Frage Mondautos fotografieren?


BärBalu

Aktives NF Mitglied
Hallo,

mein Enkel fragte mich, ob er durch mein (sehr kleines) Fernrohr die von den Amerikaners zurückgelassenen Mondautos sehen könne. Dazu habe ich folgende Überlegungen angestellt:

Welchen Durchmesser müßte der Spiegel eines Teleskops haben?
Entf. - Erde – Mond: 385.000 km
Mondfahrzeug: 3 m
Wellenlänge des sichtb Lichts: 500 nm = 500 E-9 m

Das Rayleigh-Kriterium besagt, dass zwei punktförmige Lichtquellen gerade noch getrennt werden können, wenn das erste Minimum des Beugungsscheibchens der ersten Quelle mit dem Beugungsmaximum der zweiten Lichtquelle zusammenfällt.

Der Abstand (= Auflösung) der beiden Helligkeitsmaxima beträgt: A [rad] = 1,22 * {lambda} / D
Wir "sehen" das Mondfahrzeug unter einem Winkel {alpha} von 3m / 385.000 km
= 7,8 E-9 rad = 4.5263665815335 E-7 ° ~= 0 Grad

D = 1,22 * {lambda} / {alpha} = 500 E-9 m / 7,8 E-9 rad * 1,22 = 78,2833 m

notwendiger Spiegeldurchmesser 78,2833 m

Brennweite f in mm = Bild in mm x Entfernung in m / Objekt in m!!
641 km 641.666.667 = 5 * 385.000.000 / 3

d.i. Ein 600 stel der Entfernung von 385.000 km

Habe ich mich verrechnet oder stimmt das so?? Erbitte Hilfe!
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Beuteltier

Platin Mitglied - NF "proofed"
Hallo,

ob das mathematisch richtig berechnet wurde, kann ich nicht beurteilen, ich war zwar auf dem Gymnasium in Physik sehr gut, habe aber ein Elektrotechnik-Studium abgebrochen, weil ich den Mathematik-Anforderungen nicht gewachsen war.

Bei deiner Überlegung fragst du nach dem Spiegel-Durchmesser und errechnest dafür knapp 80 Meter. Das ist auf unserer Erde derzeit nicht mit einem Spiegelteleskop realisierbar, sondern nur mit dem Zusammenschluss mehrerer Teleskope, aber prinzipiell wohl möglich.

Bei der Berechnung der Brennweite des Spiegels hingegen hast du aber übersehen, dass ein Spiegelteleskop nicht nur aus dem Hauptspiegel besteht, sondern noch ein Umlenkspiegel dazu kommt (sonst würde das Bild des Mondautos 641 km vor dem Spiegel in Richtung Mond auf einer Mattscheibe im All zu betrachten sein), und danach vor allem ein Okular oder ein vergleichbares Linsensystem mit viel kürzerer Brennweite, so dass ein Fernrohr-Effekt entsteht, wodurch die Brennweite des Hauptspiegels sehr, sehr viel kürzer wird...
 
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Ernie62

NF-F Platin Mitglied
:ROFLMAO:
Dann wird das wohl nix mit meinem 600ter mit ein paar 2xConvertern in Reihe.
 
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gpox

Sehr aktives Mitglied
Moin
ich habe einen 7 J. Enkel...der auch ganz verliebt in Raketen und ISS ist....
beim Mond mit einem guten Glas...war er schon ganz weg, wie er die Krater entdeckte.... o_O

es gab eine neue Abtastung des Mondes mit den Stützpunkten der Mondlandungen...(NASA)
und man war so nahe drann, das das Unterteil von Landemodul sichtbar wure...der Rover auch und Spuren
und diverses an Plünkram was dort verlassen wurde...

aber....es waren nur etwas verkrüpelte Pixel zu sehen....die sich aber deutlich abhoben....
wo der Link geblieben ist...weiß ich nicht mehr :cry:
Mfg gpo
 
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Fotograf58

Sehr aktives Mitglied
Hallo,

mein Enkel fragte mich, ob er durch mein (sehr kleines) Fernrohr die von den Amerikaners zurückgelassenen Mondautos sehen könne. Dazu habe ich folgende Überlegungen angestellt:
Das würde von der Erde aus allein wegen der Atmosphäre nicht funktionieren können. Moderne Teleskope bestehen nicht allein aus einzelnen computergesteuerten Segmenten.

Aber vielleicht entdeckt er ja hier etwas .
 
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Martin F.

NF Team
Die Rechnung für eine ideale Optik kommt hin - bis auf die erwähnte, unruhige Atmosphäre, die optische Störung der weiteren Bauteile im Teleskop wie Sekundärspiegel und dessen Halterungen, alles Details, die der Auflösung zusetzen. Mit adaptiven Optiken kann man das z.T. kompensieren, aber eben nur teilweise.
Besser man schaut aus den herunter, das ist nicht so weit und es ist immer klare Sicht :cool:. Dabei genügt dann ein mit gerade mal knapp 200 mm Durchmesser und 700 mm Brennweite - also ein passables Amateurgerät - darin ein Zeilensensor mit gut 5000 Pixeln. Damit beträgt die Auflösung etwa 0.5 m je Pixel auf der Mondoberfläche.
 
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fx33

Nikon-Clubmitglied
Moin
ich habe einen 7 J. Enkel...der auch ganz verliebt in Raketen und ISS ist....
beim Mond mit einem guten Glas...war er schon ganz weg, wie er die Krater entdeckte.... o_O

es gab eine neue Abtastung des Mondes mit den Stützpunkten der Mondlandungen...(NASA)
und man war so nahe drann, das das Unterteil von Landemodul sichtbar wure...der Rover auch und Spuren
und diverses an Plünkram was dort verlassen wurde...

aber....es waren nur etwas verkrüpelte Pixel zu sehen....die sich aber deutlich abhoben....
wo der Link geblieben ist...weiß ich nicht mehr :cry:
Mfg gpo
Eine Google-Suche nach "Bilder der Landestellen auf dem Mond" zeigt alles, was verfügbar ist.
 
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Martin F.

NF Team
Noch ein kleiner Nachtrag dazu:
Brennweite f in mm = Bild in mm x Entfernung in m / Objekt in m!!
641 km 641.666.667 = 5 * 385.000.000 / 3

d.i. Ein 600 stel der Entfernung von 385.000 km
Da wünschst du dir 5 mm Abbildung des Mondautos in der Bildebene, kann man sich wünschen, ist aber schon sehr viel.

Vielleicht ein anderer Vergleich:
Du sitzt im Flieger in ca. 13 km Höhe und kannst Autos auf den Straßen gerade noch so als kleine Punkte erkennen - mit bloßem Auge.
Um ein Auto auf dem Mond zu sehen, müsste man mit einem Teleskop ca. 30.000x-fach vergrößern. Rechnerisch schafft man das z.B. mit 150 m Brennweite und einem 5 mm Planetenokular.
Dein Teleskop hätte also etwa die Daten 150.000 mm f/2 - und müsste fehlerfrei sein, noch dazu ohne Luftschicht darüber ...
 
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Cassie

Nikon-Clubmitglied
Das ist mittlerweile dank der hochauflösenden Technik auch beweisbar. Zu Zeiten, als diese unsinnigen Theorien aufkamen, war das noch nicht so, sonst wären wir von Anfang an davon verschont geblieben.
Der Beste beweis ist, das die Russen es nie angezweifelt haben.

Ich habe neulich erst über ein Teleskop zur Mondauto-Suche was in einem YouTube Video gehört, ich bin mir nur nicht mehr sicher ob es bei Raumzeit oder Scott Manley war... da wurden aber ganz ähnliche zahlen genannt, wie oben im Beitrag.
Aber, wenn der Lütte sich dafür interessiert, wäre vllt. ein Besuch beim Observatorium Wettzell mal interessant, dort werden/wurden die Laserreflektoren die von den Apollo Missionen auf dem Mond gelassen wurden angepeilt.

lg
Cassie
 
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dembi64

NF-F Premium Mitglied
:sdb50085:
Das ist mittlerweile dank der hochauflösenden Technik auch beweisbar. Zu Zeiten, als diese unsinnigen Theorien aufkamen, war das noch nicht so, sonst wären wir von Anfang an davon verschont geblieben.

:sdb50085: Nööö, ist noch lange kein Beweis. Fotos wurden lange von PS und anderen Programmen "manipuliert" und werden es heute mehr denn je und immer besser. Aber jeder darf glauben was er möchte ;) :sdb50085:
 
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falconeye

Sehr aktives Mitglied
Mondauto von der Erde geht wegen der Atmosphäre nicht. Aber die Chinesen haben es aus dem Orbit fotografiert, bzw. die Landestellen mit Fahrspuren ...

Das mit der Mondverschwörung ist nicht lustig. Kürzlich war ich in Ostdeutschland unterwegs und war erschrocken, wie automatisch leider doch sehr viele dort alles unhinterfragt für Propaganda halten. Natürlich haben die Russen es nicht bezweifelt, haben ja selbst Propaganda gemacht ... Mondlandung, anthropogener Klimawandel, ... alles erlogen. Die AfD bedient da nur ihre Klientel.

Insofern wäre es wichtig, zumindest den Mist mit der Mondverschwörung ein für alle Mal ad Akta zu legen. Denn es entsteht beträchtlicher gesellschaftlicher Schaden, wenn automatisch alles für unwahr gehalten wird, was man nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Dann ignoriert man auch das Rayleigh-Kriterium, denn das kann man ja auch nicht sehen ;)
 
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Beuteltier

Platin Mitglied - NF "proofed"
Hallo Falk!
Denn es entsteht beträchtlicher gesellschaftlicher Schaden, wenn automatisch alles für unwahr gehalten wird, was man nicht mit eigenen Augen gesehen hat.
Großartig formuliert!
Wären nur mehr Menschen so überlegt.
 
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