Information Linux für Bildbearbeitung


NF Adventskalender 2019

shovelhead

Sehr aktives Mitglied
Es wird viel Müll geschrieben über Linux, Photographie und "was alles nicht möglich ist", daher werde ich hier einmal zeigen, wie ich derzeit (KW01-2013) unter Linux Bildbearbeitung betreibe. Der letzte Nebensatz ist wichtig und sollte zweimal gelesen werden, denn ich kann hier nicht den Richtigen oder den Einzig-Wahren Weg zeigen - ich werde nur beschreiben, wie es bei mir derzeit abläuft und dabei auf die verwendeten Programme (und evtl auch auf Alternativen) eingehen. Em Ende des Beitrags stehen Quellen*, auf die ich zum Schreiben dieses Textes zurückgegriffen habe; sollte Etwas sachlich falsch sein, so wäre es nett, mich zu informieren und mir gleich eine bessere Quelle zu nennen, damit ich den Text korrigieren kann. Alle Software, die ich hier bespreche, ist FOSS; Free and Open-Source Software. Sie ist nicht nur legal und gratis kopierbar, man kann sie auch beliebig verändern und in veränderter Form weitergeben.

Linux ist das schnellste Betriebssystem (OS) der Welt. Nach letzter Zählung (Nov 2012) verwenden 491 der 500 schnellste Supercomputer ein OS, welches auf den Linux Kernel aufsetzt*. BSD (der Unterbau von Apples OS-X) oder gar Windows Server (!) kommen in der Liste nicht vor (und vermutlich auch nicht auf den nächsten 5000 Plätzen). Aber Linux ist nicht gleich Linux. Wir verwenden am PC in 99,99% der Fälle ein GNU/Linux - ein zu den Unices zählendes OS mit GNU Befehlssatz und im Normalfall einer darüberliegenden graphischen Oberfläche (GUI), die es heutzutage ermöglicht, einen PC unter Linux komplett mit Mausklicks aufzusetzen und zu administrieren. Die Kombination aus Linux Kernel, GNU Befehlssatz, einer Programmauswahl und meist einer GUI wird als Distribution* bezeichnet, und deren Beliebtheit wechselt ständig. Ich selbst komme ganz anständig mit DPKG und dem Advanced Packaging Tool (apt) klar und bevorzuge daher debian* und debian-basierte Distributionen. Ausserdem "kann" ich ein bisschen Solaris (Open-Solaris auf dem Home Server im Keller). Meine Vorlieben sagen aber nichts über Qualitätsunterschiede aus; es sind nur Meine Vorlieben!

Die derzeit sinnvollste Distribution für den Heimcomputer des Photograpen ist Ubuntu Studio (uus)*. Hier kommt eine komplette Multimedia Distribution mit stablilem Unterbau, RT Kernel (RealTime = Echtzeit), einer schnörkellosen aber "leichten" GUI (XFCE) und den sinnsvollsten Programmpaketen einsatzfertig "out of the Box". Obwohl mir uus sehr gefällt, nutze ich es nicht. Schlimmer noch: mein Produktivsystem gleich uus bis aufs Haar - ich habe aber den RT Kernel nicht haben wollen, weil es damit gelegentlich Dramen gibt, wenn man gleichzeitig mehrere Maschinen virtualisiert. Und da ich mein Produktivsystem nicht NUR für Bildbearbeitung nutze, sondern auch mal mehrere virtuelle Server parallel administriere, habe ich mich für ein System um den langsameren Standard-Kernel entschieden. In der Praxis merkt man den Unterschied zB. an den Latenzzeiten, wenn man gleichzeitig 20 Tonspuren abspielt und vier parallel aufnimmt - hier hat RT seine Stärken... bei Bild- und Videobearbeitung können wir gut drauf verzichten. Andererseits: wenn das System, auf dem du Bildbearbeitung machst, NICHT fünf Virtual Machines gleichzeitig betreibt, ist es sinnvoll, uus zu installieren und nie wieder einen Gedanken an den letzte Absatz zu verschwenden.


1) Der RAW Workflow

trägt in meinem Fall den Namen Darktable*. Der Funktionsumfang entspricht ziemlich genau der Software Lightroom, DT setzt aber auf einer anderen RAW-Engine auf als das kostenpflichtige LR, welches (Ironie des Schicksals) auf DCraw (FOSS) basiert. DT kann importieren, mehrdimensional bearbeiten, verwalten, taggen ... es ist RAW Konverter, Bilddatenbank und erlaubt typische, weitergehende Bildbearbeitung.



1DT1_import von s.schmitz auf Flickr


Nach dem öffnen von DT wählt man die Quelle (ein Verzeichnis oder die per USB angeschlossene Kamera) und importiert die Dateien.nef in DT's Leuchttisch. Nun definiert man die zu konvertierenden Dateien (Alle, Einige oder nur ein einzelnes Bild) und beginnt, an den Fadern herumzuschieben. Die Möglichkeiten sind unendlich, es gibt neun Hauptgruppen mit zum Teil 50 darunterliegenden Optionen, deren Parameter sich alle verändern lassen... ich nutze nicht alle Funktionen, und ich kenne sie auch nicht alle im Detail. Die Dunkelkammer von DT ist besser ausgestattet, als mein Lernvermögen.



2DT2_select von s.schmitz auf Flickr


Natürlich kann man im Interesse einer schnelleren Arbeit (fast) komplett auf Maus oder Graphic-Tablet verzichten; diese Geräte braucht man eigentlich nur, wenn man präzise Bereiche im Bild markieren oder auswählen will - was eher im GIMP vorkommt, als in DT. Jede Operation kann einem Shortcut zugeordnet werden, und die persönlichen Shortcuts lassen sich exportieren und bei der Arbeit mit DT an einem anderen System dort verwenden... Wer also nicht immer vorm gleichen Bildschirm sitzt oder ein neues System einrichten muss, kann stets "wie gewohnt" arbeiten.



3DT3_options von s.schmitz auf Flickr


Die Ausgabe des bearbeiteten Materials kann dann in einem von 10 (?) verschiedenen Dateiformaten erfolgen - je nachdem, ob man nun noch weitere Änderungen vornehmen will, oder das Ergebnis bereits zur Publikation taugt. Druckereien und Internetseiten können nur mit 8-Bit Farbtiefe umgehen. Bei mir liegt auf STRG-E der Export als TIFF, einem Bildformat, welches 16 Bit Farbtiefe erlaubt. Man kann aber auch direkt ein JPG oder PNG ausgeben.



4DT4_export von s.schmitz auf Flickr


Welches Ausgabeformat wofür taugt, ist nicht Gegenstand dieses Artikels. Wer sich um diese Frage niemals wirklich geschert hat, sollte auch weiterhin bei .TIFF (16 Bit exclusiv für die Weiterverarbeitung auf dem Rechner) und .JPG (8 Bit für die Welt da draussen) bleiben. Es sind die gebräuchlichsten Formate, und spätestens die Druckerei wird ein JPG verlangen; auch auf Websites sind JPG und PNG der Standard, derzeit kann kein Browser 16 Bit tiefe Bilder im WWW anzeigen, und es ist auch nicht geplant, einen solchen Standard einzuführen!


2) JPG Import

Nicht immer arbeitet man mit RAW Files; sei es, weil man (wie ich) meist sehr gut mit den ooC JPGs klar kommt, oder weil die Kamera gar keine RAW Dateien liefert (wie zB. meine wasserdichte Kompaktkamera Canon D10, die ich beim Kajakfahren stets in der Schwimmweste mitführe). RAW Daten sind nackte Sensordaten und eine entwickeltes .TIFF enthält logischerweise nicht die Kameraintern eingestellten Veränderungen wie zB. Active Lighting, Schärfenanpassung oder Vivid Colors. JPGs werden auch schneller in der Kamera gespeichert, weswegen die höchste Serienbildgeschwindigkeit stets bei JPG-only erreicht wird. Es gibt durchaus gute Gründe, keine RAW Dateien zu produzieren und mit JPG glücklich zu werden.

Nun muss man zum Import eigentlich kein besonderes Programm nutzen - Kamera anschliessen und aus der Ordnerstruktur der Kamera die Dateien in die Ordner des PCs verschieben. Das wars. Ich verwende dennoch das Programm gThumb zum Import, weil es meine etablierte Ordnerstruktur unterstützt (automatisches Speichern nach ~/Photos/Jahr/Monat/Tag), die Tags auch in DT funktionieren, und weil man aus gT sehr schnell Bilder veröffentlichen und weiterleiten kann. Unter den Reitern Kommentar und Freigeben liegen hier recht komplette Werkzeuge bereit.



5gT1 von s.schmitz auf Flickr


3) Bildmanipulation mit dem GIMP

Ich bin seit GIMP 1.2 dabei und finde daher, dass die anderen EBV-Programme eher unübersichtlich und unlogisch im Aufbau sind. Das liegt sicherlich daran, dass ich mich an "everything GIMP" gewöhnt habe, so wie andere Photographen eben mit den Lösungen von Adobe oder Corel klar kommen. Der GIMP* arbeitet komplett im 8-Bit Modus, erlaubt jedoch seit der 2008 erschienenen Version 2.6 bereits, alle Farboperationen mit 32-Bit Farbtiefe zu berechnen. Dazu muss man die GEGL Funktionen verwenden, welche sich unter dem Reiter Werkzeuge befinden. Dies lohnt aber natürlich nur, solange man im TIFF arbeitet - spätestens wenn man ein JPG öffnet, hat die Welt ohnehin nur noch 8 Bit Farbtiefe.



6GI1 von s.schmitz auf Flickr


Man kann mit dem Gimp wirklich Alles machen. Es gibt hunderte von Erweiterungen (ich bin ehrlich gesagt oft schon mit den Grundfunktionen überfordert) und auf dem Portal Gimpusers findet man nicht nur stets die aktuellen Versionen, sondern auch rund 20 Stunden Videotutorials; die Funktionalität eines derart komplexen Programms erschliesst sich nicht zwingenderweise nur mit einem (Online-) Handbuch. Dies hier ist kein GIMP-Kurs (es gibt ein 500-seitiges Handbuch - wie soll ich da eine Kurzanleitung tippen?), daher kann und will ich jetzt nicht auf jede einzelne Funktion eingehen, aber es lohnt unbedingt, sich tief in dieses Programm einzuarbeiten. Und sei es nur, weil die kommerzielle Alternative unverschämt teuer ist, ohne irgendeinen deutlichen Vorteil zu bieten.


4) Warum nicht das Program XY?

Weil ich es nicht nutze und daher hier nicht die Arbeit mit ihnen präsentiere. Ich hatte ja gesagt: dies hier ist meine Art zu arbeiten - nicht die Richtige oder die Beste. Nennen möchte ich trotzdem:

DigiKam (eine Alternative zum GIMP, nativ 16-Bit fähig)
Shotwell (eine sehr einfache EBV, nutzt meine 11 -jährige Tochter auf ihrem Netbook)
RAWtherappe und RAWstudio (basieren auf DCRAW, haben meist recht schnell Unterstützung für neue Kameratypen)

Ich verwende auch kein Farbmanagement, obwohl dies recht einfach ist und die Spyder Geräte sehr gut mit verschiedenen Softwarelösungen zusammenarbeiten. Ich brauche es nicht, denn meine Bildschirme zeigen recht ähnliche Ergebnisse an, und meine Kalender kommen tatsächlich so an, wie ich sie mir vorgestellt habe. Keine mir sichtbaren Farbverschiebungen feststellbar - aber ich drucke auch nicht selbst. Täte ich das, so könnte ich im GIMP das CMS aktivieren und wäre schnell mit dem Thema durch.

Gruss

Stefan


Links

http://de.wikipedia.org/wiki/Free/Libre_Open_Source_Software
http://www.top500.org/
http://distrowatch.com/dwres.php?resource=major
http://www.debian.org/index.de.html
http://ubuntustudio.org
http://www.darktable.org
http://www.gimpusers.de


PS: Wer sich wundert, was in den Screenshots da oben im Fenstermanager in der Mitte angezeigt wird: Ja NATÜRLICH habe ich diesen Beitrag komplett mit dem Emacs erstellt! Womit denn sonst?
 
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peveka

Unterstützendes Mitglied
Vielen Dank für den Beitrag!

Debian rules :up:
 

ErichWien

Unterstützendes Mitglied
Lieber Stefan!

Das hilft aber alles nichts - ich hätte gerne Capture NX2 - in einer nativen Linux-Umgebung - nothing else!
Und ja - ich betreib Windows 7 in einem Modus, welchen diesen Namen auch verdient, in einem "Fenster" unter VirtualBox. Hilft alles nichts, dieser Konverter ist nun mal bei Nikon das Maß aller Dinge.

LG!
Erich

PS: Im Übrigen, finde ich deinen Beitrag hier allererste Sahne - Hut ab!
 

athabaX

Unterstützendes Mitglied
Lieber Stefan!

Das hilft aber alles nichts - ich hätte gerne Capture NX2 - in einer nativen Linux-Umgebung - nothing else!
Und ja - ich betreib Windows 7 in einem Modus, welchen diesen Namen auch verdient, in einem "Fenster" unter VirtualBox. Hilft alles nichts, dieser Konverter ist nun mal bei Nikon das Maß aller Dinge.

LG!
Erich
Wine.
 

athabaX

Unterstützendes Mitglied
Was soll ich jetzt mit diesem einem Wort anfangen?
Dass Capture Nx2 unter Wine eben nicht! läuft, ist nicht gerade die Neuheit!
Und selbst wenn, wäre dies keine "native" Umsetzung!

LG!
Erich
Dann schreibs doch um. Wozu hast du denn ein quelloffenes System? :D
Native Umsetzung kann dir nur der Hersteller der Software geben. Und warum sollte er das tun für die paar Nutzer, die auch noch nichts dafür zahlen wollen? Mal davon abgesehen, dass die kommerzielle Software gar nicht zur Ideologie der Tuxer passt.
 

ErichWien

Unterstützendes Mitglied
Dann schreibs doch um. Wozu hast du denn ein quelloffenes System? :D
Native Umsetzung kann dir nur der Hersteller der Software geben. Und warum sollte er das tun für die paar Nutzer, die auch noch nichts dafür zahlen wollen? Mal davon abgesehen, dass die kommerzielle Software gar nicht zur Ideologie der Tuxer passt.
Quatscht du jetzt hier nur noch mit, weil dir langweilig ist?
Seit wann ist Capture-NX2 quelloffen?
 

shovelhead

Sehr aktives Mitglied
ich hätte gerne Capture NX2 - in einer nativen Linux-Umgebung - nothing else ... Hilft alles nichts, dieser Konverter ist nun mal bei Nikon das Maß aller Dinge.
Nun, selbst User, deren OS die Installation von Capture NX2 erlaubt, sind da nicht geschlossen deiner Meinung. Allerdings haben wir alle persönliche Vorlieben.
 

ErichWien

Unterstützendes Mitglied
Nun, selbst User, deren OS die Installation von Capture NX2 erlaubt, sind da nicht geschlossen deiner Meinung. Allerdings haben wir alle persönliche Vorlieben.
Es ist mir völlig egal, welcher Hersteller welches Stück Software entwickelt hat und welche Vorlieben ein Einzelner hat.
Für mich ist es wichtig, dass diese Software betriebssystemunabhängig entwickelt wird! Warum schafft es das Gimp-Team?
Dass sich ein Produkt ausschließlich an bestimmte OS`s bindet ... ja, ich lass den Rest mal weg ^^
Und noch etwas - selbstverständlich würde ich für diese Software unter Linux bezahlen - na-no-na-ned ;)
 

dampfbetrieben

Aktives und bekanntes NF-Mitglied
Für mich ist es wichtig, dass diese Software betriebssystemunabhängig entwickelt wird! Warum schafft es das Gimp-Team?
Dass sich ein Produkt ausschließlich an bestimmte OS`s bindet ... ja, ich lass den Rest mal weg ^^
Und noch etwas - selbstverständlich würde ich für diese Software unter Linux bezahlen - na-no-na-ned ;)
Das wird wohl mit der gewählten Entwicklungsumgebung zusammenhängen. CNX2 wurde meines Wissens nach unter .NET entwickelt. Ich bin kein Programmierer, aber mir sind keine Projekte unter Linux bekannt, die auf .NET aufsetzen.

Grundsätzlich bin ich sogar bei Dir: Mir wäre eine Plattformunabhängigkeit bzw. die Verfügbarkeit unter allen drei Plattformen sogar einen Extra-Betrag beim Kauf wert. Ein Vorzeigeprojekt (Bibble/ASP) dieser Art wird gerade von Corel "weiterentwickelt" :heul: Ich hoffe nur, dass sie es nicht einstampfen.

Ich bin großer Fan von Foss, alleine schon deshalb, da bestimmte Standards von der Community besser implementiert werden als von Firmen, die Ihre Interessen am Markt durchdrücken. Ein Beispiel sei hier mal mit Adobes gloreicher Entscheidung gegeben, bei Sidecarfiles nicht die ursprüngliche Dateiendung zu berücksichtigen. Eine Supportanfrage bei einer anderen Firma, ob man nicht eine Option einbauen könnte, die die für mich sinnvollere Lösung anbietet, Dateistamm.Dateiendung.xmp zu wählen, wurde abgelehnt mit der Begründung, dass sei vollkommen unbekannt und gegen jede Konvention...tja....:fahne:

Trotzdem würde ich mir für Linux mehr kommerzielle Software wünschen. Der Mix macht es. FOSS hat leider auch Nachteile. Wenn ein Projekt nicht wie Darktable oder digikam ganz oben mitspielt, kann es halt passieren, dass so ein Projekt zum Stillstand kommt oder sich Abspaltungen bilden (Forks) die auch wieder Resourcen binden. Trotzdem muss ich zugeben, dass bei den meisten Projekten, die für mich von Interesse sind, die Entwicklung immer weiterging, wenn auch manchmal schleppend. Man muss sich aber bewusst sein, dass viele Projekte von Leuten am Leben gehalten werden, die dies in Ihrer Freizeit machen. Ich ziehe meinen Hut :up:

Ich selber nutze seit fast 2 Jahren kein Linux mehr, aus verschiedenen Gründen, aber sicher nicht, weil damit etwas nicht ginge. Fast zu jedem Problem konnte ich Lösung finden. Vieles was hier aber unter "Bastelbude" abgetan wird, war für mich eine ziemlich exklusive Anpassung meines Systems auf meine Bedürfnisse. Nur kostet es halt Zeit, leider manchmal mehr als mir zur Verfügung steht.

Um den Startbeitrag noch zu ergänzen:
Vor 2 Jahren konnte ich meinen Monitor absolut problemlos über dispcalgui mit meinem DTP-94 profilieren. Je nach Software konnte man dann auf das Profil zeigen. Das ging also damals schon und ich bin sicher, dass das Colormanagement sich noch weiter verbessern wird.
Damals habe ich nicht selber gedruckt. Heute würde ich vermutlich den kleinen Obulus bezahlen und mir Turboprint aufspielen, da Berichte im Netz darauf hindeuten, dass meine Hardware gut damit unterstützt wird.

Viele Grüße
Michael
 

shovelhead

Sehr aktives Mitglied
@ Erich: Das "GIMP Team" sind derzeit zwei Leute: Michael Natterer und Sven Neumann. Sie entwickeln die Software komplett in ihrer Freizeit, Urlauben, treffen sich an Wochenenden für Code-Nights, machen das ehrenamtlich und sind froh über jede Hilfe. Womit sie die Frage stellt: was machen eigentlich die Sklaven in den Code-Minen von Adobe den ganzen Tag? Ich meine, die haben derzeit knapp 40000 Mitarbeiter, und dafür stinkt PS doch ziemlich ab!

@ Michael: die MONO Bibliotheken dienen der .NET Implementierung unter Linux. Die simple Bildbearbeitung und Verwaltung f-Spot ist en Beispiel und war eine Zeit lang sogar Standard-Photodingsbums der Gnome GUI. Gute Verwaltungssoftware, habe ich selbst lange benutzt (obwohl es mir stets zuwieder war, die mono-libs auf meiner Platte zu haben).
 

dampfbetrieben

Aktives und bekanntes NF-Mitglied
@ Michael: die MONO Bibliotheken dienen der .NET Implementierung unter Linux.
Hmmm, würde das heißen, dass man den Code von CNX2 relativ problemlos für ein UNIX System kompilieren könnte, wenn man denn wollte? Das hört sich ja viel zu einfach an.

Aber immerhin: Als Bibble in ASP aufgegangen ist, hat der Chef-Entwickler von Bibble das Statement gegeben, dass selbst das Windows-affine Corel ASP weiter für Linux anbieten wird, da es im der gegebenen Entwicklungsumgebung praktisch null Mehraufwand bedeutet.
Die Frage, die sich i.A. stellt ist, ob es ASP generell noch zukünfitg geben wird, insofern hätte Corel Wort gehalten, dass sie bis zum Ende für Linux mitentwickeln :fahne:.

Wenn es technisch also gut möglich wäre, scheint dann doch eher der Supprotgedanke unter Linux abzuschrecken!?
 

shovelhead

Sehr aktives Mitglied
Information von Gimpusers heute morgen 02:58


Ein riesiger Schritt für GIMP: Der 16/32-Bit-Support für Farbtiefen

Ab GIMP 2.10 wird es möglich sein, mit mehr Farbinformationen zu arbeiten. Im Grunde ist der größte Vorteil, dass man sehr viele schöne klare Farbübergänge damit erzeugen kann, ohne sichtbare Farbsprünge zu haben. Und theoretisch ist es dann auch möglich, mit GIMP RAW-Dateien direkt zu entwickeln, da genug Details eines Fotos angezeigt werden können. Diese Funktion ist aber noch nicht implementiert.

Das Feature der größeren Farbtiefen pro Frabkanal wurde schon im Mai 2012 auf dem Libre Graphics Meeting in Wien in einer Grundform gezeigt, seit diesem Zeitpunkt hat sich aber viel Technisches getan. GIMP 2.10 wird mit diesen Farbtiefen arbeiten können:

16 Bit pro Kanal – Ganzzahl
16 bpcc Gleitkomma
32 bpcc Ganzzahl
32 bpcc Gleitkomma und natürlich das alte Format:
8 bpcc Ganzzahl

Wenn ihr euch schon mal gefragt habt, wo der Unterschied zwischen Ganzzahl und Gleitkomma im Bildbearbeitungsbereich ist, hier eine kurze Erklärung: Wenn ihr ein Bild mit 16 Bit Farbtiefe pro Farbkanal habt, stehen 65.536 Farbtöne pro Kanal (Rot, Grün, Blau) zur Verfügung. Alle Farbtöne sind hierbei in gleichen (Farb-)Abständen verteilt. Bei Gleitkomma gibt es keine gleichverteilten Abstände zwischen den Farbtönen. Wenn ihr zum Beispiel wisst, dass ihr ein Bild habt, das mehrheitlich viele dunkelrote Farbtöne hat, würdet ihr von Gleitkomma profitieren, weil die hellen Farbtöne dann weniger “Bedeutung” bekommen und die Details im dunkelroten Bereich noch weiter verfeinert werden können.

Und wieder Was gelernt. Allerdings arbeiten die Jungs bei gimpusers.de zu unmöglichen Zeiten....

Viel mehr gibt es hier!

http://www.gimpusers.de/tutorials/was-ist-neu-in-gimp-2-10?pk_campaign=email-newsletter&pk_kwd=tutorial-was-ist-neu-in-gimp-2-10
 

Roland L.

NF-F Premium Mitglied
Womit sie die Frage stellt: was machen eigentlich die Sklaven in den Code-Minen von Adobe den ganzen Tag? Ich meine, die haben derzeit knapp 40000 Mitarbeiter, und dafür stinkt PS doch ziemlich ab!
Ich weiss ja nicht wie das bei Adobe ist, aber ich war schon bei anderen großen Unternehmen. Daher schätze ich das 95% der Angestellten Outlook-Tetris spielen, also den ganzen Tag in Meetings rumhängen und sich wundern, dass es noch keinen Powerpoint-to-Source-Code-Converter gibt.

Grüße
Roland
 

Heiko Men.

NF-F "proofed"
... was machen eigentlich die Sklaven in den Code-Minen von Adobe den ganzen Tag? Ich meine, die haben derzeit knapp 40000 Mitarbeiter, und dafür stinkt PS doch ziemlich ab!
Und alle 40000 werkeln an PS?
Adobe hat eine ganze Palette von Programmen und nicht wenige davon sind Handwerkszeug im Bereich Multimedia, Animation, Layout usw. das von tausenden Leuten weltweit täglich professionell genutzt wird und zusätzlich auch noch zahlender Arbeitgeber dieser 40000 Leute ist. Eine etwas andere Größenordnung was das Bearbeiten von Problemen, Fehlern, Weiterentwicklungen, Marketing usw. angeht.

Ansonsten: Auch wenn es für mich nicht in Frage kommt, ich finde Deinen Thread sehr interessant! Er zeigt, dass es auch komplett andere Wege und Alternativen gibt.

Gruß
Heiko
 

DieterR

Unterstützendes Mitglied
Hallo Stefan,

Dein Tipp mit Darktable ist Gold wert. :up: Danke dafür.

Hatte bisher hauptsächlich Rawtherapee und Digikam für die Bildbearbeitung benutzt.

Die jetzt konvertierten Bilder sehen nach der Bearbeitung mit Darktable wesentlich besser, als die vorherigen mit Rawtherapee und Digikam bearbeiteten, aus.

Der Anfang ist erst einmal mit den vorgegebenen Daten gemacht, jetzt muss ich mich langsam in die Tiefen des Programms einarbeiten. :dizzy:
 

Johannes_80

Aktives NF Mitglied
Danke für den positiven und ausführlichen Einstieg.

Zur Info:
Nikon Capture NX2 ist voll einsatzfähig in Oracle VM VirtualBox® / LINUX. - so ist auch Windows viel sicherer :D
 

xf00741

Unterstützendes Mitglied
Linux ist das schnellste Betriebssystem (OS) der Welt. Nach letzter Zählung (Nov 2012) verwenden 491 der 500 schnellste Supercomputer ein OS, welches auf den Linux Kernel aufsetzt*. BSD (der Unterbau von Apples OS-X) oder gar Windows Server (!) kommen in der Liste nicht vor (und vermutlich auch nicht auf den nächsten 5000 Plätzen).
Schöner Beitrag, insbesondere weil mir nicht bekannt war, dass Linux mittlerweile auch Farbmanagement beherrscht. Da ich noch nicht weis, ob ich weiter bei OS-X bleibe (Mac Pros sind ja recht teuer, dürfen demnächst in der jetzigen Form in Europa nicht mehr verkauft werden und ein Nachfolger ist nicht in Sicht.) wäre eine gut laufende Alternative für mich sehr interessant.

Eine andere Frage. ist GIMP immer noch so langsam? Ich hatte das früher mal unter Windows und Linux und da waren einige Funktionen im Vergleich zum alten Photoshop 4.x und der CS1 grottenlangsam.

Was ich aber anzweifle ist Deine Aussage, das Linux das schnellste OS der Welt ist. Kannst Du das belegen? Die Tatsache, dass die schnellsten Supercomputer auf einem Linux-Kernel aufsetzen hat nix mit der Geschwindigkeit von Linux zu tun, sondern mit der Tatsache, dass Linux so extrem viele Prozessoren parallel steuern kann. Die hohe Rechengeschwindigkeit dieser Rechner resultiert aus den parallel geschalteten Prozessoren und nicht aus dem Betriebssystem.

Windows und OS-X z.B. sind dafür gar nicht vorgesehen und weil nicht quelloffen, kann auch keiner dabei gehen und den Code so zu erweitern, dass auch tausende von Procs angesprochen werden können, so wie es bei Linux möglich ist.

Gruss
Jörg
 

shovelhead

Sehr aktives Mitglied
... das Linux das schnellste OS der Welt ist. Kannst Du das belegen? Die Tatsache, dass die schnellsten Supercomputer auf einem Linux-Kernel aufsetzen hat nix mit der Geschwindigkeit von Linux zu tun, sondern mit der Tatsache, dass Linux so extrem viele Prozessoren parallel steuern kann. Die hohe Rechengeschwindigkeit dieser Rechner resultiert aus den parallel geschalteten Prozessoren und nicht aus dem Betriebssystem.
Nun, ich werde versuchen die Top 100 Supercomputer hier zu mir einfliegen zu lassen, um das selbst nochmal zu überprüfen. Sollte das - aufgrund irgendwelcher fadenscheinig bergründeter Umstände - schwierig werden oder gar unmöglich sein, muss ich mir was anderes einfallen lassen...
zB, dass ja viele Unices (Solaris, UNIX, BSD etc) ad nauseam skalierbar sind, nur eben Keines so wie Linux.

Deshalb - und weil es durch seine offene Architektur leicht anpassbar ist - läuft es ja auch in Waschmaschinen, rund 100% aller Routern, Motorsteuergeräten, Kaffeautomaten, Militärischen Drohnen, Supercomputern, Satelliten und auf immer mehr Desktops. Du hast insofern Recht, dass ein OS an sich weder schnell noch langsam ist - es verwaltet nur den Datendurchsatz. Das tut Linux aber schneller, als Andere; es reicht, auf einem PC einfach mal mehrere OS parallel zu installieren, und dann die Zeit zu nehmen, die für einen grösseren Aufgabenkatalog gebraucht wird.

Ich weis nicht, ob der GIMP schneller oder langsamer als PS ist (und habe das auch noch nie gehört, aber irgendwann ist ja immer das erste Mal). Ich habe seit unendlich vielen Jahren nicht mehr mit PS gearbeitet (zuletzt, als ich vor fast 20 Jahren aus München eine Win 95 Beta bekommen habe; auf dem PC hatte ich auch eine Zeit PS und danach die Corel Suite. Aber weiter bin ich da nicht gegangen, ich hatte damals eine Digital Equipment Microvax (Cheetah 90) zuhause; das war eine andere Welt). Sicher ist, dass ICH mit dem GIMP schneller bin, als mit PS ...
 
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