Da ich aber kein Studio besitze um bei absolut gleichen Lichverhältnissen zu testen stelle ich die Frage an Euch!

Bei meinen derzeitigen Tätigkeiten benutzte ich immer ein weißes Papier. Doch seit einiger Zeit frage ich mich ob dies eigentlich richtig ist.

Man weiß ja nicht ob das weiße Papier wirklich weiß ist. Hier gibt es endlos Unterschiede.

Ist die Graukarte eigentlich für einen Weißabgleich geeignet?

Freue mich auf Eure Erfahrungen.

Gruß, Martin
 
Sie können die Werbung durch ein Premium-Abonnement und ein Update Benutzergruppe ausschalten. Zudem unterstützt jedes Abonnement die Community. Jetzt Abonnement buchen.


K

klaus harms

Guest
Stelle mir seit Tagen die Frage welche Lösung die bessere ist.

Da ich aber kein Studio besitze um bei absolut gleichen Lichverhältnissen zu testen stelle ich die Frage an Euch!

Bei meinen derzeitigen Tätigkeiten benutzte ich immer ein weißes Papier. Doch seit einiger Zeit frage ich mich ob dies eigentlich richtig ist.

Man weiß ja nicht ob das weiße Papier wirklich weiß ist. Hier gibt es endlos Unterschiede.

Ist die Graukarte eigentlich für einen Weißabgleich geeignet?

Freue mich auf Eure Erfahrungen.

Gruß, Martin
Martin, im analogen Bereich nutze ich bei Bedarf eine Kodak-Graukarte, die ich mir irgendwann vor vielen Jahren einmal zugelegt habe und die immer noch Ihre Dienste versieht.

Fotografie ich digital und muß manuell einen Weißabgleich vornehmen, nutze ich eine selbstgestrickte weiße Karte.

Hier ist ein informativer Link zu diesem Thema:

http://www.daswillichwissen.de/Wei%DFabgleich
 
R

Ralf D.

Unterstützendes Mitglied
Hallo Klaus,

ist eigendlich gleich, was du benutzt. Es darf nur nicht farbstichig sein.

Es gibt z.B. preiswerte Graukarten, zum klappen und kombiniert mit den additiv- und subtraktiv Farben auf der 2. Hälfte der Karte. Diese Karte ist nicht geeignet, weil die Graukarte einen Farbstich ins violette hat, wohingegen die Farben ganz gut sind. (Der Fairness halber sei gesagt, dass mir das beim Verkauf auch gesagt wurde!).

Auch nicht gut wäre ein scheinbar grauer x-beliebiger Karton.

Aber eine Kodak-Graukarte oder ein DIN-A4 Blatt Kopierpapier sind optimal.

Gruss,
Ralf
 
M

Martin Groß

Unterstützendes Mitglied
Re: RE: Weißabgleich - Graukarte oder weißes Papier?

Hallo Klaus,

ist eigendlich gleich, was du benutzt. Es darf nur nicht farbstichig sein.

Es gibt z.B. preiswerte Graukarten, zum klappen und kombiniert mit den additiv- und subtraktiv Farben auf der 2. Hälfte der Karte. Diese Karte ist nicht geeignet, weil die Graukarte einen Farbstich ins violette hat, wohingegen die Farben ganz gut sind. (Der Fairness halber sei gesagt, dass mir das beim Verkauf auch gesagt wurde!).

Auch nicht gut wäre ein scheinbar grauer x-beliebiger Karton.

Aber eine Kodak-Graukarte oder ein DIN-A4 Blatt Kopierpapier sind optimal.

Gruss,
Ralf
Ja! Ein Blatt Papier verwende ich ja auch.
Stelle mir nur die Frage ob mit einer Graikarte ein genauerer Abgleich stattfindet als mit einem Blatt Papier.

Gruß, Martin
 
O

Olaf

Unterstützendes Mitglied
Hallo,
auch ich arbeite lieber mit der Graukarte. Dennoch verändere ich den Weißabgleich auch gerne noch mit dem Capture, um Stimmungen zu verstärken.

VG, Olaf
 
P

Patrick

Unterstützendes Mitglied
*handheb, schäm*: wie kann man bei einem analogen Film einen Weißabgleich machen? Klärt mich mal auf :oops:

Patrick
 
P

Patrick

Unterstützendes Mitglied
Ich traue mich ja kaum zu fragen, aber kurzum: Ja :mrgreen:

Patrick
 
Asgard

Asgard

Unterstützendes Mitglied
Hallo Patrick,

ich versuch mich mal.

Die Belichtungsmessung bei einer Kamera funktioniert so: Das Licht fällt durch das Objektiv auf die Messfelder des Belichtungsmessers. Dieser wählt nun Zeit und Blende so, dass das Bild bei der gegebenen Filmempfindlichkeit durchschnittlich hell (grau) erscheint. Bei Motiven mit ausgewogener Helligkeitsverteilung funktioniert das ziemlich gut. Nicht so gut funktioniert es, wenn große Bildanteile sehr dunkel oder sehr hell sind. Der Belichtungsmesser sieht nämlich nur das Licht, das vom Motiv reflektiert wird und nicht das eigentliche Umgebungslicht. Die Kamera kann nicht unterscheiden, ob das Motiv oder nur das Umgebungslicht sehr dunkel oder sehr hell ist. So kann es sein, dass eine weiße Wand auf dem Bild zu dunkel (grau) oder ein schwarzes Kleid zu hell (grau) erscheint. Die Kamera weiß nicht, dass das Kleid schwarz und die Wand weiß ist. Man muss eine solche Situation erkennen und die Belichtung von Hand korrigieren, also bei dunklen Motiven nach unten und bei hellen nach oben. Der Grad der Korrektur ist aber schwierig, denn ist das Motiv nun ziemlich dunkel, sehr dunkel oder sogar richtig schwarz?

Und jetzt kommt die Graukarte ins Spiel. Diese reflektiert ziemlich genau 18% des Umgebungslichts, was genau der Eichung der Belichtungsmesser entspricht. Wenn man also diese Graukarte fotografieren würde, dann wäre das Bild exakt genauso grau wie die Karte. Mit der Graukarte kann man also indirekt das Umgebungslicht messen.

Und so kann man mit der Graukarte arbeiten:

Richte deine Kamera wie gewohnt aus. Dann hält man die Graukarte vor das Motiv und misst damit die Belichtung. Dabei sollte die Graukarte immer alle relevanten Messfelder abdecken und im gleichen Licht stehen wie das Motiv. Die Graukarte sollte man senkrecht zur Aufnahmerichtung halten, also parallel zum Film. Die so gemessene Belichtung speichert man und belichtet dann den Film mit dem eigentlichen Motiv.


Vielleicht hat ja noch jemand Ergänzungen hierzu.

Gruß
Gerold
 
P

Patrick

Unterstützendes Mitglied
Wow, ich staune. Vielen Dank für Deine tolle Erklärung, nun ist mir einiges klarer.

Ist dies auch das, was man unter den berühmten "Weißabgleich" bei Digitalen versteht?
 
Asgard

Asgard

Unterstützendes Mitglied
Nein.

Der Weißabgleich ermöglicht es, digitale Kameras, auf die jeweils vorherrschende Farbtemperatur anzupassen. In der analogen Fotografie gibt es dafür Konversionsfilter.

Gruß
Gerold
 
rextav

rextav

Unterstützendes Mitglied
ich bin neu hier ... hallo erstmal.
habe hier gelesen und frage mich eben: ist der sogenannte "capturing" der weißabgleich direkt auf dem motiv, ohne eine grau- oder weisskarte davor?

danke für antwort.
 
tvr

tvr

Unterstützendes Mitglied
Gerade erst gesehen, daher jetzt erst bemerkt:

Hallo Asgard,

du hast geschrieben:
---
... was genau der Eichung der Belichtungsmesser ...
...

Einspruch, euer Ehren.

Es muß heißen:
... was genau der Kalibrierung der Belichtungsmesser ...

Denn Eichen ist ein amtlicher Vorgang.
Und genau das hat bei den Belichtungsmessern nicht stattgefunden.
 
Micha 007

Micha 007

Unterstützendes Mitglied
Moin,

ich hab auch eine A5 Graukarte die mir für die Makrofotografie viel zu groß ist. Dort kontrolliere ich die Belichtung auch immer über das Histogramm, jedoch hätte ich gern zum besseren Weisabgleich eine kleine Graukarte mit weißem und schwarzem Feld.

Wo gibts das bezahlbar?

Gruß Michael
 
G

grhe6715

Unterstützendes Mitglied
Hallo Michael,

bei Foto Brenner gibt es Graukarten aus Kunststoff (m.E. recht praktisch, dürfen auch naß werden), davon eine im Postkartenformat.

Als Ergänzung: alternativ zur Graukartenmessung gibt es noch die Lichtmessung mit einem Handbelichtungsmesser.

MfG Hermann
 
V

volkerm

Guest
Moin!

Im Novoflex Onlineshop gibt es eine sehr praktische Graukarte (eine Seite Grau, andere Weiß) im A5-Format. Kostet mit Versand 12 Euro, Modellbezeichnung ist "Zebra" (kein Witz). Kann ich nur empfehlen, habe sie immer dabei.
 
David_USA

David_USA

Unterstützendes Mitglied
Nach meiner Erfahrung spielt es keine Rolle ob man grau oder weiss fuer den Weissabgleich nimmt. Rein technisch kann es auch gar keinen Unterschied machen, da die Kamera die einzelnen Kurven fuer die Grundfarben verschiebt um sie deckungsgleich zu bekommen.
Wichtig ist nur das die Flaeche moeglichst gleichmaessig ist und eine vernuenftige Belichtung moeglich ist.
 
N

Nobody

Auszeit
so ist es. im grunde genommen geht ein jeder belichtungsmesser von grau aus. eine graukarte lohnt somit nur bei sehr sehr viel licht und wenns finster wird, geht ohne weiss eh nichts mehr
 
FrankF

FrankF

Auszeit
Richte deine Kamera wie gewohnt aus. Dann hält man die Graukarte vor das Motiv und misst damit die Belichtung. Dabei sollte die Graukarte immer alle relevanten Messfelder abdecken und im gleichen Licht stehen wie das Motiv. Die Graukarte sollte man senkrecht zur Aufnahmerichtung halten, also parallel zum Film. Die so gemessene Belichtung speichert man und belichtet dann den Film mit dem eigentlichen Motiv.
Alternativ kann man auch eine Äquivalenzfläche anmessen, also eine Fläche, die von ihrer Beleuchtung her zufällig in der Helligkeit dem entspricht, was man im Bild optimal belichtet haben will. Für die Belichtung geht das recht leicht, weil die aktuellen Nikons praktisch alle eine 1%-Spotmessung haben.

Beim RAW-Fotografieren ignoriere ich das Problem des Weißabgleichs und regel es in Capture später nach Gusto
 
Burkard

Burkard

Aktives und bekanntes NF-Mitglied
Guten Morgen zusammen,

es scheint mir, dass in Eurer Diskussion die beiden Einsatzgebiete einer Graukarte durcheinanderkommen. So wie ich es verstanden habe, geht es einerseits um Belichtungsmessung: hier bietet sich aus bereits genannten Gründen die Kodak-Graukarte mit farbneutralem 18%igen Reflexionsvermögen an. Andererseits geht es - und so habe ich die Fragestellung des Threads verstanden - um Weißabgleich. Hierfür ist entscheidend, dass das reflektierende Material alle Farben gleichmäßig absorbiert bzw. reflektiert. Das tut generell jede Oberfläche, deren "Farbe" irgendwo auf dem Helligkeitsspektrum zwischen schwarz und weiß liegt. Entscheidend ist lediglich, dass sie keine Farbe bevorzugt, also keinen "Farbstich" hat.

so long
Burkard
 
Oben