Verlängerungsfaktor 1,5 und Schärfentiefe


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Mika

Sehr aktives Mitglied
Hallo Foren-Gemeinde,

ich fotografiere mit einer D100 vor allem Sport. Wenn ich ein Weitwinkel verwende um z.B. einen Radfahrer beim Vorbeifahren mit Aufhellblitz und Mitziehen zu fotografieren, ist es am besten, Blende und Distanz vorher so zu wählen, dass das Motiv in jedem Fall im Schärfentiefe-Bereich ist und den Autofokus auszuschalten. Fokussieren auch mit Autofokus während des Fotografierens, wo es meistens sehr schnell geht, lenkt zu sehr ab.

Es gibt ganz gute Websites mit Schärfentiefe-Rechner, z.B.
http://www.naturfoto.ch/

Jetzt meine Frage: was muss ich bei diesem Rechner für die Brennweite eingeben: die tatsächliche oder die um den Faktor 1,5 verlängerte?

Der Unterschied wäre nämlich bedeutend. Während ein 18-mm Objektiv bei Einstellung 1,5 Meter und Blende 5,6 einen Schärfentiefe-Bereich von komfortablen 1-3 Metern aufweist hätte das gleiche bei 27 mm mit Verlängerungsfaktor nur 1,2 bis 1,9 Meter.

2. Frage: Zugrunde gelegt wurde eine Auflösung von 50 Linien pro mm, ist das optimal? Der Chip müsste ja eine Höhe von 24 / 1,5 = 16 mm haben
Bei 2000 Pixel ergeben sich 0,008 mm pro Pixel.
Das wären 125 Linien pro mm

Bei diesem Wert ergäbe sich nur:
18 mm Blende 5,6: von 1.24 m bis 1.89 m
27 mm Blende 5,6: von 1.38 m bis 1.65 m

Danke wie immer für eure Antworten

Mika
 
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A

Anonymous

Unterstützendes Mitglied
Hallo Mika,

du musst mit der aufgedruckten (geometrischen) Brennweite des Objektivs rechnen. Der Begriff "Verlängerungsfaktor" ist hier problematisch. Die geometrische Brennweite eines Objektivs bleibt gleich, egal, ob es nun an einer Kleinbildkamera oder einer Crop-DSLR angesetzt wird. Was sich hingegen ändert, ist der Bildausschnitt.

Die im erwähnten Schärfentieferechner angegebene Auflösung ist eine Umschreibung bzw. der Kehrwert des Streukreisdurchmessers. Für die D100 bzw. Kameras mit identischer Sensorgröße (Formatfaktor bzw. "Crop" 1,5) kannst du entweder 50 oder bei hohen Ansprüchen 60 eintragen, die Streukreisdurchmesser wären also z = 0,02 mm bzw. z ~ 0,0167 mm. (Für Kleinbild rechnet man für gewöhnlich mit dem auf Barnack zurückgehenden Wert von z = 1/30 mm bzw. 0,03 mm oder dem strengeren Wert z = 1/40 mm wie Contax RTS/N).

Man kann hieraus bereits erkennen, dass die Größe des Zerstreuungskreises formatgebunden ist. Schärfentiefe ist entgegen mancher Behauptung kein optisches Gesetz, sondern eine Festlegung, bis zu welcher Größe des Zerstreuungskreises unsere Augen eine Aufnahme noch als scharf erachten. Dies ist von der Nachvergrößerung des Aufnahmeformats, dem Betrachtungsabstand sowie von der Sehschärfe des Betrachters abhängig. Ausserdem spielen noch "objektive Faktoren" wie der Abbildungsmaßstab (der aus Brennweite und Gegenstandsweite resultiert) und die gewählte Blende herein.

Wenn man bei einem Betrachtungsabstand von 25 cm ("deutliche Sehweite") von einem Auflösungsvermögen des Auges von 2 Bogenminuten ausgeht und einen Abzug/Print 13 x 18 cm herstellen möchte, muss man das Nikon-Crop-Format linear etwa 7,5-fach vergrößern. Ergo kommt man zu einem Streukreis von

z = 250 mm / 1719 / 7,5 ~ 0,02 mm.

Beträgt der Betrachtungsabstand in o. g. Fall 35 cm, braucht der Streukreis lediglich z = 350 mm / 1719 / 7,5 ~ 0,027 mm zu betragen. Beim o. g. Schärfentieferechner würdest du somit unter diesen Randbedingungen bei der Auflösung 37 eingeben. Usw.

Gruß
Frank
 
M

Mika

Sehr aktives Mitglied
Cool! Danke Dir Frank.

Wie fast immer hier in diesem Forum eine sehr fundierte und doch leicht verständliche Antwort.

Mika
 
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