Information Videostreaming für Home Office und anderswo

VisualPursuit

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Tach zusammen,

wie wir alle wissen, brachte die Seuche einen enormen Bedarf an Fernkommunikation mit sich,
und ein großer Teil davon wird mit Videokonferenzen, Videopodcasts und auf Youtube erledigt.
Die meisten von uns haben dabei schreckliche Bilder aus den Wohnhöhlen auf der anderen
Seite gesehen.

Einigen dürfte dabei klargeworden sein, daß sie selbst auch nicht besser aussahen.
Laptopkamera aus Nasenlochpeilposition, gruseliges Licht in schrägen Farben, Ton
wie aus einem Lokus bei laufender Spülung. Been there, seen that.

Hier im Forum wurde vereinzelt schon nachgefragt wie man es besser machen kann.

Dieses Posting ist der Versuch Informationen zusammenzutragen, die bei
Dimensionierung, Betrieb und Problemlösung helfen.

Vermutlich werde ich das Posting immer mal wieder editieren und aktualisieren,
wenn die Zeit das erlaubt. Rückfragen werde ich nach Möglichkeit im Thread
beantworten, parallel aber auch im Eingangsposting einarbeiten.
Im Dezember 2020 werde ich vermutlich den Löwenanteil schreiben.
Diese Änderungen werde ich nicht einzeln loggen. Ab Januar 2021
versuche ich eine Revisionshistorie anzufügen. Man möge Geduld mit
mir haben.

Dies wird ein Work in Progress, also habt Geduld mit mir, wenn es nur langsam wächst.
Blau kennzeichnet Abschnittstitel/Rubriken, Grün ist Platzhalter für Dinge, die ich in
Zukunft noch ausweiten werde.

Ich werde Links zu Produkten einfügen, mit denen ich selbst bereits gearbeitet
habe, über die ich auch aus praktischer Erfahrung Auskunft erteilen kann.

Rückfragen, Fehlerhinweise (auch Tippfehler) und Anregungen im Thread
sind übrigens gern gesehen.

Kameras
Ein Bild muss her. In der einfachsten Version ist das die im Smartphone
oder Laptop eingebaute Kamera, oder eine billige Webcam, die per USB
an einen Desktoprechner angeschlossen ist.

All diese Varianten bieten keinen Zugriff auf Neutralabgleich und
Belichtungssteuerung, sondern nur Automatik. Das kombiniert mit einer
durchaus mitleiderregenden Bildqualität und begrenzten Möglichkeiten
der Positionierung führt direkt in das allseits bekannte Gruselkabinett.

Man kann allerdings viele sehr gute Kameras für das Streaming verwenden.
Für viele neuere Fotokameras haben die führenden Hersteller Webcam-Treiber
programmieren lassen. Die installiert man und kann dann über USB-Kabel
auf diese Kameras zugreifen als ob es eingebaute Webcams wären.

Damit hat man dann schon Zugriff auf manuelle Belichtungssteuerung
und Neutralabgleich, kann die Kamera auch in sehr viel schmeichelhafteren
Blickwinkeln positionieren.

Richtige Videokameras und Camcorder statt Fotokameras bieten oft keinen
Zugang zu einem Webcamtreiber, aber sie haben dafür einen HDMI-Ausgang
oder einen SDI-Ausgang, manchmal beides. Dafür gibt es Signalkonverter,
die das Videosignal der Kamera so aufbereiten, daß es über USB vom
Rechner wie eine Webcam mit Standardtreibern verarbeitet werden kann.

Seit einiger Zeit setzt sich mehr und mehr die Einbindung per NDI durch.
Dieser Standard wurde von der Firma NewTek entwickelt und ist kostenfrei
auf Windows, MacOS und Linux nutzbar. Dazu später mehr - es gibt sogar
Kameras, die mit Bordmitteln NDI liefern.

- Mögliche Stolperfallen: Kamera geht automatisch schlafen , Akku reicht
nicht weit, Kamera überhitzt im Dauerbetrieb. (Dieser Teil wird noch ausführlicher)


Teleprompter
Teleprompter helfen beim Votrag längerer und komplexerer Texte.
Es sind Geräte, die dem Akteur vor der Kamera einen Text
zeigen und dabei erlauben daß er weiter in die Kamera schaut.
Das Prizip ist recht einfach. Vor der Kamera befestigt man in einem
45 Grad Winkel einen teildurchlässigen Oberflächenspiegel.
Der Platz hinter dem Spiegel bis zur Kamera steckt in einem Kasten
oder wird mit einem lichtdichten Stoff abgedeckt. Unter dem Spiegel
liegt ein Monitor, Tablet oder Smartphone, dessen Bild für den Akteur
über den Spiegel zu sehen ist. Der Text läuft langsam über den
Monitor und kann abgelesen werden.

Kernstück ist immer der teildurchlässige Oberflächenspiegel,
durch den die Kamera von hinten durchgucken kann.
Diese gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Die einfachsten
Varianten sind Plastikteile aus dem 3D-Drucker, die ins Filtergewinde
des Objektivs geschraubt werden. Dann gibt es verschiedenste
Varianten auf Basis von Stangensystemen, mit soliden Stativplatten
bis hin zu den "presidential" Modellen, deren Spiegel man rechts
und links von amerikanischen Präsidenten oft zu sehen bekommt.
Das Weisse Haus hat 16 Stück davon.

Der wichtigere Teil ist jedoch die Software. Fast jeder Prompterhersteller
bietet Links zu mindestens einer Gratissoftware an, es gibt Abo-Modelle
und Lösungen die bis zu 3000 Dollar kosten. Durch die Bank weg
gibt es dabei eine Menge Müll, veralteten Code und andere Probleme.
Viele Lösungen laufen nur auf Mobilgeräten, Text einzupflegen und
zu bearbeiten ist oft sehr mühsam. Bessere Lösungen bieten den
Betrieb mit zwei Bildschirmen, wobei ein Bildschirm dem Operator
zur Eingabe und Steuerung dient, der andere dem Akteur den zu
sprechenden Text anzeigt. Der Text wird praktisch immer negativ
weiss auf schwarzem Grund gezeigt, um Überstrahlungen in die
Kamera zu minimieren. Ablauf und Geschwindigkeit wird entweder
vom Operator über Tastenbefehle oder vom Akteur selbst über eine
Fernbedienung oder Pedale gesteuert. Das sind oft sehr simple Geräte,
die zu schockierend hohen Preisen verkauft werden.

Beispiele:
Der Parrot Teleprompter - Klick mich!
Ein sehr schlichtes Gerät, dessen Fernbedienung nur für US-Tastaturen
alle Funktionen unterstützt. Auf kurze Entfernung brauchbar, aber
näher an Spielzeug als an Werkzeug. Texte einzupflegen ist mühsam,
die Parrot Remote tut nicht immer wie man denkt. Man bekommt
was man bezahlt. Das war mein erster Prompter, die mühsame Bedienung
sorgte schnell dafür daß er in der Ecke verschimmelt.

Datavideo TP-650 Teleprompter - Klick mich!
Den verwende ich aktuell. Der große Spiegel erlaubt auch auf größere
Entfernung den gut lesbaren Einsatz. Das Ding ist allerdings recht
sperrig und gehört auf ein professionelles Stativ. Die Fernbedienung
von Datavideo ist grob überteuerter Mist, und die angebotene kostenlose
Software eine Katastrophe. Ich verwende den Prompter im
Zweischirmbetrieb mit der Bezahlsoftware PromptDog -(Klick!).

Presidential Teleprompter
Die kennt man von den amerikanischen Präsidenten......
Der kommt nicht vor eine Kamera. Für das Publikum ist es
nur eine Glasscheibe.

Ganz allgemein ist ein Prompter eine Gedächtnisstütze. Der starre
Blick auf den Text ist fast so doof wie jemand der den Text nicht kann.
Im Theater spricht der Souffleur auch nicht die ganze Zeit mit.
Akteure sollten ihre Texte also prinzipiell beherrschen, der Prompter
ist dann die Sicherheitsleine.

Bildhardware
Einfache HDMI-Grabber bekommt man bereits ab 20 Euro. Kurze Kabel
mit HDMI-Buchse auf einer Seite, USB-Stecker auf der anderen.
Der Konverter ist in einem der Stecker eingebaut, wird über USB mit
Strom versorgt. Diese einfachen Grabber erwarten jedoch oft bestimmte
Videoformate, können andere Formate nicht skalieren und sind nicht
immer dauerbetriebsfest.

Bessere Konverter skalieren aus verschiedenen Videoformaten, sind
sehr viel robuster, dauerbetriebsfest, schlagen dafür aber auch mit
Preisen bis 500 Euro zu.

Aja U-Tap, Marshall VAC, Elgato Camlink, Magewell Capture Plus
wären einschlägige Kandidaten.

Darüber hinaus gäbe es die Decklink-Karten von Blackmagic Design,
diese werden in Desktoprechner oder Workstations eingebaut.
Noch eine Nummer größer kann man zwischen mehreren Kameras
umschalten: Blackmagic Design Web Presenter, ATEM Mini / Mini Pro /
Mini Pro ISO Livemischer wären typische Vertreter.

Fast zuletzt kommen Konverter von NewTek, Bird Dog, Sienna, Kiloview
und anderen. Diese wandeln ein Kamerasignal in einen NDI-Stream,
der über das Netzwerk abgegriffen werden kann.

Und ganz zuletzt kommen PTZ-Kameras (Pan/Tilt/Zoom = Schwenken /
Neigen / Zoomen), die überwiegend mit Bordmitteln NDI-Streams
bereitstellen können.

Software
Im Normalfall verwendet man die Software die vom Arbeitgeber oder
dem Kunden verlangt wird. Microsoft Teams, Zoom, Vmix, WebEx, Jitsi.....
Die gute Nachricht: Fast alle diese Pakete können statt dem Laptopbildschirm
oder der eingebauten Webcam des Laptops NDI-Quellen einbinden.
Die lizenzfreien NDI-Tools von NewTek gehören daher auf jeden Rechner
von dem aus man streamen möchte. Es lohnt sich regelmässig nachzusehen
ob es Updates gibt, NDI wird mittlerweile von hunderten Firmen weiterentwickelt.

- Open Broadcast Studio
- Wirecast
- Vmix
- WebEx
- Zoom
- Jitsi
(Wird weiter ausgebaut.....)


Audio
Die einfachste Möglichkeit für guten Ton ist ein Headset aus Kopfhörer
mit Mikrofon, per Kabel direkt in den Rechner eingestöpselt.
Man kann auch qualitativ gute Mikrofone auf den Tisch stellen,
Richtrohrmikrofone auf der Kamera befestigen oder über Tonangel
von ausserhalb des Bildes auf den Sprecher richten, oder
Lavaliermikrofone an der Kleidung verstecken.
Sollen mehrere Leute sprechen, ist ein Mikrofonmischer nicht
die dümmste Wahl.

(Rückkopplung über Lautsprecher)

Licht

(folgt noch.....)

Das Drumherum
Rahmenbedingungen, Platzbedarf, Gestaltung, Aussenwirkung
(Home improvement for Kassenpatienten)

Revisionshistorie (ab Januar 2021)
06.12.2020. Platzhalter Revisionshistorie angefügt
26.01.2021 Teleprompter vervollständigt
 
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Wuxi

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Teleprompter fehlt noch!
 
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2 Kommentare
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Guter Punkt. kommt zur Hardware dazu.
 
shovelhead
shovelhead kommentierte
wobei man in einer Welt, in der man ein gebrauchtes Notebook für einen Fuffi bei eBay findet, überlegen sollte, ob es unbedingt der Halbspiegel für 150.- Euro sein muss. Die Dinger sind nämlich nicht "ohne", denn entweder ist das eine unhandliche Konstruktion, die einen liegenden Monitor braucht (idealerweise also ein Tablet, bietet aber auch jedes Pro-Notebook, benötigt dann aber mehr Tiefe auf dem Schreibtisch), oder man kämpft gegen Reflektionen auf der Rückseite des Prompters, wo die Kamera gern ihr eigenes Spiegelbild mit aufs Bild bringt. Software, mit der man einen Text spiegelverkehrt und weiss auf schwarz abbildet, gibt es hingegen zu Hauf, meist reicht eine einfache Textverarbeitung dafür).

Das "gute" Notebook für den Datenstream, die Gurke als Spikzettel - das ist im Zweifel die besser Lösung und bei den typischen, eher kleinen, "Fenstern" in denen man bei einer Videokonferenz auftritt, merkt kein Mensch den Unterschied zwischen Blick in die Kamera oder Blick ganz leicht unter die Kamera.
 
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BärBalu

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@VisualPursuit

Vielen Dank für Deine Einführung!
Wie sähe ein stabiles Setting aus, um z. B. in meiner Kürschengemeinde einen GD ins Netz zu streamen?
Freue mich auf Deine Hinweise!

BärBalu (Dirk)

P.S. D800, D3s und Laptop vorhanden.
 
3 Kommentare
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Verkabeltes Internet vorhanden, oder WLAN/LTE?
Eine Kamera, oder zwei (oder mehrere)?

Gibt es eine Tonanlage? Wo soll die Kamera (die Kameras) stehen?

Wie weit sind Tonanlage / Internetanschluss von den Kameras entfernt?

Wird das immer von Kenntnisträgern bedient oder muss das eine
Hilfskraft mit Anleitung auf einem DIN A5 Zettel schaffen?
 
Wolfi_7000
Wolfi_7000 kommentierte
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BärBalu

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Verkabeltes Internet vorhanden, oder WLAN/LTE? JA!
Eine Kamera, oder zwei (oder mehrere)? JA, 2 Kameras

Gibt es eine Tonanlage? JA! drahtlos Wo soll die Kamera (die Kameras) stehen? Kamera soll Chorraum sehen

Wie weit sind Tonanlage / Internetanschluss von den Kameras entfernt? Tonanlage im Turm, surch den frau/mann die Kirche betritt - weit genug

Wird das immer von Kenntnisträgern bedient oder muss das eineHilfskraft mit Anleitung auf einem DIN A5 Zettel schaffen?
Wie bei Kirche üblich: gediegene UNKENNTNISträger! DINA5 äußerst sinnvoll!

Vielen Dank
BärBalu
 
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BärBalu

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Registriert
Ergänzung: Den elgato HDMI-Grabber habe ich bestellt. Müßte morgen da sein.
Reicht ein Youtube-Kanal? - Für mich habe ich soeben einen privaten eingerichtet.
Benötige ich unbedingt OBS Studio 26.1.1 ? Brauche ich ein Twitch-Konto?
 
1 Kommentar
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Yikes - Du handelst schneller als ich antworten kann.

Versuchen wir das mal aufzudröseln:
Bei der Frage nach verkabeltem Internet ODER WLAN/LTE habe ich "Ja!" als Antwort nicht erwartet.....

Es geht erst mal darum, das räumlich einzuordnen. Signalwege, Kabelwege,
was kann fest installiert werden und vor Ort verbleiben, was muss täglich
auf- und abgebaut werden....

Bei mehreren Kameras wäre der Elgato für mich nicht das Mittel der Wahl
gewesen, zumal der ja auch nur eine Kamera verdaut, und die Kodierungslast
vor allem dem Laptop aufbürdet.

Die Frage nach der Tonanlage zielt darauf ab daß der Ton mit ins Netz muss.
Wieviele Meter müssen von der Tonanlage zum Streamingrechner überbrückt
werden? "Tonanlage im Turm - weit genug" ist zwar vermutlich richtig, hilft
mir aber auch nicht weiter.

Wo soll denn (räumlich gesprochen) das Streaminggerät stehen?
Kannst Du von da aus Kabel zum Internetanschluss, zur Tonanlage
und zu den Kameras legen? Wieviele Meter wären dafür jeweils zu
überbrücken (Kabelwege, nicht Luftlinie)?

Ob Du ein Twitch-Konto brauchst hängt davon ab ob jemand über
Twitch zugucken wollen würde. Sonst ist Youtube sicher die am
weitesten verbreitete Plattform.

Ob OBS nötig ist hängt davon ab wie das Ganze ins Netz geht und
was Du alles mit der Sendung anstellen willst.

Die simpelste Lösung ist vermutlich einen Youtube-Kanal mit einem
permanenten Schlüssel einzurichten und über einen Atem Mini Pro
Liveswitcher von Blackmagic Design zu streamen.
Dann kann ein Helfer auf Knopfdruck live gehen und genau so
wieder abschalten, alles kann fest installiert werden.
Zu dem Liveswitcher werden Kabel von den Kameras, dem
Internetanschluss und der Tonanlage gezogen. Alle diese Verbindungen
kann man natürlich auch mit Funkstrecken überbrücken.
Die Kameras müssen extern bestromt werden, und sie dürfen
nicht nach einer gewissen Zeit schlafen gehen oder mit Überhitzung
abschalten. Deine DSLRs sind dafür weniger gut geeignet.
Für rund 180 Euro bekommst Du z.B. die Panasonic HC-V180
inclusive Netzteil. Die hat sogar manuelle Einstellungen und
liefert Full HD. Mehr brauchst Du nicht.

Aber wie gesagt: Mehr Input!
 

BärBalu

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@ VisualPursuit
Vielen Dank für Deine Geduld und Hilfe!
Ob das wlan vom Gemeindehaus bis in die Dorfkirche (30m über die Strasse) reicht, weiß ich nicht.
Evtl. könnte man preiswert mit einem Repeater die Reichweite herstellen. Z. Zt. wird mit einem Smartphone und dessen eingebauter Kamera und Mikrofon via LTE übertragen. (lausige Qualität!)
[Aus "guten alten" Zeiten gibt es bei mir noch zwei Sennheiser (421 & 441 / dynamisch - symetrisch)]

Den Hinweis auf die Panasonic HC-V180 nehme ich gerne auf!

Frage: Reicht der Atem Mini (€298) oder muß es zwingend der Atem Mini Pro (€629) sein? [Wäre der RGBlink eine gültige Alternative? €320]

Der Anschluß an die Tonanlage mit Richt-und Grenzflächenmikros ist möglich (denke ich, unter 10m Entfernung). Es muß ja nur das Summensignal abgegriffen werden.

Frage: Wenn eine Übertragung vom Blackmagic Design Atem via LTE/Smartphone angestrebt wird, kann dann das Signal über die USB-C Schnittstelle in das Smartphone eingespielt werden?
Um Brandbreite zu sparen, halte ich 1.280 x 720 Pixel für ausreichend.
[Den elgato hatte ich für eigene Versuche bestellt.]

Mir stellt sich der Signalweg im Moment wie folgt dar: Cam1 und Cam2 via HDMI in den Atem Mini (pro) und dann ins LTE/Smartphone nach Youtube.
Viele Grüße
BärBalu (Dirk)

Quelle: Black Magic => https://www.blackmagicdesign.com/de/products/atemmini
ATEM Mini
Das ATEM Mini Modell ist fix eingerichtet und bedienfreundlich. Es bietet vier skalierbare HDMI-Eingänge, einen USB-Webcam-Ausgang, einen Fairlight Audiomixer mit EQ und Dynamiktools, einen DVE-Prozessor für Bild-im-Bild-Darstellungen, Übergangseffekte, einen Greenscreen-Chromakeyer und einen 20 Standbilder fassenden Media Pool für Titel. Obendrein gibt‘s ATEM Software Control kostenfrei dazu.

ATEM Mini Pro
Der Pro bietet neben allen Features des ATEM Mini Modells noch viele weitere. Mit dem Pro können Sie zusätzlich im H.264-Format direkt auf USB-Laufwerke aufzeichnen, per Ethernet direkt auf YouTube Live streamen und mehr. Er bietet Ihnen einen Multiviewer mit Ansichten für vier Kameras, Vorschau und Programm sowie für den Status von Aufzeichnung, Streaming und Audio.
 
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VisualPursuit

Sehr aktives Mitglied
Registriert
Ob das wlan vom Gemeindehaus bis in die Dorfkirche
(30m über die Strasse) reicht, weiß ich nicht.
Evtl. könnte man preiswert mit einem Repeater die Reichweite
herstellen. Z. Zt. wird mit einem Smartphone und dessen
eingebauter Kamera und Mikrofon via LTE übertragen. (lausige Qualität!)

In das WLAN des Gemeindehauses würde ich kein Geld reinstecken.
Das schreit geradezu nach einem Gigacube o.ä. und Uplink per LTE.
Im Idealfall ein LTE-Modem mit Anschluss für eine externe Antenne.
Ds ist dann eine Richtantenne (Yagi o.ä.) die genau auf den nächsten
Mast ausgerichtet wird. Damit sicherst Du bestmögliche Bandbreite.

[Aus "guten alten" Zeiten gibt es bei mir noch zwei Sennheiser (421 & 441 / dynamisch - symetrisch)]

Nicht nötig, wenn du an die Tonanlage randarfst.

Frage: Reicht der Atem Mini (€298) oder muß es zwingend
der Atem Mini Pro (€629) sein?

Der Mini erfordert einen Rechner/Laptop und OBS o.ä., wogegen der
Mini Pro bereits mit Bordmitteln ohne weiteres streamen kann.
Wenn der Kanal eingerichtet ist, wird der Laptop nicht mehr
zwingend benötigt und man kann mit simplem Knopfdruck
online gehen.

[Wäre der RGBlink eine gültige Alternative? €320]

Sagt mir nichts, keine Ahnung.

Der Anschluß an die Tonanlage mit Richt-und Grenzflächenmikros
ist möglich (denke ich, unter 10m Entfernung). Es muß ja nur das
Summensignal abgegriffen werden.

Genau. Symmetrisches Kabel bis zum ATEM, DI-Box zum
desymmetrieren und ab in den Atem. Nur ein Kabel mit
Adapter würde zwar auch gehen, aber dann ist die gesamte
Länge unsymmetrisch und damit störanfällig. DI-Boxen
kosten fast nix.

Frage: Wenn eine Übertragung vom Blackmagic Design Atem
via LTE/Smartphone angestrebt wird, kann dann das Signal
über die USB-C Schnittstelle in das Smartphone eingespielt werden?

Siehe oben - holt euch ein LTE-Modem. Ist schmerzfreier.

Um Brandbreite zu sparen, halte ich 1.280 x 720 Pixel für ausreichend.

Wenn der Upload das hergibt, sende ruhig in Full HD.
Youtube fährt das sendeseitig schon runter wenn der
Empfänger zuwenig Bandbreite hat. Ein dedizierter
Vertrag für das Modem ist dann auch wieder echte
Flachratte.

Mir stellt sich der Signalweg im Moment wie folgt dar:
Cam1 und Cam2 via HDMI in den Atem Mini (pro) und
dann ins LTE/Smartphone nach Youtube.

Wenn Du mit 5m Kabelweg auskommst, ja. Längere Kabel
sind meist nicht zuverlässig. Und statt Smartphone ein
LTE-Modem.

Wenn Du noch Fragen hast, frag ruhig. Ich antworte so
wie ich Zeit habe.
 
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BärBalu

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@VisualPursuit
Vielen Dank nochmal!
Habe morgen abend eine zoom-Konferenz mit den Beteiligten ...
Mal sehen, was dabei herauskommt!
Der Atem mini pro ist wohl wirklich besser für das Projekt; und derTP-LINK M7350 für € 70,- ist für ein Youtube Streaming eine gute Lösung.
Viele Grüße
Bärbalu
 
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VisualPursuit

Sehr aktives Mitglied
Registriert
(...) und derTP-LINK M7350 für € 70,- ist für ein Youtube Streaming eine gute Lösung.

Check bitte vorher mal mit getethertem Smartphone wie die Bandbreite
über LTE ohne Zusatzantenne aus der Kirche ist. Sonst nimm lieber ein
LTE-Modem mit der Möglichkeit eine externe Antenne anzuschliessen.

Der Preisunterschied ist nicht hoch.
 
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BärBalu

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@VisualPursuit
Guten Abend!
Hilfreich wäre es gewesen, wenn die Beteiligten (s.o.) gewußt hätten, worüber sie sprechen ... Ein altes Problem!
Am sinnvollsten scheint mir der Weg zu sein, den Du vorgeschlagen hattest. Mal sehen, ob sich Vernunft breit macht.
Vielen Dank für Deine Geduld und Mühe.
Heute habe ich meinen neuen Laptop abgeholt: Asus zenbook 14 um425i, der ist schneller als mein alter i7 Rechner!
Etwas Spaß muß auch sein!
Viele Grüße
BärBalu (Dirk)
 
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BärBalu

Aktives NF Mitglied
Registriert
Guten Abend!
Heute haben wir im Gemeindehaus die Kombination von zwei Panasonic V180 mit dem ATEM mini pro ausprobiert.
AEG Auspacken - einschalten - geht! [Vom Pfarrhaus nebenan führt ein Netzwerkkabel ins Gemeindehaus. ]
Nachdem die beiden V180 auf den gleichen Weißabgleich eingestellt waren, konnten wir gut zwischen beiden wechseln.
Nach ZOOM konnten wir auf den Laptop nicht verzichten, weil ZOOM ein direktes Streaming nicht ermöglicht.
Der Kontollmonitor am HDMI-Ausgang des mini pro stellt ein sehr hilfreiches Multiview dar!
Die beiden Mikrofonanschlüsse vertragen kein LINE-Signal; jedenfalls nicht ohne größeren Aufwand.
Die ATEM Software Control hatten wir uns zwar besorgt, jedoch nicht installiert.
Am Sonntag soll nun die Generalprobe stattfinden.
Vielen Dank für die hilfreichen Hinweise!!
BärBalu
 
5 Kommentare
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Dann installier mal die ATEM Software Control, dann kannst Du
in den Settings die Eingänge von MIC auf LINE umstellen.
Die ATEM Minis haben eine komplette Fairlight Console an Bord,
Du kannst sogar den Ton verzögern falls Bild und externer Ton
nicht synchron laufen, die Tonmischung beeinflussen, Noise-Filter
setzen, und, und, und.....

Gleichzeitig spielt die jeweils aktuelle ATEM Software auch
Firmware-Updates für die ATEMs ein, bringt teilweise sogar
neue Funktionen mit.

Nächsten Freitag gibt es wieder ein "ATEM and Camera Update",
das ist sowas wie eine Apple Keynote auf Steroiden für Filmer.
CEO Grant Petty steht dann ganz bescheiden in einem Studio das
aus dem Ikea-Katalog der 70er zu stammen scheint, zuckt alle
paar Sekunden mit der linken Schulter, und spricht zunächst über
ein Produkt, das vor einem halben Jahr allgemein als Sensation
empfunden wurde.
Dann erzählt er welche Wünsche dadurch noch aufkamen, welche
Ideen für die Zukunft aufkamen.... und dann sagt er "ich mach
mal eben Platz hier.....".

Als nächstes stellt er etwas auf den Tisch bei dem alle rückwärts vom
Stuhl fallen, weil es auf all das was er vorher gesagt hat noch drei
Schüppen drauflegt, dabei deutlich weniger kostet als der gesamte
Wettbewerb hinkriegt..... und sofort verfügbar ist.

Das mit der sofortigen Verfügbarkeit ist so eine Sache.
Der große Erfolg hat so seine Schattenseiten was die Liefersituation
angeht. Den Blackmagic Speed Editor für Davinci Resolve habe
ich in der Nacht bestellt als er zusammen mit Resolve 17 vorgestellt
wurde. Bis heute ist noch keiner gelandet.

Aber mal gucken was nächsten Freitag kommt. Ich hol schon mal
die Mistgabel, um ein wenig von dem Geld was sich neben meinem
Schreibtisch als Reserve stapelt rüberzuforken.

Wird sich nicht vermeiden lassen. Ein ATEM Mini in 4k mit Scalern
an allen Eingängen, eventuell zweitem Kontrollausgang, zweitem
USB-C oder vielleicht mit NDI-Unterstützung? Gekauft.

Heisser Kandidat für ein Update wäre auch die Micro Studio Camera 4k,
die ist seit ein paar Wochen kaum noch zu kriegen. Oder eine
Pocket Cinema Camera mit RF-Mount. Ein Update für die Hyperdeck
Recorder. Oder, oder....

Es wird wieder spannend.
 
Wuxi
Wuxi kommentierte
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte

Gerne. Ich musste nur grinsen bei dem größeren Aufwand für die Line--Eingänge.
RTFM = Read The Fine Manual :cool:
 
BärBalu
BärBalu kommentierte
RTFM = Read The Fine Manual / Asche auf mein Haupt! Ich gelobe Besserung.
 
Wuxi
Wuxi kommentierte
Fine wird ja normalerweise immer Fxxxxxx geschrieben, Ihr .....
 

BärBalu

Aktives NF Mitglied
Registriert
[Ein Zwischenbericht]
Guten Abend!
Gestern haben wir via Calumet unseren ATEM mini pro bekommen; von den V180 haben wir weitere 2 bei Saturn bestellt.
Ein Wermutstropfen: ATEM Software Control läuft nicht richtig auf meinem ASUS, wohl jedoch auf dem Lenovo ThinkPad (mit gleichem Chip-Satz!)
Die Bildschirmdarstelung ist so stark vergrößert, daß eine Bedienung nicht möglich ist!! Ein Verschieben des Bildes funktioniert auch nicht.
ABER mit einem Adapter LAN -> USB 3.0 läßt sich der mini pro am LAN-Eingang mit Software Control steuern!
Die Software eröffnet gewaltige Möglichkeiten und Bedarf der Einarbeitung.
BärBalu
 
1 Kommentar
BärBalu
BärBalu kommentierte
Anziegeproblem beim ASUS gelöst: Er war in der Bildeinstellung 150%; Wechsel auf 100% und ATEM Software Control läuft richtig!
 

soulbrother

Sehr aktives Mitglied
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Kameras
Ein Bild muss her. In der einfachsten Version ist das die im Smartphone
oder Laptop eingebaute Kamera, oder eine billige Webcam, die per USB
an einen Desktoprechner angeschlossen ist.

All diese Varianten bieten keinen Zugriff auf Neutralabgleich und
Belichtungssteuerung, sondern nur Automatik.
Es gibt in den Smartphones doch sicherlich (Kamera-) APPs, die auch eine manuelle Einstellung ermöglichen.
Sind diese dann ungeeignet für´s Streamen, oder was übersehe ich dabei?

Gibt es denn auch eine einfache bzw sinnvolle Kombination von 1 oder 2 Smartphones die "irgendwie" in das OBS (unter Windows) eingebunden werden?
Oder in einen der kleinen BM Mixer: Atem oder Atem Pro.. das geht nur mit HDMI Geräten, richtig?
 
2 Kommentare
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Ja, alles was ich zum Streamen mit dem Smartphone kenne erlaubt
keinen manuellen Zugriff auf die Kamera.

Kann sein daß ich was übersehe, natürlich.

Es gibt für iOS ein System das iPhones als drahtlose Quelle verwendet
und auf einem Apple Tablet live switchen und streamen kann.
Das ist aber qualitativ "shaky" und erfordert ein Abo, das dem Wunsch
es so billig wie möglich zu machen heftigen Widerstand leistet.
 
soulbrother
soulbrother kommentierte
Danke Dir! Wir haben heute den ersten Kurztest mit dem ATEM Mini Pro gemacht. Out of the box schon recht überzeugend.
Es war ne D810 und ein iphone 12 direkt per hdmi dran und ne usb platte (samsung t7), die sofort erkannt wurde und ohne zicken eine erste (sehr kurze) Testaufnahme gespeichert hat. Was aufällig war, dass das Ausgangsignal mi 24 fps gespeichert wurde. Schätze das kann man umstellen mit der sw, oder?
 

JenGeb

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Hallo,
ist ein Grabber eigentlich unbedingt erforderlich? Ich nutze eine Nikon D750 mittels Nikon Webcam Utility und USB-Verbindung zwischen Kamera und Laptop. Klappt eigentlich prima, bis auf das Format. Ich bekomme das Bild der Nikon nicht vollformatig auf den Bildschirm, was ich aber gerne möchte. Es bleibt immer ein "schwarzer breiter" Rahmen. Wäre dieses Problem durch einen Grabber behoben?
JenGeb
 
1 Kommentar
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Nein, ein Grabber ist nicht unbedingt erforderlich wenn nur eine Kamera verwendet
wird und die als Webcam ansprechbar ist.

Wie gut das funktioniert hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Nicht jede Software kann Full HD entgegennehmen oder senden,
und nicht jede Software verarbeitet 16:9 Formate.

Das hängt also ein wenig davon ab welche Software Du verwendest.

Mehr Input, bitte!
 

JenGeb

Unterstützendes Mitglied
Registriert
Danke für die superschnelle Antwort.
Als Software verwende ich ZOOM und das Ergebnis sieht so aus:

1617782815977.png
 
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soulbrother

Sehr aktives Mitglied
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Das sieht mit der 810 auch so aus, die nikon sw liefert kein fhd...
 
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JenGeb

Unterstützendes Mitglied
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Vielen Dank an euch für die Infos. Damit weiß ich zumindest, dass ich nichts übersehen habe.
 
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