Frontfocus/Backfocus: Warum kann das Objektiv schuld sein?


zoTT

Unterstützendes Mitglied
Grüß euch,

ich habe schon viele Beiträge zum Thema Frontfocus und Backfocus gelesen, und vor kurzem hat es mich selbst erwischt.
Ich musste für Portraitfotos mit meinem 1,8/85mm eine Korrektur von -18 an meiner D300 eingeben, um auf eine Entfernung von ~4m bei Blende 1,8 brauchbare Fotos zu bekommen. Komischerweise passen andere Objektive wie das 17-55er an meiner D300 sehr gut, und das 85er war an der D200 auch sehr gut...

Jetzt habe ich natürlich schon einiges über eine mögliche Dezentrierung von Optiken gelesen, aber abgesehen davon ist mir nicht klar, was genau an einer Optik beim Service-Point justiert werden kann.

Wenn ich mir also eine korrekt zentrierte Optik als Ausgangsbasis vorstelle, fokussiert die Optik im Rahmen des Regelwerks mit dem AF-Sensor nur zu dem Punkt wo der AF-Sensor meint es sei scharf.

Also doch nur alles eine Frage der Justage des AF-Sensors?

Jetzt kommen sicher noch Meldungen wie: das ist ja klar, das hat damit zu tun dass der AF-Sensor mit einem Strahlengang der Blende 5,6 misst und bei offenblende mit anderen CAs zu rechnen ist...

Alles schön und gut, aber was ist so schwierig daran, diese Parameter der Kamera bekanntzugeben, oder bei neueren diverse Kennlinien nach einer werksseitigen Vermessung zu im Objektiv zu hinterlegen, wo die Kamera dann die jeweiligen Korrekturwerte auslesen kann? Das würde dann auch für Zooms besser funktionieren. Und beim aktuellen Funktionsumfang der Firmware sollte das doch eigentlich möglich sein..

Jetzt bin ich etwas vom Thema abgekommen, die Ursprüngliche Frage war eigentlich: Was kann eine Optik außer einer Dezentrierung noch falsch machen, dass es zum Fehlfocus kommt?
Und ist für alle anderen Fehlfokkusierungen nicht eigentlich die Kamera schuld?

Ich freue mich auf Eure Antworten!

Gruß,
Roland
 

MichelRT

NF-F Premium Mitglied
Hallo Roland,

bei Stangen-AF Objektiven hast Du recht. solange die Mechanik nicht ausgenudelt ist, kann man da nichts justieren.

Bei AF-S Objektiven liegt der Fall anders. Die Kamera gibt dem Objektiv die Information um wieviel der Motor drehen soll. Einen "Regelkreis" gibt es da nicht, die Position wird absolut angefahren. Informationen über Offsets, Schritte, etc. sind im Chip der Objektivs abgelegt. Sollten die abgelegten Werte aufgrund mechanischer Toleranzen nicht passen, stimmt der Fokus nicht.
 
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alexander_D300

Unterstützendes Mitglied
Mir kommt es langsam so vor, als hätten alle D300 einen Front oder Backfokus.
Man ließt das in letzter Zeit immer öfter.
Mein Nikkor 17-55 u. 85/1,8 fokusieren auch total unbrauchbar an der D300.
Ich habe die D300 u. das 17-55 schonmal nach Düsseldorf eingesendet.
Am Objektiv wurde nichts gefunden und die Kamera wurde nach Werkseinstellungen kalibriert.
Es wurde danach nicht besser.
Der Nikon Techniker verwies mich auf die Fokusfeinjustierung.
In einem anderen Beitrag konnte man einmal lesen, dass Nikon bei Zooms von dieser Justierung abrät.
Ich habe jetzt die Feineinstellung auf + 18 gestellt, um brauchbare Ergebnisse bei F2,8 zu erhalten.
Meine D300 hat scheinbar einen starken Frontfokus, was auch andere User berichten.
Nur was will man machen, wenn die Kamera nicht mal nach dem Service richtig fokusiert ?
Das Nikkor 70-200/2,8 funktioniert dagegen bei allen Brennweiten bei Offenlende tadellos, ohne dass ich irgendetwas korrigieren muß.
Schon seltsam.Und das 17-55 funktioniert an meiner D40 auch ohne Probleme.
 
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stones

Auszeit
das Thema interessiert mich auch, habe nämlich soeben mein neues 16-85 nach Düsseldorf gesandt. Es hat an meiner D80 bei 16 mm einen starken Backfokus, bei den anderen "Hauptbrennweiten" ist es nicht so deutlich bzw. gar nicht vorhanden (85 mm) :confused:. Ach ja, ich habe es mit dem üblichen Testchart, mit Stativ usw. genau getestet und als ehemaliger Canon Nutzer habe ich Erfahrung mit dem Thema :rolleyes::fahne:

Da meine anderen Linsen alle korrekt fokussieren, kann es eigentlich nur am Objektiv liegen.

Bin mal gespannt, was da bei Dir und mir herauskommt.
 
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Heng-Sten Berg

Unterstützendes Mitglied
Fragen über Fragen. Seit D300 sind bei mir auch 2 FB Linsen nicht mehr brauchbar. (Die 35/2 und die 50/1,4). Davon war die 50/1,4 bereits an der D80 nicht OK wohingegen die 35/2 OK war (?????vielleicht kleiner Fehlfokus, im Rückblich????)
Die sind so weit daneben, daß die Justierung nichts hilft.



So richtig einleuchten will mir das auch nicht. Der StangenAF am Tamron 12-24 funzt gut (wobei SWW natürlich im Pronzip nie unscharf ist).

Ansonsten habe ich nur AF-S und bei denen gibt es keine Probleme (obwohl Zoom ja eigentlich viel schwieriger sein müsste)
 
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zoTT

Unterstützendes Mitglied
Hallo Roland,

bei Stangen-AF Objektiven hast Du recht. solange die Mechanik nicht ausgenudelt ist, kann man da nichts justieren.

Bei AF-S Objektiven liegt der Fall anders. Die Kamera gibt dem Objektiv die Information um wieviel der Motor drehen soll.....
OK, das wusste ich nicht, ich dachte das funktioniert bei beiden Varianten gleich. Ich kenne aber von meinem 17-55er auch den Fall (speziell bei sehr wenig Licht), dass der Fokus nicht auf Anhieb passt und auch da der Fokus nachgeregelt wird: 2-3 mal ruckeln und dann passt es.

Eigentlich dachte ich dass die Phasen-Detektions-Methode nicht so genau ist, dass immer eine absolute Position angefahren werden kann.

Das ist jedenfalls ein interessanter Aspekt.

Gruß,
Roland
 
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zoTT

Unterstützendes Mitglied
Seit D300 sind bei mir auch 2 FB Linsen nicht mehr brauchbar. (Die 35/2 und die 50/1,4). Davon war die 50/1,4 bereits an der D80 nicht OK wohingegen die 35/2 OK war (?????vielleicht kleiner Fehlfokus, im Rückblich????)
Die sind so weit daneben, daß die Justierung nichts hilft.



So richtig einleuchten will mir das auch nicht. Der StangenAF am Tamron 12-24 funzt gut (wobei SWW natürlich im Pronzip nie unscharf ist).

Ansonsten habe ich nur AF-S und bei denen gibt es keine Probleme (obwohl Zoom ja eigentlich viel schwieriger sein müsste)
Das ist eigentlich schon sehr seltsam, wenn die Justierung der AF-Spiegel daneben wäre dürfte eigentlich kein Objektiv einwandfreie Ergebnisse liefern. OK, Das SWW ist natürlich die Ausnahme.

Das bedeutet aber, dass es noch einen Aspekt geben muss, der noch nicht diskutiert wurde, wenn wir mal voraussetzen, dass der Fehlfokus korrekt ermittelt wurde.

Es stimmt: Fragen über Fragen...


Gruß,
Roland
 
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David_USA

Unterstützendes Mitglied
Einen Techniker von Nikon würde ich zu dem Thema mal gerne befragen.

Tatsache ist das Objektive einen Fehler (Versatz) des AF verursachen können. Ein Beispiel wo man das sehr gut nachvollziehen kann ist das DC 105/2. Je nachdem in welche Richtung man den DC Ring dreht bekommt man front oder back fokus.

Der AF funktioniert auf dem gleichen Prinzip wie der alte Schnittbildindikator den einige noch aus der alten pre-AF Zeit kennen. Vereinfach gesagt werden zwei Bilder verglichen die an zwei verschiedenen Stellen durch das Objektiv gehen. Damit wird schnell klar das ein dezentriertes Objektiv den AF täuschen kann. Das hat gar nichts damit zu tun ob mechanischer AF oder AF-S.

Der AF misst in der Unschärfe und kann aus dem Versatz der beiden Bilder berechnen wie weit das Objektiv gedreht werden muss um scharf zu werden. Das DC Objektiv allerdings manipuliert die Unschärfe, ja nach Einstellung wird der Hintergrund oder Vordergrund weicher als normal. Das verwirrt den AF da seine Berechnung von Unscharf zu Scharf nun nicht mehr stimmt.

Der AF, dreht, misst wieder, dreht wieder usw. Mit der Methode dürfte der Fehler theoretisch ausgeglichen werden da der AF sich in Schritten annähert, auch wenn die erste Berechnung falsch war. In der Praxis allerdings scheint der AF aber nicht so zu arbeiten.

Beim Schnittbildindikator werden die beiden Bilder so umgelenkt das sie genau parallel sind wenn das Objektiv scharf gestellt ist. Der AF macht es etwas anders. Er verwendet einen einzigen "strichförmigen" Sensor. Die beiden Bilder werden versetzt auf den Sensor gerichtet. Bei einem bestimmten Versatz ist das Objektiv scharf. Optisch ist das dann so als würde man in der Unschärfe messen. Ich glaube das ist eine weitere Ursache für front/back fokus. Wenn ein Objektiv nicht 100% neutral justiert ist was Vordergrund und Hintergrund Unschärfe betrifft dann liegt der AF daneben.
 
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JoJoSchla

Nikon-Clubmitglied - NF-F "proofed"
Hallo,
hier mal mein Grundverständnis, ohne dass ich nun ein technischer Experte bin.:fahne:

a) Die Steuerung hängt zu erst einmal von 2 wesentlichen Faktoren ab: 1. Die Genauigkeit des Sensors und mMn entscheidender, 2. ob der Sensor der Kamera und der AF-Sensor und bei manueller Einstellung durch den Sucher alles genauestens in einer Ebene liegt. Ist dies nicht der Fall, fokussiert die Kamera nicht ordentlich, da sie die zentrale Schärfeebene immer ein wenig hinter oder vor den Sensor legt. Je nach Schärfentiefe ist dies mehr oder weniger bemerkbar.

b) Die Steuerung des Objektivs erfolgt anhand mechnischer Bewegung. Hier könnten die Toleranzen der Mechanik zu unterschiedlichen Einstellungen führen. In Verbindung mit des Messtoleranzen der Kamera, kann dies zu Unschärfe führen. Bei AF-S Objektiven dürfte eine Abweichung eigentlich nur dann auftreten, wenn die Steuerungsparameter und die mechanischen Toleranzen nicht sauber aufeinander abgestimmt sind.

Vielleicht weiß es einer genauer?

lg Johannes
 
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