Frage zu Macro - Obejktiven


Newbie

Unterstützendes Mitglied
Habe da zur Zeit einen kleinen Knoten im Hirn, was die speziellen Eigenschaften von Tele-Marco Objektiven anbelangt. Als konkrete Frage formuliert:

Ist bei einem Tele mit Festbrennweite (wie zum Beispiel AF Micro 200/4 D oder auch Fremdobjektiven mit dem Zusatz Macro, wie z. B Tamron SP AF 180/3.5 DI Macro ) die Macroeigenschaft (hohe Schärfe, kurze Naheinstellgrenze, meist sehr kleine Blenden 32 und kleiner möglich) nur ein zusätzlicher Nutzen zu den normalen Teleeigenschaften und -fähigkeiten? Oder haben solche Objektive dann signifikante Schwächen bei Offenblende (da ja fast immer da sind)/ großen Blenden oder zum Beispiel im Fernbereich ? :?: :?: :?:

Wer hilft mir, den Knoten zu lösen ?

thx

udo
 
V

volkerm

Guest
Oder haben solche Objektive dann signifikante Schwächen bei Offenblende (da ja fast immer da sind)/ großen Blenden oder zum Beispiel im Fernbereich
Hallo Udo,

das ist eine berechtigte Frage. Einige der Makro-Objektive sind im Fernbereich nur Mittelmaß.

Bjorn Rorslett hat dazu einige Kommentare, was Nikon betrifft. Vom Micro 200/4 AIS kann ich bestätigen, daß es als universelles 200er nicht so großartig ist. Über das 70-180 habe ich sehr positive Kritik gehört, was den Einsatz im Fernbereich angeht.

 
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thobe

Unterstützendes Mitglied
Hallo Udo,

soweit ich weiss sind alle für den Nahbereich gemachten Festbrennweiten ("Macroobjektive") für den Nahbereich gerechnet und optimiert, wobei unter Nahbereich gemeinhin Abbildungsmaßstäbe von 1:1 bis 1:10 zu verstehen wären. Die Optiken lassen sich für gewöhnlich bis unendlich fokussieren, aber die Korrektur der Bildfehler ist eben nicht für große Entfernungen (Faustregel: das hundertfache der Brennweite) optimiert. Es kann folglich zu Nachteilen in der allgemeinen Fotografie kommen, im Umkehrschluss erwartet man ja auch keine Topleistung eines reinrassigen Teles im Nahbereich. Korrektur für den Macrobereich bedeutet allerdings vorwiegend die Ebnung der Bildschale (wenn man eine Briefmarke fotografiert soll die halt in der ganzen Fläche scharf sein) sowie die dazugehörende Detailauflösung.

Der Sinn der langen Brennweite eines Macro-Objektivs liegt vorwiegend im relativ großen Arbeitsabstand zum Objekt, speziell rückt man Fluchttieren damit nicht so auf den Pelz.

Ich habe selbst nur ein 90er Tamron und das 70-180 Micro (beide voll "alltagstauglich") und kann zu möglichen Einbußen bei Tele-Festbrennweiten nichts weiter sagen. Das 180er Tamron soll aber rundum top sein.

Tele-Macro-Objektive sind in erster Linie Spezialisten für den Nahbereich. Alles weitere ist nette Dreingabe. Wenn Du nicht wirklich Macro machen willst, kauf lieber ein "normales" Tele.

Beste Grüße und in der Hoffnung, Dir beim Entknoten damit zu helfen,
TB
 
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SCFR

Sehr aktives Mitglied
Habe da zur Zeit einen kleinen Knoten im Hirn, was die speziellen Eigenschaften von Tele-Marco Objektiven anbelangt. Als konkrete Frage formuliert:

Ist bei einem Tele mit Festbrennweite (wie zum Beispiel AF Micro 200/4 D oder auch Fremdobjektiven mit dem Zusatz Macro, wie z. B Tamron SP AF 180/3.5 DI Macro ) die Macroeigenschaft (hohe Schärfe, kurze Naheinstellgrenze, meist sehr kleine Blenden 32 und kleiner möglich) nur ein zusätzlicher Nutzen zu den normalen Teleeigenschaften und -fähigkeiten? Oder haben solche Objektive dann signifikante Schwächen bei Offenblende (da ja fast immer da sind)/ großen Blenden oder zum Beispiel im Fernbereich ? :?: :?: :?:

Wer hilft mir, den Knoten zu lösen ?

thx

udo
Hallo Udo,
Das 150mm/2,8 von Sigma ist ein sehr gutes Makro und Teleobjektiv, besonders an einer Digitalen SLR. Schön leicht, sehr scharf und durch den Ultraschallantrieb recht fix, an meiner 10D.
Aber wie immer beim Objektivneukauf, erst testen dann kaufen!
Gut Licht
Friedhelm
 
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ChristianS

Sehr aktives Mitglied
Hallo Udo,
natürlich sind Makro-Objektive hauptsächlich für den Einsatz im Makrobereich konstruiert. Das heißt aber noch lang nicht, daß sie im Fernbereich unbrauchbar sind. Speziell bei den beiden Micro-Nikkoren 4/200 IF (manuell) und AF Micro 200/4 D ist ein Leistungsabfall wohl nur in einem optischen Labor nachweisbar (wenn überhaupt). Der AF-Typ besitzt Linsen aus ED-Glas, so daß auch bei Offenblende hervorragende Kontrastleistungen und Schärfe erreichbar sind. Mit bloßen Augen, auch mit der größten Lupe, habe ich noch keinen Unterschied zwischen Nah- und Fernbereich feststellen können.
Wer natürlich den Makrobereich nicht benötigt, kann sich die nicht unerheblichen Kosten für diese Objektive sparen und ein "normales" Tele verwenden.

Gruß Christian
 
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V

volkerm

Guest
Re: RE: Frage zu Macro - Obejktiven

Speziell bei den beiden Micro-Nikkoren 4/200 IF (manuell) (...) ist ein Leistungsabfall wohl nur in einem optischen Labor nachweisbar (wenn überhaupt).
Hallo Christian,

bist Du sicher? Ich habe vom Micro 200AIS keinen besonders positiven Eindruck im Fernbereich. Vielleicht irre ich aber auch - habe nicht wirklich systematisch getestet, weil ich es ganz überwiegend für Makros benutze.
 
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Nobody

Auszeit
bei offenblende muss der analoge fan beim 200er ais micro gewisse abstriche im fernbereich machen. abblenden bereinigt einiges, aber welcher profi setzt dauerhaft auf reinrassige fernschuesse?
 
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ChristianS

Sehr aktives Mitglied
Hallo Volker,
ich hatte das manuelle Micro-Nikkor 4/200 IF über zehn Jahre hauptsächlich im Nah- und teilweise auch im Fernbereich in Benutzung. Weder in der Dunkelkammer noch am Leuchtpult waren dabei Unterschiede zu erkennen. Sogar im Nikon-Prospekt von 1982 steht, daß sich das Objektiv ...darüberhinaus als normales Tele der Brennweite 200mm bewährt. Aufgefallen ist mir allerdings ein Hauch von chromatischer Aberration, also ein Farbsaum an kontrastreichen Kanten. Dieser trat aber sowohl im Nah- als auch im Fernbereich auf. Ich hatte das Objektiv deshalb in München zur Überprüfung bei Nikon, allerdings ohne Befund, alles wäre ok.
Seit acht Jahren arbeite ich mit dem AF Micro-Nikkor 4/200 ED, bei dem überhaupt keine "Schwachstellen" mehr erkennbar sind, weder bei M1:1 noch bei Unendlich. Noch schärfer und kontrastreicher kann ein Objektiv kaum sein, selbst bei offener Blende.
Beide Objektive sind vor vielen Jahren im Auftrag von ColorFoto Vergleichsttests unterzogen worden, wobei natürlich gewisse Unterschiede festgestellt worden sind. Ich habe die optische Bank selbst einmal in Augenschein nehmen können, der technische Aufwand und die Präzision waren beachtlich. Für die tägliche Arbeit sind die Ergebnisse aber sicher ohne Bedeutung.
M.E. sind moderne Objektive mittlerweile so gut, daß der normale Benutzer nicht mehr zwischen "guten" oder "schlechten" unterscheiden kann. Die Unterschiede liegen einzig und allein im Preis - man bekommt, was man bezahlt.

Gruß Christian
 
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Nobody

Auszeit
bjoern roerslett schrieb:

"It renders quite sharp images within the optimal range of f/5.6-f/11, but either wide open or stopped well down quality isn't that impressive. Depending on the subject and focused distance, residual colour fringing can be an issue as often observed with IF designs."

"Evidence of CA is more pronounced when this lens is used on a DLSR. On the other hand, since the current "DX" format of Nikon DSLRs is smaller than 24x36mm, you get less trouble with softening of the image corners."


sein rating:
3.5 (distant)
4.0 (close-up)

weniger berauschend fuer ein makro, weshalb ich es analog fast nur nachts verwendete
 
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Deepblue

NF-F Premium Mitglied
Mit Verlaub, aber das ist doch wirklich sowas von belanglos. Schau dir doch mal Fotos an, die Leute wie Fritz Pölking oder John Shaw, um nur mal zwei zu nennen, über Jahrzehnte mit diesem Objektiv gemacht haben, egal ob im Nah- oder im Fernbereich. Wenn interessiert da, was irgendjemand auf seiner optischen Bank zusammentestet? Vor Jahren wurde im Colorfoto auch dem MF 2,8/55 Mikro nur mittelmäßige, dem Pentax AF 2,8/50er Makro sogar ausgesprochen schlechte Leitung attestiert. Mit beiden Objektiven wurden sicher davor und auch danach Hunderttausende von kontrastreichen und scharfen Dias/Negative belichtet.
Forget testing - keep on shooting!

Gruß

Andreas
 
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volkerm

Guest
Re: RE: Frage zu Macro - Obejktiven

Forget testing - keep on shooting!
Hallo Peter,

Danke für die ausführliche Antwort! Als Micro bin ich mit der Abbildungsleistung sehr zufrieden. Ich werde es nochmals im Fernbereich versuchen, wer weiß was dort schiefgegangen war. Mit Blick auf Rorslett hatte ich es schon abgeschrieben, möglicherweise zu Unrecht!
 
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Nobody

Auszeit
Re: RE: Frage zu Macro - Obejktiven

[quote="volkerm @ 21.07.2005, 08:10";p="25710Mit Blick auf Rorslett hatte ich es schon abgeschrieben, möglicherweise zu Unrecht![/quote]

keine sorge, br's einstufung in sachen analogem fernbereich entspricht meiner erfahrung: offenblende in harter konkurrenz zu jedem halbwegs brauchbaren zoom
 
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