Kormoranhetze


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Klaus Harms

Administrator
Teammitglied
Dieser Thread, wie auch dieser Titel, werden moderiert.

Eine persönliche Beleidigung oder unsachliche Anmerkung und das Ding ist dicht. Aber wir können ja sachlich diskutieren, oder?
 

Furby

Nikon-Clubmitglied
Ich denke mal, dass die moderate Bejagung der Überpopulation einer Vogelart, die den Fischbeständen arg zusetzt und der Fang der Zugvögel in Nordafrika nichts miteinander zu tun haben, weil die Reduzierung der Kormorane nicht wahllos erfolgen soll, indem Netze aufgestellt werden, in denen sich alle Vögel fangen.

Viele, die keine Ahnung von Biologie, insbesondere von den Lebensgemeinschaften in der Natur, oder besser gesagt in dem, was infolge des Jahrhundertelangen menschlichen Einwirkens von ihr übrig geblieben ist, fordern den Schutz von Arten, die hier vor Jahrhunderten mal leben konnten.
Zur Intelligenz vieler Vogelschützer mag ich nichts sagen, um Klaus nicht zu brüskieren. Aber was soll man sagen, wenn Raben und Elstern, die von sogenannten Vogelschützern am liebsten unter totalen Schutz gestellt würden, reihenweise, auch auf meinem Grundstück, die Nester der Singvogelarten ausräumen, deren Fang (den ich keinesfalls billige) im anderen Artikel beklagt wird. Frage: Sind das keine schützenswerten Vögel?

Ich weiß auch nicht, ob sich die Autoren des Kormoranartikels einmal den Fischbestand eines Teiches nach dem Angriff eines Kormoranschwarmes angesehen haben. Wenn die Kormorane einflögen, sich satt fräßen und dann wieder verschwänden, wäre es sicher auch ärgerlich, aber letztlich kein Problem. Aber die Kormorane hacken ein vielfaches der Fische an, die sie letztlich fangen. In den Wunden gibt es dann Pilzinfektionen, die zum langsamen und erbärmlichen Verrecken der Fische führen. Aber das sind ja nur Fische :down:

In einer echten, ökologisch intakten Natur gibt es dann auch weitere Beutegreifer an und in den Gewässern (Raubfische, Fischotter etc), die sich diser angehackten Fische annehmen, aber nicht in den Fischteichen. Hier werden jedoch Fische für die menschliche Nahrung produziert, die letztlich auch mit dazu beitragen, dass die Meere weniger überfischt werden oder dass der Speisefisch in anderen Regionen der Erde in sogenannten Aquakulturen auf ökologisch bedenkliche Weise produziert wird.

Das Schlimme an der Diskussion um solche Dinge finde ich, dass hier irgendwelche Leute mitdiskutieren, die nicht über profunde naturwissenschaftliche Kenntnisse verfügen, sondern das Ganze rein emotional angehen. Statt Argumenten wird dann isoliert nur erzählt oder auch hier mit Fotos demonstriert, wie toll diese Tiere sind. Und die, die die nach ihrer Meinung Guten verfolgen, sind die Bösen. Eine einfache Denke wie im Western.

Dass Kormorane tolle, bildschöne und hochelegante Vögel sind, bestreitet niemand, auch nicht die Leute, die die Populationen auf ein natur- und fischwirtschaftlich verträgliches Maß reduzieren wollen. Aber deshalb brauchen wir aber keine unbegrenzten Massen davon und deshalb sind die, die die Population auf ein erträgliches Maß reduzieren wollen, auch keine "herzlosen Mörder".
 

rhacodactylus

Unterstützendes Mitglied
Ich denke mal, dass die moderate Bejagung der Überpopulation einer Vogelart, die den Fischbeständen arg zusetzt und der Fang der Zugvögel in Nordafrika nichts miteinander zu tun haben, weil die Reduzierung der Kormorane nicht wahllos erfolgen soll, indem Netze aufgestellt werden, in denen sich alle Vögel fangen.

Viele, die keine Ahnung von Biologie, insbesondere von den Lebensgemeinschaften in der Natur, oder besser gesagt in dem, was infolge des Jahrhundertelangen menschlichen Einwirkens von ihr übrig geblieben ist, fordern den Schutz von Arten, die hier vor Jahrhunderten mal leben konnten.
Zur Intelligenz vieler Vogelschützer mag ich nichts sagen, um Klaus nicht zu brüskieren. Aber was soll man sagen, wenn Raben und Elstern, die von sogenannten Vogelschützern am liebsten unter totalen Schutz gestellt würden, reihenweise, auch auf meinem Grundstück, die Nester der Singvogelarten ausräumen, deren Fang (den ich keinesfalls billige) im anderen Artikel beklagt wird. Frage: Sind das keine schützenswerten Vögel?

Ich weiß auch nicht, ob sich die Autoren des Kormoranartikels einmal den Fischbestand eines Teiches nach dem Angriff eines Kormoranschwarmes angesehen haben. Wenn die Kormorane einflögen, sich satt fräßen und dann wieder verschwänden, wäre es sicher auch ärgerlich, aber letztlich kein Problem. Aber die Kormorane hacken ein vielfaches der Fische an, die sie letztlich fangen. In den Wunden gibt es dann Pilzinfektionen, die zum langsamen und erbärmlichen Verrecken der Fische führen. Aber das sind ja nur Fische :down:

In einer echten, ökologisch intakten Natur gibt es dann auch weitere Beutegreifer an und in den Gewässern (Raubfische, Fischotter etc), die sich diser angehackten Fische annehmen, aber nicht in den Fischteichen. Hier werden jedoch Fische für die menschliche Nahrung produziert, die letztlich auch mit dazu beitragen, dass die Meere weniger überfischt werden oder dass der Speisefisch in anderen Regionen der Erde in sogenannten Aquakulturen auf ökologisch bedenkliche Weise produziert wird.

Das Schlimme an der Diskussion um solche Dinge finde ich, dass hier irgendwelche Leute mitdiskutieren, die nicht über profunde naturwissenschaftliche Kenntnisse verfügen, sondern das Ganze rein emotional angehen. Statt Argumenten wird dann isoliert nur erzählt oder auch hier mit Fotos demonstriert, wie toll diese Tiere sind. Und die, die die nach ihrer Meinung Guten verfolgen, sind die Bösen. Eine einfache Denke wie im Western.

Dass Kormorane tolle, bildschöne und hochelegante Vögel sind, bestreitet niemand, auch nicht die Leute, die die Populationen auf ein natur- und fischwirtschaftlich verträgliches Maß reduzieren wollen. Aber deshalb brauchen wir aber keine unbegrenzten Massen davon und deshalb sind die, die die Population auf ein erträgliches Maß reduzieren wollen, auch keine "herzlosen Mörder".
Woher kommen Deine profunden wissenschaftlichen Kenntnisse und Erfahrungen, kläre uns bitte mal auf.
Übrigens ist der Schrei nach der Bejagung der Kormarane am lautesten, wo es relativ wenig gibt z.B. in Bayern. Klammern wir mal Schutzgebiete wie Ismaninger Speichersee, Ammersee, Starnberger See, Altmühlsee, Europareservat Unterer Inn und Günzburger Moos aus, dann tendiert die Kormoranzahl gegen Null.
Nebenbei gesagt gibt esim kleinen Holland genauso viele Kormarane wie in ganz Deutschland. Klammen wie Mecklenburg Vorpommern und Brandenburg aus, dann sind es bei uns viel weniger.
Ich kann nur jeden mal empfehlen ins Havelland oder in eine vergleichbare Gegend zu fahren. Bevor man ein Naturschutzgebiet erreicht hat sind schnell 30 Vogelarten bestimmt. Viele Arten die häufig sind wie Feldsperling und Haussperling sind woanders z.B. Bayern sehr selten.
Ich bin sich das ich mir ein vernünftiges Bild machen kann, aus weit über 1.000 Vogelbeobachtungstouren und zahlreichen Aufzeichnungen über die Vogelbestand sowie durch Erfahrungsautausch mit promovierten, habiltierten Wissenschaftlern sowie Professoren.
Ein moderate Bejagung ist ganz sicher nicht das Ziel ! Was kein Profit bringt muß weg.
 
Zuletzt bearbeitet:

rhacodactylus

Unterstützendes Mitglied
Blödsinn ist, die Populationen von Kormoranen in Holland mit denen in Deutschland zu vergleichen und in Relation zur Fläche der Länder zu bringen.

Gruss
Suermel
Dann kläre uns doch mal auf warum der Vergleich Blödsinn ist.
Holland grenzt an Deutschland, schaue mal im Atlas nach.
Die Küste Niedersachsens und Schleswig Holsteins ist durchaus vergelichbar mit der Küste Hollands.
Die Bevölkerungsdichte in Holland ist viel größer als die in Niedersachsen und SH. Also müßte der Druck auf die Natur viel größer sien.
 

xweuf

Unterstützendes Mitglied
Hans-Peter, treffender hättest Du es nicht schreiben können.
Auch wir hier am/im See - nicht ich persönlich als Betroffener - kennen das Problem.
Das gab schon bös(artig)e Diskussionen zw. verschiedenen Interessenverbänden.
Bei der Erörterung dieser Problematik bedarf es einer enormen Feinfühligkeit.
Emotionen kochen da schon mal schnell hoch. Daher ist eine Moderation auch nicht ganz verkehrt.
 

Furby

Nikon-Clubmitglied
@ rhacodactylus,

eigentlich bestätigst Du nur meien Aussagen: MV ist relativ dünn besiedelt und bietet eine weitgehend natürliche Seenlandschaft die von einer Lebensgemeinschaft besiedelt wird, in die sich auch Kormorane einfügen.

In anderen Regionen gibt es nur noch eine aufgeräumte Kulturlandschaft mit Fischteichen. Dort sind schon relativ wenige Kormorane wegen der Schäden zu viele.

Wenn man überall Kormorane haben will, muss man sich dafür einsetzen, dass erst der der natürliche Lebensraum geschaffen wird, große Flüsse wieder in ihre alten Betten zurück gelegt werden und langsam durch breite Auenlandschaften fließen und sich dann diese Vögel dort auch ansiedeln wo sie hin gehören.

Forderungen, Kormorane in aufgeräumten Kulturlandschaften zu erhalten, in denen sie wie in einem Freilandzoo nur überleben können, indem sie als Plage Fischteiche heimsuchen müssen, haben nichts mit Ökologie und auch nichts mit Vogelschutz zu tun. :eek:

Was würdest Du davon halten, wenn Kakerlaken und Bettwanzen, Tiere die es früher überall in Deutschland gab und die mittlerweile sehr selten sind, in Deiner Wohnung angesiedelt würden? Und wenn Du dich wagst, eine Dezimierung dieser bedrohten Tiere zu forden, würden irgendwelche Ökos Dich an den Pranger stellen und als Mörder beschimpfen. Weil Du siehst es ja wirtschaftlich und bist nicht bereit mit den possierlichen Tieren zu teilen :D
 

smashIt

Unterstützendes Mitglied
Dass Kormorane tolle, bildschöne und hochelegante Vögel sind, bestreitet niemand, auch nicht die Leute, die die Populationen auf ein natur- und fischwirtschaftlich verträgliches Maß reduzieren wollen. Aber deshalb brauchen wir aber keine unbegrenzten Massen davon und deshalb sind die, die die Population auf ein erträgliches Maß reduzieren wollen, auch keine "herzlosen Mörder".
allso mir is da vorallem die eine story von vor ein paar jahren in erinnerung geblieben
da wurden auch kormorane zum abschuss freigegeben, weil der fischbestand in gefahr war
hat sich rausgestellt das es um ganze 2 (da fehlt keine 0) brutpaare ging
damit machen sich die angler auch nicht gerade beliebt

und was is eigentlich so ein problem daran über einen fischteich n netz zu spannen?
 

Furby

Nikon-Clubmitglied
und was is eigentlich so ein problem daran über einen fischteich n netz zu spannen?
Mal abgesehen von der Praktikabilität und dass der Vorschlag Blödsinn ist, weil dadurch auch andere, vielleicht nützliche Tiere von den Wasserflächen ausgesperrt werden: Mal angenommen alle fischwirtschaftlich genutzten Wasserflächen werden durch Netze geschützt, und überall eiern Kormorane herum, die nix mehr zu fressen finden und langsam verhungern. Dann möchte ich das Geschrei der Ökos hören.

Das finde ich übrigens interessant angesichts der Tatsache, dass letzten Winter in einigen Lagen unseres Landes Rheinland-Pfalz wegen des restriktiven Fütterungsverbotes der rot-grünen Landesregierung, die sich ansonsten nach Meinung vieler Bürger nur durch Unfähigkeit und Fortschrittsfeindlichkeit auszeichnet, Wildtiere (Rehwild)letzten Winter in größerer Menge verhungerten.

Infos gibt es hier!

Genau die selben Leute, die in ihren beheizten Stuben und am gedeckten Tisch Freude über das Sterben der Waldschädlinge (OT ökologischer Jagdverband für Rehwild, Rotwild, Hasen) empfinden, fordern dann lautstark den Schutz der Wölfe, die hier auf einmal auftauchen, weil sie aus irgendwelchen Gehegen ausgebrochen oder sogar bewusst herausgelassen worden sind. Und die wollen am liebsten restiktiven Schutz der riesigen singvogelnestlig- und junghasenfressenden Krähenpopulationen.

Manno, ist das alles pervers :motz:


Übrigens: Die Wiedereinwanderung der Tiere, die es hier lange Zeit nicht mehr gab, erfolgt nicht, weil es hier für diese Tiere auf einmal so toll ist, sondern weil sie aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung in den Gebieten, in denen sie bisher noch Bedingungen hatten, unter denen sie leben konnten, so massiv unter Druck geraten sind, und jetzt eigentlich nicht mehr wissen, wo sie überhaupt hin sollen. Das betrifft sowohl die Kormorane wie auch die Wölfe.
 

Timotheos

Sehr aktives Mitglied
In Deutschland leben 24.000 Kormoran-Brutpaare. Fast 20 Prozent davon auf Usedom. Auf der Insel sind sie, weil die Boddengewässer voller Fisch sind. Vor allem Weissfische. Die Bestände sind verbuttet. Kleinwuchs, weil zuviele Fische sich das nährstoffreiche Revier teilen. Raubfische fehlen. Die angelt der Mensch. Zander und Hecht sind Delikatessen, die 120.000 (!) Touristen allein auf Usedom Tag für Tag auf der Speisekarte sehen wollen. Wenn jetzt nach dem Abschuss von Kormoranen gerufen wird, dann geht es nicht um die besseren Argumente, sondern um die Befriedigung von Vorurteilen und die Beseitigung eines vermeintlichen Konkurrenten.
Es ist auch nicht richtig, dass die Kormorane keine natürlichen Feine haben. Auf der Insel Usedom stehen sie nachweislich auf dem Speiseplan der Seeadler. Dr. Oliver Krone vom IZW in Berlin (www.seeadlerforschung.de) hat Adler besendert, bei denen die GPS-Daten deutlich waren. Über Monate hinweg haben die Adler sich direkt an einer Kormorankolonie aufgehalten. Gucken, jagen, fressen, schlafen - kaum Bewegung, stets das gleiche Profil. Die Kücken sind einfache Beute..
 
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