SuperTele vs. Tele / Sigma 18-300mm F3,5-6,3 DC OS HSM vs. Nikon AF-P Nikkor 70-300mm 1:4.5-5.6E ED


mic.kue

Unterstützendes Mitglied
Mein Tamron 18-270 hab ich nun endlich weg. Das Ding war immer leicht, kompakt, flexibel aber die Bilder eben auch nur "brauchbar". Für den Anfang war es ok, aber nach dem ich mich total in das Sigma 17-50 2.8 verliebt habe wollte ich nun auch eine bessere Qualität im oberen Brennweitenbereich.
Ich habe die Flexibilität des Tamron sehr genossen, daher auch der Gedanke das Gleiche nur in besser zu kaufen. Das Sigma 18-300mm F3,5-6,3 DC OS HSM schien mir dafür ein geeigneter Kandidat. Die Tests und Reviews sind ja alle sehr positiv. Nun ja es herrscht ja allerdings die einhellige Meinung, dass man mit Superzooms Abstriche in der IQ machen muss. Ich habe mich gefragt wie groß diese Abstriche zu einem (sehr) guten, reinen Tele wirklich sind und ob ich mit diesen Abstrichen nicht evtl. doch leben kann (der Faulheits willen). Kurzer Hand habe ich mir neben dem Sigma auch das Nikon 70-300mm 1:4.5-5.6E ED geholt, das ebenfalls einen guten Ruf genießt.
Ein 70-200 2.8 kam wegen Gewicht und Kosten nicht in Frage.

Was mich als aller erstes erstaunt hat: Das Nikon kommt bei 300mm sichtbar weiter rein als das Sigma. Wenn ich mit dem Nikon den gleichen Bildausschnit wie mit dem Sigma einstelle, bin ich bei 200. Wie kommt das? Ja, das Nikkor ist ein FX-Objektiv, aber Brennweite ist Brennweite... Das geben doch alle Hersteller gleich an... Dachte ich immer. Noch mal nachgelsen, tatsächlich... Das Nikkor ist an meiner D7200 eigentlich ein 105–450. Das Sigma wohl tatsächlich "nur" 300, Crop bereits eingerechnet, also eigentlich 200 In Lightroom stehen beide bei 300mm am Anschlag... welches stimmt denn jetzt? irgendwie verwirrend und blöd, aber ich freue mich dass ich noch ein paar extra MM Brennweite beim Nikon bekommen habe.

Der AF des Sigma ist gut, kommt aber lange nicht an das Nikon ran. Das Ding stellt echt schnell scharf und auch recht zuverlässig (und leise, was mir aber wurst ist).
Der Schrittmotor scheint 1a zu funktionieren, Hut ab.

Das Stabi funktioniert beim Sigma ebenfalls ganz gut, wie auch am Nikon. Schön dass ich beim Nikon auch in den Sportmodus wechseln kann wenn ich mal Schwenken muss. Gefällt mir!

Zum Wichtigsten, der Bildqualität.
Das Sigma macht in Anbetracht des Preises und der Brennweiten-Range einen guten Job, deutlich besser als das alte Tamron. Hätte ich das Nikon nicht gesehen, hätte ich mit dem Sigma leben können.
Nun, ich hab aber das Nikon 1:1 zum Vergleichen und ich muss mich der einhelligen Meinung geschlagen geben, dass ein Supertele gute Bilder machen kann, aber nie so gut wie 2 Objektive für den jeweiligen Bereich. Das nikon ist einfach der Hammer!!!!


 

JohnnyB

Sehr aktives Mitglied
Brennweite ist Brennweite...

Ja, aber die Brennweitenangaben gelten immer für Entfernung = Unendlich.
Bei kürzerer Entfernung verkürzen viele Zooms auch die Brennweite, manche mehr, manche weniger - das Sigma offenbar mehr. Mach mit beiden Objektiven Aufnahmen bei 300 mm auf sehr große (also etwa unendliche) Entfernung, dann sollten beide auch etwa den gleichen Bildausschnitt liefern.

Das Nikkor ist an meiner D7200 eigentlich ein 105–450. Das Sigma wohl tatsächlich "nur" 300, Crop bereits eingerechnet,. . .

Die max. Brennweite beider Objektive ist 300 mm, das ist vom Sensorformat völlig unabhängig. Beide liefern aber an der D7200 einen Bildausschnitt, der dem eines Objektivs mit 450 mm an einer Vollformatkamera (FX) entspricht. Zu den von dir festgestellten unterschiedlichen Bildausschnitten siehe oben. Du hast mit Sicherheit auf kürzere Entfernung fotografiert.
 
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mic.kue

Unterstützendes Mitglied
Die max. Brennweite beider Objektive ist 300 mm, das ist vom Sensorformat völlig unabhängig. Beide liefern aber an der D7200 einen Bildausschnitt, der dem eines Objektivs mit 450 mm an einer Vollformatkamera (FX) entspricht.
Das war auch mein Wissensstand. Getestet wurde in der Wohnung auf ca. 6m. Ich werd morgen mal raus gehen. Danke für den Tip.
 
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cjbffm

NF-F Premium Mitglied
Diese Suppen-Zooms haben durchaus ihre Berechtigung - auch wenn immer wieder Stimmen laut werden, die
in etwas sagen, man könne sie nur als Briefbeschwerer gebrauchen.

- Wenn Du unterwegs bist, und kannst oder möchtest keine Objektive wechseln
- wenn Du wanderst und möchtest wenig Gepäck haben
- wenn Du dich sehr schnell auf wechselnde Situationen einstellen können mußt
- wenn Du nicht mit einem auffälligen und schweren Fotorucksack in Erscheinung treten möchtest
- und wenn Du nicht unbedingt die beste Bildqualität benötigst

dann kann ein Suppenhuhn - äh, ein Superzoom die richtige Wahl sein. Ich habe selber das Nikon 18-200 VRII.
Es gibt natürlich besseres, ich besitze auch bessere, aber es ist lange nicht schlecht. Dafür ist es aber im Vergleich
zu einsprechenden Objektiven von Sima und Tamron ziemlich teuer. Denn je größer der Brennweitenbereich ist,
desto aufwendiger ist es, über den gesamten Bereich eine gleichmäßige, akzeptable Bildqualität zu erreichen.
Dafür ist übrigens nicht alleine die optische Konstruktion maßgeblich, sondern auch die Mechanik muß eine hohe
Qualität haben. Denn was nützen die besten Linsen aus teuerstem Glas, wenn die Mechanik sie nicht korrekt
zueinander ausrichtet.

Und (langzeit-)stabil soll das ganze dann auch noch sein, damit es auch bei häufigem Gebrauch nicht nachläßt.
Und das kostet eben alles Geld.

Grüße, Christian
 
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Furby

Nikon-Clubmitglied
Vielleicht hast Du das falsche Nikkor 70-300 gekauft. Gehe mal davon aus, dass Du eine DX (Halbformat)-Kamera hast. Das AF-P DX NIKKOR 70-300 mm 1:4,5-6,3 G ED wiegt nur ca 400 g und ist trotzdem an DX-Kameras dem alten Af-S 70-300 überlegen. Du müsstest allerdings überprüfen, ob der Steppermotor dieses Objektivs an Deiner Kamera funktioniert (Datenblatt des Objektivs auf nikon.de). in Kombi mit einem leichten Normalobjektiv, z.B.dem optisch gutem Af-S 18-105, wärst Du optisch bestens gerüstet. Warum holst Du ein Suppenzoom von Sigma? Das AF-S DX NIKKOR 18-300 mm 1:3,5-6,3G ED VR ist mit 550 gr bestens tragbar und hat in den meisten Tests die Nase vorn. Natürlich reicht auch es zwischen 200 und 300 mm nicht an das oben genannte Tele heran.
 
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mic.kue

Unterstützendes Mitglied
Ja, also das Sigma ist wirklich nicht schlecht. Ich will es noch etwas testen.
Vielleicht lerne ich es noch lieben, auf den zweiten Blick. Die von cjbffm genannten Argumente bringen es auf den Punkt.
Also definitiv sind die Dinger besser als Ihr Ruf.

Furby hast du meinen Beitrag überhaupt gelesen? Ja ich fotografiere mit DX, der D7200, steht im Beitrag. Nein ich habe genau das richtige 70-300 gekauft, genau das was ich wollte.
Ich hab mich gut über die div. Ausführungen informiert und
Ich habe mich bewusst gegen die DX Version des Objektivs entschieden. Soll wohl nicht so der Bringer sein. Ebenso die Vorgänger der FX Version.
Wie im Beitrag erwähnt bin ich mit dem Nikon super zufrieden. Besser geht's kaum. Auch das Gewicht für eine Vollformatlinse dieser Art ist beeindruckend niedrig.
Für den unteren BW bin ich mit dem 17 50 2.8 von Sigma super zufrieden. Mit dem Gap zwischen 50 und 70 kann ich mehr als gut leben. Warum ich das Sigma bestellt habe? Wie im Beitrag erwähnt genießt es einen hervorragenden Ruf und ich habe einige Meinungen gehört die das Sigma über das Nikon stellen.
 
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mic.kue

Unterstützendes Mitglied
Heute mit Fokus auf unendlich getestet. Jetzt passts, beide haben den gleichen Bildausschnitt.
 
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Oldie FM2

Sehr aktives Mitglied
Ja, aber die Brennweitenangaben gelten immer für Entfernung = Unendlich.
Bei kürzerer Entfernung verkürzen viele Zooms auch die Brennweite, manche mehr, manche weniger
Das ist mir neu.
Wer oder was setzt denn den zoomring in Bewegung damit sich die Brennweite verändert?

Ich dachte 300mm sind 300mm, ob bei 3m, 30 m oder 300m...
Sachen gibt’s.
 
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mic.kue

Unterstützendes Mitglied
Das ist mir neu.
Wer oder was setzt denn den zoomring in Bewegung damit sich die Brennweite verändert?

Ich dachte 300mm sind 300mm, ob bei 3m, 30 m oder 300m...
Sachen gibt’s.
Jap und wir reden hier von 1/3 Brennweite, dass ist nicht unerheblich. Ohne Vergleichsobjektiv fällt einem das gar nicht so sehr auf.
 
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W.W.

Aktives NF Mitglied
Du kannst per Auszug fokussieren – oder eben durch Brennweitenveränderung. Moderne Objektive, gerade die innenfokussierten, benutzen meist einen Mix aus beiden Verfahren.
Innenfokussierte Objektive fokussieren ohne Auszug, sonst müssten sie ja ihre Baulänge dabei ändern, was eben nicht der Fall ist (Zum Beispiel das 70-200 1:2,8G ED VR ändert seine Baulänge weder beim "Zoomen" noch beim Fokussieren.) Also geht es nur noch über die Brennweite.

Gruß Wolfgang
 
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Christian B.

NF-F Premium Mitglied
Nein, das ist schon etwas komplexer. Es gibt durchaus innenfokussierte Zooms, bei den sich die Brennweite in der Naheinstellung kaum ändert. Aber bei den Superzooms wird das Prinzip sehr deutlich eingesetzt.
 
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frbr

Sehr aktives Mitglied
Und wie ist das beim AF-P 70-300 FX ?
Laut hat es eine Nahgrenze von 1,2m und einen max. Abbildungsmassstab von 1:4 (sehr wahrscheinlich in der Zoomposition 300mm). Daraus resultiert eine Brennweite von 192mm an der Naheinstellgrenze.
 
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Oldie FM2

Sehr aktives Mitglied
Habe mal folgendes probiert:
D750 mit 70-300
Brennweite auf 300mm
auf Nahgrenze fokussiert (AF)
dann AF ausgeschaltet
auf ca. 40m per Hand fokussiert
da hat sich keine Brennweite verstellt
das gleiche mit AF: Brennweite bleibt (bei 300mm)

Was verstehe ich hier nicht?
Axel
 
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frbr

Sehr aktives Mitglied
[..] Was verstehe ich hier nicht?
Um es nochmal klarer zu machen:

Du stellst dein AF-P VR 70-300/4.5-5.6 E auf 300mm ein und fokussierst auf etwas in "unendlicher" Entfernung. Dann hat dein optisches System eine Brennweite von 300mm. Nun belässt du die Zoomstellung bei 300mm und fokussierst auf ein Objekt in 1,2m Entfernung. Dann hat dein optisches System nur noch 192mm Brennweite. Der Zoomring steht natürlich nach wie vor auf 300mm, auch die EXIF-Daten werden (fälschlicherweise) 300mm ausweisen. Die Brennweitenangaben beziehen sich immer auf unendlich.
 
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