KRIEGSFOTOGRAFIE


D

Denis

Guest
"Keine Zeit für Inszenierungen"

Die deutsche AP-Fotografin Anja Niedringhaus, 39, erhielt für ihre Fotos aus Krisengebieten den begehrten Pulitzerpreis. Im Interview spricht sie über ihre Arbeit - und welche Spuren der Job im Krieg auf Dauer hinterlässt.

 

Kay

NF-F Platin Mitglied
Nicht alles, was man fotografieren kann, muß man auch fotografieren.

- Aus Prinzip habe ich fast immer eine Kamera dabei.

Habe dann mal mit dem Zug anhalten müssen, weil Leichenteile auf den Gleisen lagen. Starker optischer Eindruck, so ein Fleischklumpen!
Obwohl ich schon Schwerstbehinderte, Tote, Verletzte gesehen hatte, brauchte ich Monate, um diese Eindrücke los zu werden.
Warum bekommen Menschen, die da noch fotografieren, Preise?

Ich weiß, es gibt dieses Sendungsbewußtsein: Die Welt muß davon erfahren - das ist aber auch Alles.

Gruß Kay - der lieber Schönes fotografiert - die Welt ist blutig genug!
 
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Nobody

Auszeit
kriegsphotographie war und ist stets berichterstattung und seit den bildern von vietnam haben sie immer anklagenden charakter. sie fordern auf der inhumaninitaet ein ende zu setzen! (susan sontag)

bliebe nur die frage, inwiefern kriegsfuehrende parteien bzw. zustaendige medien keine direkte oder indirekte zensur erwirken?
 
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mario

Unterstützendes Mitglied
Kay";p="17214 schrieb:
Nicht alles, was man fotografieren kann, muß man auch fotografieren.
(...)

Gruß Kay - der lieber Schönes fotografiert - die Welt ist blutig genug!
Grundsätzlich hast Du recht, Kay. Aber der Mensch ist nun mal geil auf solche Bilder. Worüber sprechen die Leute morgens? Über Kriege und Katastrophen am liebsten.
Und Anja Niedringhaus hat wenig Blut fotografiert, obwohl sie viel geshen hat. Ihr geht es mehr um die Menschen und Schicksale hinter dem Krieg, nicht um die Leichen...

Gruß

Mario
 
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Christian J.

Aktives NF Mitglied
Vielleicht ist diese Meinung unpopulär, aber ich finde, es sollte auch Leute geben, die direkt die Leichen fotografieren. Kreig ist brutal! Soll die Welt die toten Körper sehen, vielleicht wird irgendwo ein Mensch dadurch vernünftig.

Nur dürfte es hier extrem schwer fallen, einen Kompromis zwischen der Würde des Toten und der erzieherischen Wirkung des Fotos zu erreichen. Auch ist aufzupassen, dass sich beim Betrachter der erwünschte "heilsame Schock" eintritt und nicht geiler Voyerismus.

Theoretisch durchaus machbar....praktisch meiner Meinung nach extrem schwer hinzubekommen.

Christian
 
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W

Wolle

Guest
Re: RE: KRIEGSFOTOGRAFIE

Moin,

Nobody";p="17217 schrieb:
bliebe nur die frage, inwiefern kriegsfuehrende parteien bzw. zustaendige medien keine direkte oder indirekte zensur erwirken?
Seit dem "Betriebsunfall" von Mi Lai achten die Amerikaner sehr genau darauf, was die Reporter zu sehen bekommen.

Es gab mal einen sehr guten Artikel dazu im Freelens-Magazin, den ich - aus Rücksicht auf meine kleinen Kinder - nicht aufbewahrt habe.
 
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