Pol- oder Grauverlaufsfilter ?


Phoebus80

NF Mitglied
Hilft der Polfilter auch den Kontrastumfang zwischen Himmel und Erde zu verringern sprich damit die Wolken nicht ausbrennen ?

Oder wir das Himmelblau bzw die Farben einfach nur satter.

Ist für ersteres der Grauverlaufsfilter vielleicht die besser Wahl ?

Das der Polfilter auch nicht-metallische Spiegelungen unterdrückt weiß ich.
 

juergent

Unterstützendes Mitglied
schau einmal nach. Da ist die Wirkung des Polfilters gut beschrieben.

Hier ein Auszug daraus:

"Das Blau eines wolkenlosen Himmels ist teilweise polarisiert. Mit Hilfe eines Polarisationsfilters kann ein Großteil des hellen Himmels zurückgehalten werden, so dass der Himmel auf dem Foto dunkler und somit kräftiger in seiner Farbe erscheint. Weiße Wolken treten deutlicher vor dem blauen Himmel hervor. Dieser Effekt tritt besonders stark im Winkel von 90° zur Sonne auf, bei anderen Winkelwerten geringer bis gar nicht."

Jürgen
 
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Hans-Peter R.

Administrator
Hallo Phoebus,

Das der Polfilter auch nicht-metallische Spiegelungen unterdrückt weiß ich.
die Frage ist schwieriger zu beantworten, als sie im ersten Moment klingt, weil die ganze Polfilter-Theorie ziemlich komplex ist. Wahrscheinlich wird Dir nichts anderes übrig bleiben als es in der konkreten Situation selbst zu testen, weil einfach zu viele Parameter im Spiel sind.

Beispielsweise ist die Wirkung des Polfilters richtungsabhängig. Fotografierst Du Deine Landschaft mit der Sonne im Rücken (was ja nicht so ganz ungewöhnlich ist), dann ist die Polfilter-Wirkung gleich null. Dito in reinen Gegenlicht-Situationen.
Die Aussage "Polfilter reduzieren nichtmetallische Spiegelungen" verkürzt den Sachverhalt manchmal etwas zu sehr. Polfilter reduzieren denjenigen Anteil des einfallenden Lichts, der nicht in einer vorgegebenen Ebene polarisiert ist. Warum erscheinen dann Farben satter? Polfilter verstärken nicht die Farben, sie verringern denjenigen Streulichtanteil, der aufgrund von Wasserdampf und Staub in der Luft die bereits satten Farben der Natur daran hindern, bis zur Kamera zu kommen. Denn glücklicherweise ändert sich die Polarisationsebene von gestreutem Licht (mehr oder weniger). Insofern stellt sich die Frage, woher (!) die Überstrahlung in Deinem Bild kommt. Ist bereits die Wolke überbelichtet, wird ein Polfilter nichts bringen. Entsteht die Überbelichtung deshalb, weil eine beinahe-überbelichtete Wolke noch mit Streulicht vom Wasserdampf der Luft zusätzlich aufgehellt wird, dann besteht mit dem Polfilter - zumindest theoretisch - eine gewisse Chance der Verbesserung. In jedem Fall muss mit einem wirksamen (=> Richtungsabhängigkeit) Polfilter eine nicht-überbelichtete Wolke mehr Strukturen haben als ohne Polfilter, da der Wasserdampf-Schleier verringert wird.

Ciao
HaPe
 
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Kaktus

Unterstützendes Mitglied
Zum Frage des Grauverlaufsfilters:

Falls Du mit DX Kamera unterwegs bist, solltest Du das Thema Grauverlaufsfilter vorsichtig behandeln. Ein Grauverlaufsfilter, der einfach aufgeschraubt wird, bringt an DX so gut wie nichts, weil der abgedunkelte Bereich zum großen Teil außerhalb des Sensorbereichs liegt. Es gibt aber auch Einsteckfilter, die dann verschiebbar bleiben, habe ich aber noch nie ausprobiert.
Gruß von Rudi
 
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Snape

Unterstützendes Mitglied
Ein Grauverlaufsfilter, der einfach aufgeschraubt wird, bringt an DX so gut wie nichts, weil der abgedunkelte Bereich zum großen Teil außerhalb des Sensorbereichs liegt.
Gruß von Rudi
Das klingt für mich jetzt unlogisch. Kannst Du das näher erläutern?
 
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Nixel

Sehr aktives Mitglied
Das klingt für mich jetzt unlogisch. Kannst Du das näher erläutern?
Er meint woh, dass man an DX einen schärferen Übergang im Verlaufsfilter benötigt um den selben Effekt wie mit FX zu erzielen. Das abbildende Strahlenbündel ist kleiner, somit wird der abgebildete Übergang zwischen Grau und voller Durchlässigkeit relativ weiter.
 
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Horst S.

Sehr aktives Mitglied
Zum Frage des Grauverlaufsfilters:

Falls Du mit DX Kamera unterwegs bist, solltest Du das Thema Grauverlaufsfilter vorsichtig behandeln. Ein Grauverlaufsfilter, der einfach aufgeschraubt wird, bringt an DX so gut wie nichts, weil der abgedunkelte Bereich zum großen Teil außerhalb des Sensorbereichs liegt.
Dies trift für Kleinbildobjektive an DX sicher zu, aber Du weißt schon das DX-Objektive einen kleineren Bildkreis haben?
 
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Seeebi

Unterstützendes Mitglied
Die Wirkung von festen Grauverlaufsfiltern lässt sich vor dem Kauf prüfen, indem man den oberen Bildbereich abdeckt und schaut, wie viel Prozent des Gewindedurchmessers eingefärbt sein müssten.
 
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Kaktus

Unterstützendes Mitglied
Dies trift für Klienbildobjektive an DX sicher zu, aber Du weißt schon das DX-Objektive einen kleineren Bildkreis haben?
Hallo Horst,
genau, an DX wird von den normalen FX Objektiven nur ein kleinerer Bildkreis genutzt, als das Objektiv bietet. Da bringt es nichts, die Wirkung ist nicht wahrnehmbar. An DX Objektiven habe ich es noch nicht ausprobiert, kann das aber mal an einem 12-24mm machen, dem einzigen DX, das ich besitze. Das kann man dann aber auch nur noch in dem Brennweitenbereich nutzen, in dem die Vignettierung durch Filter nicht sichtbar wird.

Im Forum wurde auch schon an anderer Stelle bemängelt, dass man mit Einschraubfilter dazu neigt, den Horizont in die Bildmitte zu legen, weil die Abdunkelung in der oberen Hälfte beginnt. Mit den Steckfiltern (z.B. Cokin Filter) bleibt man da variabler, habe ich selbst aber noch nie genutzt.
Gruß von Rudi
 
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ulipl

Unterstützendes Mitglied
Er meint woh, dass man an DX einen schärferen Übergang im Verlaufsfilter benötigt um den selben Effekt wie mit FX zu erzielen. Das abbildende Strahlenbündel ist kleiner, somit wird der abgebildete Übergang zwischen Grau und voller Durchlässigkeit relativ weiter.
Hi Nixel!

Bist Du Dir da sicher? Ist es nicht andersrum? Weil ich für einen vergleichbaren Bildwinkel bei DX im Vergleich zu FX eine kürzere Brennweite einsetzen muß, würde ich einen härteren Übergang im Bild erwarten. Rein aus der Erfahrung heraus, daß je kürzer die Brennweite, umso schärfer der Übergang im Bild (bei ansonst gleicher Blende). Andererseits das Argument mit dem kleineren Bildfeld würde wieder dagegen sprechen, evtl. kompensieren sich die Effekte in der Praxis gar...


Viele Grüße!

Uli
 
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spock65

Unterstützendes Mitglied
Moin,

wenn es um die Verringerung des Kontrastes Wolken zum Boden geht, kann eigentlich nur ein Verlaufsfilter, eventuell die Kombination von mehreren helfen. So wird der Bereich des Bodens stärker belichtet als der Himmel, der somit dunkler erscheint. Welchen Verlaufsfilter man nimmt, hängt von Kontrastunterschied des Motivs ab. Um mit dem Bereich, der abgedunkelt werden soll, variabel halten zu können, sind Einschubfilter zu empfehlen.Schau doch mal bei Lee, Cokin oder anderen Filterherstellern nach Beispielen.

Bei einem Pol- oder auch einem Neutraldichtefilter (Graufilter) wird die gesamte Aufnahme abgedunkelt, man erreicht längere Belichtungszeiten. Wie bereits oben geschrieben kommt beim Polfilter bei entsprechender Aufnahmeposition noch die kontraststeigernde Wirkung zwischen weißen Wolken und blauem Himmel hinzu.

Schönen Tag

Frank
 
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nadjap

Unterstützendes Mitglied
Ich verwende einen Cokin-Grauverlaufsfilter mit sanftem Übergang (121 S).

Ich bin mit dem Cokin-System vollauf zufrieden, bis auf die Tatsache, dass ich ihn ungefähr alle 6 Monate austauschen muss - Plastik zerkratzt halt relativ leicht. Aber der Filter selbst kostet nicht allzu viel - rund 20 Euro glaube ich.

Einen Schraubfilter könnte ich mir da nicht vorstellen, weil ich sonst die Bildgestaltung nach dem Übergang wählen müsste - der Horizont müsste immer in der Bildmitte liegen. So richte ich den Filter nach der gewünschten Bildgestaltung - Horizont entweder weiter oben oder weiter unten - der Filter schaut dann halt oben oder unten etwas raus, kein Problem.

Ein Polfilter hingegen kann natürlich auch als Schraubfilter verwendet werden, hier machts natürlich nichts aus.
 
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