Erfahrungsbericht: Hochzeit fotografiert


hinzpem

Unterstützendes Mitglied
Hallo !

Letzten Samstag habe ich als Gast an einer Hochzeit in Frankreich teilgenommen und gleichzeitig auch fotografiert. Ich habe einige Erfahrungswerte gesammelt - einige, die ich mir schon vorher gedacht hatte, andere, die ich so nicht erwartet hätte. Da sicherlich die Erfahrungswerte auch für andere interessant sind, hier mal mein Bericht und das entsprechende Fazit dazu.

Ausrüstung:
Ich hatte mir extra einen größeren Mietwagen angemietet, um nahezu mein gesamtes Equipment mitzunehmen. Sollte ich etwas brauchen, hätte ich es dabei.
Grob gesagt waren das:
- D3 inkl. 56 Gbyte Speicherkarten
- Objektive: 85, 17-35, 28-105, 80-400
- 2 Blitze: SB 800 und SB900 inkl. Fernauslöser SU800
- 3 faltbare Westcott Blitzschirme + 3 Manfrotto Lichtstative
- 1 5-in-1 Reflektor / Diffusor
- 1 Stativ Alu
- 1 Monopod Carbon
- 1 Softbox 40x40
- jede Menge Batterien und 1 Ersatzakku für die D3
- Laptop inkl. zweiter HDD und schnellem Kartenleser
- Ladegeräte und sonstige elektronisches Equipment
- alles zusammen in einem großen Pelicase (D3, Objektive, Blitz-Zeugs) und mehreren kleineren Taschen (Laptop, Softbox, etc.)
- ein kleiner Tritt (Leiter), um bei Gruppenaufnahmen auch mal eine höhere Position einnehmen zu können.

Vorbereitung
Die Hochzeit fand an zwei Orten statt. Mittags in der Kirche und abends in einem Restaurant, das mitten in einem Park platziert ist, und von Wasser umgeben wird.
Nach 7 Stunden Autofahrt (inkl. Stau) von Wiesbaden nach Paris war ich einen Tag vorher gegen 18.30 Uhr im Hotel, habe nur das Nötigste ausgeladen und bin gleich zur Kirche weitergefahren. Die war aber geschlossen.
Also weiter zum Restaurant, wo ich feststellen musste, daß es nicht so wahnsinnig viele Ecken gab, an denen man schöne Bilder machen konnte. Die Metall-Rankhilfe für die Rosen sieht in 10 Jahren sicherlich schön aus... jetzt aber nicht. Ich machte dort schon mal ein paar Vorab-Bilder (Gebäude, Rosengarten, etc.). Mehr war an dem Tag nicht mehr zu machen.

Die kirchliche Hochzeit
Ich war knapp über eine Stunde vor Beginn der Zeremonie an der Kirche, was auch gut war, da ich bereits zu diesem Zeitpunkt den letzten Parkplatz ergattert habe. Leider brachte mir das nicht viel... die Kirche war noch immer geschlossen.
Also machte ich lediglich ein paar Außenaufnahmen, die man später zu einem HDR-Bild zusammensetzen konnte.
Ungefähr 20 Minuten vor Eintreffen der Braut öffnete sich die Tür zur Kirche, und ich konnte zum ersten Mal in die Kirche eintreten. Dort machte ich wiederum ein paar Übersichtsaufnahmen, um die Grö0e der Kirche als HDR darstellen zu können. Dann wieder zum Auto, um den Rest der Objektive zu holen (waren im Pelicase), und wieder zur Kirche.
Die Kirche war relativ groß, vom Altar bis zum Ausgang schätzungweise 40 Meter. Zum Altar gesputet, ein paar Probeaufnahmen mit Blitz gemacht. War nicht so umwerfend, wenn man TTL nutzte. Entweder alles auf manuell (was ich mir nicht zutraute, denn ich arbeite mit Blitz noch nicht so lange), oder aber ISO hoch und ohne Blitz arbeiten. Ich wählte letzteres.
Ehe ich mich versehe, trifft die Braut ein. 28-105er drauf, alle Bilder draußen und beim Reingehen mit diesem Objektiv + Blitz auf TTL (draußen zum Aufhellen) gemacht.
Drinnen während der Zeremonie dann immer wieder den Standort und die Objektive gewechselt. Um möglichst wackelfreie Bilder zu erhalten, schraube ich mein Monopod an die D3. Ohne Kopf, direkt an das Gehäuse. Die Aufnahmen mit dem 80-400er werden dank dem Monopod sogar beim 400er Anschlag knackscharf. Als ich das Monopod wieder abnehmen will, um vorne am Altar mit dem 85er ein paar Closeups zu machen, fällt beim Auseinanderschrauben der Kopf des Monopods auseinander. Die lange Schraube bleibt an meiner D3, ich schaue in ein Loch, wo vorher die Schraube im Monopod war. Mist. Sitzt natürlich bombenfest, keine Chance, das Ding zu lösen. Werkzeug? Keines dabei.
Also weiterfotografieren, auch wenn die dämliche Schraube stört. Ich schraube das 85er drauf, mache tolle Closeups, drehe mein ISO von 2.500 sukzessive runter auf 1.000, damit weniger Rauschen in den Bildern zu sehen ist. Abgestützt funktioniert das wunderbar, die Bilder werden später zu meinen schönsten der Trauung gehören.

Wäre es eine deutsche Hochzeit gewesen - ich hätte die Ankündigung der Ringe wahrscheinlich verstanden. So war ich dann doch etwas überrascht und stand mit einem völlig unpassenden Objektiv (dem 85er) da, während die Ringe getauscht wurden. Ich versuchte diesen Moment einzufangen, vergaß aber dabei, daß die D3 noch auf ISO 1000 stand. Verwackelt - was ich aber erst einen Moment später merke.

Den Rest der Hochzeit fange ich wiederum wechselnd mit 85er, 28-105er und 80-400er ein. Das 17-35er in meiner Tasche vergesse ich dabei, was mich später noch ärgern wird. Die Lichtstärke des 85/1.4ers ist bei den meisten Bildern völlig irrelevant: Da man teilweise eben doch mehr Tiefenschärfe benötigt (um z.B. Braut und Bräutigam hintereinander scharf zu bekommen), blendet man ohnehin auf 3.5 oder mehr ab. Die Aussage "lichtstarkes Objektiv für Kirche" ist meines Erachtens also wenig sinnvoll.

Die Trauung läuft weiter, ist irgendwann zuende, das Brautpaar läuft nach draußen. Ich mache noch ein paar Bilder, der Pfarrer will aber schon wieder die Kirche schließen... und meine Ausrüstung steht noch vorne beim Altar. Also erst einmal alles zusammenpacken. Sport muss ich an dem Tag definitiv keinen mehr machen. Mensch, so schweißtreibend hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Außen dann noch das Werfen des Brautstraußes eingefangen - dank der schnellen Bildfolge der D3 ansich kein Problem, allerdings sieht man später auf den Bildern viele Blitze der Miniknipsen, die heute fast jeder mitbringt, was den Bildern doch etwas nimmt. Um ein Haar wäre das mit den Bildern nichts geworden: Es waren die letzten Bilder auf meinen beiden 16 GB CF Karten. Ich hatte beim Zusammenpacken natürlich nicht mehr darauf geachtet, wie viel Speicherplatz noch übrig war...

Nach der Kirche rüber zum Restaurant / Park und dort Bilder gemacht. Der Reflektor / Diffusor erweist sich hier als ziemlich geniales Teil, das auch gerne von anderen Gästen gehalten wird.
Für die Portraitfotos ist allerdings nur begrenzt Zeit, so daß hier ansich jeder Handgriff sitzen muss. Von 100 gemachten Aufnahmen verbasele ich vielleicht 20, da auch noch andere Verwandte fotografieren wollen, und man immer nur einen kurzen "Slot" hat, zu dem man fotografieren kann. Da ich das 85/1.4er extra für die Hochzeit gekauft habe, will ich die Fotos auch mit dem Objektiv machen, da es den Hintergrund so schön unscharf werden läßt. Den Hintergrund... und bei 1.4 oder 1.8... auch relativ schnell den Vordergrund. Man muß höllisch darauf aufpassen, wo der Fokus sitzt, sonst wird das Bild nichts. Von meinen 20 verbaselten Aufnahmen sind so alleine 15 nichts geworden, bei denen mir jeder später sagt "das ist doch super", ich aber denke: Das ist aber nicht knackscharf. Hättest Du besser machen können.

Die Feier abends ist - bezogen aufs Fotografieren - im Vergleich zum Rest des Tages "easy going". Blitz und Kamera betreibe ich im Modus "M". Einmal eingestellt, paßt Blitzenergie und Restlicht wunderbar zusammen. Übers Feiern vergesse ich dann aber auch mal das eine oder andere Bild zu machen. Man kann eben nicht beides sein: Gast und Fotograf.

Am Ende des Tages habe ich knapp über 1.600 Bilder gemacht, wobei ich meine Speicherkarten zwischendrin teilweise leeren musste, da ich im Modus "2. Karte als Backup" gearbeitet habe (man kann also quasi die 56 Gbyte durch 2 teilen) und zudem nur RAW-Aufnahmen gemacht habe. Viele Aufnahmen sind sehr schön geworden, wobei man sicherlich deutlich mehr hätte rausholen können.

Learnings
  • Falls das Brautpaar mitspielt: So viele Bilder wie möglich vor der Hochzeit machen, wenn noch genügend Zeit vorhanden ist. Closeup der Ringe vorher aufnehmen.
  • Falls möglich, vorher ein "Location Scouting" machen und Lichtverhältnisse evaluieren, damit man später nicht überrascht wird.
  • Genauen Zeitplan einholen, möglichst auch für die Zeremonie in der Kirche. Wie ist der Ablauf? Wann wird gesungen, wann spricht wer, und wann kommen die Ringe? Ich hatte nur einen sehr groben Zeitplan.
  • Eher mit leichtem Weitwinkel arbeiten und später zuschneiden, als zu versuchen, den perfekten Ausschnitt während des Bildes hinzubekommen. Dafür reicht die Zeit (meist) nicht.
  • Ein Monopod ist in der Kirche sehr hilfreich, um auch mit niedrigeren ISO-Werten knackscharfe Bilder machen zu können. Ein Quick-Release Plate aber auch ;-)
  • Ohne zweiten Fotografen entgehen einem einfach manche Bilder. Man kann nicht überall sein.
  • Ein zweites Gehäuse ist SEHR sinnvoll. Gerade in der Kirche will man doch mal vom Weitwinkel zum Tele wechseln, und schraubt ständig Objektive hin- und her. Das geht viel entspannter mit zwei Bodies.
  • Werkzeug einpacken, z.B. ein Leatherman Tool mit Zange und Schraubenzieher. Man weiß nie, was passiert.
  • Jemanden finden, der assistiert. Schon alleine für einen Reflektor braucht man mindestens eine Person, die einem hilft.
  • Mehr Speicher mitnehmen, wenn man RAW schießt. Während der Zeit, in der man die Bilder in den Laptop überträgt, entgehen einem wiederum kostbare Momente.
  • Mit dem Equipment arbeiten, das man schon länger kennt. Das 85er ist toll, solange man weiß, wie eng der Schärfebereich bei Offenblende ist. Ich hatte bis zur Hochzeit nur ein paar Dutzend Aufnahmen mit dem Objektiv gemacht.
  • Der 5-in-1 Reflektor / Diffusor war der beste Kauf, den ich für die Hochzeit getätigt habe. Bei Sonnenschein und zum gezielten Setzen von Licht - unschlagbar.


Fazit
Ich war nicht der einzige Fotograf. Ein Franzose hat mit seiner Canon 5D auch super Bilder gemacht, die - zusammengelegt mit meinen - Stoff für ein richtig schönes Album ergeben, an dem ich gerade arbeite.
Trotzdem: Wäre ich der alleinige Fotograf gewesen, hätten wichtige Momente gefehlt. Über meine eigene Unfähigkeit und die gemachten Fehler ärgere ich mich noch jetzt. Normalerweise habe ich alles im Griff, und bei einer Hochzeit mache ich plötzlich wieder Anfängerfehler.

Wer das erste Mal eine Hochzeit fotografiert, wird überrascht sein, wie anstrengend die ganze Geschichte ist. Man kann eben nicht sagen "Kurze Pause, ich muss mal gerade vom Tele auf Normal wechseln" - die Hochzeit schreitet voran, und man muss versuchen, möglichst viel davon in möglichst guten Bildern festzuhalten. Gerade das macht die Sache so anstrengend und führt eher zu Fehlern als in einer komplett entspannten Situation.

Gute Vorbereitung kann einem die Sache vereinfachen. Hat man aber bisher (so wie ich) eher Landschaftsaufnahmen, Makros und sonstige "ruhige" Fotos gemacht, sollte man besser nicht der alleinige Fotograf sein.

Ich denke allerdings, daß man aus diesen Fehlern lernt und die Lernkurve relativ schnell ansteigt. Hat man erst einmal zwei oder drei Hochzeiten fotografiert, dürften grobe Schnitzer ansich nicht mehr vorkommen.
Mal sehen... die nächste kommt bestimmt... dann aber mit zwei Bodies...

Viele Grüße,
Marc
 

JoBo

Nikon-Clubmitglied - NF-F "proofed"
Interessanter Bericht, Marc, deine Erfahrungen decken sich in manchem mit meinen eigenen. Anderes sollte eigentlich kaum überrascht haben.
Das wichtigste Fazit, wie ich finde, ist eine alte Weisheit: nie ohne zweiten Body! Objektivwechsel kostet einfach zu viel Zeit. Vom Ausfall der Kamera wollen wir gar nicht reden.
Nur bei den Learnings haste einen wichtige Punkt vergessen: Sprachen lernen lohnt sich, vor allem jenseits von Englisch ;)

PS: Edith würde gern noch ein paar Bilder sehen!!
 
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chrissdi

Unterstützendes Mitglied
vergaß aber dabei, daß die D3 noch auf ISO 1000 stand. Verwackelt - was ich aber erst einen Moment später merke.
deshalb habe ich in letzter Zeit angefangen die ISO-Automatik wieder zu mögen. klar gebe ich ihr vor, was sie, wann machen soll.
die D3 schreit ja direkt danach.
Danke für die nette Story:up:
 
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emanuel750

Aktives NF Mitglied
schön geschrieben, ist ja wohl doch nicht so einfach.
Was mich allerdings überrascht hat, ist die Anzahl der Bilder. War es notwendig? Es macht auf mich so einen Eindruck "wild loslegen, ein paar werden gelingen" Ist die Zeitknappheit, und dadurch entstandene andere Probleme auch nicht teilweise dadurch verursacht, dass du zu viele Fotos geschossen hast?
 
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hinzpem

Unterstützendes Mitglied
schön geschrieben, ist ja wohl doch nicht so einfach.
Was mich allerdings überrascht hat, ist die Anzahl der Bilder. War es notwendig? Es macht auf mich so einen Eindruck "wild loslegen, ein paar werden gelingen" Ist die Zeitknappheit, und dadurch entstandene andere Probleme auch nicht teilweise dadurch verursacht, dass du zu viele Fotos geschossen hast?
Die Anzahl der Fotos mag viel klingen, aber gerade bei den späteren Aufnahmen (Gruppenbilder, Empfang, Party) habe ich von ein und demselben Motiv meist 4 oder 5 Aufnahmen gemacht. Gerade bei den Gruppenfotos macht dies Sinn, da selbst bei 5 Aufnahmen meist irgendeiner gerade *richtig* komisch schaut. Da nützt es auch nichts, wenn man sagt "fromage!". Die Anzahl der Bilder relativiert sich also etwas.

Ich habe gerade eben mal geschaut: Die Trauung dauerte ziemlich genau 1 Stunde. In der Zeit sind 307 Bilder entstanden, davon bereits 40, wie die Braut mit Vater in die Kirche reinläuft (Serie, bei der ich mitgelaufen bin), und weitere 30, wie sie mit dem Bräutigam wieder rauskommt (ich stationär mit 28-105er). Jedes dieser 70 Bilder ist richtig belichtet und scharf, allerdings schaut einmal der Vater zur Seite, die Braut oder der Bräutigam schauen (wenn man dann genau hinschaut) etwas ernst, auf den Boden, etc. Das sieht man aber in dem Moment, wo man das Foto macht, nicht unbedingt immer.
Mag sein, daß 237 Bilder in 55 Minuten zu viel sind. Das sind rund 4 Bilder pro Minute. Allerdings kam es mir während der Hochzeit nicht so vor. Da kommt der Pfarrer, eine Sängerin war da, Verwandte haben jeweils ein paar Worte gesagt, ich wollte die gesamte Atmosphäre der Kirche auch mal vom Eingang aus in der Totalen festhalten, der Bräutigam hat noch ein paar Worte verloren, dann wurde wieder gesungen, die Eltern mussten im Closeup festgehalten werden, dann noch Closeups von der Braut, dem Bräutigam und Brautzeugen, Ringübergabe, Eintrag in ein großes Buch innerhalb der Kirche, etc. - da entstehen schnell mal 4 Bilder pro Minute.

Vielleicht ist das aber auch eines der Learnings: Etwas gelassener zu werden. Ich bin ansich zur Hochzeit mit dem Vorsatz gefahren, mir für meine Bilder Zeit zu nehmen, nicht mit dem Vorsatz, Masse zu generieren, aus der man später die besten Bilder aussortieren kann. Nur daran denkt man in dem Moment nicht unbedingt: Du denkst nur "oh Mist, da ist schon wieder etwas, was im Bild festgehalten werden muss" - zudem war vorher nicht klar, wie lange die ganze Trauung dauert. Die Braut sprach nur von 30 Minuten, was für die ganzen Szenen, die ich aufnehmen wollte, relativ wenig Zeit war. Zum Schluss waren es 60 Minuten - man hätte also doch etwas mehr Zeit gehabt.
Ein genauer Ablaufplan ist also *sehr* wichtig.


Das wichtigste Fazit, wie ich finde, ist eine alte Weisheit: nie ohne zweiten Body! Objektivwechsel kostet einfach zu viel Zeit.
Das stimmt, und ich hatte auch vorher über einen zweiten Body nachgedacht - allerdings eher aus dem Grund, falls meine D3 irgendwelche Mucken macht, weniger wegen des Objektivwechsels.
Da ich wegen einer Hochzeit nicht gleich eine neue Kamera kaufen wollte, habe ich mir mal die Mietpreise angeschaut ... und die sind ziemlich teuer. Bei einer Woche Anmietung kann man ja dann schon fast eher eine neue Kamera kaufen, die man nach der Woche auf ebay setzt. Dabei macht man vermutlich weniger Verlust...
Also: Angedacht schon, aber aus Kostengründen nicht umgesetzt.

Viele Grüße,
Marc
 
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mhensche

Sehr aktives Mitglied
Hi,

sehr schön geschrieben, ich habe hier fast angefangen, mitzuschwitzen.:up:
 
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RolandOeser

Unterstützendes Mitglied
Kenne das von anderen Feiern, und nicht immer kann man schon
"vorarbeiten". Es ist einfach Erfahrungssache, man muß einfach versuchen,
abgebrühter zu werden. Das mit dem zweiten Body schwebt mir schon
länger vor, will aber nicht genauso viel zahlen wie für den ersten Body.
Irgendwann klappt das auch!

Roland
 
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solo

Nikon-Clubmitglied
Danke für den ehrlichen und lehrreichen Bericht!
Ich habe selbst noch keine Hochzeit fotografiert (aber selbst mal geheiratet :hehe: ), aber ich kann mich sehr gut hineindenken, wie es Dir ergangen ist und wie Du Dich in den teilweise "spannenden" Situationen gefühlt haben musst :frown1::eek::pray2::confused::dizzy:.
 
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dresselmann

Auszeit
Hallo Marc,

einen ganz heißen Dank für Deine Schilderungen, die ich als ausgesprochen hilfreich empfinde!

Die vielen Schilderungen von Hochzeitsfotografen in der jüngsten Vergangenheit zeigen eines ganz deutlich:
Die Fehler, die einem passieren, entstehen meist aus Mangel an Routine.
Wer von uns fotografiert schon mehrere Hochzeiten im Jahr oder im Monat.

Daher erfreue ich mich immer wieder an solchen Schilderungen, wie der Deinen, zeigen sie doch ganz deutlich, wie wichtig eine penible Vorbereitung ist.
Wobei ich anmerken möchte, dass nicht nur die Vorbereitung des Materials sowie der Zeitplan wichtig ist, sonder ganz besonders eine mentale Vorbereitung Beachtung finden sollte.

Nicht desto dennoch halte ich es gerne, trotz vieler Pannen hie und da, exakt so, wie es in meiner Signatur zu lesen ist!

Dir also nochmal einen ganz herzlichen Dank für Deinen Bericht!

Ach ja, bevor ich es vergesse: Gibt es denn das eine oder auch andere Bild?

:D:D
 
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Thomas Ferber

Sehr aktives Mitglied
Hallo,

vielen Dank für Deinen interessanten Bericht. Selbst habe ich inzwischen einige Hochzeiten fotografiert. Die letzten als "Offizieller". Dabei kann es dann trotzdem passieren, daß trotz guter Vorbereitung so einiges dann doch ganz anders läuft.
Einmal hatte ich im Vorfeld Aufnahmen mit dem Brautpaar in der Kirche gemacht. Draußen war an dem Tag ganz passables Wetter. Meine Bedenken bzgl. zu wenig Licht,.... waren danach zerstreut :up:. Am Tag der Hochzeit war alles etwas hektisch. Das Brautpaar kam eine ganze Weile später als vereinbart .... dann war es an dem Tag stockfinster .... ersten Akku rein in die Kamera - war einige Tage zuvor geladen worden - leer - :eek: - nächsten Akku rein in die D1X, Steckdose suchen, in der Kürze der Zeit vor dem Gottesienst noch einige passable Aufnahmen zustande bringen.... Mit dem 85mm/1,8 ging ich mit der Belichtungszeit bei den meisten Aufnahmen auf 1/20 sec. Es sind ausreichend gute dabei ..... aber dieses Abenteuer hatte viele Komponenten, die das Projekt so richtig in die Hose hätten gehen lassen können.
Ein andermal hatte ich eine Stufe in der Kirche übersehen, war darübergefallen und hatte ab diesem Ereignis einen Riesen-Dreckbollen auf dem Sensor, den ich bei jedem folgenden Bild dann in stundenlanger Arbeit am PC retuschieren "durfte".:motz:
Es gibt auch richtig entspannte Erlebnisse bei diesem Job. Ein herrliches Wetter, dazu ein Paar, das sich heiß und innig liebt. Zusammen mit denen in eine schönen Park .... :) Da entstanden dann keine gestellten Bilder - ich war "einfach nur dabei" und habe fotografiert. Auch der Rest des Tages war ähnlich unkompliziert und einfach nur schön.

Auf einigen der Hochzeiten hat mein Sohn oder meine Tochter assistiert. Die dabei mit deren Kompaktkamera (Exilim bzw. Fuji) entstandenen Bilder waren oft eine Bereicherung - man kann eben nicht überall sein.
Ein zweites Gehäuse wollte ich mir nur ungerne umhängen ..... aber eines dabeizuhaben sähe ich auch als deutlichen Vorteil.

Grüße,

Thomas
 
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Aufzynden

Unterstützendes Mitglied
Moin,

schöner Bericht, der sich mit meinen Erfahrungen deckt. Eins nur zum lichtstarken Objektiv. War am Freitag froh mein 200/2 dabei zu haben: ich musst im Restaurant teilweise auf 1/80s bei ISO 3200 runtergehen! Und kam auch nicht nah genug ran, um ein "schnelles" 50er oder 85er einsetzen zu können. Auf die Fotos der Väter als verkündet wurde, dass sie Großväter werden, wollte ich aber auch nicht verzichten :D

Statt Zweit-Body habe ich übrigens immer Zweit-Hemd dabei :cool:

Grüße
Stefan
 
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fotofisch

Unterstützendes Mitglied
Hallo Marc,
herzlichen Dank für den Erfahrungsbericht. Da ich seit einiger Zeit Hochzeiten fotografiere, wurde ich in vergleichbarer Weise mit den von dir geschilderten Problemen konfrontiert. Ich möchte zu deinem Bericht folgendes ergänzen:
Ein Grundproblem bei Hochzeiten ist, dass man in einer vorgegebenen Zeit eine perfekte Arbeit liefern muss und als Fotograf den Ablauf kaum beeinflussen kann.
Meine Erfahrung ist: Man kann die Probleme entschärfen, in dem man sich sehr genau auf die Aufgaben vorbereitet.

Dazu gehört:
• Vorgespräch mit dem Brautpaar. Klären, was für sie besonders wichtig ist. Dies kann man u. a. anhand vorgelegter Beispielfotos herausfinden.
• Im Ablaufplan der Hochzeit die Zeit fürs Brautpaar-Shootings festlegen.
• Aus dem Vorgespräch eine Liste aller relevanten Einstellungen für jede Phase aufstellen. Diese Notiz vor der Phase ansehen und im Kopf durchgehen, wie und wann man sie realisieren will.
• Vor dem Shooting, an der Location Probebilder erstellen (Lichtverhältnisse, Standpunkte, Kameraeinstellung)

Jede Hochzeit hält für den Fotografen neue überraschende Probleme bereit. Diese sind nur dann zu bewältigen, wenn man cool bleibt. Cool bleibt kann man dann, wenn – aufgrund guter Vorbereitung - der Fotograf weiterhin planvoll vorgehen kann. U.a ist ein vorbereiteter Plan B einzusetzen.
Dazu ein Beispiel: Es regnet den ganzen Tag und das Brautpaar-shooting sind im Freien nicht möglich – zwar unglaublich, mir schon passiert. Dazu Plan B: Location innen mit passendem Hindergrund und Ausleuchtung bereithalten (Studio, Kirche, Festsaal).

Da der Vorbereitungsaspekt nur andeutungsweise in deinem Bericht vorkommt, habe ich mir diese Ergänzung erlaubt.
Dir weiter gute Shootings und Hochzeitspaare die sich über deine Bilder herzlich freuen.
LG Bernd
 
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ThinkBlue

Unterstützendes Mitglied
Herrlich, ein wunderbarer Bericht!

Ich habe auch gerade eine Hochzeit "hinter mir"...

Mein bester Freund hat geheiratet.
Viele der in diesem Fred genannten Unwegbarkeiten kommen mir sehr bekannt vor.

Zum Glück habe ich nicht gesagt "ich mach die tollen offiziellen Fotos".
Ich habe einfach zwei Body's mit 12-24 f4 (Tokina) und 35-70 2,8D (Nikon) +SB900 mitgebracht und "für mich" Bilder gemacht.
Die beiden wussten bis zu dem Zeitpunkt nichts davon und das war auch gut so.

Nach der Trauung im Standesamt war ich klitschnass und froh unter meine Dusche zu kommen.
Dann ging es zur Feier und die "Knipserei" ging weiter.

Ich habe oft 2-3 Bilder in Serie gemacht - weil der Eine oder Andere erst wirklich entspannt schaute wenn es erstmal geklickt hatte.

Und es waren wirklich vieeeeeeele Bilder mit interessanten Ein- und Ansichten.

Ich dachte mir so, ist eh wurscht, da viele unscharf werden und dann gehimmelt werden.

Aber, wie das Leben so spielt...: nur ca. 30 Bilder von über 1000 waren unscharf.

Das schönste aber war dann der Moment, als ich den Beiden die Bilder gegeben habe und wir sie uns zusammen nochmals angeschaut hatten.

Sie waren einfach die Besten (Meinung der beiden frisch Vermählten).
Die Fotofee mit der Kanone hatte sich zwar beim Ringetausch (leider) vorgedrängelt, aber das waren dann auch die einzigen Fotos von Ihr die wohl "ganz nett" waren.
Ich habe die Bilder leider bisher noch nicht zu sehen bekommen... von daher lauer ich noch darauf.

Alle Fotobücher, Dankeskarten etc. werden nun mit meinen Bildern gemacht.
HöHöHö... freut mich natüüüüürlich ganz besonders nach diesem besonderen Tag! ;)

Viele Grüße, ThinkBlue
 
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Lordfubbes

Sehr aktives Mitglied
Ohja, das kommt mir auch alles bekannt vor... Hatte letztens das Vergnügen, die Hochzeit meiner Schwester zu photographieren.

Habe mit den Brautleuten vorher einen Zeitplan abgeklärt, mit weiteren Gästen (heimlich) im Vorfeld verabredet, Gruppenphotos der Gäste mit goldenem Rahmen und so zu machen.

Equipmentmäßig gab's keine Ausfälle. Das ist die gute Nachricht.

Dafür hat am Zeitplan nichts, aber auch gar nichts gestimmt, so daß das eigentlich zwischen Standesamt und Segensfeier in der Kirche geplante Shooting seeeehr kurz ausfallen musste.

Auf die Idee mit dem Rahmen kamen insgesamt noch drei andere Gruppen mit Gästen, ist das ein neuer Trend irgendwie? Naja, letztenendes hab ich dann die Bilder gemacht, die anderen haben freundlicherweise assistiert, indem sie das Stativ mit dem Durchlichtschirm bei Windstößen festgehalten haben. :)

Alles in allem war ich aber doch eher Gast bei der Hochzeit. Ich hab ein paar schöne Bilder gemacht, nicht alle, aber einige sehr schöne Momente eingefangen und schließlich hat meine Schwester ja nicht zum ersten Mal geheiratet. Deswegen ja auch nur eine Segensfeier. :)

Gruß Erik
 
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Kay

NF-F Platin Mitglied
... Nur bei den Learnings haste einen wichtige Punkt vergessen: Sprachen lernen lohnt sich, vor allem jenseits von Englisch ;) ...
Das ist natürlich immer richtig, mais je stoß ici deja an meine limite, wenn ich in der norddeutschen Tiefebene anfange: Platt - geht noch gerade. Holländisch wird schon schwierig, ist aber mitunter noch zu verstehen. Friesisch versteht man(ich) kein Wort.

Wenn es weiter weg geht, wird es noch heftiger: Koreanisch kann ich nur wenige Worte aus der Speisekarte und weiß, dass sich die Mädels untereinander siezen und übersetzt mit "Meine ältere Schwester" anreden - da käme dann noch der Kurs über Bräuche und Sitten hinzu, den ich aber auch nicht besucht hatte, obwohl es sicherlich in einem Fall geholfen hätte. Die Braut wohnte hier und sprach fließend ein ulkiges Deutsch, deshalb ging es dann einigermaßen (und im Zweifel hilft eine Verbeugung der mangelnden Verständigung).

Von daher habe ich die Erfahrung gemacht, dass es noch wichtiger als die jeweilige Sprache ist, dass ich jemanden habe, der mich "schlau macht". Und diesen Verteller muss ich vorher(!) suchen, damit er während des Geschehens erklärt. - Es nützt mir nichts, wenn ich Erbonkel Rudi bei der Gartenarbeit auf einem Foto gesehen habe und im Smoking nicht wiedererkenne, egal welche Sprache er spricht. Überhaupt kann ich mir nicht gut die Leute merken, wenn ich sie vorher noch nie gesehen habe.
Bei jungen Menschen ist das noch relativ einfach: Da sind die jungen das Brautpaar und die Freunde und die älteren Gäste sind meist die Sippschaft - aber immer passt das nicht (mehr).

Gruß vom
Kay
 
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bernd!

Sehr aktives Mitglied
Interessanter Bericht, welchen ich nur bestätigen kann. Ein wichtiger Punkt wurde aber bisher nicht genannt: Die Frisur der Braut ...

An der letzten Hochzeit hatte ich eigentlich alles im Griff, bis die Braut kam und eine Strähne über das Gesicht lief. Ein Wechsel an einen alternativen Standpunkt kam wegen Orgel, Blumen und anderen Dingen nicht in Frage - insofern war immer das Gesicht von der dämlichen Haarsträhne verdeckt, bzw. entstellt.

Gruss b!
 
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Wuxi

Sehr aktives Mitglied
Fabelhafter Thread.
Gehört oben angepinnt!
 
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BerWil

NF-F Premium Mitglied
Der Bericht ist klasse! :up:

Was ich bei den Hochzeiten gelernt habe:

Es ist sauanstrengend, da man zu jeder Zeit und immer konzentriert und aufmerksam sein muss. Am Abend ist man dann "durch".

Es macht extrem viel Sinn, sich die Orte vorher anzuschauen, mit dem Pastor zu sprechen (Order) und einen Ablaufplan zu haben.
Es ist furchtbar und extremst hinderlich, sich während der Zeit mit Kameratechnik befassen zu müssen.
Vorher zeigen lassen, wer wichtig ist und auf jeden Fall auf die Bilder muss. (Eltern, Geschwister etc)

3 Kameras, 4 Objektive: 50mm 1,4 - 17-35 2,8 - 28-75 2,8 und 70-200 2,8. Einen SB 910, SB 800 und einen Metz Mecablitz 76 MZ-5 Digital (fürs aufhellblitzen der gestellten Gruppenbilder) sowie einen Henselporty (Fürs Brautpaarschooting). Mobilen Fotospeicher (also so ne kleine HD mit Akku und Kartenleser) In der Kirche, wenn überhaupt, nur dezentes zurückhaltendes Aufhellblitzen.

Für das Shooting mit Porty (meist in einem engen Zeitfenster zwischen Kirche und Kaffee/Abendessen) einen Assistenten oder auch Helfer aus dem Freundeskreis (evtl. mit Redeverbot, je nach dem ;-)

Beim Essen wird i.d.R. nicht fotografiert, sondern gegessen(die Bilder sind eh meist verzichtbar) . Sonst schaff ich den Abend nicht. :) So gegen 23:00 mach ich Schluss, wenn nicht noch n Riesenhighlight ansteht. Ab dieser Zeit gibts meist eh genug andere, die fotografieren.

Abends max. 1 Bier, nach 23:00 dann gern auch ein Zweites oder Drittes, wenn ich nicht fahren muss und mal Füsse hoch

Weniger ist bei mir eher mehr. In etwa ca 800 Bilder, denn ich finde es auch nicht so prickelnd (das Paar meist auch nicht), ständig das Auslösegeräusch bei der kirchlichen Zeremonie zu haben.
 
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K.Sabotta

Unterstützendes Mitglied
Die Lichtstärke des 85/1.4ers ist bei den meisten Bildern völlig irrelevant: Da man teilweise eben doch mehr Tiefenschärfe benötigt (um z.B. Braut und Bräutigam hintereinander scharf zu bekommen), blendet man ohnehin auf 3.5 oder mehr ab. Die Aussage "lichtstarkes Objektiv für Kirche" ist meines Erachtens also wenig sinnvoll.
Mein Reden. :) 35mm sehe ich ja noch ein... 85mm offenblendig Hochzeiten, bin ich auch kein Freund von.


Wer das erste Mal eine Hochzeit fotografiert, wird überrascht sein, wie anstrengend die ganze Geschichte ist. Man kann eben nicht sagen "Kurze Pause, ich muss mal gerade vom Tele auf Normal wechseln"
Nüscht gibts. Wenn die sich nicht richtig küssen, lasse ich den Hochzeitskuss wiederholen. Sehr zur Freude der Anwesenden. :)


Sehr schöner Bericht! :up:
 
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