Fotografenlehre


Awi

NF-F Premium Mitglied
Hallo,
mein Sohn 15 Jahre alt teilte mir heute mit, dass er sich ernsthaft überlegt nach der Schule erst einmal eine Fotografenlehre machen zu wollen. Ich finde sein Ansinnen gar nicht schlecht, kenne mich aber im beruflichen Fotografenalltag wenig aus. Hat eine solche Lehre noch Zukunft? Wo gibt es Infos zum Beruf und wer bildet alles aus? Gibt es gar weiterführende Schulen in dem Bereich? Dass der Fotografenalltag kein Zuckerschlecken ist, ist mir schon klar. Aber ist es noch ein Beruf mit Zukunft? Wie seht ihr das?
Herzliche Grüße
Jörg
 

Christian B.

NF-F Premium Mitglied
Hier in Kiel gibt es eine recht bekannte Schule für Fotografie und Grafik oder so. Ich versuche, mal näheres zu ermitteln.
 
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K

klaus harms

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Jörg Awiszio";p="14405 schrieb:
Hallo,
mein Sohn 15 Jahre alt teilte mir heute mit, dass er sich ernsthaft überlegt nach der Schule erst einmal eine Fotografenlehre machen zu wollen. Ich finde sein Ansinnen gar nicht schlecht, kenne mich aber im beruflichen Fotografenalltag wenig aus. Hat eine solche Lehre noch Zukunft? Wo gibt es Infos zum Beruf und wer bildet alles aus? Gibt es gar weiterführende Schulen in dem Bereich? Dass der Fotografenalltag kein Zuckerschlecken ist, ist mir schon klar. Aber ist es noch ein Beruf mit Zukunft? Wie seht ihr das?
Herzliche Grüße
Jörg
Ich denke, Rohi und andere können hier mehr beitragen, als ich es kann.

Fakt ist aber, dass ich schon eimal vor knapp 15 Jahren versucht habe, mich mit einer Agentur selbständig zu machen - als one-man-show - und dies auch gut 1 Jahr einigermassen erfolgreich durchgehalten habe.

Fakt ist aber auch, dass ich einen 14 und mehr Stundentag über fast die ganze Woche hatte, da Fotoaufträge in aller Regel nicht in normale Bürozeiten fallen und die notwendige Nachbearbeitung ihr übriges an Zeit in Anspruch nahm.

Dies wird sich in der Ausbildung relativieren, und es hängt sicherlich letztlich davon ab, was Dein Filius nach seiner Ausbildung machen möchte: Freier Fotojournalist, Werbe-/Modefotograf, den freien Künsten zugeneigt etc.

Aber dieses "Hobby" beruflich zu betreiben heisst, einem immensen Wettbewerb ausgesetzt zu sein; und da das Berufsbild Fotograf als solches handwerklich nicht mehr "geschützt" ist und sich jede Pappnase unter Zahlung von 100 Euro Fotograf nennen darf, wird die Situation zur Gründung einer eigenen und erfolgreichen beruflichen Basis als Fotograf nicht wirklich einfacher.

Wenn Dein Sohn sich über all dieses im Klaren ist und immer noch Fotograf lernen möchte, lass ihn!
 
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Gabriele

Unterstützendes Mitglied
Klaus,

und da das Berufsbild Fotograf als solches handwerklich nicht mehr "geschützt" ist und sich jede Pappnase unter Zahlung von 100 Euro Fotograf nennen darf, wird die Situation zur Gründung einer eigenen und erfolgreichen beruflichen Basis als Fotograf nicht wirklich einfacher.
soweit ich informiert bin, ist die Bezeichnung "Fotograf" nach wie vor geschützt. Oder sollte mir da etwas entgangen sein? Soweit ich weiß, ist der Begriff "Foto-Designer" nicht geschützt.

BTW: Es gibt gelernte Fotografen, die s..mäßige Aufnahmen machen und dafür ne Menge Knete nehmen.
 
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Gabriele

Unterstützendes Mitglied
Jörg Awiszio,

es gibt ja heutzutage die schöne Möglichkeit für Schüler, Berufspraktika zu absolvieren. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit, um mal in das Berufsfeld reinzuschnuppern.

Ich denke, mit einer reinen Fotografenausbildung wird er wohl nicht weit kommen. Diverse Punkte wurden von Klaus schon angesprochen. Dann sollte er doch vielleicht gleich in den Designbereich. Vielleicht reichts auch für einen Journalisten. Oder es gibt auch die Möglichkeit, Kameramann zu werden und nebenher zu fotografieren. Diesen Weg geht der Sohn meiner Freundin. Diesbezüglich gibt es in Köln eine bekannte Schule.

Aber dazu müsste man wissen, was deinen Sohn genau interessiert.
 
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K

klaus harms

Guest
gutlicht";p="14431 schrieb:
Klaus,

und da das Berufsbild Fotograf als solches handwerklich nicht mehr "geschützt" ist und sich jede Pappnase unter Zahlung von 100 Euro Fotograf nennen darf, wird die Situation zur Gründung einer eigenen und erfolgreichen beruflichen Basis als Fotograf nicht wirklich einfacher.
soweit ich informiert bin, ist die Bezeichnung "Fotograf" nach wie vor geschützt. Oder sollte mir da etwas entgangen sein? Soweit ich weiß, ich der Begriff "Foto-Designer" nicht geschützt.

BTW: Es gibt gelernte Fotografen, die s..mäßige Aufnahmen machen und dafür ne Menge Knete nehmen.
Nein, ich muß Dir widersprechen; die Berufsbezezeichnung "Fotograf" gehört seit der Änderung der Handwerksordnung am 01.01.2004 zu den sogenannten zulassungsfreien, oder wie sich das schimpft, Berufen.

Soll heissen, Anmeldung gemäß Formular bei der Handwerkskammer, Kohle abdrücken, Gewerbeschein und fettich!
 
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Gabriele

Unterstützendes Mitglied
Klaus,

Nein, ich muß Dir widersprechen; die Berufsbezezeichnung "Fotograf" gehört seit der Änderung der Handwerksordnung am 01.01.2004 zu den sogenannten zulassungsfreien, oder wie sich das schimpft, Berufen.

Soll heissen, Anmeldung gemäß Formular bei der Handwerkskammer, Kohle abdrücken, Gewerbeschein und fettich!
das ist mir neu. Wie ist das denn bei den freien Fotografen, die keinem Gewerbe nachgehen, sondern freiberuflich tätig sind - somit keinen Gewerbeschein beantragen?
 
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Awi

NF-F Premium Mitglied
Hallo Gutlicht,
wie wird mann Kameramann? das wäre auch ein Berufswunsch meines Sohnes.

@Klaus: gerade wegen diener Ausführungen und er ungeschützten Berufsbezeichnung frage ich mich ja ob der Fotografenberuf Zukunft hat. Denn man muss ja nun auch davon leben. Selbst dann wenn der Beruf nur Sprungbrett zu etwas anderem weiterführendem sein soll muss er ja eine Perspektive haben. Klar ist, dass diese Gesellschaft von Bildern lebt und ein Bedarf an professionellen Gestaltern besteht. Aber es scheint auch ebenso ein sehr hartes Brot zu sein davon zu leben.
GRuß
Jörg
 
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Gabriele

Unterstützendes Mitglied
Jörg Awiszio,

Hallo Gutlicht,
wie wird mann Kameramann? das wäre auch ein Berufswunsch meines Sohnes.
indem man eine Ausbildung macht. :wink:
Wie gesagt: Es gibt in Köln (Medienstadt) eine Schule, die Kameraleute ausbildet. Ich weiß aber nicht, wie sie heißt. Das bekommt man aber sicher über das Internet raus, oder man erkundigt sich mal beim WDR, die wissen das bestimmt auch.
 
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K

klaus harms

Guest
gutlicht";p="14438 schrieb:
Klaus,

Nein, ich muß Dir widersprechen; die Berufsbezezeichnung "Fotograf" gehört seit der Änderung der Handwerksordnung am 01.01.2004 zu den sogenannten zulassungsfreien, oder wie sich das schimpft, Berufen.

Soll heissen, Anmeldung gemäß Formular bei der Handwerkskammer, Kohle abdrücken, Gewerbeschein und fettich!
das ist mir neu. Wie ist das denn bei den freien Fotografen, die keinem Gewerbe nachgehen, sondern freiberuflich tätig sind - somit keinen Gewerbeschein beantragen?
Wenn Du Dich Fotograf nennen möchtest, mußt Du in die Handwerksrolle eingetragen sein! Insoweit ist die Bezeichnung Fotograf schon noch geschützt; schliesslich wollen unsere Verbände auch ihre Beiträge beziehen!
 
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Gabriele

Unterstützendes Mitglied
Klaus,

Wenn Du Dich Fotograf nennen möchtest, mußt Du in die Handwerksrolle eingetragen sein! Insoweit ist die Bezeichnung Fotograf schon noch geschützt; schliesslich wollen unsere Verbände auch ihre Beiträge beziehen!
das heißt für mich, dass die Berufsbezeichnung "Fotograf" nach wie vor geschützt ist. Ein Gewerbe kannst du erst anmelden, wenn du die Ausbildung zum Fotografen (und einen Meister) nachweisen kannst. Und das ist klar, dann erfolgt auch der Eintrag in die Handwerksrolle.

Ich habe das regelmäßig verfolgt und gerade die Fotografeninnung ist da sehr streng.
 
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K

klaus harms

Guest
gutlicht";p="14442 schrieb:
Klaus,

Wenn Du Dich Fotograf nennen möchtest, mußt Du in die Handwerksrolle eingetragen sein! Insoweit ist die Bezeichnung Fotograf schon noch geschützt; schliesslich wollen unsere Verbände auch ihre Beiträge beziehen!
das heißt für mich, dass die Berufsbezeichnung "Fotograf" nach wie vor geschützt ist. Ein Gewerbe kannst du erst anmelden, wenn du die Ausbildung zum Fotografen (und einen Meister) nachweisen kannst. Und das ist klar, dann erfolgt auch der Eintrag in die Handwerksrolle.

Ich habe das regelmäßig verfolgt und gerade die Fotografeninnung ist da sehr streng.
Nein!

Siehe
 
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Christian B.

NF-F Premium Mitglied
Moin Klaus und Gutlicht,

hier geht jetzt etwas durcheinander.

Klaus hat Recht, daß das Fotografenhandwerk seit der Änderung der Handwerksordnung kein zulassungspflichtiges Gewerbe nach § 1 Abs. 1 HandwO i.V.m. Anhang A ist, sondern ein zulassungsfreies Handwerk nach § 18 Abs. 1 HandwO i.V. mit Anhang B sein kann.

Dabei liegt die Betonung auf "kann", denn dies ist nur der Fall, wenn die Fotografie "handwerksmäßig" betrieben wird. Wird sie "künstlerisch" betrieben, ist sie kein Handwerk und daher auch nicht nach § 18 Abs. 1 HandwO anzeigepflichtig. Das war auch schon nach alter Rechtslage so, und deshalb konnte man auch ohne Meisterprüfung dem Fotografenberuf nachgehen, wenn man halt nur "künstlerisch" genug tätig war (eine zugegebenermaßen schwierige und daher in der Praxis auch ziemlich sinnlose Abgrenzung). Diese "Künstler" werden als "freie Fotografen" freiberuflich tätig, sind also nicht bei der Kammer zu registrieren und brauchen auch keinen Gewerbeschein (weil sie kein Gewerbe ausüben, sondern eben Freiberufler sind.)

Klaus, Du hast nicht Recht, wenn Du meinst, das Fotografen auch heute noch in die Handwerksrolle (§ 6 HandwO) eingetragen werden können - das geht nur bei zulassungspflichtigen Handwerken. Es gibt aber so etwas ähnliches, nämlich das "Verzeichnis der Inhaber von Betrieben zulassungsfreier Handwerke oder handwerksähnlicher Gewerbe" gemäß § 19 HandwO.

Und nun: Gute Nacht und schönes Wochenende!
 
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K

klaus harms

Guest
Christian Becker";p="14445 schrieb:
Moin Klaus und Gutlicht,

hier geht jetzt etwas durcheinander.

Klaus hat Recht, daß das Fotografenhandwerk seit der Änderung der Handwerksordnung kein zulassungspflichtiges Gewerbe nach § 1 Abs. 1 HandwO i.V.m. Anhang A ist, sondern ein zulassungsfreies Handwerk nach § 18 Abs. 1 HandwO i.V. mit Anhang B sein kann.

Dabei liegt die Betonung auf "kann", denn dies ist nur der Fall, wenn die Fotografie "handwerksmäßig" betrieben wird. Wird sie "künstlerisch" betrieben, ist sie kein Handwerk und daher auch nicht nach § 18 Abs. 1 HandwO anzeigepflichtig. Das war auch schon nach alter Rechtslage so, und deshalb konnte man auch ohne Meisterprüfung dem Fotografenberuf nachgehen, wenn man halt nur "künstlerisch" genug tätig war (eine zugegebenermaßen schwierige und daher in der Praxis auch ziemlich sinnlose Abgrenzung). Diese "Künstler" werden als "freie Fotografen" freiberuflich tätig, sind also nicht bei der Kammer zu registrieren und brauchen auch keinen Gewerbeschein (weil sie kein Gewerbe ausüben, sondern eben Freiberufler sind.)

Klaus, Du hast nicht Recht, wenn Du meinst, das Fotografen auch heute noch in die Handwerksrolle (§ 6 HandwO) eingetragen werden können - das geht nur bei zulassungspflichtigen Handwerken. Es gibt aber so etwas ähnliches, nämlich das "Verzeichnis der Inhaber von Betrieben zulassungsfreier Handwerke oder handwerksähnlicher Gewerbe" gemäß § 19 HandwO.

Und nun: Gute Nacht und schönes Wochenende!
Danke Christian,

aus berufenem Munde, das, was ich sagen wollte!
 
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W

Wolle

Guest
Moin Jörg,

meine Einschätzung zu den Berufsaussichten: Wenn er für eine Zeitung fotografieren will, hat er in einer großen Stadt ganz schlechte Karten, denn da möchte jeder hin, von wegen kulturelles Umfeld usw.
Wenn er jedoch bereit ist, für das Hinterdeicher Tageblatt oder den Obergeissenhofer Generalanzeiger die Sonntagsfußballspiele der D- Jugend zu fotografieren, sollte er keine Schwierigkeiten haben, eine Stelle zu finden.
 
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wf

Unterstützendes Mitglied
hallo,

für eine zeitung fotografieren hat wenig sinn, selbst im hintersten kuhdorf gibt es dafür keine stellen mehr, sondern allenfalls aufträge an freie mitarbeiter. schlecht bezahlt, habe ich aber mehrere jahre gemacht, bis man auf die "geniale" idee kam, dem redakteur eine knipse in die hand zu drücken. dahin geht allgemein der trend im zeitungsgeschäft.

wer studiofotograf werden möchte und kinder oder hochzeitspaare ablichten will, der hat bessere chancen. jedenfalls habe ich zwei mädchen im bekanntenkreis, die eine fotografenlehre ganz traditionell in einem fotostudio gemacht haben und beide sind übernommen worden.

ich würde auch erstmal zu einem praktikum raten. zeitungen freuen sich in den ferien=urlaubszeit billige arbeitskräfte zu haben. allerdings sollte man wirklich fasziniert von dem job sein, sonst machen einen die 12 bis 14 stunden tage irgendwann fertig.

kameramann ist auch so eine zweischneidige sache, als job beim öffentlich-rechtlichen natürlich toll, als freier kameramann genauso streß wie als freier fotograf. sicher beides keine jobs bis zur rente, da der streß und der körperliche verschleiß recht hoch sind z.b. bandscheibenvorfälle.

ich will hier keinem angst machen, aber es wurde ja nach erfahrungen und zukunftsaussichten gefragt.
 
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