Fotografenschulter - mal was medizinisches


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Mika

Sehr aktives Mitglied
Jetzt bitte nicht lachen!

Also... da es noch kein geeignetes Unterforum gibt betrachte ich mich selbst mal als "Kamerazubehör".

Ok ich habe seit etwa 2 Monaten ein "Subacromialsyndrom" in der linken Schulter. Das ist eine langwierige Reizung des Schultergelenks, verursacht dadurch, daß der Oberarmkopf immer wieder das Schulterdach berührt, was ziemlich unangenehm ist. Bei mir kommen bereits Abnützungserscheinungen hinzu.

Nachdem der Arzt zunächst vor einem Rätsel stand, da ich noch nie einen das Schultergelenk belastenden Sport gemacht habe gehen jetzt Physiotherapeut und Arzt übereinstimmend davon aus, dass es (na?)...
.... vom Fotografieren kommt.

Durch die angespannte Haltung des linken, das Objektiv stützenden Armes hat sich eine muskuläre Dsybalance verbunden mit einer Muskelverkürzung gebildet die zu einer Abnutzung und jetzt zu einer Entzündung in der Schulter führte.
Ich nenns in Anlehnung an den "Tennisarm" einfach "Fotografenschulter"

Aber keine Angst, die meisten werden davon nie betroffen sein.

Speziell bei mir kommts davon daß ich:
1. Meist ein schweres Objektiv vorne dran habe
2. Zum Teil 12 Stunden am Stück fotografiere (z.B. bei Ironman-Triathlons) und oft nonstop 2000 Bilder (z.B. bei Teilnehmer-Fotoservice) mache
3. Im Sommer nicht selten an zwei Tagen hintereinander tätig bin

Für wen das auch zutrifft:

Vorbeugen kann man durch gezieltes Training der sogenannten Aussenrotatoren, ausserdem sollte man wenn keine Pausen möglich sind, immer mal wieder den linken Arm lockern.

Ich denke mir, dass auch ein Einbeinstativ zur Entlastung des Armes hilft.

Also wenn es auch für euch etwas kurios erscheint, alles kein Witz. Will hier auch nicht rumheulen, aber vielleicht hilfts ja jemandem.

Mika
 
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alex0004

Unterstützendes Mitglied
Klingt komisch, ist aber nicht zum Lachen.
Wünsche Dir trotz dem gute Linderung/Besserung soweit es möglich ist.

Alex
 
Martin F.

Martin F.

NF Team
... betrachte ich mich selbst mal als "Kamerazubehör"...
Der ist gut !-))

Aber ich kann Dein Leiden nachempfinden. Glücklicherweise bin ich bei solchen Events nur gelegentlich im Jahr aktiv, kann mir aber sehr gut vorstellen, daß bei häufigem Einsatz echte Abnutzungserscheinungen auftreten können.
"Mein" Horror ist jeden Juni ein Radrennen von London nach Brighton, wo mehr als 30.000 Radler auf der Strecke sind. Da macht man den ersten Schuss gegen 08:00 und ist um 18:00 noch nicht am Ende. Pause? Klar, ein-/zweimal fürs "Nötigste" kurz ins Gebüsch - ansonsten gilt Dauerfeuer. So um die Mittagszeit meint man, man bricht zusammen, alles tut weh, aber ab ca. 14:00 ist es einem egal, man spürt nix mehr und kann wieder Witze machen...
Bei mir ist das aber die rechte Seite, die meckert, denn die D1H ist trotz relativ kurzer Brennweitenbestückung von max. 105mm über diese Stunden auch schon sehr schwer erträglich. Bei dem fixen hin und her, um alle Sportler zu erwischen, ist es auch leider nicht möglich, ein Einbein zu nehmen.

Hoffen wir auf eine Videokamera, die 10MP Auflösung bringt! Die stellen wir dann an den Strassenrand aufs Stativ, lassen laufen und schnippeln uns später die Einzelbilder raus, die wir brauchen. Währen des Events sitzen wir bequem unterm Sonnenschirm mit einem Drink in der Hand und rufen den Sportlern zu: "Come on chaps, give us a smile!"

Gruss - Martin
 
Marv

Marv

Unterstützendes Mitglied
Ich kann auch noch einen weiteren Punkt dazu beitragen:

Urlaub vor 1 Jahr in Mecklenburg-Vorpommern, sehr schöne Locations in Stadt und Land, in einer Woche knapp 1.000 Bilder mit einer Fuji S2pro / AFS 28-70 und einer Nikon F5 / AFS 17-35.

Danach hatte ich Schmerzen im rechten Ellbogen - da ich nie Tennis gespielt habe, war ich nicht vorinformiert und traf dann ein paar Wochen später einen guten Freund (Chirurg), der mit nach einem beherzten Griff in meinen Ellbogen (AUUUUUU!!!) mitteilte, dass ich einen Tennisarm hätte.

Das ist dann glücklicherweise nach ein paar Wochen wieder verschwunden - aber lustig war es nicht...

Ich habe dann die F5 verkauft und mir eine M-Leica zugelegt :mrgreen:

Gruß Marv
 
M

MartinS

Unterstützendes Mitglied
Hallo Ihr Geschädigten Fotografen!
Bin selbst Sporttraumatologe und Orthopäde von Beruf, fotografiere inzwischen als Ausgleich in meiner Freizeit sehr viel und engagiert. Ich kann die Zipperlein nachvollziehen und aus eigener Erfahrung berichten, daß es noch mehr Fotografen-Krankheiten gibt wie z.B. Knie- und wirbelsäulenbeschwerden durch ständig leicht gebeugte Haltung bei Natur-und Sportfotografen am zu kurzen oder bewußt halbhoch eingestellten Stativ, so insbesondere bei Makrofotografie. Habe schon einige mit einem Hexenschuß sprich Ischialgie behandelt.
Wie der orthopädische Kollege richtig feststellte, handelt es sich in allen Fällen um muskuläre Dysbalancen durch entweder falsche Haltung oder durch unphysiologische statische Belastung des Körpers in der fototgrafischen Anspannung für die Topaufnahme etc.
Die Schulter ist bedingt durch die relativ dünnen Sehnen drumherum prädestiniert für Ansatzprobleme dieser Sehnen , wobei das längere Halten großer Objektive vom Körper weg einen ungünstigen Hebelarm schafft.
Also, Leute, treibt zur Erhaltung Eures liebsten Hobby´regelmäßige Gymnastik , wobei bereits 2-3x /Woche 1/2 Stunde körperliche Fitness mit Dehnungsübungen reicht.
Schaut mal auf meine Homepage unter www.Naturbilder.de/MartinSchmidt
Bei den Baumpilzen habe ich mir damals einen bösen Hexenschuß in der Kälte zugelegt. Grüß Euch......
 
N

Nobody

Auszeit
wie es aussschaut, wird das photographische altersniveau weiterhin steigen, weshalb ollis e-system nicht nur fuer sportfuzis zunehmend interessanter wird, es sei denn

:schaf: :schaf: :schaf:
 
M

Mika

Sehr aktives Mitglied
1000 Dank an euch für Zuspruch, Erfahrungsaustausch und ärztlichen Rat.

Nachdem ich bisher eher auf skeptische bis leicht belustigte Reaktionen gestossen bin ("Vom... was? Fotografieren??? kommt das... Ahja") tut das echt gut.

Obwohl als ehemaliger Jugend-Leistungslangstreckenläufer und Hobbytriathlet doch mit einer gewissen Grundausdauer gesegnet gings mir schon oft so wie MartinF.

Am angenehmsten wars seltsamerweise beim an sich härtesten Event. Ironman Hawaii 2003, wo wir Fotografen zumindestens auf der Radstrecke auf einem umgebauten Lkw rumgefahren wurden, schön im Fahrtwind, genügend Holzlatten an der Seite zum Objektivabstützen und 100 Liter eisgekühltes Gatorade dabei. Aber das ist halt leider eher die Ausnahme.

Ich mache jedenfalls, soweit es die Schulter zulässt schon täglich Dehnungs- und Kräftigungsübungen und werde das auch später mit mindestens 4 Mal wöchentlich beibehalten.

Danke an MartinS für die Warnung vor den anderen Fotografenkrankheiten, ich glaube auch mit genügend Bauch- und Rückenmuskeltraining + Dehnungsübungen kann man das ganz gut vermeiden.

Ich habe ja immer gelächelt über Eventfotografen die mit Stativ und Klappstuhl anrückten aber langsam denke ich da ein wenig anders.

Mika
 
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