HDRI - Wie focusieren bei Belichtungsreihe?

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fotojörg

Unterstützendes Mitglied
Hallo!

Habe nun alles zusammen um auch einmal ein HDRI auszuprobieren.
Also Kamera auf Stativ, feste Blende einstellen, Belichtungsreiche +-2.
Nun meine Frage: Focosiert die Kamera immer gleich bei allen 3 Bildern? Ist dies ohne Bedeutung? Welche Meßmethode verwende ich (Matrix, mittenbetont oder Spot)? Gibt es bei der Blendenwahl was zu beachten?

DANKE!

Jörg
 
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F

Frank B.

Guest
Hi,

nur manuell, alles andere wird nichts!!!

Auch die Belichtungsreihen am besten manuell erstellen, dazu noch den WB auf Graukarte machen, und du hast fast alle störenden Faktoren ausgeschlossen.

Viel Spass
Frank
 
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Hans-Peter R.

Administrator
Hallo Jörg,

gsstromer schrieb:
darüber müßte man eigentlich ausführlicher reden und nicht einfach ein paar Schlagworte über den virtuellen Zaun werfen :rolleyes:.

Thema Fokus ist einfach: Alles manuell - oder meinetwegen einmal automatisch fokussieren und dann AF abschalten. Das HDR-Programm hat bei unterschiedlichen Tiefenschärfen keine Chance die Bilder zu verheiraten. Das ist der Grund, warum HDR-Reihen auch mit der gleichen Blende gemacht werden sollen.
Thema Messmethode ist beinahe schon egal, letztendlich ermittelt jede Messmethode "nur" eine Kombination aus Blende und Verschlußzeit. Je nachdem in welcher Situation Du Dich befindest (Tag, Nacht, Nieselregen, harte Schlagschatten, ...) und damit kann u. U. jede Messmethode letztendlich überfordert sein. Ich empfehle, eine (mehrere) Testaufnahmen zu machen, in denen die Spitzlichter im Histogramm deutlich vom rechten Rand entfernt sind. Mit welcher Blende das passiert, hängt von Deinem gewünschten Tiefenschärfebereich ab. Im Zweifelsfall ist dann der M-Modus die zuverlässigste und einfache Methode.
Und von da ab eine "ausreichende" Anzahl von Aufnahmen mit "ausreichendem" Belichtungsabstand länger belichten. Zwei Blendenstufen können da ausreichen ... müssen aber nicht. Zwei Blendenstufen sind bereits locker mit einer Aufnahme erreichbar, wenn Du statt JPEG in RAW aufnimmst. Bei extremen Lichtverhältnissen (und da verwendet man ja gerne HDRIs) sind auch gerne mal 20 EV Dynamik im Bild enthalten und da müßte die Spanne wesentlich größer sein.

Ciao
HaPe
 
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fotojörg

Unterstützendes Mitglied
Danke HaPe für Deine Bemühungen.
Es sollten von mir keine Brocken über den virtuellen Zaun geworfen werden. Wollte das Ganze nur nicht zu weit ausformulieren, da ich ja immer davon ausgehe das ich es hier mit Leuten zu tun habe die das, was ich gerade plane schon längst abgeschlossen haben.

Das mit dem einmal AF und dann auf manuell umschalten hatte ich genau so geplant. Prima.

Mit den Spitzlichtern leuchtet mir jetzt auch ein.

Tiefenschärfenbereich: Dazu generell mal eine Frage bzw. handle ich hier richtig? Wenn ich mit Stativ fotografiere würde ich die kleinste Blende wählen, da ich ja nicht verwackeln kann, und hätte bei einer z.B. Landschaftsaufnahme damit die Garantie den größten Teil des Bildes scharf zu bekommen?! Richtig oder Denkfehler?

"Ausreichende" Aufnahmen: Ich hätte nun halt 3 gemacht, so wie das die D80 für eine Reihe ermöglicht. Wenn ich Dich aber nun richtig verstehe, sollte ich mehrere Reihen machen (z.B. -1-0+2, -2-0-+2, -3-0-+3......).

Danke für eine weitere Rückantwort.

Gruß
Jörg
 
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HauptmannMumm

Unterstützendes Mitglied
gsstromer schrieb:
Tiefenschärfenbereich: Dazu generell mal eine Frage bzw. handle ich hier richtig? Wenn ich mit Stativ fotografiere würde ich die kleinste Blende wählen, da ich ja nicht verwackeln kann, und hätte bei einer z.B. Landschaftsaufnahme damit die Garantie den größten Teil des Bildes scharf zu bekommen?! Richtig oder Denkfehler?

Jein. Wenn Du die Tiefenschärfe brauchst, dann natürlich ja. Aber die beste Schärfe insgesamt dürfte eher bei f8 oder so liegen.

Grüße Christoph
 
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Hans-Peter R.

Administrator
Hallo Jörg,

gsstromer schrieb:
Tiefenschärfenbereich: Dazu generell mal eine Frage bzw. handle ich hier richtig? Wenn ich mit Stativ fotografiere würde ich die kleinste Blende wählen, da ich ja nicht verwackeln kann, und hätte bei einer z.B. Landschaftsaufnahme damit die Garantie den größten Teil des Bildes scharf zu bekommen?! Richtig oder Denkfehler?
Kleinste Blende (= größte Blendenzahl) also 11 oder 16 (... bei noch kleinere Blende nehmen die Probleme wieder zu) wenn Du eine möglichst Tiefenschärfe haben willst ... ja, das ist richtig. Zu bedenken ist, dass es sich dann wirklich um ein statisches Motiv handeln soll (Architektur, Natur) Bewegungsunschärfe im Bild (z. B. heftig sich im Wind sich biegende Bäume) sind dann eher ungünstig.

gsstromer schrieb:
"Ausreichende" Aufnahmen: Ich hätte nun halt 3 gemacht, so wie das die D80 für eine Reihe ermöglicht. Wenn ich Dich aber nun richtig verstehe, sollte ich mehrere Reihen machen (z.B. -1-0+2, -2-0-+2, -3-0-+3......).
Da muss ich vielleicht etwas ausholen. Wenn Du eine "normale" Aufnahme in JPEG machst, hast Du einen Dynamikbereich im Bild, der etwa 7 Belichtungsstufen umfaßt, d. h. alles was "ziemlich hell" und "ziemlich dunkel" ist im Bild, wird so aufgenommen, dass im Foto anschließend überall genügend Zeichnung (= unterscheidbare Details) zu erkennen sind. Machst Du das Ganze in RAW, schaffst Du vielleicht 9 Belichtungsstufen. Wenn Du nun eine Belichtungsreihe -1 / 0 / + 1 aufnimmst bedeutet das, dass Du drei JPEG Bilder bekommst, deren 7 Belichtungsstufen großer Dynamikbereich sich in weiten Bereichen Überdecken. Lediglich bei dem Bild, dass mit der Belichtungskorrektur -1 aufgenommen ist, ist der Bereich um eine Stufe nach unten geschoben, bei dem +1 Bild um eine Stufe nach oben. Das entstehende HDR-Bild kann nun maximal 9 Blendenstufen umfassen ... mehr nicht ... genau so viel wie ein einzigen RAW-Bild.
HDR-Szenen zeichnen sich normalerweise dadurch aus, das sehr viel Dynamik im Bild ist ... bis zu 20 Belichtungsstufen (Nacht mit Straßenbeleuchtung, dunkler Innenraum mit Sonnenschein vor dem Fenster, etc.). Will man nun in den "extrem hellen" und gleichzeitig "extrem dunklen" Bereichen Zeichnung haben, muss man dafür sorgen, dass diese Dynamik von 20 Blendenstufen (zugegeben ein Extrembeispiel) eingefangen wird. Bei 7 Belichtungsstufen eines JPEGs muss also das hellste JPEG vom dunkelsten JPEG mit (20 - 7 = ) 13 Belichtungsstufen Abstand aufgenommen werden. 13 Belichtungsstufen bedeutet eine Differenz um den Faktor (2 hoch 13 =) 8000 zwischen beiden extremen Belichtungszeiten. wenn also 1/500 Sec für die Spitzlichter (Bild mit den hellen Details) ausreichen, braucht man ganze 16 Sekunden für die Schatten (Bild mit den dunklen Details). In der Praxis sind es sehr selten wirklich 13 Belichtungsstufen Differenz ... aber 8 Stufen sind es sehr häufig. Deine (insgesamt 2 Stufen (von -1 bis +1) sind da schon arg wenig.

Dabei gibt es immer wieder Sonderfälle und es macht Sinn sich vorher zu überlegen, was man da eigentlich tut. Ein Beispiel: Du möchtest einen eher dunklen Innenraum fotografieren mit einem Fenster. Draußen scheint die Sonne strahlend hell. Das Ergebnis eines einzelnen Bildes: Entweder ist das Zimmer richtig belichtet und das Fenster überstrahlt der das Fenster ist richtig belichtet und das Zimmer zappenduster. In diesem Fall hast Du zwar auch eine HDR-Szene - jedoch mit zwei scharf voneinander abgegrenzten LDR Motiven darin. Auch wenn die Gesamt-Dynamik im Bild 20 Belichtungsstufen sein sollten, läßt sich das mit einem HDRI bestehend aus zwei LDR-Aufnahmen erledigen. Das erste Bild belichtet den Innenraum richtig, das andere das Fenster. Mehr als zwei Bilder schaden zwar nicht, nützen aber auch nicht übermäßig viel in dieser speziellen Situation.

Automatische Belichtungsreihen sind eine feine Sache, bei der D200 lassen sich bis zu 9 Bilder mit max. 1 Belichtungsstufe Differenz aufnehmen, aber so richtig perfekt ist das für die HDR-Fotografiererei nicht. Ich habe mir angewöhnt (je nach Motiv) etwa 5 bis 7 RAW-Bilder mit je 2 Belichtungsstufen Differenz aufzunehmen und verstelle zwischendurch manuell die Belichtungszeit.

Ciao
HaPe
 
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