Fomapan 100

robert_m

Sehr aktives Mitglied
Hallo,

neben bekannten Filmen aus der 100-Klasse wie Agfa APX 100, Ilford FP4, Kodak Tmax 100 und Fuji Acros 100 scheint der Fomapan 100 ein Mauerblümchen zu sein. Jedenfalls kenne ich nur wenige, die ihn einsetzen. Angesichts schwindender APX-Vorräte und allgemeiner Empfehlungen, er könne ein APX-Ersatz sein, habe ich mir den Film mal näher angesehen, nachdem ich ihn bisher nur sporadisch eingesetzt habe. Hier will ich ein Beispiel zeigen.

Allgemeines:

Das Bildbeispiel voran.



Belichtet habe ich den Film mit 100 Asa und in Rodinal 1+50 für 8 Minuten im Agfa-Kipprhythmus entwickelt. Abgezogen habe ich das Negativ auf Fomaspeed Variant in 13*18 cm und in Tetenal Eukobrom 1+9 verarbeitet. Der Scan kommt vom Print (600Dpi). Die Lichtsituation war schon recht fordernd: Relativ hartes morgendliches Sonnenlicht, das durch das Laubdach brach, und tiefe Schatten unterhalb der Treppe.

Handhabbarkeit:

Der Film ist im Handling recht unkompliziert. Die Planlage würde ich als hervorragend bezeichnen (besser als APX 100). Der Träger ist dicker, als ich es von anderen Filmen kenne. Dennoch geht er zügig und ohne Stocken in die Spirale ("Kugel-Spirale" Marke AP). Zudem ist der Foma-Trägermaterial ziemlich dunkel (deutlich dunkler als APX, immer noch etwas dunkler als Ilford HP5, mal zum Vergleich), was beim Printen und Scannen, von der etwas dunkleren Projektion auf dem Grundbrett abgesehen, allerdings kaum stört. Aber: Das Beurteilen der Dichte mit bloßem Auge ist etwas erschwert. Hier muss ich mich etwas eingewöhnen.

Beim Scannen (der Negative):

Ich verfüge über einen Canoscan 5600f, der für das Web brauchbare Resultate liefert. Mit diesem Gerät habe ich keine Schwierigkeiten, den Foma zu scannen bzw. keine andersartigen Probleme, als mit anderen Filmen auch (Dmax). Mit Erfahrungen von echten Filmscannern kann ich leider nicht dienen.

In der Dunkelkammer:

Beim Anfertigen des Abzugs zeigte der Film folgende Eigenschaften. Anders als bei meinem bisherigen Lieblings-100er, dem APX, musste ich der Steuerung des Kontrastes viel mehr Aufmerksamkeit schenken. Die ersten Teststreifen ergaben, dass der Foma doch eine ganze Ecke härter arbeitet als der APX.

Ich arbeite seit einer Weile nach der manuellen Splitgrade-Methode, wie Thomas Rauers sie beschreibt. Im gezeigten Beispiel musste ich viel mehr Gelb reintun, um durch die Lichter "durchzukommen", als ich es von anderen Filmen gewohnt bin. Beispielhaft seien die hellen Blätter sowie die Spitzlichter im oberen Bereich der Stufen erwähnt. Bei einem anderen Negativ sind mir zunächst die Schattenbereiche überraschend stark weggesackt, hier musste einiges weniger an Magenta hergenommen werden, um die Zeichnung zu Papier zu bekommen.

Daher gehe ich davon aus, dass ich den Film mit den beim MDC angegeben 8 Minuten etwas überentwickelt habe, worauf übrigens die Beurteilung der Negativdichte aufgrund des erwähnten dunklen Trägers zunächt keinen Hinweis gegeben hatte. Das war, wie gesagt, eine kleine Überraschung.

Hingegen glaube ich nicht, dass ich zusätzlich zur Entwicklungszeitreduzierung dem Film auch etwas mehr Licht geben werde, da sich die Schatten leichter einregeln ließen, als die Lichter. Die nächsten Filme werden es zeigen. (Eventuell mache ich dann noch einen genaueren Test der Empfindlichkeit.)

Dramatisch ist das Problem aber nicht, jeder FIlm ist nun mal anders und auch der Foma 100 ist in den Griff zu kriegen. Zumal das gezeigte Beispiel vom fraglichen Film das "härteste" ist (bisher jedenfalls). Nach kurzer Eingewöhnung zeigt der Tscheche übrigens wunderschöne Graustufen, finde ich.

Zur Schärfe:

Hier habe ich einen 100%-Crop des Abzugs angefügt.



Er wirkt etwas unscharf, was ich dem Film aber nur zum Teil anlasten möchte. Der Foma 100 ist in Rodinal sehr scharf, fast so der APX 100. Die Unschärfe kommt m.E. eher vom Print-Scan. Offensichtlich irrlichtert etwas des Auflichts durch die Emulsion des Papiers, denn der Abzug selbst wirkt gestochen scharf. Zudem muss ich anfügen: Ich vergrößere diffus (Durst M601 mit CLS66), was auch eine gewisse Kantenunschärfe nach sich zieht (im Vergleich zu Kondensoren). Der Ausschnitt zeigt außerdem im linken Bereich einen schmalen Telegrafendraht: Ob der Foma nun besonders anfällig dafür ist, mag ich aber nicht abschätzen.

Mein (selbstredend teils subjektives) Fazit zum Foma 100:

+ günstig
+ langfristig lieferbar
+ in zahlreichen Formaten verfügbar (KB, MF und größer)
+ ausgezeichnete Planlage
+ schön scharf (in Rodinal)
+ schöne Graustufen

+- dunkle Maskierung

- (beherrschbare) Probleme bei großen Kontrasten

Meiner Meinung nach ist der Foma ein wirklich sehr schöner Film ohne echte Schwächen. Öfter ist im Netz zu lesen, er könne ein Ersatz für den APX sein. Nun: Ich fand den APX immer ausgezeichnet, und ganz an ihn heranreichen wird der Tscheche nicht. Aber er ist trotzdem sehr gut und ich werde ihn weiterhin verwenden.

Wer Fragen hat, mag sie gerne stellen!:)

Viele Grüße,
Robert
 
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Fernauslöser

Sehr aktives Mitglied
Hingegen glaube ich nicht, dass ich zusätzlich zur Entwicklungszeitreduzierung dem Film auch etwas mehr Licht geben werde, da sich die Schatten leichter einregeln ließen, als die Lichter. Die nächsten Filme werden es zeigen. (Eventuell mache ich dann noch einen genaueren Test der Empfindlichkeit.)
Würde ich bestätigen.
Habe schon einige Foma100 fotografiert - entwickelt in Tetenal Ultrafin Plus & Ilfosol3 gabs gute Ergebnisse.
Mit den Lichtern haderte ich anfänglich etwas, insegamt wirkten die Ergebnisse etwas zu hart.
Üblicherweise neige ich zu "grosszügigen" Kipp-bewegungen, liess dies dann aber sein und die Lichter wurden besser.
 

robert_m

Sehr aktives Mitglied
Interessant, danke für deine Bestätigung!:) Eine Anmerkung noch dazu: Bei der Anwendung von Rodinal kommt in den Lichtern erschwerend hinzu, dass dieser Entwickler, anders als Ilfosol etwa, keine silberrücklösende Komponente enthält, die die Lichter schon. Gerade bei einem harten Film wie dem Foma scheint dies umso mehr ins Gewicht zu fallen.

Ich habe oben noch den Kipprhythmus eingefügt und, dass der Fomapan 100 in zahlreichen Formaten lieferbar ist. Heutzutage nicht ganz unwichtig als ARgument, denke ich.

Herzlich,
Robert
 

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