Landschaftsfotografie - aber wie?


fränken

Unterstützendes Mitglied
Hallo Freunde,

auf die Gefahr hin, mich hier zu blamieren, möchte ich trotzdem mal eine gaaanz doofe Frage stellen...

Ich reise sehr gerne und fotografiere daher zum grössten Teil Landschaften. Wenn ich also zum Beispiel auf einem Hügel stehe und vor mir sich eine abwechslungsreiche Landschaft präsentiert zücke ich sogleich die Kamera und versuche im manuellen Modus ein ansprechendes Bild zu knipsen. Meine bisherige Ausrüstung war dabei die D40 mit dem Kitobjektiv.

Soweit, sogut. Die eigentliche Frage stellt sich für mich bei der Wahl der Blende. Ich weiss, dass für eine gute Tiefenschärfe eine kleine Blende gewählt werden soll. Daher schiesse ich mich auf (z.B.) Blende 11 oder kleiner ein. Zugleich ist mir aber bewusst, dass die Brennweiten, die ich für Landschaftsfotografien benütze, so kurz sind, dass eine grosse Tiefenschärfe schon fast "von selbst" gegeben ist. Also könnte ich beim kurzen Ende (18mm) auch eigentlich mit offener Blende arbeiten (in meinem Fall 3.5). Um das ganze noch vollends in Unwissenheit zu treiben, habe ich aber bei Recherchen hier im Forum gelesen, dass zum einen die offene Blende beim Objektiv nicht die "schärfste" Einstellung ist, aber auch bei extrem kleinen Blenden die Schärfe verloren geht (etwas in Zusammenhang mit Beugung/Brechung des Lichts...)...

Deshalb meine Frage: Wie entscheide ich mich unter Berücksichtigung all meiner oben aufgeführten Punkte für die richtige Blende?

Das ganze könnte sich auch in anderen Situationen abspielen, zum Beispiel am Strand mit Sonnenschirm im Vordergrund, in der Mitte Strandbar und im Hintergrund Palmen. Wie entscheide ich mich für die richtige Blende? Gibt es Tabellen auf den die Tiefenschärfe herausgelesen werden kann bei Angabe der Brennweite, Blende und Abstand?

Hoffe, man erkennt mein Problem und könnte mir hier etwas weiterhelfen. Vielen herzlichen Dank im voraus!

Gruss
Philipp

P.S. Für meine nächste Reise möchte ich mir ein Sigma 17-70/2.8-4.5 zulegen. Ist dieses Objektiv die richtige Wahl für ein Immerdrauf für die Landschaftsfotografie? Meine Überlegung war, dass sich dieses Objektiv im meist genutzten Brennweiten-Bereich befindet und durch die etwas besseren Blendenwerte ich auch mal mit etwas weniger Licht auskommen kann...
 

Hanner B.

Administrator
Teammitglied
zum thema schärfentiefe gibts grade einen thread: http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/showthread.php?t=67951 dort sind auch schärfentieferechner verlinkt.

meistens bringen objektive um 1 bis 2 blenden abgeblendet ihre maximale schärfe. wenn die damit erreichbare schärfentiefe nicht ausreicht (hier wäre eine abblendtaste sinnvoll), kann man am dx-sensor noch bis f/11 abblenden, ohne mit sichtbarer beugungsunschärfe rechnen zu müssen, zur not auch bis f/16. landschaftsaufnehmen sind übrigens nicht ausschließlich eine domäne der kurzen brennweiten!

zum sigma 17-70 kann ich leider nichts sagen. wenn ich mich wandernd oder radfahrend mit kleinem gepäck durch die natur bewege, habe ich zumindest das leichte nikkor 28-105 dabei, meistens ergänzt mit dem sigma 10-20. kommt es weniger auf gewicht an, wird das 28-105 durch die kombination tamron 17-50/2.8 und tokina 50-135/2.8 ersetzt, die aber immer noch ziemlich kompakt ist.
 
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Michael K.

NF-F Premium Mitglied
um bei den Kitobjektiven optisch eine gute Leistung zu erreichen,
ist Blende 8 ideal. 11 oder 16 nur wenn ein Vordergrund mit eingebunden
werden soll und genügend Licht bzw Stativ vorhanden ist.
 
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kabelkasper

Unterstützendes Mitglied
ist das wirklich so, dass ab Blende 22 alles wieder unscharf wird? oder hat das was mit der daraus resultierenden längeren Verschlusszeit zu tun?

Wenn ich Architektur bei nacht Fotografiere, stelle ich immer eine sehr hohe Blendenzahl ein, die Verschlusszeit interessiert mich da nicht, da ich eh mit stativ arbeite. Und das Gebäude sollte sich auch nicht bewegen wegen der Bewegungsunschärfe.

was meint ihr? zuviel abblenden mit stativ bei unbewegten motiven schädlich?
 
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Hanner B.

Administrator
Teammitglied
ist das wirklich so, dass ab Blende 22 alles wieder unscharf wird? oder hat das was mit der daraus resultierenden längeren Verschlusszeit zu tun?

Wenn ich Architektur bei nacht Fotografiere, stelle ich immer eine sehr hohe Blendenzahl ein, die Verschlusszeit interessiert mich da nicht, da ich eh mit stativ arbeite. Und das Gebäude sollte sich auch nicht bewegen wegen der Bewegungsunschärfe.

was meint ihr? zuviel abblenden mit stativ bei unbewegten motiven schädlich?
bei f/22 gehts deutlich bergab, schon f/16 kann unter schärfegesichtspunkten nicht mehr als ideal angesehen werden, ist aber manchmal nötig. wozu der einsatz von f/22 und mehr erforderlich sein soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht.
 
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Wolfer

NF-F "proofed"
...wozu der einsatz von f/22 und mehr erforderlich sein soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht.
Na, z.B. um längere Belichtungszeiten bewusst zu erhalten, wie beispielsweise die Bewegung von fliessendem Wasser fotografisch darzustellen.

@Kabelkasper: Bei Nachtaufnahmen führen längere Belichtungszeiten unter Umständen zu höherem Bildrauschen. Ich würde auch hier nicht über Blende 11 hinausgehen, es sei denn, Du willst extreme sternenförmige Lichtreflexe sehen. Dann sind Blenden >16mm schon erforderlich. Das Leben ist ein Kompromiss.

Ach ja, es gibt da noch die alten Bauernregeln.

Bei Nacht - Bl. 8
Wenn die Sonne lacht - Bl. 8
:D
 
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fränken

Unterstützendes Mitglied
@all: Okay, danke, das hilft schon mal sehr. Werde mich also generell eher an die grossen Blenden bis 8 halten, alles drüber scheint bei Landschaftsfotografie eher ungeeignet...
 
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Hanner B.

Administrator
Teammitglied
Na, z.B. um längere Belichtungszeiten bewusst zu erhalten, wie beispielsweise die Bewegung von fliessendem Wasser fotografisch darzustellen.
dafür gibts graufilter, wenn f/16 da nicht reicht, bringt f/22 einen auch nicht ans ziel.
 
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L.Ohengrin

Unterstützendes Mitglied
Hallo,

Tabellen und mehr zur Tiefenschärfe finden sich bei

Gruß, L.
 
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Touchwood

NF-F Premium Mitglied lifetime - NF-F "proofed"
ist das wirklich so, dass ab Blende 22 alles wieder unscharf wird? oder hat das was mit der daraus resultierenden längeren Verschlusszeit zu tun?
Es wird nicht alles wieder unscharf, aber die Abbildungsqualität leidet oft sichtbar. Dort, wo das ins Objektiv fallende Licht an die Kante der Blendenlamelle trifft, entsteht Störungen ("Beugungsunschärfe"). Bei stark geschlossener Blende fallen diese Abbildungsfehler relativ stärker ins Gewicht, weil der Anteil ungestört einfallenden Lichtes kleiner wird.

Dummerweise gibt es aber auch andere Abbildungsfehler bei ganz weit geöffneter Blende, so dass der goldene Mittelweg (Sonne lacht - Blende acht!) oft richtig ist.

Das mit der längeren Verschlusszeit kann in der Tat auch zu Beeinträchtigungen führen, z.B. wenn sich die Blätter der Bäume im Wind bewegen und das Bild dadurch Bewegungsunschärfen bekommt - die gibt es auch bei Landschaftsfotos.

Am besten probierst Du einmal mehrere Varianten aus (Spiegelvorauslösung hilft oft) und vergleichst die Ergebnisse in aller Ruhe daheim am PC: Versuch macht klug.

Viel Spass und Erfolg!
 
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kabelkasper

Unterstützendes Mitglied
vielen dank für die wertvollen tipps!!

Würde nicht sagen, dass die Bilder, die mit Blende 22 gemacht wurden stark rauschen...

ein paar Bilder, wo ich das ganze mal probiert habe sind im folgenden link zu sehen. Bilder sind nur verkleinert und so aus der Kamera übernommen wurden.


(sorry für die Popups) :frown1:
 
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Alien

Unterstützendes Mitglied
Hallo.

Hier eine Grafik test mit 16-85 VR


und eine Grafik Test mit 70 -300 VR



also nur Bis Blende acht abblenden.

Gruß
Alien
 
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Alexander Kunz

Unterstützendes Mitglied
Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass eigentlich jedes Objektiv einen (anderen) "idealen" Blendenbereich hat in dem es die beste Leistung erzielt. Da hilft nur Auflösungstestcharts lesen...
 
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Hanner B.

Administrator
Teammitglied
Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass eigentlich jedes Objektiv einen (anderen) "idealen" Blendenbereich hat in dem es die beste Leistung erzielt. Da hilft nur Auflösungstestcharts lesen...
na herr experte, dann zeigen sie doch mal charts, bei denen NICHT ein bis zwei blenden über der größten öffnung die beste leistung gebracht wird. ansonsten hätt ich gern ein objektiv, das bei f/1.4 oder f/16 sein maximale auflösung liefert....
 
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Touchwood

NF-F Premium Mitglied lifetime - NF-F "proofed"
Es wäre schön, wenn wir uns speziell hier im Einsteigerforum auf einen freundlichen Umgangston verständigen könnten, der die Forumsneulinge nicht gleich abschreckt. Natürlich bringt kein Objektiv schon bei maximaler Blendenöffnung seine beste Abbildungsleistung. Geschrieben hat Alexander Kunz doch nur, "dass eigentlich jedes Objektiv einen (anderen) "idealen" Blendenbereich hat" - das kann eben zwischen 4 und 11 oder zwischen 8 und 16 oder sonstwo sein.

Hilfreich sind übrigens - wenn man nicht die Charts durcharbeiten will - auch die Übersichten bei .
 
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Kadele

NF-F Premium Mitglied
Hallo Fränken,

habe das Sigma 17-70 schon seit längerem als "Immerdrauf-Objektiv" (D 50). Bin mit der Abbildungsleistung sehr zufrieden. Das Objektiv ( und die Kamera) haben auch etwas "ruppige" Motorradreisen im Topcase bisher gut überstanden. Landschaftsaufnahmen gelingen ebenfalls sehr gut; dafür setze ich noch einen Polfilter zusätzlich ein.
Auch für Makroaufnahmen gut geeignet. Fazit: sehr vielseitig, guter Preis, nicht zu schwer !
 
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Pharao

Unterstützendes Mitglied
Kabelkaspar Kompliment. Da sind ein paar sehr gute Bilder dabei. Tolle Motivauswahl.

Gruss
Peter:up:
 
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