MF Objektive für DSLR


janherud

Unterstützendes Mitglied
Wieder mal einer, der es noch nicht verstanden hat...
Ich besitze eine (für mich) sehr kostbare Nikkor MF Objektiv Sammlung und fotografiere immer noch mit meiner F3 und F2.
Nun überlege ich mir, eine DSLR (D70 oder D100) anzuschaffen. Kann ich da meine alten Objektive benutzen, wenn ja, gibt es Einschränkungen in der Bildqualität? Autofokus brauch ich nicht, nur die Belichtungsmessung wäre praktisch...
Vor allem auf meine Lieblingsobjektiv Nikkor 85mm f1,4 ais möchte ich gar nicht verzichten.
Mir geht hauptsächlich um Portrait- und (Sport-) Serienfotografie und ich hab noch nie ein Zoom Objektiv gebraucht.

Ich freue mich auf etwas Unterstützung bei meiner Auswahl nach dem richtigen Body
 

UweFlammer

NF-F Premium Mitglied
Hallo Janherud,

die D70 und D100 können Belichtungsmessung nur mit AF-Objektiven. Für Dich sind diese beiden Gehäuse daher fast wertlos (zum Trost: mir geht es nicht besser). Ausnahme: Du bist ein Crack mit dem Handbelichtungsmesser (so wie James Nachtwey z.B.) und brauchst daher die Belichtungsmessung durchs Objektiv nicht. Oder Du fotografierst nur statische Motive vom Stativ und schießt Dich übers Histogramm auf die richtige Belichtung ein.

Ansonsten bleibt nur die Anschaffung eines professionellen Gehäuses aus der D1/D2-Serie.

Gruß
Uwe
 
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Anonymous

Unterstützendes Mitglied
Ich finde es grotesk wenn immer wieder behauptet wird, die D70 sei mit MF-Objektiven unbrauchbar weil die Belichtungsmessung nicht funktioniert.

Als diese MFs herauskamen hatten die meisten SLRs noch überhaupt keine Belichtungsmessung, weder TTL noch sonstwie. Also war es damals nicht möglich, Bilder zu machen. Müssen alles Fälschungen sein.

Auch meine Bilder mit der Leica M4-P bilde ich mir vermutlich nur ein.

Es mag sein, daß der eine oder andere damit überfordert ist. Das macht aber eine solche Kamera bzw Kamera/Objektivkombination nicht wertlos.

Wenn man beim Sport Aufnahmeserien macht, dann ändert sich während der Serie nur sehr selten die Belichtungssituation grundlegend. Bei der Leica M bekomme ich durchaus gute Bilder, wenn ich einmal vorweg messe, die Kamera einstelle und meine Serie aufnehme. Von Zeit zu Zeit mal nachmessen ist natürlich sinnvoll, wobei das bei der D70 wegen des Histogramms sogar entfallen kann. Man muß mal 5 Minuten mit der D70 herumprobieren, danach findet man über das Histogramm die richtige Belichtung mit einer einzigen Probeaufnahme.

Ich benutze meine Nikon MFs jedenfalls an der D70 weiter. Mit dem 1,4/85 sollte das überhaupt kein Problem sein.

Grüße
Andreas
 
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UweFlammer

NF-F Premium Mitglied
O.k. Aber ist es nicht grotesk, wenn man ein supermodernes, mit Elektronik vollgestopftes Kameragehäuse kauft und dann nicht mal die Belichtung damit messen kann? Immerhin kostet ein D70-Gehäuse immer noch knappe 2000 DM, soviel wie eine F3, als sie auf den Markt kam.

Dies auch vor dem Hintergrund, dass man hier von einigen Forumsteilnehmern lächerlich gemacht wird, wenn man die Vorzüge von Festbrennweiten und manueller Entfernungseinstellung darstellt.

Gruß
Uwe
 
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janherud

Unterstützendes Mitglied
Es sieht wohl so aus als ob ich mir mal jeweils eine Kamera leihen muss um damit herumzuprobieren. Aber wie ist denn dass jetzt genau mit dem Belichtungmesser? gehts mit MF oder nicht? Ich kauf mir nämlich nicht noch mal eben 12 neue Objektive...
 
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Ganter

Unterstützendes Mitglied
Nein, Belichtungsmessung geht halt nicht. Zum Fokussieren hast Du einen kleinen grünen Punkt im Sucher der Dir anzeigt das es an der anvisierten stelle scharf ist.

mfg, Ganter :)
 
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Anonymous

Unterstützendes Mitglied
janherud";p="12182 schrieb:
Es sieht wohl so aus als ob ich mir mal jeweils eine Kamera leihen muss um damit herumzuprobieren.
Das wäre sicherlich der ideale Lösungsweg.

Als Ersatz für eine Belichtungsmessung gibt es aus meiner Sicht einen vertretbaren Workflow, bei dem man eine Probeaufnahme macht und nach Histogramm und Spitzlichtanzeige korrigiert. Aber was vertretbar ist oder nicht, ist - wie wir hier sehen - eben sehr individuell.

Im Grunde genommen mache ich diese Kontrolle der Belichtung ohnehin auch bei AF-Objektiven so, wenn das Motiv es zuläßt (Landschaften, Gebäude etc.). Jede Belichtungsmessung stellt einen Kompromiß dar, auch wenn Nikon einen wirklich guten Job gemacht hat.

Wann immer superschnelle Reaktionen mit der Kamera gefragt sind nehme ich natürlich ein AF-Objektiv. Bei allen anderen Aufnahmen sind mir meine diversen MF von 20 bis 1200mm mindestens genau so lieb. Es gibt nach wie vor nur wenige Zooms, die an die Leistung dieser Geräte heranreichen, von ihrer Haltbarkeit mal ganz zu schweigen.

Bei der Bildqualität gibt es schließlich noch andere Dinge zu bewerten als die wenigen Parameter, die CoFo und Konsorten immer testen. Bokeh, Reflexe bei Gegenlicht, Überstrahlungen bei extremen Kontrasten beispielsweise. In diesen Punkten steckt ein gutes altes MF-Nikkor die verbreiteten Zooms locker in die Tasche.

Wenn es um Landschaften und Portraits geht sehe ich keinen gravierenden Nachteil von MFs an der D70 oder D100. Da hat man in der Regel Zeit sich um Belichtung und Fokus zu kümmern. Da die Tiefenschärfe eine große Rolle spielt führt der AF bei solchen Aufnahmen auch nicht unbedingt zum Ziel, man muß häufig manuell fokussieren.

Bei Sport kommt's drauf an, da muß man auf einigen Komfort der Neuzeit verzichten und mit Fokusfallen oder ähnlichen Tricks arbeiten.

Grüße
Andreas
 
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