Kodak, Agfa, und nun Ilford ...


Ralf D.

Unterstützendes Mitglied
Hallo Forum,

nachdem bei Kodak schon seit längeren alles im Umbruch ist, bei Agfa ja wohl auch direkt die ganze Filmsparte verkauft werden soll folgt nun Ilford und wird unter behördliche Verwaltung gesetzt, was in etwa einem Vergleichsantrag ähnelt.

Der Artikel dazu:


Ich will nicht schwarz malen, aber so richtig erfreulich ist diese Meldung ja nun nicht. Die Ilford Filme sind recht gut und Ilford ist der einzige Anbieter für Diapositiv-Prints, genau genommen nicht der einzige, aber der einzige mit einer gewissen Auswahl an Papierformaten.

Gruss,
Ralf
 

Anonymous

Unterstützendes Mitglied
Ralf D.";p="2929 schrieb:
Hallo Forum,

nachdem bei Kodak schon seit längeren alles im Umbruch ist, bei Agfa ja wohl auch direkt die ganze Filmsparte verkauft werden soll folgt nun Ilford und wird unter behördliche Verwaltung gesetzt, was in etwa einem Vergleichsantrag ähnelt.

Der Artikel dazu:


Ich will nicht schwarz malen, aber so richtig erfreulich ist diese Meldung ja nun nicht. Die Ilford Filme sind recht gut und Ilford ist der einzige Anbieter für Diapositiv-Prints, genau genommen nicht der einzige, aber der einzige mit einer gewissen Auswahl an Papierformaten.

Gruss,
Ralf

Naja, es kommt schneller als erwartet.
Was bleiben wird ist eine kleine Anzahl an Herstellern für Filmspezialitäten, der Massenmarkt für CN-Film ( KB ) ist so gut wie gestorben. Der Zug ist jedenfalls längst abgefahren. Mit Volldampf.

"Lustig" in diesem Zusammenhang finde ich immer wieder, wie irgendwelche eingefleischten Filmographen z.B. in der letzten "Naturfoto" beinahe hasserfüllte Lesermeinungen vs. Digital absondern. Also ob jemand mit vorgehaltener Waffe gezwungen würde digital abzulichten. Jedenfalls habe ich derartige Hassergüsse von Digitalfans vs. Film noch nirgendwo gefunden. Irgendwo geht der Verlust des Films einigen Leuten ans Innerste. Also ob das nicht wurscht wäre worauf die Aufnahme entsteht.
 
Kommentar

Patrick

NF Mitglied
"Lustig" in diesem Zusammenhang finde ich immer wieder, wie irgendwelche eingefleischten Filmographen z.B. in der letzten "Naturfoto" beinahe hasserfüllte Lesermeinungen vs. Digital absondern. Also ob jemand mit vorgehaltener Waffe gezwungen würde digital abzulichten. Jedenfalls habe ich derartige Hassergüsse von Digitalfans vs. Film noch nirgendwo gefunden. Irgendwo geht der Verlust des Films einigen Leuten ans Innerste. Also ob das nicht wurscht wäre worauf die Aufnahme entsteht.
Wurscht ist ein Handkäs, der stinkt von allen Seiten gleich :wink:

Mal im Ernst: Die Industrie übt schon einen gewissen Zwang aus. Ich will jetzt nicht alles noch einmal aufzählen, was ich schon x-mal gepostet habe. Tatsache ist, dass nicht jeder massig Kohle für einen G5 Dual, 30-Zoll-Cinema-Display, Photoshop CS, iView Media Pro und sonstwas raushauen will, um die vermeintlich "billigen" Digitalfotos vernünftig zu verarbeiten, verwalten und archivieren. Auch mag nicht jeder im Jahresrythmus eine neue Kamera kaufen, weil die alte Digitale wieder veraltet ist oder die Speicherkarten nicht mehr am Markt sind. Und es mag nicht jeder neue Objektive kaufen, weil die alten nicht "digital empfohlen" sind oder dank Cropfaktor nicht mehr zum Einsatzbereich passen.

Diese ganze Digitalwelle ist IMHO eine Taktik der Industrie, um die Kunden ordentlich bluten zu lassen. Das Label heißt "billig", weil man keine Filme braucht. Die Zusatzkosten werden tunlichst verschwiegen.

Abgesehen davon: warten wir's ab, wie viele der heute gemachten Digitalaufnahmen in 20 Jahren noch existieren und lesbar sein werden.

Ich bedaure das Aus der Filmhersteller. Vielen ist es aber offenbar schnurzegal. Hauptsache "digital" :cry:
 
Kommentar

Anonymous

Unterstützendes Mitglied
Re: RE: Kodak, Agfa, und nun Ilford ...

Mal im Ernst: Die Industrie übt schon einen gewissen Zwang aus. Ich will jetzt nicht alles noch einmal aufzählen, was ich schon x-mal gepostet habe. Tatsache ist, dass nicht jeder massig Kohle für einen G5 Dual, 30-Zoll-Cinema-Display, Photoshop CS, iView Media Pro und sonstwas raushauen will, um die vermeintlich "billigen" Digitalfotos vernünftig zu verarbeiten, verwalten und archivieren. Auch mag nicht jeder im Jahresrythmus eine neue Kamera kaufen, weil die alte Digitale wieder veraltet ist oder die Speicherkarten nicht mehr am Markt sind. Und es mag nicht jeder neue Objektive kaufen, weil die alten nicht "digital empfohlen" sind oder dank Cropfaktor nicht mehr zum Einsatzbereich passen.
Naja schon ...... nur wer wird gezwungen dazu. Also wenn ich das nicht will dann lass' ichs halt und fertig. Der allgemeine Tenor da ist ja Digitalos stinken :oops: haben keine Ahnung von "echter" Fotografie und sind die dummsten aller "Bin doch nicht blöd" Kunden. Ich hab mich echt geärgert über die veröffentlichten Leserbriefe in der (nunmehr) vorletzten Naturfoto. In der grade hereingeflatterten NF 9/2004 ist dann auch wieder ein ellenlanger Leserbrief über irgendeinen Wettbewerb wo irgendwer nix gewonnen hat weil die böse Jury da keine Ahnung von hat und (Zitat) "Das ein Fotowettbewerb sei und kein Kreativwettbewerb" (/Zitat) weil da ja mit digital komponierten Bildern ....blabla......Ich weis nicht. Irgendwie is' mir diese fotochemisch-fundamentalistische Ecke zunehmend unheimlicher. Gerade diejenigen die sich seit ewigen Zeiten darauf versteift haben nur "Das Bild" sei wichtig und nicht die Ausrüstung/Technik machen jetzt eine Gewese um Analog/ vs. Digital das seinesgleichen sucht.

Diese ganze Digitalwelle ist IMHO eine Taktik der Industrie, um die Kunden ordentlich bluten zu lassen. Das Label heißt "billig", weil man keine Filme braucht. Die Zusatzkosten werden tunlichst verschwiegen.
Hast schon Recht. Man sollte die ganze Industrie auflaufen lassen, egal welcher Branche. Gleich am besten mit der Anfangen wo man selbst Beschaftigter ist. Als einer von 3975 gekündigten Langzeitarbeitslosen hast du wenigstens Gesicht bewahrt und eine Menge Leute vom sinnlosen Konsum abgehalten. :roll:
 
Kommentar

Patrick

NF Mitglied
Naja schon ...... nur wer wird gezwungen dazu. Also wenn ich das nicht will dann lass' ichs halt und fertig. Der allgemeine Tenor da ist ja Digitalos stinken Verlegen haben keine Ahnung von "echter" Fotografie und sind die dummsten aller "Bin doch nicht blöd" Kunden.
Komisch, genau das empfinde ich als "Analogie". Wo immer man hinkommt, wird man angeschaut wie ein Alien, wenn man keine Digitale aus dem Rucksack zaubert, sondern ganz old fashioned Filme wechselt. Manche Leute, habe ich das Gefühl, würden die F100 am liebsten ins Technikmuseum stecken und beklagen die Umweltverschmutzung durch die Entwicklung der Filme. In sämtlichen Zeitschriften lese ich nur noch "Digital-Mega-super-truper-Tests", die "400 besten 35-Megapixel-Kameras im Belichtungstest bei Vollmond" und "720-Grad-5-D-Panoramas mit wenig Aufwand: Wir testen exklusiv die beste Shareware für Windows XP".

Hast schon Recht. Man sollte die ganze Industrie auflaufen lassen, egal welcher Branche. Gleich am besten mit der Anfangen wo man selbst Beschaftigter ist. Als einer von 3975 gekündigten Langzeitarbeitslosen hast du wenigstens Gesicht bewahrt und eine Menge Leute vom sinnlosen Konsum abgehalten. Mit den Augen rollen
Das hat ganz und gar nichts mit Konsumverweigerung zu tun, sondern eher mit "Konto ist leer". Wenn es Dich tröstet: Nikon verdient genug an mir. Bloß fließt das Geld nach Japan und hilft hier wenig.

Das Letzte, was ich möchte, ist eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Fronten. Jeder soll einfach damit knipsen, womit es ihm Spaß macht :p
 
Kommentar

UweFlammer

NF-F Premium Mitglied
Re: RE: Kodak, Agfa, und nun Ilford ...

Patrick";p="2940 schrieb:
Das hat ganz und gar nichts mit Konsumverweigerung zu tun, sondern eher mit "Konto ist leer". Wenn es Dich tröstet: Nikon verdient genug an mir. Bloß fließt das Geld nach Japan und hilft hier wenig.
:p

Genauso ist es. Wer in Deutschland Jobs schaffen will, sollte die Finger weg lassen von den digitalen Spielzeugen aus Ostasien und sein Geld z.B. in eine Leica M investieren. Oder solides Nikon-Alteisen kaufen und in einer deutschen Werkstatt überholen lassen.

Zu Ilford: offensichtlich handelt es sich tatsächlich um die britische Fabrik für Schwarzweißmaterial, die jetzt unter so etwas wie Vergleichsverwaltung gestellt wurde. Das übrige Business von Ilford, also Farb- und Inkjetmaterial, sei davon nicht betroffen. Offenbar hat die digitale Flut auch den Markt für klassische Schwarzweißfotografie massiv in Mitleidenschaft gezogen, obwohl dies ja schon seit langem ein Nischenmarkt für Spezialisten und Enthusiasten war. Kann aber auch daran liegen, daß inzwischen viel Schwarzweißmaterial in Osteuropa produziert wird, auch im Auftrag westlicher Hersteller. Letztes Jahr war z.B. in der Tschechei guter Schwarzweißfilm im Laden für ca. 1 Euro pro Stück zu haben.

Immerhin gibt es unter dem Namen "Efke" jetzt sogar wieder Rollfilm 620. Dies ist ein Rollfilmformat, für das seit Kriegsende keine Kameras mehr produziert werden! Also keine Angst: die Versorgung mit Kleinbildfilm ist weiterhin gesichert, nur daß in Zukunft vielleicht andere Namen auf den Schachteln stehen.

Grüßle
Uwe
 
Kommentar

Anonymous

Unterstützendes Mitglied
Re: RE: Kodak, Agfa, und nun Ilford ...

UweFlammer";p="2941 schrieb:
Genauso ist es. Wer in Deutschland Jobs schaffen will, sollte die Finger weg lassen von den digitalen Spielzeugen aus Ostasien und sein Geld z.B. in eine Leica M investieren. Oder solides Nikon-Alteisen kaufen und in einer deutschen Werkstatt überholen lassen.
*LOL*
So sieht das dann auch aus!
Sollen den neumodischen Kram die anderen machen, wir besinnen uns auf alte Werte, kaufen Fotomechanik aus den 50igern zum Preis von 2007 und wenn das nicht geht reparieren wir 20 jahre altes Japanzeugs.
Verzeihung, aber grade wegen dieser Einstellung heißen Nikon&Co. ->Nikon&Co. und nicht Leitz, Wirgin, Rollei,Exacta.........Liste beliebig fortführbar.
 
Kommentar

UweFlammer

NF-F Premium Mitglied
Richtig. Da können wir - die Kundschaft - allerdings nix dafür. Wir können nur hoffen, daß die Manager in anderen Industriezweigen sich besser anstellen als das Management der untergegangenen deutschen Fotoindustrie.

Grüßle
Uwe
 
Kommentar

Göteborg

Unterstützendes Mitglied
Hallo Ralf!
Mir macht das eigentlich weniger Sorgen welchen Weg die Filmhersteller gehen. Natürlich finde ich es bedauerlich wenn es in Zukunft (mit Sicherheit) für die analoge Fotografie nur noch ein begrenztes Sortiment geben wird. Nicht aus zu schließen das wir irgendwann einmal nur noch den unsensibillisierten Filmstreifen kaufen können und den Rest selbst machen müßen... Aber was solls, unsere Altvorderen haben ihre Nassplatten auch selbst sensibillisiert und ich habe das noch bei meinem Urgroßvater gesehen der diese Technik noch beherrschte! Hier liegt die Seele der Fotografie und deren Geheimisse. Außer meiner F2 und meiner F5 habe ich noch eine alte 9x12 Balgenkamera - das geht jedesmal unter die Haut wenn die Planfilme in der Dunkelkammer ihre "Geheimnisse" preißgeben!
Ansonsten empfinde ich diese -wie bereits von anderer Seite erwähnt- fundamentalistischen Haßdialoge über das Pro und Contra für analog oder digital, wo sich die Leute außer Unflätigkeiten nichts weiter zu sagen haben, auf das Uebelste aufstoßend!!!

Gruß aus Schweden!
Siegfried (Göteborg)

ps.
Mit einem guten Freund, der sich vor einiger Zeit für den digitalen Weg entschieden hat, bin ich viel draußen beim Fotografieren. Wir hauen uns da schon ziemlich was um die Ohren -Meinungsaustausch auf dem Feld-, hinterher gehen wir dann auf ein Bier zusammen... Wie man sieht es geht doch, die friedliche Koexistenz ist realisierbar...
 
Kommentar

Jo_Wal

Unterstützendes Mitglied
Das Klagelied über den Untergang der analogen Fotografie kommt einem irgendwie vertraut vor. Die Melodie dazu haben wohl die Protagonisten der Steinwerkzeuge komponiert, als irgendein Rüpel die Bronze erfunden hat. Das war natürlich schon damals der Untergang der Kreativität, denn wer kann schon mit so einem Material ansehnliche Werkzeuge erstellen. Nun sind die Textstellen angepasst und in unserem schnelllebigen Zeit geht auch die Evolution der Branchen halt etwas schneller vor sich, aber die Klagelieder bleiben stets dieselben.

Den Niveau der Hasstiraden von einigen, wenigen Analogneurotikern untern den Lesern der Naturfoto würde ich allerdings wieder am zeitlichen Ursprung des Klageliedes ansiedeln.

Ich nutze gerne meine DSLRs, wie ich auch immer noch viel Freude an meiner analogen MF-Doppelauge habe. Anschauen, beurteilen und das Beste aus dem gebotenen Nutzen ist ein Zeichen von Intelligenz. Und da die Preise immer weiter fallen, kaufe ich mir vielleicht doch noch eine F5 dazu.

Es gibt nichts schlimmeres auf unserem Planeten, als blinde Fundamentalisten oder Missionare ohne Bodenhaftung bzw. deren Konfrontation. Mir gefallen einfach gute Bilder und ich respektiere die Macher, egal was sie dafür genutzt haben.
 
Kommentar
Oben Unten
LiveZilla Live Chat Software