Technischer Versuch

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noknok

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hallo zusammen,
ich wollte mich einfach mal interessehalber an einem hdri versuchen. dabei ging's mir bei dem bild mehr um die technische umsetzung als um die gestalterischen elemente. ich wollte bewusst jeglichen surrealistischen eindruck vermeiden.

bitte um kritik, lob, tipps, usw...


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Hans-Peter R.

Administrator
Platin
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Hallo,

bitte um kritik, lob, tipps, usw...
gar nicht schlecht ;).

(das ist das denkbar höchste Lob, dessen wir Franken fähig sind :eek:)

Was Du erreicht hast ist, dass rechts eine anheimelnde Atmosphäre erzugt wird mit dem gelben Licht. Was aber möglicherweise missverstanden wurde (und das wird ganz häufig missverstanden) ist, dass HDR sehr gut geeignet ist, die Schwächen der Kamera auszugleichen. Es ist ganz schlecht dazu geeignet, die Schwächen der Beleuchtung auszugleichen. Wenn der Himmel im Moment der Aufnahme sichtbar schwarz war, dann wird er auch mit HDR nicht heller und soll es wohl auch nicht. Häufig versucht der HDR-Algorithmus aber mit aller Gewalt Zeichnung in Bereiche zu bringen, die einfach keine Zeichnung hatten und demnach auch auf dem Bild keine Zeichnung haben dürfen. Das Ergebnis sind dann beispielsweise verrauschte Himmel oder seltsam bräunlich verfärbte Himmel wie auf Deinem Bild.

Bei HDRIs gilt das gleiche wie bei allen anderen Bilder: Nachtaufnahmen macht man am besten in der Dämmerung, damit der HDR-Algorithmus keine Details erfinden muss, sondern die vorhandenen Details heraus arbeiten kann. In unseren Breiten bleibt dafür meist nicht viel mehr als 15 Minuten, in denen das Licht passt. In den Tropen sind es gerne mal nur 3 Minuten.

Du siehst also, die technischen Aspekte sind manchmal nicht so einfach vom Motiv zu trennen ;)

Und: Mittlerweile bin ich auch der Meinung, dass eine gute (realistische) HDR-Aufnahme nicht zwangsläufig alle Tonwerte des Motivs wiedergeben muss, sondern nur diejenigen Tonwerte, die man mit dem adaptierten Auge auch sehen konnte, oder die einfach bildwichtig sind. Der Versuch, Spitzlicher von Straßenlaternen aus dem überstrahlten Bereich heraus zu holen, ist technisch zwar möglich, führt häufig aber zu sehr skurrilen Ergebnissen. Insofern finde ich die Spitzlichter in Deinem Bild für absolut okay, das Motiv ist - alleine durch den gewählten Zeitpunkt der Aufnahme leider nur mittelprächtig.

Ciao
HaPe
 
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noknok

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Registriert
Vielen Dank für Deine Anregungen.
Das mit dem verrauschten Nachthimmel ist mir aufgefallen, aber noch nicht klar gewesen, daß die Software hier ihr eigenes dazu tut. :rolleyes:
 
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Hans-Peter R.

Administrator
Platin
Registriert
Hi,

Das mit dem verrauschten Nachthimmel ist mir aufgefallen, [...]
Yep. Du musst Dir vorstellen, dass die HDR-Software eine große Spanne von Motiv-Helligkeiten nur deshalb auf das fertige Bild (mit seinen mageren 256 Helligkeitsstufen) mauscheln kann, weil sie das ganze Bild in kleinere Bereiche unterteilt und dann in jedem Bereich für sich die Spanne der Tonwertbereiche auseinander zieht (=> lokal operierende Algorithmen). Das funktioniert deshalb, weil das Auge immer nur relative Helligkeiten sehen kann (relativ zu einer Nachbar-Helligkeit), aber keine absoluten Helligkeiten. Wenn Bildbereiche weit voneinander entfernt sind, dann kann das Auge keine Helligkeitsbeziehung mehr zwischen diesen Bereichen herstellen. So kann die HDR-Software (als Beispiel) in den 50% dunklen Flächen 75% der Tonwerte verwenden, in den anderen 50% der hellen Flächen aber ebenfalls 75% der Tonwerte ... macht zusammen "eigentlich" viel mehr Tonwerte als so ein RGB Bild hergeben kann - nur das Auge merkt nicht, dass sich die beiden Tonwertbereiche überlappen. An den Konfliktstellen (Übergang von hellen zu dunklen Bereichen, bei Tageslicht-HDRIs gerne mal entlang der Linie Landschaft <=> Himmel) entstehen dann "Problemzonen", die als Halo-Effekte sichtbar werden ... wenn man sichts dagegen tut.

Und nun kommt der strukturlose, schwarze Himmel des Nacht-HDRIs und die HDR-Software denkt sich: "Oh prima, da können wir ja ordentlich die Tonwerte auseinander ziehen (= aufhellen) um Struktur zu generieren" und verstärkt damit eigentlich nur das Rauschen, aber nicht die (nicht vorhandene) Struktur des Himmels.

Ciao
HaPe
 
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noknok

Aktives NF Mitglied
Registriert
Ich sehe schon, die HDR-Technik ist ein sehr komplexes Feld... :dizzy: Allerdings auch sehr interessant, da muss ich mich nochmal wesentlich intensiver mit beschäftigen (wenn's die Zeit erlaubt).

Vielen Dank für Deine Erklärungen!
 
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Fotocop

Sehr aktives Mitglied
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Hallo Noknok, ich finds das Bild gut. Den Himmel mal außer Acht lassend. Der Blickfang sind die Spiegelungen und die Bäume rechts. Gefällt mir gut.:hallo:
 
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